Posts by Eifellander

    Hallo Martin,
    Es mag sein, und das stehe ohne weiteres zu,in deinem Glauben denkst und lebst, aber ich bin durch die Erfahrungen und Erlebnisse in meinem noch relativ kurzen Leben zu der Auffassung und Überzeugung gelangt, das es sich ohne jegliche Religion auch leben läßt. mein Glaube an Gott ist dadurch eher stärker geworden. Aber ich habe Hochachtung und Respekt vor dem Gemeinleben der Amish, deren Art und Weise uns leider fehlt.Wir müssen nicht diskutieren, warum und weshalb, aber jeder für sich, egal wo auf der der Welt, hat jederzeit die Chance seinen Beitrag zu leisten. In diesem Sinne wünsche uns Allen ein frohes und gesegnetes neues Jahr !

    Grüß Gott Fasel,


    erlaube mir die Frage : Eine solche Überschrift und dann dieser Text, wo ist da der Zusammenhang, worauf willst du hinaus ?
    Meines Erachtens gibt es a) keine Formel für Krieg, b) ist dies eine törichte Behauptung und C) gehört dies nicht hier ins Forum

    Grüß Gott zusammen,


    Liebe Gisela, herzlichen Dank für deinen Reiseplan, es wäre wirklich mal an der Zeit, mir Land und Leute in diesem Flecken Erde anzuschauen. Ich weiß aus Erfahrung, das ich mir erst dann zumindest einen Teil eines Urteils erlauben kann. Um einen wirklichen Einblick zu erhalten, muß man meines Erachtens schon länger dort leben. Es war noch überall anders, als ich mir es vorgestellt hatte, wenn ich erstmal dort war. Zum Beispiel New York, eine Stadt, die man nicht beschreiben kann, du mußt sie erlebt haben, eine ungemein bereichernde Erfahrung.
    Deshalb kann und will ich mir kein Urteil über das Leben der Amish erlauben, aber ihre Handlungs- und Glaubensweise ist in vielen Dingen beispielhaft und ich mache mir oft Gedanken darüber, wie ich mein eigenes Leben dementsprechend verändern kann. Gott führt uns einige Male in unserem Leben an eine Weggabelung, wo wir entscheiden müssen, und an einer solchen bin ich nun. Egal wie, ich muß und werde mich entscheiden.
    Es ist viel in Veränderung auf der Welt, jeder sollte seins dazu beitragen, das es gelingt.

    Grüß Gott zusammen,


    ich habe heute in der Zeitung gelesen, das ca. 40 % des Mais, der in den USA angebaut wird, zur Produktion von Bioethanol, also zu Treibstoff für Autos und andere Fahrzeuge genutzt wird. Diese Zahl hat mich aufgrund der vielen Millionen hungernden Menschen weltweit ziemlich schockiert. Das die Amish per Kutsche fahren, entlastet die Energie bilanz etwas, ist in dem Rahmen aber sicher fast nur wie der Tropfen auf den heißen Stein. Eine solche Arroganz und Egoismus hätte ich von den Amerikanern nicht erwartet. Aber in Deutschland und im übrigen Europa werden die Nöte der armen Länder auch größtenteils ignoriert, hier ist es nicht viel besser. Wenigstens wird jetzt durch die Dürren weltweit, nicht nur in den USA, einmal eine Diskussion diesbezüglich in der Öffentlichkeit in Gang gebracht, Politik und Wirtschaft geraten in Erklärungsnöte. Hier muß ein Umdenken und vor allem ein Umhandeln geschehen !

    Grüß Gott zusammen,


    Herzlichen Dank auch für diese aufschlußreiche Karte, liebe Gisela, die Amish sind demnach ziemlich weit verstreut, mit Schwerpunkt in den nördlichen Regionen der USA. Die Vermutung liegt nahe, das die ersten Siedler von der Ostküste kommend, sich möglichst bald niedergelassen haben. Die später kamen, mußten weitere Wege und Strapazen auf sich nehmen. Der Bruder meiner Urgroßmutter ist auch mit Familie nach Aurora ( Illinois ) ausgewandert. Wäre mal sehr interessant dorthin zu reisen und eventuell Kontakt aufzunehmen. Ich habe bei google einige mit dem Namen ausfindig gemacht. Dies waren allerdings Katholiken, die ganze Eifel war zu der Zeit fast ausschließlich katholisch. Ich selbst bin vor acht Jahren aus der Kirche ausgetreten, weil ich mit vielen Teilen der katholischen Glaubens und seiner Ausübung nicht einverstanden bin.
    Hoffentlich kommen bald immer mehr Menschen auf den Dreh, das es keinen Sinn macht, Tiere in Gefangenschaft zu halten, schon gar nicht zum Verzehr. Außerdem ist Milch für Erwachsene auch nicht unbedingt gesund und empfehlenswert, aber das nur nebenher.
    Ich persönlich glaube daran, das wir für all unser Leid und unsere Probleme jeglicher Art selbst die Ursache gesetzt haben und daher auch die Auswirkungen erfahren müssen, und wenn es wie jetzt in Nordamerika eine Dürre ist. Eine Prüfung oder gar Strafe Gottes oder das viel zitierte Schicksal schließe ich hier aus. Es ist mir klar, das dieser Glaube eher östlicher Prägung ist, aber für mich ist es einfach logisch und sinnvoll, denn so können wir auch für unsere guten Taten das entsprechende ernten.

    Grüß Gott zusammen,


    Danke für die Karte Gisela, das sind ja ca.2/3 von den USA, die betroffen sind, das ist ganz schön happig. Wenn es bis jetzt noch nicht geregnet hat, ist es für die diesjährige Ernte eh zu spät. Aber vor allem die Viehfarmen brauchen Regen, sonst wächst auch kein Futter, und Futter zukaufen, das wird sehr schnell sehr teuer. Wasser wird weltweit immer mehr zu einem knappen Gut, was der Mensch durch sein törichtes Verhalten selbst zum größten Teil verursacht hat. Nach meiner Meinung helfen da nur weltweite, internationale Aufforstungsprogramme, denn desto weniger Wald auf der Erde, desto weniger regnet es. Außerdem müssen die Viehbestände drastisch reduziert werden. weil weniger Futter nachwächst als verbraucht wird, Stichwort Überweidung. Weltweit gehen täglich hunderte Hektar für die Bewirtschaftung verloren, weil die Flächen veröden. Wir müssen unsern Fleischkonsum zumindest einschränken, am besten einstellen, dann wäre vieles besser auf der Welt !
    " So lange es Schlachthöfe gibt, wird es Schlachtfelder geben ! " schrieb schon der russische Dichter Leo Tolstoi.

    Hallo Fuhrmann,


    Da ich keinen Fernseher habe, bleiben solche Dokumentationen mir erspart. Manche Filme dienen nur der Panikmache, in der Realität ist ein solches Szenario schon fast unmöglich.
    Trotzdem ist es aufgrund der Entwicklung in allen Bereichen mehr als günstig, wenn man in jeder Beziehung unabhängig ist. Dies zu erreichen ist allerdings nicht so einfach und ebenfalls dies erfolgreich aufrecht zu erhalten, ist ganz schön schwer. Alleine macht es wenig Sinn, in und mit einer einzelnen Familie ist es auch schwierig, besser ist eine ganze Gemeinde, wo man sich ergänzen kann. Wenn dann noch eine gemeinsame Glaubensgrundlage gegeben ist, kann dies, wie bei den Amish, schon die halbe Miete zum Glück sein.

    Hallo Clara,
    wenn ich die Kleider der Amish über die Links hier im Forum mir so recht anschaue, gefallen sie mir sehr. Sie drücken Authentität, Bodenständigkeit, Fleiß und Naturverbundenheit aus, so etwa nach dem Motto "so sind wir und nicht anders". An der Kleidung und den Dingen, mit denen sich der Mensch umgibt, läßt sich vieles auf seinen Charakter schließen. Viele Menschen sind heute auf Sinnsuche und die Amish und ihre Lebensart können diesbezüglich sicher zumindest eine Alternative bieten.

    Grüß Gott zusammen,


    Eine Frage habe ich im Zusammenhang mit den schönen Kleidern der Amish : Fertigen sie die Kleider selbst ?
    Bauen sie die Rohstoffe für die Kleider auf ihren Feldern selbst an ? Früher wurde hier Flachs ( Lein ) angebaut und daraus wurden Kleider gefertigt, hauptsächlich Arbeitskleidung. Es war ein weiches Material, ich habe die Kleidung immer gerne getragen.

    Grüß Gott zusammen


    und vielen Dank Fuhrmann für deinen aufschlußreichen Beitrag ! Das ist schon ne tolle Sache, die Funktionsweise der Presse ist mir allerdings noch immer nicht ganz klar bezüglich der Kraftübertragung. Die Schwaden sind nicht allzu dick und breit und das Tempo ist naürlicherweise nicht allzu hoch, aber trotzdem alle Achtung ! Wir haben bei uns auf dem Hof früher ( 70er und 80er Jahre ) fast jedes Jahr 10.000 dieser Ballen an Heu, Krummet und Stroh gepresst und alles von Hand geladen, aber beim Abladen hatten wir meist ein Förderband zur Hilfe. Trotzdem war es immer eine schweißtreibende Arbeit, die ganzen Ballen bis unters Dach in jede freie Ecke zu verstauen.
    Auf der ebenen Fläche scheint das mit den Pferden gut zu klappen, aber mich würde interessieren, wie es den am Hang aussieht, die Presse hat schon einiges an Eigengewicht, da ist eine Wende am Hang sicher nicht so einfach.
    Ich habe allerdings noch nie mit Pferdegespannen gearbeitet, deshalb will und kann ich mir kein Urteil erlauben.

    Grüß Gott zusammen,


    Vielen Dank für die vielen aufschlußreichen Beiträge, allerdings ist mir einiges noch nicht so recht klar, denn ich glaube kaum, das man über Bodenantrieb eine Ballenpresse betreiben kann, die braucht in der Regel 540 UpM auf der Gelenkwelle und je nach Durchsatz einiges an Kraft, um die Schwungscheibe in Gang zu halten. Genauso wird es dem Pferd auf der Tretmühle schwerfallen, eine entsprechend starke Maschine anzutreiben.
    Ich meinte bei der Güllepumpe auch nicht die Pumpe am Faß, sondern die um das Faß zu befüllen. Aber das hat man früher hier auch noch per Handpumpe hingekriegt. Ich selbst kann mich auch noch an einige bodenbetriebene Erntemaschinen erinnern, auch Kartoffelroder zum Beispiel. Egal wie, diese Art von Landwirtschaft ist sehr arbeitsintensiv und wird es bleiben, man denke auch an die ganze Arbeit und die Kosten mit den Zugtieren. Es ist und bleibt ein hartes Brot, aber wenn Familie und Gemeinde gut harmonieren, macht es sicher heut auch noch Freude.

    Grüß Gott zusammen,


    Zu dem Bild mit dem Güllefaß fällt mir nur auf, das ein verdorrter Baum neben dem Haus steht und das Blätterwerk im Vordergrund nicht so recht ins Bild paßt. Wo soll denn der zugehörige Baum stehen, wenn dort der Güllekeller ist ? Wird die Pumpe auch per Dieselmotor betrieben ? Sicher wird ein Motor für etliche verschiedene Arbeiten eingesetzt ? Was geschieht, wenn zwei solcher Gespanne sich auf der Straße begegnen, wird es dann nicht eng ? Das Ganze würde ich wirklich mal gerne in Aktion sehen, auch den Ballenwickler und die Feldspritze.

    Grüß Gott zusammen,


    Vielen Dank Gisela für die Eröffnung dieses neuen Threads. Nach dem Ansehen der Fotos tauchen für mich aber schon wieder neue Fragen auf : Wie werden denn die Heu- oder Strohballen transportiert, die aus der Rundballenpresse kommen, die sind nämlich ziemlich groß und schwer. Gibt es dafür dieselbetriebene Lader ? Eins verstehe ich auch nicht, wenn Motoren eingesetzt werden, entsteht doch auch eine Abhängigkeit von externen Energien, ebenso beim Gas.
    Wenn ich richtig verstanden habe, kaufen die Amish ihr Mehl zum Backen größtenteils zu. Eine autarke Lebensweise ist also bei ihnen auch nicht mehr gegeben, zugegeben ist dies heute auch kaum noch möglich. Ich bin immer mehr der Überzeugung, das man, um sich ein wirkliches Bild vom Leben der Amish zu machen, sich vor Ort informieren muß. Es ist scheinbar dort auch vieles im Wandel begriffen und vieles wird nicht mehr einheitlich gehandhabt.

    Grüß Gott zusammen,


    ich habe mir im Zusammenhang mit dem landwirtschaftlichen Anbau von Getreide, einschließlich Mais, bei den Amish schon öfters die Fragen gestellt, wie das Getreide geerntet und gedroschen wird ? Wie wird das Unkraut bekämpft, obwohl es im wirklichen Sinne ja keine Unkräuter gibt ? Haben die Amish eigene Bäckereien oder Backofen ? Vielen Dank im Voraus für jede Antwort, obwohl es etwas neben dem Thema liegt. Hier in der Eifel geht gerade ein kräftiges Gewitter mit viel Regen runter. Hoffentlich entspannt sich die Lage in den USA auch bald !
    Gruß Eifellander

    Grüß Gott zusammen,


    Da ich seit Jahren schon keinen Fernseher mehr habe und die Informationen aus den übrigen Medien nur sehr spärlich sind, will ich hier mal bei euch nachfragen, ob jemand weiß, inwieweit die Amish von der Hitzewelle in den USA betroffen sind, ich kann mir vorstellen, das zumindest die Bauern darunter leiden. Da ich selbst aus der Landwirtschaft komme und mich noch an die Hitzewelle von 1976 noch gut erinnern kann, weiß ich annähernd, wie jemand zumute ist, wenn die Ernte auf den Feldern und Wiesen verdorrt und man so gut wie nichts machen kann. Und hier ging es noch glimpflich ab, weil im Spätsommer wieder der Regen zurückkam. Wir haben hier mit Hilfe der Feuerwehr Wasser aus den Maaren in Fässer gepumpt und auf die Kartoffelfelder verteilt, damit die wenigstens Wasser hatten. Beten wir, das bald wieder Regen fällt in den betroffenen Gebieten und die Farmer weiter ihre Betriebe bewirtschaften können !

    Grüß Gott zusammen,


    ich bin erstaunt, was die Amish in den Staaten so alles dürfen, das wäre hier nicht möglich. Das ist mir alles etwas zwiespältig, auf der einen Seite wird dies und das verboten, auf der anderen werden Dinge erlaubt, die gegen mein Naturverständnis oder Umweltbewußtsein sind.
    Liebe Gisela, ich beteilige mich bestimmt nicht an einer Energieerzeuger-Genossenschaft, weil ich , wie schon beschrieben, sehr skeptisch gegenüber Biogas-, Solar- und Windanlagen bin, ja eher dagegen. Wir müssen alternative Energien schaffen und entwickeln, das steht außer Frage, aber nicht auf Kosten der Verbraucher. Viktor Schauberger hat Kraftwerke und Maschinen entwickelt, die nur einen elektrischen Impuls brauchen und dann ohne Energiezufuhr weiterlaufen. Das hört sich phantastisch an, soll aber funktionieren. Schaut euch doch mal bei youtube die Videos über ihn an, die sind hochinteressant, das aber nur nebenbei bemerkt. Er wird oft mit Rudolf Steiner in Verbindung gebracht, deshalb der Bezug zur Theosophie und Antroposophie. Darauf näher einzugehen, ist hier nicht der Ort, es ist zwar interessant, führt aber in eine etwas andere Richtung.
    Heute war ich der Neugierde halber mal auf dem Wochenmarkt in unserer Kreisstadt Wittlich, dort hatte ein Biobauer einen Stand mit Kartoffeln, Kräuterbündeln, verschiedene Salate, Pilze, Paprika, Tomaten und anderen verschiedenen Gemüsen. Für einen Kopfsalat habe ich 1,50 € bezahlt, im Discounter kostet er ein Drittel davon, die Leute haben trotzdem gekauft. Das Kilo Kartoffeln bot er für 2 € pro Kilo an, sehr viel Geld, und trotzdem wurden in der Zeit, wo ich da war, etliche gekauft. So etwas werde ich später auch noch einmal machen, zumindest um den Eigenbedarf zu decken, da bedarf es keiner großen Flächen.
    Ich habe mich heute extra mal auf den Hinweis von Gisela hin nach homesteading- und Selbstversorgerforen umgesehen, da ist es auch ganz interessant, man muß aber nicht überall seine Nase reinstecken, erst will ich mal mehr über die Amish kennen lernen.

    Grüß Gott zusammen,


    ich hätte eher gedacht, das auch Handys aller Art verboten sind, in manchen Gemeinden bestimmt. Eins verstehe ich auch nicht, wenn sie aufgeschlossen gegenüber neuen Technologien sind, dann könnten sie doch auch mit dem Auto fahren, das ist in dem Moment ja dann auch egal. Und ich dachte, das sie anstatt Kunststoffen eher natürliche Materialien verwenden, das Ganze irritiert mich etwas. Wie wird denn der Plastikmüll entsorgt, haben die Amish eigene Müllhalden oder Recycling-Anlangen ? Ich vermute, das es für die Amish auch immer schwieriger wird, sich der technischen Entwicklung zu entsagen. Eigene Technologien zu erfinden und zu gebrauchen, ist sicher eine Alternative, ich habe mich damit auch schon beschäftigt, nur habe ich momentan noch kein Ackerland, um sie auszuprobieren. Kennt jemand den Namen Viktor Schauberger, das war ein österreichischer Förster, der allein aufgrund seiner Beobachtungen in der Natur neue Technologien entworfen und auch gebaut hat. Er ist bereits 1957 verstorben, aber seine Erfindungen könnten heute noch für einen enormen Fortschritt sorgen, nur sind sie halt den Großkonzernen ein Dorn im Auge und deshalb werden derartige Neuerungen meist im Keim erstickt. Ich empfehle hierzu einmal die Lektüre des Buches von Callum Coats : Naturenergien verstehen und nutzen, Viktor Schaubergers geniale Erfindungen. Er hat unter anderem auch ein Heimkraftwerk entwickelt und gebaut, das wäre doch sicher auch etwas für die Amish. Aber dies sind alles Dinge, die man am besten vor Ort mit den Leuten bespricht, da muß ich bald mal unbedingt hin !

    Liebe Gisela, habe mal nachgelesen, was das Karpaltunnelsyndrom ist, ich habe vorher den Begriff nicht gekannt. Von Hand melken ist schon eine harte Arbeit, auch wenn viele das vielleicht nicht glauben. Man muß sich allerdings vorstellen das vor der Einführung der Maschine kaum jemand mehr als acht bis zehn Kühe von Hand gemolken hat. Hier im Ort war ein Betrieb mit 6 Kühen schon ein Großbauer, das war allerdings vor meiner Zeit. Bei den meisten Bauern wurden die Kühe auch als Zugtiere benutzt, klar, das sie nach anstrengender Arbeit auf dem Feld abends kaum noch Milch gaben. Im Jahr 1895 wurde hier im Ort die erste kleine Molkerei in der ganzen Region eröffnet, mittlerweile gibt es in der Eifel nur noch eine riesige Molkerei in der Nähe von Prüm und die hat vor kurzem mit einem Molkerei-Giganten aus Dänemark fusioniert. Was ich damit sagen will, ist, das die Menschen auf dem Lande früher hier ähnlich wie die Amish gelebt haben, nur halt katholisch waren und sich viel mehr von Kirche und Staat haben gängeln lassen. Strom gibt es hier auch erst seit ca. 100 Jahren, viele Häuser und Höfe kamen erst viel später dazu. In der Landwirtschaft ging in den letzten 50 Jahren durch die Mechanisierung ein enormer Strukturwandel vonstatten. Wo früher noch über 100 Betriebe allein hier im Ort von der Landwirtschaft gelebt haben, sind es heute noch drei im Haupterwerb und ein paar kleine im Nebenerwerb. Dieser Wandel hat die Amish scheinbar nicht so arg getroffen, auch weil sie ihren Glauben und ihre Tradition weiter gelebt haben, dafür haben sie meine hohe Anerkennung. Durch Fernsehen, Computer und Telefon, speziell die Handys, ist hier viel Gemeinschaftssinn, Familiensinn und Zusammenhalt verloren gegangen, dies konnten sich die Amish durch den Verzicht auch aufrecht erhalten, deshalb gibt es verständlicher Weise auch so viele Menschen, denen die Lebensweise der Amish gefällt. Jetzt bin ich etwas vom Thema abgekommen, ich hoffe, das macht nichts.

    Grüß Gott zusammen,


    was mich interessiert, ist wie die Amish ihre landwirtschaftlichen Betriebe bewirtschaften ? Betreiben sie ausschließlich biologische Wirtschaftsweise oder kommen auch chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel zum Einsatz ? Die Hühner müssen ja schon möglichst natürlich gehalten werden, um einen Preis von 1$ pro Ei zu erzielen. Wie werden die Kühe gemolken ? Das die heute noch von Hand gemolken werden, kann ich mir eigentlich auch bei den Amish nicht vorstellen. Spezialisierung ist sicher eine gangbarer Weg, aber es bedarf zuverlässiger Abnehmer. Das Halten von Tauben, um sie später für verwöhnte Pinkel ans Messer zu liefern, nein, das würde ich niemals machen. Wie kann man so etwas mit seinem Glauben vereinbaren ?

    Liebe Gisela, die Kosten hier in Deutschland sind enorm, in der Landwirtschaft geht bei den heutigen Erzeugerpreisen fast nur noch über die Masse, bei Verheirateten bezahlen beide zusammen schon über 1000,- € für Kranken- und Rentenversicherung im Monat, dann kommen die ganzen anderen Kosten noch dazu. Meintest du 10% von den Einnahmen oder 10% vom Gewinn. Bei 10% vom Gewinn ist das wenig, bei 20 und 30% sogar noch, und damit kann man gut leben, sehr gut sogar. Hier haben fast alle Arbeitnehmer vielleicht noch 1/4, manche nur noch 1/5 oder gar noch weniger von seinem Bruttolohn, um davon zu leben.
    Du schreibst von einem Preis von 1$ pro Ei, das ist für hiesige Verhältnisse utopisch, hier kriegt ein Bauer vielleicht je nach Qualität und Haltungsform der Hühner einen Preis von zwischen 8 und 25 Cent pro Ei, also nur ein Bruchteil, auch wenn der Dollar etwas weniger wert ist als der Euro. Ich nehmen an, die Amish betreiben ausschließlich biologische Landwirtschaft, sonst wären solche Preise nicht zu erzielen.
    Durch den Zusammenhalt in den Gemeinden und dem Helfen untereinander werden bei den Amish viele Kosten gespart, aber nicht nur deswegen ist das eine gute Sache, es gibt jedem Einzelnen ein Gefühl der Zu- und Zusammengehörigkeit, das prägt und ist sehr viel wert, mehr als Geld.
    Meine Mutter ist leider auch schon vor knapp elf Jahren verstorben, ebenso mein Onkel. Meine beiden Geschwister haben das Haus geerbt und bald darauf verkauft, ich bin anschließend in ein kleines Apartment im selben Ort gezogen, wo ich heute noch wohne. Seitdem habe ich mich mit verschiedenen Jobs über Wasser gehalten, was heute gar nicht mehr so einfach ist, auch weil ich meine beiden Töchter, die beide studieren, noch finanziell unterstütze.
    Den Anbau von nachwachsenden Rohstoffen und Biogas-Anlagen gibt es mittlerweile viel in der Eifel, eine große auch hier im Ort. Ich halte nicht viel davon, sprich ich bin dagegen. weil Meinung nach keine Ackerflächen zur Stromerzeugung verwendet werden dürften, so lange noch Leute hungern auf der Welt. Außerdem ist diese Produktion von Strom nicht kostengünstig, sie lohnt sich nur, weil sie enorm subventioniert wird, die Zeche zahlt der Verbraucher. Betreiben die Amish Biogasanlagen oder ähnliches ? Hier ist eine große Diskussion über das Aufstellen von riesigen 200m hohen Windrädern im Gange, die Gemeinde soll für fünf Anlagen vom Betreiber pro Windrad 50.000,- € Pacht jährlich erhalten, eine verlockende Angelegenheit. Ich bin auf Seiten der Gegner, weil sie langfristig der Gemeinde mehr schaden als nutzen, aber das ist ein anderes Thema.