Posts by realnanuk

    Lieber Tobi


    Die Amischen sind sehr geschäftstüchtig und fleissig. Da nicht mehr so viele Landwirtschaft betreiben können, haben sich die Meisten auf handwerkliche Fertigkeiten spezialisiert. Viele von ihnen betreiben kleine Geschäfte, auch die Frauen. Ob Touren, Quiltshop, Gemüsestand, Möbel..., es gibt vieles. Sie schoten sich nicht ab. Im Gegenteil, ich habe die Amischen als interessiert mir gegenüber empfunden (gut, liegt vielleicht auch daran, dass ich aus der Schweiz stamme und das wie ein Passierschein für Kommunikation mit ihnen ist). Was sie nicht wollen ist, dass enge Freundschaften entstehen, die womöglich in Ehen enden könnten. Und meist sind sie im Geschäft sehr offen, privat dauert es doch etwas länger, bis man an sie heran kommt. Sie sind schon sehr in der Gemeinschaft verwurzelt und das ist ihnen auch wichtig. Aber sie leben neben "Englischen" und nicht in Kolonien wie die Hutterer; und sie müssen auch von etwas leben, und wenn nicht von der Landwirtschaft dann eben vom Handel und Tourismus.


    Wie schön, dass du nächstes Jahr nach Pennsylvania fahren kannst, lieber Tobi!! Ich beneide dich gerade ein bisschen. Ich würde auch zu gerne mal meine Brieffreundin dort besuchen. Hast du jemanden, den du dort kennst? Das macht es einfacher, weitere Personen kennen zu lernen. Gehst du einfach mal rüber oder hast du konkrete Pläne? Gehst du alleine oder mit einer Gruppe?


    Nadine

    Liebe Maria


    Es geht ohne, ist aber sicher nicht einfach in der heutigen Zeit. Ich bin nicht christlich aufgewachsen und habe "einen Tolggen im Reinheft", wie man das auf Schweizerdeutsch so schön sagt. Dann wurde ich Christ und habe bewusst gewartet. Meinen Mann lernte ich erst mit 27 kennen. Wir haben dann zusammen beschlossen zu warten und das so durchgezogen. Ich kann es empfehlen.

    Liebe Maria


    Ich kopiere dir hier eine Antwort von mir auf die selbe Frage aus dem alten Forum hierhin:

    Ich kann dir wärmstens das Buch "Die Amischen" von Bernd. G. Längin empfehlen. Es ist eine Mischung zwischen Sachbuch und Erlebtem.
    Ebenfalls lesenswert finde ich das Buch "Amisch für Anfänger" von Nancy Sleeth (dort geht es um das Thema einfach leben, auch für uns anwendbar).
    Und dann finde ich "Amish Values for your Family" von Suzanne Woods Fischer sehr gut. Das habe ich nur auf Englisch, ist aber verständlich, wenn man auf tiefem Niveau Englisch kann.

    Ansonsten kenne ich noch ein paar Romane, die sind aber nicht ganz so sinnvoll, wenn man sich mit den tieferen Wurzeln der Amischen auseinandersetzen will.

    Für Fachliteratur würde ich beim mennonitischen Geschichtsverein anfragen (http://www.mennonitischer-geschichtsverein.de) , dort bekommt man alle möglichen Bücher von Ausbund über Kleidervorschriften bis zu geschichtlichen Details. Ganz toll.

    Ich hoffe, das hilft dir.

    Gesegneten Sonntag noch (ich habe ds haus voller eigener und Gäste-Kids, die wohl noch lange nicht schlafen werden...)

    Nadine

    Liebe Trinity

    Schön, was du für Erfahrungen machst! Gott segne dich weiterhin.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich besser nicht mit Bibelzitaten um mich schlage, sondern einfach BIN. Eigentlich bin ich nicht besonders biblisch oder fromm oder so nach aussen. Klar, ich trinke nicht, ich rauche nicht, bin eher ruhig, immer fröhlich und nie aufreizend angezogen. Einen tiefen Glauben und ein grosses Gottvertrauen habe ich. Gebet ist mir auch sehr wichtig. Aber auch bei meiner atheistischen Familie habe ich gemerkt, dass sie auf lange Dauer irgendwie fasziniert sind. Keine Ahnung, woran das genau liegt... Über Umwege habe ich schon erfahren, dass wegen mir mehrere Familien / Leute mal wieder zur Kirche gingen oder dass sie plötzlich ein tieferes Gespräch beginnen. Dann geht es sehr gut, um von Jesus und seiner befreienden Botschaft zu erzählen. Dann sind die Leute offen dafür. Ich bin nicht wahnsinnig erfolgreich (mein Missionsgeist liegt eigentlich bei null) aber scheinbar spüren die Leute doch mehr, als sie vielleicht zugeben wollen. Bleibe einfach du selber und bleibe vor allem Jesus treu. Dann wird er es 30, 60 und 100fach segnen.

    Liebe Grüsse aus der Schweiz

    Nadine

    Danke für den schönen Liederbeitrag! Mehrstimmig ohne Instrumente und diese Bilder dazu - das gefällt mir sehr gut.

    Kennt jemand den Hintergrund, warum die einen Personen herumlaufen?

    uff, das mit den Gemeinden ist so eine Sache. Ich gehe in eine grössere Gemeinde, die ziemlich modern ist. Weil sie nahe liegt und meine ganze Familie dort geht und ich es so wie Ruth handhabe (wo du hingehst...). Ich persönlich gehe noch in einen "altmodischen" Brüderverein an die Singabende und Bibelabende unter der Woche. Dort singen wir auch die schönen, gehaltvollen, alten Lieder und hören sehr lebensnahe und tief überzeugte Predigten. Das gefällt mir. Aber für meine Kids ist die moderne Gemeinde mit den vielen Kindern und der örtlichen Jungschar genau richtig.

    Von meiner Brieffreundin habe ich gelernt, wirklich alles in Gottes Hand zu legen. Alles viel mehr durch SEINE Augen zu sehen und mich nicht in weltlichen Problemchen zu verhängen; nicht alles selber bestimmen und lösen zu wollen. Sie nörgelt nie und sie will Jesus aus tiefstem Herzen nachfolgen. Das habe ich von ihr gelernt. Wenn wieder ein Brief von ihr kommt, werde ich meistens selber auch gerade ruhiger. Sie kümmert sich auch liebevoll um viele andere Menschen. Der Typ bin ich eher nicht, da ist sie mir auch ein Vorbild.

    Lieber Tobias


    Der Glaube an Gott ist bei den Amischen schon sehr zentral. Sie richten den Tagesablauf, die Gemeindeordnung und das gesamte Leben danach aus. Sie lesen täglich die Bibel und kennen sich in Gottes Wort gut aus. Sie nehmen das auch sehr ernst! Diejenigen, die ich kenne, sind auch wirklich tief gläubig. Aber du siehst das schon auch ein bisschen richtig, sie sind nicht wie bei uns "Ungläubige", machen eine spirituelle Erfahrung und sind dann sozusagen erweckt. Sie prahlen auch nie damit, dass sie zu den "Erlösten" gehören oder nur ihr Weg der richtige ist.

    Bei den Briefen von meiner amischen Freundin ist die Einleitung immer sehr biblisch. Sie bezieht sich auch bei allem Erlebten auf Gott, seine Güte, seine Führung, seine Gnade. Der Herr ist wirklich dauerpräsent bei ihr. Jesus hat sie als Vorbild und die Ewigkeit als Ziel. Das schimmert bei jedem Brief-Abschnitt durch.

    Sie sind auf jeden Fall nicht oder nur wenig charismatisch geprägt. Sie missionieren nicht mit biblisch-theologischen Argumenten oder missionarisch geprägten Anlässen, sie sind in ihrem "sein" ein Zeugnis. Da sind sie für mich doch glaubensmässig ein Vorbild. Mich nerven die hiesigen modern aufgezogenen Grossveranstaltungen, bei denen es um Gefühlduselei im Moment geht und sich dann hunderte "bekehren". Ein Jahr später ist bei denen meistens nicht mehr viel übrig von Glauben.

    Liebe Maria


    Hast du einen Hauskreis oder Freundinnen, die dich tragen und unterstützen? Mit Gleichgesinnten geht es viel einfacher. Man kann über alles reden und man kann persönlich füreinander beten. Das hilft mir sehr.


    Bezüglich Geduld habe ich bis heute immer noch grosse Probleme. Da muss man ständig lernen und ertragen. Aber einmal durchgestanden ist man nachher um so stärker und darf stolz sein.


    Liebe Grüsse - und wenn du magst, kann ich auch für dich beten. Bin eh schon dran für Forenmitglieder :-)

    Nadine

    Sollen wir dir privat die Nummer angeben? Dann könntest du alle sammeln, die mitmachen möchten.


    Instagram, Twitter, Pinterest, Tumblr, Google plus und was es alles noch gibt, habe ich alles nicht.

    Gerne!

    Seid ihr auf Facebook ? Oder denkst du an WhatsApp? Oder Austausch von Mailadressen? Oder andere Ideen? Was schwebt dir vor?


    Liebe Grüsse

    Nadine

    Amische sind treue Beter! Sie beten für nahe und ferne Menschen. Sie denken in dieser Hinsicht sehr sozial. Sie beten aber nicht nur für ganz viele Menschen, sie helfen auch praktisch. Man kennt das von den berühmten Barnraisings, wo sie Ihresgleichen helfen. Als das Erdbeben in Haiti war, war meine Freundin einen Tag später auf einer spontanen Quiltauktion, dort verkauften Sie Quilts und spendeten das Geld den Hilfsorganisationen. Eine Nachbarin von ihr reiste nach Haiti, um praktisch zu helfen. Jetzt war ein Nachbar meiner Amischen Brieffreundin mehrere Monate lang sehr krank. Ohne zu überlegen, mit 7 eigenen Kindern und schwanger, ging meine Freundin jeden Tag dort vorbei und half im Haushalt und ihr Mann machte den Stall für die Nachbarsfamilie. Und das, obwohl sie sehr sparsam leben müssen, weil sie mit ihrer winzigen Milchfarm kaum selber über die Runden kommen.

    Lieber Tobi


    Jeder Mensch hat andere Bedürfnisse. Ich denke oft, dass viele Junge Menschen heute so mit Fun und Karriere-must und Modetrends, technischen Musthaves und Werbung etc. bombardiert werden, dass sie gar nicht darüber nachdenken, was eigentlich ihre wahren, inneren Bedürfnisse sind. Ich finde es super, wenn du weisst, wer du bist und was du zum glücklich sein brauchst.

    Jeder Mensch ist auch anders. Ich sehe das bei meinen Kindern. Der Älteste ist am liebsten für sich alleine und studiert komplizierte physikalische Vorgänge oder liest, der Mittlere mag Sport und Tiere, und der Kleinste ist am liebsten unter vielen Kollegen mit lauter Musik und Dauer-Action. Ich selber bin auch der Typ altmodisch und religiös. Ich war nicht beliebt, aber trotzdem glücklich mit mir selber. Und jetzt, da ich etwas lebenserfahrener bin, merke ich, dass viele in meiner Umgebung mich mehr und mehr bewundern als belächeln. Ich versichere dir: es gibt viele wie du! Die meisten getrauen sich nicht, sich so zu geben, weil es eben in der Umgebung nicht ankommt. Aber ich rate dir: bleibe du selber und verstelle dich nicht!

    Lieber Tobi


    Ich muss noch genauer nachfragen: meinst du amischnahe eher im Bezug auf den Glauben bzw. die Bibelauslegung in theologischer Art und Weise? Oder auf Äusserlichkeiten? Auf Praktiken wie Gottesdienst in den Häusern, Praktizieren der Fusswaschung oder den Umgang mit Vergebung? Oder wie ist deine Frage zu verstehen?


    Ich kann nur aus der Schweiz berichten. Ich denke, es gibt Gemeinden, die in einem oder mehreren Punkten den Amischen ähnlich oder gar gleich sind. Und: Amisch ist ja auch nicht gleich Amisch. Einige Brüdergemeinden sind den Amischen glaubensmässig und gesetzesmässig teilweise noch einigermassen nahe. Viele sind aber auch modern. Oft sind Gemeinden, die die Bibel wie die Amischen etwas strenger auslegen in der Umgebung als "Sekten" verpönt, was aber nicht immer so sein muss. Es gibt auch Mennonitengemeinden in der Schweiz, die sind meines Wissens aber ziemlich "weltlich", ich kenne diese nicht. Ich weiss von ein paar Christen, die Hausgemeinden leiten oder besuchen. Dort findet man manchmal noch Elemente bzw. oft dienen diesen Leuten die Amischen als Vorbilder.


    Liebe Grüsse

    Nadine