Posts by gisela

    Hallo Fasel, in der Tat, auch ich hatte bei den Schwarzenauern in den USA gehört, dass sie sich "German Baptists" (in diversen Untergruppen) nennen. Sie sind 1708, nur ein paar Jahre nach den Amischen, entstanden und sind ebenfalls Pazifisten. Aber sie berufen sich auf Alexander Mack, und der war ursprünglich reformiert. Und ihnen ist die Untertauch-Taufe in einem Gewässer wichtig geblieben. Seit wann sie Neutäufer genannt werden, weiß ich auch nicht, aber es gibt eine Dissertation von Marcus Meier mit dem Titel "Schwarzenauer Neutäufer" (2008).


    Die Bruderhöfer haben sich im 20. Jahrhundert ja ganz neu gegründet. Ich konnte einen Bruderhof in Pennsylvania besuchen, wo ein Nachfahre von Emmy und Eberhard Arnold sich uns kümmerte, und traf einen Ex-Bruderhöfer in Washington DC. Eine interessante Gemeinschaft mit einer bemerkenswerten Geschichte. Dass sie sich Kibbuzim angesehen haben und ansehen, kann ich mir gut vorstellen.

    Hallo Stefan,


    der erste Bruderhof wurde nach dem 1. Weltkrieg von Emmy und Eberhard Arnold gegründet. Menschen, die eine Gütergemeinschaft suchten, wurden und werden gerne von den Neu-Täufern aufgenommen.


    Die Hutterer dagegen sind Alt-Täufer, es gibt sie schon ca. 400 Jahre länger. Anders als die Bruderhöfer missionieren sie nicht und nehmen nur sehr selten Neulinge auf. Zwischen verschiedenen Hutterern und den Bruderhöfern gab es mehrmals eine enge Zusammenarbeit.


    Wie es um aktuelle Kontakte zwischen Bruderhöfern und Hutterer-Kolonien bestellt ist, weiß ich nicht.

    Kann mir jemand verraten, wie man eine Konversation löscht? Der Speicherplatz meines Accounts ist belegt, und ich kann keine Konversation mehr führen.


    Herzlichen Dank im Voraus

    Die Antwort lautet: Ja und nein. Als Kind eindeutig ja, denn große Familien mit vielen Geschwisterkindern und beiden Eltern in Rufweite fand ich großartig. Ein kleinbäuerlicher Familienbetrieb und ein großer Gemüsegarten sind allerbeste Orte, um Welterfahrungen zu machen.


    Aber schon als Teenager hätte ich entscheidende Dinge vermisst. Die spannenden Sachen in der Schule erfährt man erst nach der 8. Klasse. Kein Fahrrad, kein Führerschein, kein frei gewählter Freundeskreis, all die tausend ausgesprochenen und unausgesprochenen Regeln, die niemand richtig erklären kann, sind für junge Menschen nicht verlockend. Die Vorschriften bei Kleidung und Frisur hätten mich beengt.


    Als junge Erwachsene durfte ich studieren und mir eine eigene Meinung bilden. Ich konnte reisen, Partnerschaftserfahrungen machen und viele Konfessionen kennen lernen. All das hat mich wirklich bereichert.

    Mich beeindrucken die Täufer im Allgemeinen durch ihre Friedensaktivitäten. Und die Old Order Leute im Speziellen durch ihre anti-missionarische Haltung. Ich bin froh, dass es die Täufer gibt, denn manche Dinge können von den Amtskirchen nicht gut wahrgenommen werden.

    Lieber Tobias,


    was für ein Segen, dass Du Deine beiden Nordamerika-Reisen im letzten und im vorletzten Jahr machen konntest, denn in diesem Jahr wäre es wohl wegen der Pandemie nicht gegangen.


    Hast Du Dich für die Unterschiede bei den täuferischen Richtungen interessiert?

    Hallo Tobi,


    was für eine Gelegenheit! In welcher der vielen Kolonien warst Du denn? Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften können sehr sinnvoll sein, allein schon wegen der Kosten für die Geräte.


    Wolltest und konntest Du einen Gottesdienst besuchen? Wie fandest Du den Unterschied zu den Old Order Leuten vor zwei Jahren in Pennsylvania? Die waren Dir damals doch etwas distanziert vorgekommen.


    Herzliche Sommer-Frische-Grüße von Gisela

    Hallo Michael,


    seit 1992 besteht in Irland eine Amish-Mennonite Gemeinde. (Und zwischen 1980 und 1990 gab es eine Gruppe in Belgien.) Mit denen könntest Du Kontakt aufnehmen. Jeden Sonntag um 10:30 Uhr finden die Gottesdienste statt, zu denen jede/r eingeladen ist.

    Liebe Wenke und lieber Georg, hier findet Ihr einige Bilder von der Heuernte auf einem amisch anmutenden Anwesen in Skövde.


    Cecilia und Daniel Placzek konnten dort ihren Traum eines naturnahen Lebens mit Hilfe von Arbeitspferden von 2009-2014. verwirklichen. Doch ihr schönes Refugium scheint schon seit einem halben Jahrzehnt Vergangenheit, denn seit fünf Jahren trägt Cecilia wieder ihren Mädchennamen.

    Liebe Wenke, ob "unsere kleine Farm" gemieden wird, weiß ich nicht, allerdings ich habe es noch in keinem Haushalt gesehen.


    So wie bei Euch bestimmen die Eltern, was vorgelesen wird, doch sprechende Tiere, Comics und Fantasy-Stoffe werden in Old Order Familien wohl nicht offeriert. Dagegen sind Tiergeschichten (Black Beauty), Biographien und wahre Begebenheiten, die zur täuferischen Sicht auf die Welt passen, verbreitet. Du kannst in der Versandbuchhandlung von Pathway Publishers in Bloomingdale, MI den Katalog bestellen und bei den über 150 Kinderbuchtiteln nach Schnittmengen suchen. Von diesen speziellen Klassikern gibt es noch keine deutschen Übersetzungen, deshalb sind sie als Vorlesebücher für Kinder, die noch kein Englisch verstehen, nicht so gut geeignet.

    Eine weitere Möglichkeit wäre, Dich an eine der inzwischen zahlreicher werdenden amischen Mütter und Großmütter zu wenden, die ihre Koch-Kolumne in Zeitungen und online anbieten: Lovina Eicher, Gloria Yoder oder Millie Otto fallen mir da ein. Auf den jeweiligen Seiten wird meistens eine Kontaktadresse angeboten, an die Du Anfragen richten kannst. Wenn Du noch Rückporto in Form von zwei Dollarnoten beilegst, bekommst Du mit einiger Wahrscheinlichkeit eine Antwort.

    Hallöle Wenke,


    amische Schulkinder sind meist eifrige Lesende, weil es keine Ablenkung durch TV, Computer oder Smartphone gibt. Viele von ihnen leihen sich Bücher in ihrer Schule oder in öffentlichen Bibliotheken.


    "Heidi" und "Bambi" (jeweils in der englischen Version) gehörten von Anfang an zu den Klassikern, sowie "Uncle Tom's Cabin" oder "Paula, The Waldensian". Märchen sind nicht gefragt, biblische Geschichten auch nicht vorrangig. Inzwischen wächst das Angebot an Kinderbüchern von täuferischen Autoren für amische Kinder: Shirly Brubachers "Lizzie" (Pathway Publishers) scheint es sogar in einer deutscher Fassung zu geben.

    Hallo Hühnerjerg,


    schön, dass Du Dich noch und wieder mit einer schlichten Lebensweise beschäftigen kannst. Hast Du bei Gohn Brothers schon angerufen?


    1994 gab es noch eine einzige Familie in Lancaster Co., die in Heimarbeit traditionell-schwere Strohhüte (Modell Kreissäge) aus Strohbändern nähte. Flying Cloud Hats produzierte damals Filzhüte, doch vielleicht haben die inzwischen die Strohhut-Produktion übernommen, und auch da kannst Du anrufen. Im mittleren Westen importierte man damals schon leichte, preiswerte Modelle, wie sie bei Gohn zu haben sind. Solche gibt es hierzulande z.B. bei den Raiffeisen-Märkten.

    Liebe/r Neoamisch,


    die Gruppe scheint schon seit etwa 10 Jahren zu bestehen und wurde 2012 in der Mennonite World Review beschrieben. Der Gründer Dan­iel Placzek stammt aus Deutschland. Deshalb stelle ich es mir einfach vor, mit ihm in Kontakt zu treten.


    Wenn Du in Schweden bist, würde ich einfach vorbei fahren. Sommergrüße von Gisela

    Hallo Neoamisch,


    Interessant könnte das Buch von Marlene Miller für Dich sein. Sie heiratete einen amischen Mann und wurde zehnfache Mutter. Allerdings ist das fast 60 Jahre her.


    Die Menschen, die ich persönlich kennen lernen konnte, nachdem sie zu den Amischen konvertierten, erlebe ich bestens integriert: a. D. hat vor fast 50 Jahren eine amische Frau geheiratet, alle sieben Kinder sind längst verheiratet und haben eigene Familien. b. M. heiratete vor mehr als 20 Jahren eine amische Frau, und die gemeinsamen Kinder sind inzwischen auf Partnersuche. c. Das Ehepaar S. ist gemeinsam mit zwei damals kleinen Kindern beigetreten und sie haben neben der Ziegenfarm ein beliebtes Geschäft mit unbehandelten Getreideerzeugnissen gegründet.

    Hallo Neoamisch,


    hier im Forum waren schon einige, die ebenfalls ernsthaft zu den Old Order Amish übertreten wollten. Dabei denke ich besonders an Elinor. Wenn Du Deine Partnerin mitbringst, ist das ein großer Pluspunkt, weil die Amischen sehr familienorientiert sind und die Ehe als unauflöslich betrachten.

    Alles Gute für Deinen großen Schritt! Magst Du uns in der ersten Zeit, bevor Ihr das Smartphone aufgeben müsst, etwas über Deine/Eure Erfahrungen mitteilen? Wann fliegst Du denn? Und in welchen Bundesstaat?

    Liebe Ryka, Du bist ja ganz schön in der Welt herum gekommen!


    So wie Fasel würde ich auch antworten: Zieht an, was Euch angenehm ist und gefällt. Denn was die Old Order Leute gar nicht gerne sehen ist, wenn man ihre Kleidung imitiert, ohne zu einer Gemeinde zu gehören. Falls Euch Eure Gastgeber in den Gottesdienst einladen, rate ich den Damen zu einem mindestens wadenlangen Kleid/Rock ohne Schlitz, einem Oberteil mit wenigstens 3/4 langen Ärmeln und bis zu Hals zugeknöpft, alles möglichst schlicht, in gedeckten Mustern und Farben. Dazu dunkle Halbschuhe mit niedrigen Absätzen. Für die Herren dunkle, lange Hosen, weißes Oberhemd, bei großer Hitze eine passende dunkle Weste statt des Jacketts, keine Krawatte. Für fünf Erwachsene käme da schon ein eigener Koffer mit Sonntagssachen zusammen, deshalb kann ich Euch die mennonitischen Thrift-Shops in Lancaster Co. empfehlen.


    Keine Angst vor Fettnäpfchen, die Täufer haben häufig Sinn für Humor, und Deine Lebenserfahrung auf mindestens drei Kontinenten wird Dir das nötige Fingerspitzengefühl verleihen. Gute Reise und melde Dich, wenn Ihr zurück seid; G.

    Willkommen im Forum, lieber Torsten!


    Es ist nicht ausgeschlossen, dass einzelne Old Order Leute so ähnlich denken, doch sie werden es uns wohl nicht mitteilen. Du fragst nach theologischen Aussagen zur Verwendung von modernen Technologien. Subjekt solcher Aussagen wäre der Konsens jeder einzelnen Gemeinde. Zweimal pro Jahr wird die Gemeindeordnung bestätigt, oder abgewandelt. Beides muss einstimmig geschehen. Was vor einem halben Jahr galt, kann bei Deinem nächsten Besuch etwas anders aussehen. Jedes Mal reibe ich mir die Augen: neues Bad, neue Küche, neue Poloshirts. Dinge, die davor undenkbar waren.


    Entgegen Deiner Vermutung waren Dampfmaschinen und sind Dieselmotoren schon lange auf Farmen und in Werkstätten im Einsatz: "By the late 1880s large steam engines operated threshing machines on many Lancaster County farms. Small gasoline engines were widely used by the turn of the twentieth century to saw wood, grind feed, pump water, and power washing machines. Like their neighbors, the Amish owned and operated steam and gasoline engines and used horses to pull machinery in their fields." (Donald Kraybill, The Riddle of Amish Culture, S. 222)


    Gegen Verbrennungsmotoren haben sie gar nichts, und bevorzugte Motorenmarke ist eine Japanische. Spätestens wenn eine Maschine repariert werden muss, ist es mit dem "Zauber" vorbei und dann sind technisches Verständnis und Erfahrung gefragt. Bei Shows werden manchmal noch Dampf-Lokomobile vorgeführt. Doch der derzeitige Trend geht zu Solar-Energie.