Posts by Fasel

    Fasel, bist du auf dem Gemeindetag im Weierhof? Es ist nicht so weit weg von mir, ich spiele mit dem Gedanken mir es einen Tag mal an zu sehen. Es ist doch für Interessierte zugänglich oder ist es nur für mennonitische Gemeindeglieder?


    Möchten würde ich schon wollen, bin aber verhindert. Der Gemeindetag ist für Interessierte offen, aber anmelden muss man sich. Bibelarbeiten, Workshop und Symposium, haben einiges zu bieten. Es gibt auch Programme für Kinder und Jugendliche. Das Programm ist online abrufbar (Unter Informationen > ganz unten, Anmeldeheft, Download). Bis Ende Februar gibt es Frühbucherrabatt. Wenn es Fragen gibt, am besten beim Veranstalter fragen.

    Lieber Georg a. W.


    Ist The Diary noch eineinhalbsprachig oder yuscht english?



    Hast Du dir schon mal die

    • The Mennonite Quarterly Review (MQR)
    • Conrad Grebel Review (CGR)

    angesehen?


    Auch in „Der Brücke“, finden sich neben der Werbung gute Beiträge, aber die ist eher nichts für Dich, weil da auch theologische Fragen besprochen werden.

    Sie verhalten sich so als würden sie immer noch verfolgt, genießen aber seit der Einwanderung weitgehend Religionsfreiheit. Gleichzeitig haben sie ihre eigene Geschichte vergessen, das erkennt man daran, dass sie nicht aus ihr lernen.


    Es gibt Gründe, weshalb Jakob Ammann nachdem es ihm nicht gelang die Gemeinschaft zurückzuführen, sich selber von den Amischen bannte.


    Das Evengelium Jesus Christi ist genau das Gegenteil, von sich aus der Welt zurückziehen. Es will die Welt mit Liebe durchdringen. Es ist eine Befreiung aus der Knechtschaft, die Überwindung der Unterschiede (Galater 3,28), der Unterdrückung. Es ist aus christlicher Sicht unerträglich, wenn Amische außer dem Geschlecht zwischen Männern und Frauen einen Unterschied machen. Es gibt keine Rechtfertigung für das verachtende Verhalten, dass 2000 Jahre n. Chr. Frauen und Männer nicht in allem Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit genießen.


    Beim leidigen Thema Bannpraxis, abgeleitet von Matth. 18,15-18, geht es eben nicht um Rock- oder Bartlänge. Dennoch wird die Bannpraxis bei den Amischen überwiegend für Sachverhalte angewandt die sich mit dem Glauben nicht Rechtfertigen lassen. Dabei verlieren sie jede Form von Mitgefühl. Ich verwende bei der amischen Bannpraxis bewusst nicht den Begriff „Regel Christi“, weil diese Regel anders als bei den Amischen nicht Liebe durch eiserne Kälte ersetzen. Wer Amische kennt, der weiß, von was ich spreche. Der kennt das unendliche Leid aufgrund Nichtigkeiten. Es ist Sünde.

    Das ist der große Unterschied:


    Wir sollen so glauben, wie Jesus geglaubt hat. Damit wir Jesus immer ähnlicher werden.


    Ich möchte die nur sagen, das es auch andere Menschen gibt die sehr wohl das amische Leben als ihren Weg gefunden haben. Die so glauben, leben und handeln möchten.

    Das ist ein Unterschiede wie Tag und Nacht!


    Aufgrund vieler Gespräche die ich mit Amischen aus unterschiedlichen Gemeinden geführt, stelle ich in den Raum, dass die Mehrheit der Amischen Georg a. W. widersprechen. Eine solche Überheblichkeit habe ich unter den Amischen noch nie gehört. Sie wissen um ihre Unzulänglichkeit, manche verzweifeln an der Ausweglosigkeit der Sackgasse, in die sie sich reinmanövriert haben.


    Georg a. W. ist zutiefst religiös und sieht in religiösen Handlungen sein Heil, sprich wenn er äußerlich so lebt wie mache Amische.

    Die Amischen sehen ihr Handeln hingegen als eine Folge des Glaubens an den Auferstandenen. Leider haben sich bei ihnen aufgrund der früheren Verfolgung, der totalen Verweigerung der Inanspruchnahme von systematisch-theologischer Forschung und anderen Disziplinen, das Stellen der eigenen Ordnung über das Evangelium, Handlungsweisen eingeschlichen, die sie vom Glauben Jesu trennt.


    Deswegen gibt es unter ihnen immer wieder Leute die das zu ändern Versuchen, aber das ist in einer gewachsenen Gemeinschaft nicht einfach. Auch weil es ihnen an theologisch ausgebildeten Kräften fehlt.


    Die ersten Täufer waren gebildete Leute, durch Flucht und Verfolgung verloren sie diese Bildungselite, dass dies nur negative Folgen haben kann, versteht sich von selbst. Gerade bei einer Gemeinschaft wie den Amischen, die sich jeder universitären Bildung bis heute krampfhaft verweigert.


    Täuferisch sein bedeutet nicht Stillstand, es bedeutet die Reformation stets fortschreiben. Es bedeutet Teilhabe an Gottes Leben. Jesus als das Wort Gottes verstehen. Ihm immer ähnlicher werden. Als Hilfestellung haben wir u. a. die Bibel, Voraussetzung um diese zu verstehen ist, die Welt in der sie geschrieben wurde verstehen und was das Geschriebene für uns heute in einer vollkommen veränderten Welt aussagt.


    Amische wissen, wie man in Beziehungen lebt. Liebe besteht aus Beziehung. Aber gleichzeitig zerstören sie diese wieder mit ihren unbarmherzigen Regeln.

    kann man vieleicht sagen, dass wenn wir auch so glauben wie die amischen, gott uns irgendwann dafür belohnt und auch so leben lässt wie sie?


    Nein! Ein ganz klares Nein! Wir sollen so glauben, wie Jesus geglaubt hat. Damit wir Jesus immer ähnlicher werden.



    neoamisch würdest Du uns etwas näher beschreiben, was Du unter „so glauben wie die Amischen“ genau verstehst, das wäre eine große Hilfe Dir besser zu erklären.

    Es gibt unter den Täufern unterschiedliche theologische Positionen über die Lehre von Gott. Die Lehre von der Trinität (drei eigenständige Personen (Götter)) kommt in der Bibel nicht vor, oder steht in deiner Bibel etwas davon?


    Es gibt drei Arten, wie die Bibel Gott darstellt, mit denen wir Gott identifizieren können: Gott ist Jesus, unser Herr, der auch der Sohn Gottes genannt wird. Gott ist der Vater, von dem Jesus spricht und mit dem er spricht. Und Gott ist der Heilige Geist, den Jesus sendet, um mit uns und in uns zu leben. Das sind drei verschiedene Persönlichkeiten (Erscheinungsformen) innerhalb der Einheit Gottes. Es ist das Wesen Gottes.

    • Gott ist Geist (Johannes 4,24)
    • Gott ist Licht (1. Johannes 1,5) und (Markus 10,18) nur Gott ist gut
    • Gott ist Liebe (1. Johannes 4,8+16). Gott ist Liebe, und deshalb ist Gott Personen in Beziehung.

    Mit 1. Mose 1,26 berichtet die Bibel das Gott, als er sich entschied seine Liebe durch Beziehungen zu erweitern, von sich selbst im Plural spricht. Da sagte Gott, lasst uns die Menschheit ...


    Mir ist bewusst, man kann das Thema nicht auf ein paar Sätze herunterbrechen, will es aber für heute dabei belassen.


    Also was ist ihnen so rangmässig am wichtigsten.

    Der Schwerpunkt liegt in der Jüngerschaft, der Gewaltfreiheit (Beide werden durch die Religion, die sie sich selber auferlegen, ausgebremst/verhindert.) und verbindlicher Gemeinschaft.


    Ich versuche nur rauszubekommen, warum der liiebe Gott die amishen so sehr segnet und beschützt, dass sie ein so glückliches vorbildliches Leben leben können?

    Die Amischen tun viel Gutes, sind aber zu ihrem und des nächsten Leid religiös geworden. Mit Jesus Christus aber wurde die Religion entmachtet, an ihre Stelle tritt die Liebe. Um ein vorbildliches Leben zu führen, fehlt ihnen die Bereitschaft das Evangelium zu leben, denn da ist weder Mann noch Frau. Die Amischen hingegen ziehen ihre eigene Ordnung dem Evangelium - der Beziehung mit Gott - vor.

    diese ausgrenzende Gewalt :/ tut mir leid, kann ich nicht nachvollziehen, was du meinst, welche Gewalt, und warum Mitleid, inwiefern zeige ich Mitleid, mit wem, und „es die leidschaffende Ursache legitimiert und bekräftigt“ – sorry, keine Ahnung, wie du das meinst, ich würde mich aber sehr freuen, wenn du es mir näher erklären könntest, das wäre sehr nett,


    Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen. Johannes 14,15


    Wer Jesus liebt, der betet nicht die Religion an und verteidigt religiöse Gewalt nicht, indem er Bibelverse wie Johannes 14,15 als Begründung dafür anführt.



    Wenn wir Täuferinnen (und Täufer) den Begriff „das Wort Gottes“ hören oder verwenden, dann in der Reienfolge:

    1. Jesus
    2. Die Botschaft Gottes in der Bibel
    3. Die Bibel

    Aber ihr machst es andersrum, ihr folgt nicht Jesus sondern der Bibel. Wir haben hohen Respekt vor der Bibel, aber einen noch höheren Respekt vor Jesus. Jesus ist viel mehr als die Bibel, er ist unsere letzte Autorität. Das ist Grundlegend!

    etzt aber wende ich mich erst einmal dem neuen Testament zu und nach einiger Zeit mit etwas Abstand versuche ich mich an die zweite Lesung von Yoder.


    Wie sieht es inzwischen aus, konntest Du das Buch nochmals lesen.


    Pflegst Du immer noch die Religion, oder bist Du schon in der Nachfolge Jesu?

    Herzlich willkommen im Forum


    Hab „Holledau“ gegoogelt und ein Radiobeitrag aus der Gegend gefunden.

    https://www.br.de/radio/bayern…ten-wiedertaeufer100.html


    Meine Meinung ist, man sollte sich authentisch geben, wenn man keine Röcke trägt, dann trägt man eben keine. Will man sich unbedingt anpassen, kann gisela tips geben. Wobei amische Frauen nicht Röcke sondern Kleider tragen.


    Was gar nicht gut ankommt ist, wenn man ungefragt mit Kameras rumhantiert. Vor dem Essen wird gebetet, bei manchen auch danach.

    Die hutterische Gütergemeinschaft entstand, wenn auch nach „dem leer der propheten und apostel“, wie der Chronist Kaspar Braitmichel berichtet, aus einer Notsituation heraus. Es ging in gewisser Weise ums nackte Überleben. Es gab schon davor unterschiedliche Gruppen, die sich in einer Gütergemeinschaft übten, wie Mönchsorden. Es war eben schon immer ein Thema. Ich meine gelesen zu haben, dass Schriften des ehemaligen Franziskanermönchs Leo Schiermer beeinflussend für die ersten hutterische Gütergemeinschaft war. Auf jeden Fall ging es am Anfang nicht um die Art Absonderung wie der Vorredner meint. Diese bekräftigt erst Peter Riedemann in „Rechenschaft unserer Religion, Lehre und Glauben, von den Brüdern, so man uns die Huterischen nennt“. Mit der Bibel lässt sich die Form der Absonderung als Rückzug in eine eigene Welt nicht nur nicht begründen, im Gegenteil, wir sehen einen Jesus der unter die Leute ging, den es vom Land in die Stadt zog.


    Peter Riedemann korrespondierte bei der Absonderung mit dem vierten Schleitheimer Artikel. Die Schleitheimer Glaubensartikel wurden aus einer Situation heraus verfasst, die heute nicht mehr dieselbe ist wie zu ihrer Entstehung. Damals ging es notgedrungen zur Abgrenzung der Verfolger, der Obrigkeit und der päpstlichen und reformierten Kirche. Wir wissen heute, dass eine missbräuchlich angewandte Absonderungspraxis viel Leid und Verderben bringt. Es wäre deswegen töricht, sie eins zu eins ins Heute zu übernehmen.
    Denn Absonderung ist ein Begriff, der in Beziehung zur Umgebung steht und der sich ändert, sobald sich die Situation ändert. Als Orientierung gilt die Ethik des Reich Gottes.

    Ich erlaube mir die Zusammenfassung des vierten Schleitheimer Artikels nachstehend zu zitieren, damit das damalige Bestreben verständlicher wird:

    „So werden dann auch zweifellos die unchristlichen, ja teuflischen Waffen der Gewalt von uns fallen, als da sind Schwert, Harnisch und dergleichen und jede Anwendung davon, sei es für Freunde oder gegen die Feinde — kraft des Wortes Christi: Ihr sollt dem Übel nicht widerstehen (Matthäus 5,38 und 39)“.


    Absonderung nicht als Rückzug von der Welt, sondern indem man sich wie Jesus Christus verhält.

    Wir können diese Welt und alle Menschen darin nicht retten, wir du vielleicht meinst.

    Die Gott will es aber!


    Ich könne jetzt ein Gleichnis vom verlorenen Schaf oder Sohn erzählen. Aber dann würdet ihr mir wohl vorhalten, das Gleichnis sei gar nicht so gemeint und überhaupt.


    Während Jesus Christus Nächstenliebe und Schalom predigt und vorlebt, sprecht ihr, über die Menschen die Jesus liebt, verachtend; von Seuche, Pest und Pocken.


    Ihr habt doch gar nichts versanden!