Beiträge von Traummaler

    Nein, da waren wir noch nicht, das holen wir aber sicherlich noch nach. Allerdings sind das ja ganz moderne Mennoniten, habe auf der Homepage gelesen usw.

    Eine ganz moderne freikirchliche Gemeinde, keine kulturellen Mennoniten.


    Wenke

    Hallo Georg,

    naja, Ernüchterung ... das Erlebnis finde ich nach wie vor toll und bereichernd, dass keine Antwort mehr kam natürlich schade.

    Wer weiß, warum das so ist. ... ;)


    Länger zu bleiben war von deren Seite aus nicht gewünscht, das habe ich deutlich gespürt und war auch von vornherein klar und abgesprochen. Vielleicht sind wir einfach zu weltlich ... ;)

    Alle da haben zu tun, viel Arbeit, sicherlich auch aus diesem Grunde.


    Ja, die Vergemeinschaftung ist so eine Sache. Alle, die dort leben, sind auch so aufgewachsen, dann kennt man das ja nicht anders ... Im Grunde finde ich das toll. Jetzt, mit kleinen Kindern, wäre ich nicht bereit dafür ...

    Ich habe z.B. gefragt, wie das ist, wenn die jungen Leute, Teenager mal etwas haben möchten. Vieles fällt ja sowieso weg: Schmuck, Parfüm, Kleidung, Spielzeug, moderne Medien ... aber z.B. mal ne Haarspange oder ein Buch. Ich glaube, meine Frage wurde gar nicht richtig verstanden ;), weil der Gedanke allein so abwegig ist, für sich selbst etwas zu kaufen.

    Sie haben dann eine eigene Bibliothek, die erstmal kontaktiert wird, wenn das Buch dort nicht vorliegt, kann es bestellt werden. Allerdings halten sich die Bruderhöfer von bestimmten Themengebieten ja auch fern, Filme kommen gar nicht in Frage. In der Politik und gesellschaftlichen Themen fand ich sie recht bewandert (die New York Times lag da rum) und auch in der Musik, bildenden Kunst, ja, so eine Art bürgerliches Kulturgut. Diese Lieder, die sie singen ... das macht doch in Deutschland nahezu keine Familie mehr. (Wir singen zu Hause und kennen nur ganz wenige (Waldorf) Familien und christliche Familien, die das tun.

    Der Hausvater hat erzählt, wie das so abläuft, wenn er mit seiner Familie mal Eis essen gehen möchte. Das ist alles nicht selbstverständlich und kann in letzter Sekunde noch abgesagt werden, wenn das einzige Auto für etwas anderes gebraucht wird.

    Seine jüngsten Kinder, so 16/18 würden so gerne mal einen Film sehen, aber das wird (noch) unterbunden.

    Mit dem Sohn konnten wir am besten reden und auch lachen, er studiert an einer Uni, hat eine eigene Wohnung und kommt mehr "in die Welt" hinaus. Sein Haar war auch etwas länger gewachsen, nicht ganz so kurz rasiert, das war wahrscheinlich schon sehr rebellisch ;)

    Die Töchter wirkten neugierig und schüchtern in dem kurzen Zeitrum, in dem ich sie erlebte.

    Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, ob ich so leben könnte.


    Viele Aspekte der Gemeinschaft schätze ich so sehr und vermisse sie in unserer Gesellschaft. Aber mit kleinen Kindern kommt das nicht in Frage, da die Erziehung dort sehr streng ist. Zumindest kam es mir so vor, richtig kalt manchmal und absoluter Gehorsam und Stillsitzen wurde verlangt. War ja aber nur ein kurzer EInblick und es gab nur ein Kleinkind vor Ort.

    Und gerade Film, Theater, Konzerte ... würde ich sehr vermissen. Auch weltliche Bücher, Zeitschriften ...


    Ich bewundere die Menschen für ihr genügsames Leben, mag manches konservierte Kulturgut, die Schlichtheit, Jesus im Mittelpunkt, die Bildung, das Aussparen vieler Reize und Einflüsse ..

    Und: sie sind die einzige täuferische Gruppe in Deutschland.


    Irgendwann besuche ich hoffentlich mal Amische in den Staaten. Um mir ein Bild zu machen ... ein Kleines ...


    Wenke


    PS: Wäre gern beim Treffen gewesen, aber das wäre für die Kinder anstrengend gewesen, denke ich.

    Wie gesagt, vielleicht in einem Jahr in Berlin!!

    Im Sommer war ich mit meiner Familie in Thüringen auf einen Bruderhof.

    Dem Besuch voran gingen einige emails, in denen nach unseren Beweggründen, einen Bruderhof besuchen zu wollen, gefragt wurde.

    Wir bekamen grünes Licht und eine gute Wegbeschreibung und waren etwas aufgeregt.


    Zur Ankunftszeit wurden wir sogleich auf einen Parkplatz gelost und freundlich begrüßt. Wir konnten ein sehr liebevoll vorbereitetes Gästezimmer beziehen und hatten ein eigenes Bad.


    Die Gemeinschaft umfasst nur ca. 30 Leute, welche hauptsächlich aus dem englischsprachigen Raum kommen und in Deutschland studieren, eine Ausbildung machen oder arbeiten. Also fast alles junge Menschen. Ein einziges Kind, ein zweijähriges Mädchen, lebt dort. Die Hauseltern haben 6 erwachsene Kinder und kommen aus den Staaten. Mit Ihnen und deren Sohn hatten wir den meisten Kontakt.

    Die Kinder spielten erstmal im Hof auf dem tollen Spielplatz, anschließend gab es das Abendessen (ohne Tische, im Stuhlkreis) und das SInging.

    Die Kinder wurden zu Bett gebracht und wir konnten im Wohnzimmer der Familie viel reden. Das war alles sehr interessant und wir wurden reich mit Literatur beschenkt (https://www.plough.com/de).

    Am nächsten Tag nach dem Frühstück fuhren wir schon wieder.


    Alle waren sehr freundlich zu uns und sehr geduldig. Unsere Kinder sprangen z.B. wild herum, verhielten sich beim Essen zwar angemessen, aber hatten nicht lange Sitzfleisch ;)

    Das Temperament unserer zwei sorgte für Staunen und Belustigung, hatte ich den Eindruck.

    Mit den jungen Studenten hatten wir wenig Kontakt, sie wirkten schüchtern und distanziert und das Abendessen verlief etwas verkrampft :)

    Gut, dass die Kinder dies auflockerten.

    Der Gesang war wunderschön, auch unsere Kinder liebten das sehr.


    Abends im Kreise der Hausherrfamilie war die Stimmung etwas gelöster und viele Fragen wurden uns beantwortet. Wir erfuhren Einiges über die Gepflogenheiten, Regeln und den Glauben der Gemeinschaft. Sehr spannend!


    Gerne würde ich mal wieder dorthin, vielleicht zu einem Fest oder so. Ich dachte auch, dass der Kontakt lose bestehen bleibt. Allerdings kam auf meine Dankesmail nie eine Antwort ...


    Ich bin dankbar, dass ich mit meiner Familie Zeit auf dem Bruderhof verbringen konnte!


    Wenke

    Liebe Forumbetreiber/Administratoren,


    mit Bestürzung las ich euer Vorhaben, dieses Forum bald schließen zu wollen.


    Ja, es ist sehr ruhig hier. Allerdings gab es vor dieser Ruhe auch einen regen Austausch. Einige Ansichten mögen extrem sein, jedoch finde ich nicht, dass dies ein (alleiniger) Grund zur Schließung sein sollte. Austausch darf auch kontrovers sein. Geht es zu sehr gegen die Forumregeln, wird gehandelt, dafür gibt es ja die Admins.


    Dieses Forum ist ein Fundus. Ich stöbere immer noch und entdecke so viel Informatives. Nach wie vor würden einige Forummitglieder es wirklich bedauern, sollte alles gelöscht werden.


    Ich bitte euch, euer Vorhaben zu überdenken.

    Vielleicht mag sich ja noch jemand dazu äußern.


    Herzliche Grüße

    Wenke

    Ich habe ihn jetzt auch gesehen, gemeinsam mit meinem Mann :)

    Wir fanden ihn recht schön und das Leben der Amish, ihre Besonderheiten und eventuelle innerfamiliäre Konflikte gut dargestellt. Auch kleine Details, wie die Puppe, das Fotoverbot usw. haben mich gefreut (also, dass es aufgegriffen wurde).

    Manche Schauspieler fand ich nicht so gut, aber das ist nicht so wichtig, insgesamt ein schöner, ruhig erzählter Film, ohne zu viel zu zeigen (das Attentat). Doch, gut umgesetzt alles, mit viel Respekt.

    Ist der auf englisch wirklich so viel besser?


    Eine Frage habe ich an alle Amish-Kenner:


    In dem Film waren die Familien, Eltern und Kinder, die Gemeinde tief verbunden miteinander. Zuneigung im körperlichen Sinne wurde jedoch kaum/nie gezeigt. Die Kinder nach diesem tragischen Erlebnis in den Arm nehmen, auf dem Schoß halten ... das war selten zu sehen. Eher von der Mutter. Trotzdem strahlten die Schauspieler in ihren Rollen eine Wärme zueinander aus und tiefes Mitgefühl, Verbundenheit, Liebe.

    Ich dachte, dass es so noch zur Zeit meiner Großeltern gewesen sein muss. Die wurden auch nicht in den Arm genommen. Oder mal gefragt, wie es ihnen eigentlich geht. Trotzdem bestand weitestgehend ein starker Familienzusammenhalt.

    Nun zu meiner Frage: Ist kuscheln mit den Kindern, trösten, streicheln, knuddeln usw. unüblich bei manchen/vielen Amishgruppen?


    Gute Nacht!


    Wenke

    Hallo Frank-Norbert,


    ich stamme auch aus MeckPomm und jedes mal, wenn ich dort bin, kann ich es nicht fassen, wie wenig Menschen da rumlaufen ;)


    Solche Aussteigerfamilien kenne ich auch. Die sind eher Ökos, Pagan, Heiden.

    Ich kenne christliche Großfamilien, die recht alternativ leben, ja. Zum Teil auch Bauern sind oder zumindest große Grundstücke und Tiere haben.

    Aber Amish-like ist das für mich nicht.

    Ich würde ja auch nicht aussteigen wollen. Falls ich überhaupt jemals in Angriff nehmen wollen würde, zu den Amish zu konvertieren (die Hürden scheinen mir recht hoch), wäre mir wichtig, dass ich viele Gleichgesinnte um mich habe und dieser Lebensstil dort in der Gegend völlig normal ist.

    Ich möchte kein Sonderling inmitten einer ganz anders lebenden Gesellschaft sein (wir leben ja recht "anders" für viele Menschen, aber nicht zu sonderbar, denke ich), sondern "dazugehören".

    Für mich persönlich hinken die Vergleiche mit ähnlichen Gruppen oder einzelnen Familien in Deutschland ein wenig (oder auch sehr).

    Würde ich hier versuchen, sehr amish zu leben, inklusive der Kleidung und einer Ordnung, die nicht hinterfragt wird, dann würden wir einfach extrem auffallen (und als Spinner, Fanatiker, Rückständige ... gelten)

    Dort (vielleicht nicht in jedem Siedlungsgebiet) ist das aber "normal" und nichts Besonderes, weil viele so leben.


    Ich hoffe, das war jetzt irgendwie verständlich ...



    Wenke

    Wir leben nicht so streng .... aber doch moralisch und mit Werten.

    Aus Alkohol, feiern usw., rauchen, Drogen ... habe ich mir nie etwas gemacht. Bezüglich Sexualität war ich auch recht rein und ernsthaft, wollte nie meinen Spaß, sondern den Mann fürs Leben finden.

    Das ist ein Punkt, der sehr schwierig war und mich wohl sehr sonderlich sein ließ für mein Umfeld.

    Jetzt, mit unseren Kindern, leben wir möglichst reizarm, sind nicht so auf Konsum ausgerichtet, ja, leben recht einfach. Keine ständigen Ausflüge in Freizeitparks oder ständig Plunder und Kleinkram. Sondern Freude an gemeinsamen Aktivitäten wie backen, singen, basteln, Park, Wald, Spielplatz, mal ein Eis am Sonntag usw.

    Gottesdienst ist uns wichtig, auch Kindergottesdienst, wir erzählen von Jesus ...

    Auch haben wir keinen Fernseher, aber wir LIEBEN Filme und Serien!! Auch sehr Weltliche. Ich dene, ich kann das ganz gut prüfen und alles, was mir nicht gut tut, sehe ich mir nicht an.

    Jetzt kommen wir eh kaum dazu, seit die Kinder da sind, aber mit Hugo sehe ich, seit er drei ist, Kinderserien und Trickfilme, streng ausgewählt, immer gemeinsam, meist so 10 bis 20 Minuten.

    Witze ... mag ich durchaus, sie müssen echt gut sein. Was ich nicht mag sind Anzüglichkeiten, platter Humor, Zweideutigkeiten, lahme Wortspielereien, Schenkelklopfer,


    Wir sind die Spaßbremsen des mainstreams ;)


    Wenke

    Wie habt ihr denn das Schuldilemma gelöst, schutsch?


    Was du erzählst von dem Sommerfest an der Schule deiner Kinder, erschüttert mich etwas. Ich denke, das sind Einzelfälle ...


    Übrigens kenne ich sehr viele ehemalige Waldorfschüler, bin mit einigen befreundet.

    Sie alle sind gefestigte Menschen und ich finde, sie gehen ihren Weg oftmals viel erfüllter und "besser" als viele Nicht-Waldorfschüler. Sie wissen, was sie wollen, sind keine blinden Mainstream-Nachfolger und sehr tiefgründig und wissbegierig.


    Jede Schule ist anders und jeder Lehrer auch. Damit steht und fällt ganz viel.


    Wenke