Beiträge von Fasel

    Freue mich schon darauf zu erfahren, wie Du die Sache nach dem lesen des Buches siehst.




    Ich möchte, weil es gerade passt, zum darüber Nachdenken, Yoder aus seinem Buch „For the Nations: Essays Evangelical and Public“, Seite 209, zitieren: „Our life is to proclaim, not to produce, the new world.“

    Wir sprechen hier von der „Regel Christi“ Georg a. W. , also vom Binden und Lösen (Matthäus 18,15-20). Als Lesestoff empfehle ich das Buch „Die Politik des Leibes Christi“ von John Howard Yoder, da wird auf den Seiten 27-45 darauf eingegangen.


    Paulus schreibt dazu: Brüder und Schwestern, wenn ein Mensch etwa von einer Verfehlung ereilt wird, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, ihr, die ihr geistlich seid. Und sieh auf dich selbst, dass du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Gal. 6,1-2


    Yoder weist darauf hin, man müsse die Praxis des „Binden und Lösens“ vor dem jüdischen-rabbinischen Hintergrund begreifen. „Binden“ bedeutet, eine bestimmte ethische Sicht als verbindlich zu erklären. „Lösen“ dagegen meint, von einer Verbindlichkeit freizusprechen. Es hat nichts mit „Dämonenaustreibung“ zu tun, wie es oft im pfingstlich-charismatischen Milieus angenommen wird. Es geht um ein gemeinschaftliches Konfliktlösungsverfahren. Es geht um dialogische Versöhnungsarbeit und um das Gespür für eine ethische Urteilsfindung. Statt sich vor weltlichen Gerichten zu verklagen, soll eine christliche Gemeinschaft lernen, im direkten Gespräch Unstimmigkeiten beizulegen. Zunächst unter vier Augen, dann mit erfahrener Unterstützung und zum Schluss im Rahmen einer Gesamtversammlung. Ziel ist die Wiederherstellung von Beziehungen, nicht Strafe oder öffentliche Bloßstellung.

    Yoder betont, dass ein solcher Klärungsprozess nicht anhand starrer Maßstäbe stattfindet. Richtig ist, dass gewisse Werte hochgehalten werden, wie: Wahrhaftig sein, Versprechen einhalten, das Wohl des anderen in den Blick nehmen oder auf die Leitung des Geistes vertrauen. Einzelne Konfliktfälle aber sind so tausendfach unterschiedlich, je nach Zeit, Person oder Situation, dass man nicht mit Regelkatalogen arbeiten kann. Vielmehr geht es darum, beziehungssensibel zu werden und Differenzen achtsam zu klären. Das kann auch dazu führen, dass eine Gemeinschaft an manchen Stellen grundlegend umdenkt und sich als Ganzes neu positioniert.
    (Ich kann der Urheber dieser Zusammenfassung nicht mehr finden.)


    Leider wird die Regel Christi bei den Amischen oft missbraucht um eigene Gesetzlichkeiten oder Machtpositionen einzelner, durchzusetzen. So dass das Ideal einer Gemeinschaft von Gleichen in den Hintergrund getreten ist. Beispiel: Leute werden gemieden, weil sie einen Knopf zuviel am Hemd tragen, usw. Ein solches Verhalten führt nicht zur Vielfalt in Einheit, nicht zu einer Weiterentwicklung in der Nachfolge Jesu Christi, sondern zu Spalterei und Leid. Das führt soweit, dass verboten wird ans Sterbebett oder Begräbnis der eigen Eltern oder Geschwister zu gehen. Da ist nur noch Kälte.

    Wieso nicht die Frage, was wir von Jesus Christus lernen können?

    • Soziale, gesellschaftliche und kulturelle Barrieren überwinden,
    • inspiriert von Jesus, sich für alle öffnen,
    • die Nöte anderer erkennen und überwinden helfen,
    • sich der Realität nicht verweigern,
    • usw. ...


    Eine Frage am Rande, Konrad hat Dir vor drei Jahren ein Buch nahegelegt, hast Du dieses Buch in der Zwischenzeit gelesen, es würde viele Deiner Fragen beantworten die Du stellst.

    Die Diskussion bewegte sich in eine Richtung die mit dem ursprünglichen Thema, der Buchvorstellung, nichts mehr zu tun hat. Ich erlaube mir dennoch eine Bemerkung. Endzeits-Entgleisungen findet man auch in der frühen Geschichte der Wiedertäufer, es gab diese Strömung(en), die mit dem Täuferreich von Münster, 1535 – 1536, ihren Höhepunkt und Ende fand. Das war noch vor der Zeit Menno Simons, noch vor der Abspaltung der Amischen. Die Ereignisse von Münster führten innerhalb der unterschiedlichen täuferischen Strömungen zu einer breiten Diskussion. Das Geschehene wurde grundlegend reflektiert, die Lehre daraus ist die konsequente-friedensehtische Position der Täufer — wie sie sich schon in den Schleitheimer Artikel von 1527, der Schweizer Brüder erkennen lässt.


    Die Gemeinde Christi ist diesseits orientiert! Deswegen passt der Buchtitel „Gottes letzte Inseln“ durchaus „auch“ auf die Amischen zu. Dies bei all dem Nachholbedarf und Fehlern der Amischen, der fehlverstandenen Bann- und Meidungshandhabung (Missbrauch) und den daraus resultierenden Folgen. Denn, wenn man sieht wie die Amischen miteinander und dem Nächsten gegenüber umgehen, spürt man, wie ihnen der Himmel greifbar nahe ist.

    Sich „nicht“ der Welt anpassen, bedeutet doch in erster Linie, dass sich unsere Vorstellung von Gerechtigkeit vollkommen von der „der Welt“ unterscheiden soll! Wenn unsere Gerechtigkeit nicht vollkommen anders und besser ist, als die der Schriftgelehrten und Pharisäern, werden wir nie verstehen was Gott für eine Macht in uns hat. „Könnt ihr nicht ins Himmelreich eingehen“, wörtlich übersetzt.


    Von dieser göttlichen Gerechtigkeit legten Amische nach dem Massaker an der Nickel Mines Schule, öffentliches Zeugnis ab. Es ist eine heilende Gerechtigkeit, eine die nicht bestraft. Aber diese Gerechtigkeit ist vollkommen unabhängig vom Lebensstil der Amischen.



    Mir fällt dazu immer der diametrale Unterschied zwischen Johannes dem Täufer und Jesus Christus auf. Johannes predigte die Welt, Jesus aber das diesseitige Himmelreich.

    Ja


    Tatsächlich haben Gemeinden unterschiedliche Schwerpunkte, eine in Eritrea hat andere Nöte als eine im Burgenland oder eine in China. Traue keiner Gemeinde in der die Stimmen von Frauen und Männern nicht gleichermaßen gehört und respektiert werden. Die Gemeinde Jesu zeichnet sich durch ein gewaltfreies Leben und Handeln aus. Unter Berufung auf die Botschaft Jesu Christi und als deutliches Zeugnis des Glaubens setzt sie sich unter der Herrschaft des Friedefürsten Jesus Christus für Frieden in allen Belangen des persönlichen, kirchlichen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Lebens ein.

    Also sollte jetzt ichmich vorrangig bemühen um mein Denken zu verändern (was mehr Mühe meinerseitserfordert), oder kann ich mich darauf verlassen, dass mich Gott verwandelt - inmeinen Augen zwei völlig verschiedene Ansätze.


    Wir sollen die Bibel nicht wortwörtlich nehmen, aber beim Wort! Es geht um den roten Faden, der sich durch die Bibel zieht. Dazu finde ich das Buch Schalom - das Projekt Gottes bereichernd.



    Weil Gott nicht allmächtig ist, mit anderen Worten ausgedrückt „Gott hat keine andere Hände als die unsrigen“, liegt es an uns Menschen zu handeln. Die Bibel spricht selten eine einzelne Person direkt an, wie auch in dem von Dir zitierten Text der an eine Gemeinde gerichtet ist. Der Einzelne ist immer ein Teil des Größeren, nur in Gemeinschaft, (am Ende als Weltgemeinschaft,) können wir etwas bewegen, und den von Gott verliehene Treuhänderauftrag für seine Schöpfung wahrnehmen. Stichwort drängende Probleme: Hunger, Verfolgung, Umweltschutz (Erderwärmung), etc.

    Dazu muss man Verstehen: Eine christliche Ortsgemeinde ist eine Ansammlung Menschen, die gemeinsam in der Nachfolge auf den Weg sind. Sie ist eine Lerngemeinschaft, eine Schule fürs Leben, in der jeder mit seinen Gaben dient, in der die Bibel hermeneutisch ausgelegt wird. Gemeinde ist der Ort in dem geübt wird, was Jesus uns vorgelebt hat. In der gelebten Gemeinde können wir das verheißene Paradies erkennen, da ist es fassbar — diesseits und heute.


    Transformation

    Da hat heutzutage wohl jeder eine andere Bibel auf die Sie/Er zurückgreift, deutschsprechende Mennoniten sind sowieso in der Minderheit, daher kommen Bibeln in X-Sprachen zur Anwendung. Vermutlich ist in Deutschland/Österreich die Lutherbibel gern im Gebrauch und in der deutschsprachigen Schweiz die Zürcherbibel. Vom Datum her könnten die Zitate im Buch aus der „Lutherbibel 1984“ stammen, kannst ja online nachschlagen die-bibel.de (in der orangen Box). Vermutlich hat gisela einen tieferen Einblick.

    Ich war vor drei Jahren für ein Wochenende auf dem Bruderhof in Sannerz. Als Besucher wird man von den leitenden Leuten freundlich betreut, jedoch echten Kontakt zum Fußvolk zu bekommen war nicht möglich.


    Man muss sich dabei bewusst sein, Bruderhöfe sind anders als Hutterer zentral organisiert. Aber um ein Bruderhof zu erleben, muss man wohl in die USA fahren. Denn die „Fillialen“ in Deutschland haben, wenn ich es richtig verstehe, eine andere Aufgabe.

    Entschuldigung Traummaler ich ging davon aus, wenn sich jemand für Täufer interessiert, dann aufgrund deren lebendigen und gelebten Glaubens. Von einer Jesus orientierter Friedenstheologie in der nachhaltig soziale, ökonomische, ökologische und politische Komponenten miteinander verknüpft sind — von einer fortdauernden Erneuerungsbewegung. Hätte ich gewußt, dass ihr hauptsächlich auf der Suche nach konservierter eingefrorener Kultur/Tratition seid, ich hätte anders geantwortet.

    Danke für den Erfahrungsbericht Traummaler  


    Auch bei Amischen und Mennoniten ist die Gütergemeinschaft nicht aus dem Blickwinkel, sich an Jesus und den Urgemeinden orientieren stellt sich diese Frage immer wieder. Das füreinander einstehen ist daher Ausdruck aller täuferischen Gemeinschaften, sie wird halt unterschiedlich ausgelebt.


    Ich erlaube mir Eberhard Arnold zu zitieren:

    Die Menschheit muß umkehren!

    Was nützen alle ihre Religionsübungen, was nützen alle ihre Gottesdienste, welchen Sinn haben alle frommen Gesänge, wenn der Wille Gottes nicht getan wird, wenn die Hände voll Blut sind?

    Was bedeutet alle Gläubigkeit, wenn an den Armen Ungerechtigkeit geübt wird, so alltäglich und selbstverständlich, wie man Wasser trinkt?

    Was ist das Bekennen des Göttlichen, wenn sich bei dem Sterben unzähliger Kinder und Armer kein einziger Finger rührt.



    Wenn ihr in Berlin lebt Traummaler warst Du und Deine Famillie schon Mal bei der Berliner Mennonitengemeinde? Da braucht es keine Anmeldung, Termine finden sich auf den Netzseite.

    Ein gottgläubiger Mensch lebt nach der bibel.. genauso wie die Amischen auch .. Wort gottes meint Bibel .. trotz allem übersetzungs chaos ist der Sinn der einzelnen kapitel sehr klar.. und daran halte ich mich ...so gut es geht ...


    Trinity ich bin hier gar nicht Deiner Meinung. Weil das Wort Gottes nicht Platz hat, in von Menschen geschrieben Büchern, zusammengefasst in der Bibel, die noch lange nicht fertig geschrieben ist.

    Auf der anderen Seite sprichst Du vom „Sinn der einzelnen Kapitel“, was darauf schließen lässt Du nimmst die Bibel doch nicht wortwörtlich, sondern versucht zu verstehen was damit gemeint ist und in unserer Zeit gewicht hat.


    Wenn man die Amischen genau beobachtet, so stellt man schnell fest sie drehen sich mit ihrem Verständnis theologisch in einer Sackgasse, drehen sich im Kreis, widersprechen sich selbst.


    Vielleicht hilft es, wenn wir uns Johannes 1 genauer ansehen. Johannes 1 unterscheidet sich grundlegend von Moses 1,

    erklärt was mit Wort gemeint ist.


    Mit: Bibel als „Richtschnur“, könnten wir zusammen kommen.

    Wer lesen kann ist klar im Vorteil, wer lesen kann erkennt auch sofort, dass Du dich widersprichst.


    Du kannst hier noch so viel Bibelzitate auflisten, sie im Kontext und in der Aussage verstehen ist etwas ganz anderes.

    Interessant, dass mein Beitrag als "menschenverachtender Spam" bezeichnet und ohne jegliches Kommentar einfach gelöscht wird. Mir war klar, dass es ein brisantes Thema ist und vermutlich wenige diese Ansicht teilen. Gerade deswegen habe ich aus einer Quelle, dem "Kommentar zum Alten Testament" (William McDonald), welche direkt an der Bibel argumentiert, 1:1 zitiert. Ich habe keinerlei beleidigende o.ä. Inhalte verbreitet und ausdrücklich betont, dass wir genauso Sünder sind wie Homosexuelle, demnach wir auf jeden Fall nicht besser, aber auch nicht schlechter sind. Können wir nicht über ein solches Thema sachlich diskutieren? ;)

    Hab leider den gelöschten Beitrag nicht gesehen.


    Aber! die Antwort auf Deine Frage gibt Jesus selbst: Wenn eure Gerechtigkeit nicht eine um 180 Grad andere, bessere, als die der Schriftgelehrten und Pharisäer ist, denen es darum geht in Gesetzlichkeit zu versinken, werdet ihr das Himmelreich nie erfahren, nie spüren, nie sehen!

    Damit ist das Himmelreich auf Erden, jetzt und hier gemeint, nicht eines in ferner Zukunft.


    Jemand der in der Homosexualität eine Sünde sieht, schlimmer noch, wie Du, wie es auch immer formuliert wird, Menschen wegen ihrer Homosexualität als sündig hinstellt, ist nichts anderes als ein Hassprediger, Punkt.