Beiträge von Hannah H.

    Ja, das habe ich. Aber ich habe keinen Kontakte dorthin. Ich bin im Ursprung alt-katholisch, aber dann als Erwachsene evangelisch getauft. Ich hatte mich in Ermangelung einer alt-katholischen Gemeinde vor fast 30 Jahren der evangelischen angeschlossen. Und dann bin ich dabei geblieben. Ich weiß, das ist für manche Menschen in den alten Bundesländern sehr seltsam.

    ich als Lehrerin weiß, dass für die meisten Kinder die (staatliche oder private) Schule der richtige Ort zum Lernen ist. Auch wenn wir dringend eine Änderung der Lerninhalte und des Umgangs miteinander benötigen. Aber ist gibt auch Kinder, für die eine Beschulung zu Hause der deutlich bessere, weil natürlichere Weg ist. Und das sind nicht nur unbeschulbare Kinder, sondern es sind vor allen Dingen die Kinder, die alleine ganz einfach besser lernen als in einer großen Lerngruppe. Schule hindert diese Kinder am Lernen. Beides hat seine Berechtigung und jeder sollte so viel Toleranz aufbringen, dies zu akzeptieren. Warum darf man nicht verschiedener Meinung sein?


    Die Schulpflicht geht wohl eher auf Humboldt zurück und hat nichts mit dem Dritten Reich zu tun. Man sollte aber nicht vergessen, dass es zu der Zeit damals eine große Errungenschaft war, dass alle Kinder in der Volksschule Lesen, schreiben und Rechnen lernten.


    schutsch. : Aus Deinen Zeilen klingt immer so viel Verbitterung. Hat Gott Dir nicht die Gelassenheit gegeben, auch Unrecht und Leid zu ertragen, es mit zu tragen? Ich würde Dir diese Eigenschaften wünschen. Es ist in der Tat so, dass die irdische Welt nicht gerecht ist, aber ich kann mich als Christ selbst entscheiden, in wie weit ich mich an diesem Unrecht beteilige. Ich kann dagegen kämpfen und mich zerreiben oder ich kann akzeptieren, dass es da und für mich zu diesem Zeitpunkt unabänderbar ist. Ich kann auch entscheiden, ob ich mit Taten oder Worten Frieden oder Unfrieden stifte. Stifte ich Unfrieden, dann muss ich vor Gott die damit verbundene Schuld tragen. Das bitte ich Dich zu bedenken.


    Übrigens sind an unserer Schule 40% der Lehrer männlich. Und ich würde auch heute (Derweil meine Kinder aus dem Haus sind) noch gerne zur Aufgabenteilung der Geschlechter zurückkehren.

    Hallo, Vinmore,

    auch ich hätte noch einen Vorschlag für Deine Facharbeit. Als im vergangenen Jahr einige internationale Firmen und Institutionen attackiert wurden und bei uns am Hauptbahnhof die Anzeigetafel eine Erpressung anstatt der Abfahrtszeiten anzeigte, kommentierte das mein Sohn (Informatiker) so: "Jetzt weiß ich, warum die Amische nur moderne Technik übernehmen, von der sie sicher sind, dass sie sie beherrschen können." Der Hintergrund, weshalb Amische moderner Technik sehr kritisch gegenüber stehen, sind sehr verschieden und Vielfältig. Das auf die religiöse Grundhaltung zurückzuführen ist zu einfach und zu allgemein. Vielleicht kannst Du Originalliteratur in Englisch oder eigene Veröffentlichungen der Amische heranziehen (Es gibt auch eigene Zeitungen) und es ist gewiss auch möglich, direkte Kontakte zu knüpfen. Interview ist auch eine mögliche Methode und gewiss eine gute Ergänzung zur Fachliteratur. Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Erfolg.


    Nachtrag: Von meinen Vorfahren sind welche als Hutterer nach Amerika ausgewandert, andere sind als (spätere) Altkatholiken in Deutschland/ Tschechien geblieben. In diesem Zusammenhang sind ja auch die Amanns (Amisch )nach Amerika gekommen. Dies hat mich vor einigen Jahren bewogen, mich intensiver mit der Thematik der Wiedertäufer und deren Nachfahren zu beschäftigen. Das wäre vielleicht im Nachreformationsjahr ein interessantes Thema, allerdings ein geschichtliches (oder für Reli).

    Und jetzt fällt mir auch noch ein, dass man was über das Deutsch der Amisch schreiben kann. Die Amische haben sich ihr altes Deutsch aus der Auswanderungszeit bewahrt, was sprachlich betrachtet, manchmal sehr lustig ist (siehe Zeitungen der Amisch). Natürlich sind viele englische Einflüsse hinzu gekommen. Auch das Thema Bildung (Schulbildung und familiäre Bildung) könnte eine Thema für eine Facharbeit sein. In diesem Bereich halten sich einige Gruppen mit eigener Schule noch sehr an Fröbel. Wenn ich mich recht erinnere, waren oder sind einige Amische auch immer mal wieder an der Fröbelschule in Keilhau bei Rudolstadt im Praktikum. Frage dort mal nach, ob die Praktikantinnen wirklich aus amischen Gemeinden kommen.


    Und hier noch eine Idee, vielleicht ist die aber sehr schwer mit ausreichend Inhalt zu füllen: Die Rumspringe.

    Hallo, Melli,

    zwei meiner Bibeln sind einfach so zu mir gekommen. Meine erste fand ich in der Kirche. Sie lag da, als ob sie auf mich gewartet hätte. Ich durfte sie behalten. Meine zweite, mein Arbeitsexemplar, habe ich sehr günstig käuflich erworben. Mein dritte war ein Erbstück aus der weiteren Verwandtschaft. Meine vierte ist ein Festexemplar, über 100 Jahre alt. Mit Ledereinband und Goldrand. Sie wartete im vergangenen Jahr im Chaos einer Antikscheune auf mich, für einen Spottpreis (Wer kauft heute schon alte Bibeln?)

    Also vielleicht triffst Du in der Realität oder im Internet auf gebrauchte Exemplare, die dort auf Dich warten oder ich sponsere Dir ein, da ich meine ja (fast) geschenkt bekommen habe.

    Hallo, Suchender,

    auch wir sind keine Vegetarier, leben aber möglichst in Einklang mit den meisten Tieren. Du hast Recht, im Christentum haben die Tiere keine Rechte. Ich sehe sie jedoch als Mitgeschöpfe und nenne sie die Mitbewohner unseres Grundstückes. Und wir haben einige Mitbewohner: Siebenschläfer, einen Fuchs, ein oder zwei Wildkatzen, Mäuse, Maulwürfe, Spechte und andere Vögel, Reh und Hirsch als Gäste und Wildschweine, die nun endlich verstanden haben, wo die Grenze zwischen ihrem Gebiet und unserem liegt. Wir essen keine Tiere und deren Produkte aus Massentierhaltung, sondern beteiligen uns an einem Jungbullen (Nebenerwerbslandwirtschaft im Mittelgebirge) und holen Milch vom Bauern. Joghurt mache ich daraus selber, Pudding natürlich auch. Käse und Butter beziehen wir aus einer kleinen Manufaktur nicht weit von uns. Nur für das Geflügel haben wir noch keine passende Lösung gefunden. Ich lese und recherchiere viel, wie man das Zusammenleben mit Tieren gestalten kann, ohne dass wir Menschen gegen die Tiere kämpfen müssen. Aber Grenzen muss man schon manchmal aufzeigen. Dazu gibt es ja auch viel altes Wissen. Schafe und Ziegen sehen wir auch gerne als Gäste auf unserem Grundstück... in diesem Miteinander fühle ich mich geborgen, dann hat alles seine Ordnung. Wenn ich auf unser Grundstück komme und die Wildkatze mich ganz entsetzt von Weitem anschaut, was ich wohl auf ihrem Grundstück zu suchen habe, dann weiß ich, dass die Welt in dem Moment und an diesem Ort in Ordnung ist....

    Hallo, Nadine,

    mein Sohn, jetzt 24, ist auch ein hochbegabter Aspi. Er bekam eine Einstufung Förderschule, scheiterte fast in der Grundschule. Am Gymnasium hatte er 3,9. Ebenfalls Frühförderung an der Uni. Dann haben wir (und er) die Kurve bekommen. Hochbegabtengymnasium, gleichzeitig Studium ab 9.Klasse. Heute, nach abgeschlossenem dualem Studium, programmiert er Sicherheitssoftware für die Landesregierungen. Seine Sozialisation ist der Chaos-Computer-Club. Also wenn Du Lust hast..... Ich würde mich an den Gesprächen beteiligen.
    Eigentlich gehört es nicht in diesen Chat, aber es aus meiner Sicht hat es schon etwas mit den Amischen zu tun. Unser evangelischer Pfarrer hat mich, als ich total am Boden zerstört war (Ich habe noch 4 weitere Kinder, von denen eines hör- und sehgeschädigt ist sowie LRS hat) gefragt: "Zu wem sollte Gott denn dieses Kind auf der Erde schicken, wenn nicht zu dir?" Von da an habe ich auch diesen Sohn als ein Geschenk Gottes sehen können. Und unsere Lebensweise hat meinem Sohn geholfen, in der Natur seine Ruhe zu finden. Heute bin ich sehr stolz auf ihn und auch auf mich, dass ich ihn so gut begleiten konnte. Und ich bin sehr dankbar, ein solches Kind zu haben. Er hat mich geprägt und vieles von dem, was ich heute bin und kann, habe ich meinen beiden Söhnen zu verdanken.



    Auch ich würde Flora bitten, über ihr Leben zu schreiben.

    Ich frage mal am Freitag eine Rechtsanwältin, die sich damit auskennt. Vielleicht hat sie eine Idee. Aber L. kann auch so am Computer lernen, wenn er zu Hause ist. Also außerhalb der Schule. Ich kann auch mal meinen Sohn fragen, was er an Programmen empfehlen kann. Er kennt sich da ja bestens aus... Er hat in der Sek II tagsüber die Schule besucht und abends bis spät in die Nacht hinein programmiert. Frag lieber nicht nach der Prüfungszeit!!! In der Sek I war er noch versetzungsgefährdet.

    susanne ,

    das waren eigentlich mal beste Grundlagen. Eigentlich sind es noch beste Grundlagen. Es klingt übrigens ganz genau so wie bei meinem Sohn. Nur, dass der sich dann immer hinter der Tür versteckt hat. Und warum sollen solche Kinder schreiben, wenn sie doch alles im Kopf behalten können? Also schreibe mir mal eine Mail an meine private Adresse, ich würde gerne mit Dir in Kontakt bleiben.

    gisela

    Du hast vollkommen Recht, L. sollte sich mit anderen Jungs zu seinen Themen austauschen können. Noch besser ist es jedoch, ihn solche Spiele programmieren zu lassen. Deshalb gibt es bei Minecraft zwei Figuren meines Sohnes. :-) Gott hat diesen Kindern die Möglichkeit gegeben, ständig zu lernen, aber auch den Fluch, nichts vergessen zu können. Allerdings muss ihr Gehirn ausgelastet werden, und das macht Schule nicht. Wenn er sich verstanden und ausgelastet fühlt, verschwinden auch die Aggressionen. Das ist mein täglicher Job. Aber es ist nicht unbedingt notwendig, dass die Eltern sie ewig pflegen. Sie können alleine leben, auch wenn dies eher dem Minimalismus als unseren gängigen Vorstellungen entspricht. Und es gibt spezielle WGs, seit kurzer Zeit auch gemischte WGs mit "normalen" Menschen. Also ist das Lernen am und mit dem Computer noch ein dritter zu erwägender Weg neben Schule und Hausschule, den auch ich erst akzeptieren musste.

    Flora, Du bist Monnonitin? Lebst Du in einer Mennonitengemeinschaft oder allein?


    Susanne, warum muss Dein Sohn belehrt werden, egal ob in einer Schule oder von Dir? Kann er nicht selbst lernen? Autisten ist von Gott zumeist mindestens eine besondere Fähigkeit gegeben worden, die sich in einem oder mehreren besonderen Interesse für bestimmte Gegenstände, Abläufe o.ä. zeigen. Auf der Basis können sie lernen und müssen nicht belehrt werden.

    Hallo, Schutsch,

    es gibt auch Lehrer, die wirkliche Christen sind. Sie zu finden, ist allerdings nicht ganz einfach. Ich weiß es, gehöre ich doch selbst zu dieser Berufsgruppe und habe solche Menschen mal für eine Schulgründung gesucht. Solche Lehrer arbeiten zumeist an nichtleistungsorientierten Schulen. Ja, die gibt es! Auch in Meckpom. Die Hürden, so zu leben wie die Amish, sehe ich vor allen Dingen darin, dass es keine Gemeinschaft gibt, die einen auffängt, z.B. bei ernsthaften Erkrankungen. Schon allein deshalb musst Du Beiträge für die Krankenkasse zahlen, die man aber mit einem nicht monitär orientierten Leben nicht erbringen kann. Dazu gehört auch die Versorgung mit Trinkwasser, die Abwsserpflicht, die Tierarztpflicht bei Tierhaltung usw. Und natürlich benötigt man ein ausreichend Stück großes Land, für das Du dann aber auch wieder Jahr für Jahr Geld an den Staat zahlen musst, auch wenn es Deines ist. Zur Erinnerung: Wenn Dein Kind auf die schiefe Bahn gerät und an den Folgen erkrankt, wirst Du, auch wenn es volljährig ist, wieder unterhaltspflichtig. Vater Staat kann Dich dann zwingen, dass Du Deinen Besitz wieder verkaufen musst, damit Du zahlungsfähig wirst. Auch wenn dieses Land Deine Lebensgrundlage ist. Das gilt auch, wenn Du verwitwest und die Kinder nicht auszahlen kannst, diese das Geld aber haben wollen. Der Staat hat sich in Deutschland soweit in das Leben des Einzelnen eingemischt, dass es wirkliche Freiheit von staatlichen Zwängen nicht gibt. Das war zu DDR-Zeiten tatsächlich besser. Da gab es wirkliche Möglichkeiten auszusteigen. Heute brauchst Du ein gutes Bankkonto, um Dir dies leisten zu können.

    at hvo:

    Klar kann man es sich nicht aussuchen, wo man geboren wird. Aber Du kannst es doch beeinflussen, WIE Du lebst. Wir haben ein Schlafzimmer und auf unserem Sommerwohnsitz (ein alter Hof) Küche und ebenfalls Schlafzimmer im Amish-Stil gebaut. Eine Wohltat für die Seele.


    Naja, ein bissel haben wir auch bei den Shakern abgeguckt.

    Das Problem mit der Schule ist echt ein schwieriges. Zwar gibt es in Deutschland auch eine Freilerner-Bewegung (entspricht der Hausbeschulung), aber die Eltern werden ziemlich konsequent belangt. Meine Tochter war bei den Amishes zu Besuch und hat auch dort Schulen vorgefunden. Allerdings sind die Lehrinhalte andere als bei uns und das Lernen außerhalb der Schule, also in den Familien, genießt einen hohen Stellenwert. Und vielleicht ist dies genau das, was wir in unser Leben übertragen sollen: Lernen in der Familie in praktischen Dingen. Das ist ja auch das, was die Kinder befähigt, auch ohne Konsum zurecht zu kommen. Ob sie diesen Weg später gehen werden, ist dann jedem Kind selbst überlassen. Aber die Voraussetzungen sind erst einmal gegeben - ein großer Schatz kindlichen Lernens. Ganz ohne Schule.