Posts by rfisher

    Hallo Minister,


    ich glaube, dass ich verstehe, was Du meinst - und beim heutigen amischen Leben in Amerika geht es auch immer um den Versuch, das heutige Leben mit einem gewissen traditionellen Verständnis von einem frommen Leben zu vereinbaren. Aber wenn man von den Amischen spricht, geht es eigentlich nicht nur um was man selbst für richtig hält, sondern um was die Gemeinde und der Gemeindeeltern zusammen für richtig halten. Man muss zum Teil sein eigenen Verständnis des Lehrens Christi zur Seite legen und das leben, was die Überwiegende Meinung der ganzen Gemeinschaft entspricht.


    Am schwierigsten ist es, so von der heutigen Welt abgetrennt zu leben. Das heisst, Astrid brauchte eigentlich die Kinder nicht 40 kilometer auf der Autobahn in die Schule zu fahren, weill die Kinder eine einfachere Ausbilding - vielleicht sogar zuhause - bekommen würde. Oder müsste diese einfache Ausbildungsweise in Deutschland verändert werden?


    Gruss
    RFisher

    Hallo Astrid,


    faszinierent, was du fragst. Es ist aber wichtig zu verstehen, daß die Amische selbst gewisse Kompromisse gemacht haben; sie leben eigentlich nicht wie vor 300 Jahren. Unter anderen darf es bei den Amischen Kühlschrank und Ofen (beides mit Gas statt Strom angeschaltet), fliessendes Wasser, usw. geben. (Es ist unglaublich, was man ohne Strom schaffen kann, wenn man schlau ist.) Trotzdem bist du auf einem sehr wichtigen Punkt gekommen: ein amisches Lebensstil ist viel ruhiger und läuft viel langsamer als bei unserem heutigen Leben. Es wäre zum Beispiel schwierig, als amische Frau eine Arbeit außerhalb des Hauses durchzuführen. Auch wäre es schwierig, es in einer Stadt statt auf dem Land zu versuchen.


    Gruß
    RFisher

    Hallo, ich kann bestätigen, was der Minister zu diesem Thema sagt. Noch dazu: Mischehe wäre von den Kindern her ziemlich schwierig. Das heisst, die Amischen glauben, daß sie für die Seelen ihrer Kindern verantwortlich sind. Ein Nicht-Gläubiger bzw. Nicht-Amisch als Vater oder Mutter könnte die Kinder sehr einfach auf dem falschen Weg leiten.


    Es gibt schon einige Fälle von Mischehe, aber die sind die Ausnahme. Meine Eltern kennen einen Ehepaar, bei denen die Frau amisch ist und der Mann als Amischer aufgewachsen, obwohl er nie getauft wurde und zu einer anderen Gemeinde gehört - obwohl er sich immer noch mit amischen Kleidern anzieht. Aber solche Fälle gibt es nur selten.


    Gruß
    RFisher

    Hallo Hatschepsut,


    amische Leute kennenlernen ist schon möglich aber auf keinen Fall einfach. Man müßte schon dort sein - d.h., in Amerika leben oder viel dorthin reisen, dann eine Familie kennenlernen, die mehr "open-minded" (offen in Gedanken) als der Durchschnitt ist, und dann langsam das Trauen aufbauen. Am Herzen ist jeder Amische sehr freundlich; aber Ausländer werden manchmal als gefährlich für die Stabilität ihres Lebenstils angesehen - und so sind wir in der Tat, wenn es Kinder dabei gibt.


    Wenn man in einer amischen Familie zum Besuch eingeladen ist, das Wichtigste ist: SEHR HART ARBEITEN! Das Bauerleben der Amisch ohne Strom und moderne Maschine ist kein leichtes, einfaches Leben, und jeder Mitglied der Familie muß mitmachen, um akzeptiert zu werden.


    Auch hilft es, wenn man wegen Kenntnis von Pfälzisch oder andere süddeutsche Dialekten ihren Pennsylvanisch Deitsch verstehen kann.


    Gruß
    RFisher

    Hallo Eva Katharina, hallo Sven,


    es gibt in der Tat vielen Mennoniten in Deutschland. Ihr könnt mehr darüber bei www.mennoniten.de lernen. Es stimmt, daß die Mennoniten im Durchschnitt weniger konservative sind als in Amerika, aber das ist auch sehr unterschiedlich (in Amerika sowie in Deutschland).


    Soweit ich weiss, wurden die letzten amischen Gemeinden in Deutschland in den 1930-Jahren in mennonitischen Gemeinden fusioniert.


    Gruß
    Rfisher

    Hallo Rumpymckyuss!


    Ich würde mich in Kontakte mit der Mennonitische Forschungsstelle in Weierhof in der Pfalz stellen. Die Email-adresse ist mennoforsch@t-online.de. Ich selber kenne nur Bücher auf Englisch; am bestern werden die Leute von der Forschungsstelle Bücher auf Deutsch empfehlen können.


    Gruß
    RFisher

    Dave,


    was Joe sagt, über wo die Amisch leben, ist richtig. Die wohnen in ländlichen Gebieten, hauptsächtlich in 3 verschieden amerikanischen Bundesstaaten: Pennsylvania (von der Einwanderung des 18. Jahrhunderts) und Ohio und Indiana (von der Einwanderung des 19. Jahrhunderts). Aber es gibt auch vielen Amisch in New York, Maryland, Kentucky, Florida, Illinois, Iowa, etc.


    Gruß
    RFisher

    Lieber Joe,


    Die Amisch besuchen ihren Verwandten, die auch Amisch sind, so häufig wie möglich. Mit denen, die nicht mehr Amisch sind, ist das Thema wesentlich komplizierter, weil es gegen diesen den "Bann" oder "Scheiding" gibt.


    Das heißt, wenn man schon Mitglied einer Amischen Gemeinde ist, und sich entscheidet, die Gemeinde zu verlassen, müßen viele von die normalen Beziehungen mit diesem abgebrochen werden. Spezifisch gesagt, darf man mit so einem nicht an selben Tisch setzen, in Auto bzw. Wagen mit ihm fahren, usw. Ihn besuchen wird noch erlaubt, aber auch dieses Thema wird problematisch, wenn Kinder da sind, weil die Amisch meinen, diejenigen, die vorher Amisch waren und es nicht mehr sind, könnten einen schlechten Einfluß auf die Kinder haben.


    Bei nicht-Amisch (daß heißt, alle diejenigen, die nie in der Amischen Germeinde getauft waren), ist es viel einfacher. Wenn man bereit ist, mit ihnen auf einer respektvollen Weise zu behandlen, findet man manchmal, daß sie schon sehr freundlich sein können.


    Gruß
    rfisher

    Joe, mit dem Amisch leben kann man schon, aber es ist nicht so einfach. Erstens, weil man muß bereit sein, wirklich sehr hart - aber sehr hart - zu arbeiten. Die Idealen von einfaches Leben stößen oft ganz schnell an die Realität, wenn man auf einmal weiß, wie anstrengend es ist, das "einfache Leben" durchzuführen. Zweitens, weil es ziemlich schwer ist, amische Leute kennenzulernen. Man sollte eigentlich mehrere Reisen nach den amischen Gebieten von USA machen, und die Leute langsam mit der Zeit kennenlernen, um ihr Vertrauen zu gewinnen. Drittens, weil man müßte eigentlich entweder Pennsylvanisch Deitsch oder Englisch - oder am besten beiden - sprechen können.


    Wenn Du Englisch liest, empfehle ich ein Buch von einem Freund von mir, der genau das gemacht hat. (Das heißt, er hat mit einer Amische Familie für einen Sommer gewohnt.) Das Buch heißt "After the Fire" von Randy-Michael Testa; das kannst Du bei www.amazon.com finden.


    Beste Grüße
    rfisher

    Hallo Boguska,


    die Teilnehmer an dieser Website sind kein Amisch. Wir haben verschiedenen Gründen, uns über die Amisch zu interessieren, und haben eine bestimmte Sympathie für ihre Ideale.


    Die Amisch führen ein sehr abgetrenntes Leben, und das wirklich nur noch in Nordamerika. Wenn Du dich dafür interessierst, würde ich empfehlen, daß Du etwas über die mennonitische Gemeinde liest - die Mennoniten sind nicht von der modernen Welt abgetrennt aber teilen vielen von den religiösen Idealen der Amisch mit. Du kannst mehr darüber am www.mennoniten.de lesen.


    Gruß,
    RFisher

    Ein Amisches Kindergedicht (etwas wie ein "Nursery Rhyme"), das ich vor vielen Jahren von meiner Mutter lernte:


    Halwe eens, ebbes Scheens
    Halwe zwee, grie'e noch meh
    Halwe drei, koche mol Brei
    Halwe vier, dringke mol Bier
    Halwe finf, stoppe mol Schtrimf
    Halwe sechs, geh mer's Tschecks
    Halwe siwwe, sin mer driwwe
    Halwe acht, waard's Nacht
    Halwe nein, Mondschein
    Halwe zehe, gehn die Wee'e
    Halwe elf, schtreik' die Welf
    Halwe zwelf, die Uhr uff die Schelf

    Hallo Silvia,


    jetzt habe ich endlich eine Antwort zu der Frage, "wie viele Amische gibt es heute?". Es muss heutzutage ungefaehr 150,000 in den USA und Kanada geben. Das nach John Hostetler in seinem Buch "Amish Society", der im Jahr 1995 ein Zahl von ungefaehr 147,000 gab. Ich weiss nicht, ob die verschieden Arten von "modernen Amisch" (Beachy Amish und andere die Elektrizitaet und Autos aber noch traditionelle Kleider haben) damit eingerechnet sind.


    Gruss
    RFisher

    Hallo Minister,


    jetzt verstehe ich. Ich kenne die Beachy-Amische Gemeinde ziemlich gut; sie haben eine ziemlich starke missionarische Ausrichtung und sind in diesem Sinn unterschiedlich von den normalen "Old Order" Amisch. (Sicher weisst Du das schon.) Waren sie nicht auch vorher in Berlin, in einer Gemeinde die die Beachy-amische Gemeinschaft verlassen hat? Ich hatte von ihren Aktivitaeten in Poland und Belgien nicht gewusst.


    Gruss
    RFisher

    Dieses Sprichwort habe ich von meiner Mutter als Kind in Pennsylvania gelernt:


    "Mer warret zu gschwindt alt un zu schpoot schmaert"


    oder wie es manchmal bei den Amischen in Lancaster County, Pennsylvania ausgesprochen wird:


    "Mer wart zu tschrint alt un zu schpoot schmaert".


    Ich vermute, dass Ihr es versteht? Oder braucht jemand eine Uebersetzung?

    Lieber Minister,


    in deiner Antwort an einer anderen Frage sagst du, daß es Amisch in Poland und Belgien noch heute gibt. Habe ich das richtig verstanden? Wenn so, wissen die Amisch in den USA (oder mindestens in Lancaster County, Pennsylvania) überhaupt nichts davon. Wäre es überhaupt möglich, für jemand mit Amische Beziehungen sie herauszusuchen und mit ihnen Kontakt aufzunehmen?


    Gruß
    R Fisher

    Ich verstehe, daß die letzten amischen Gemeinden in Deutschland sind in den 1930-Jahren in verschiedenen Mennoniten Gemeinden fusioniert. Ich möchte gerne mehr darüber wissen - gibt es viele Deutscher, die ihrer Amischen Herkunft bewußt sind bzw. anerkennen? Es fragt ein Amerikaner, der in einer amischen Familie geboren ist und noch viel amische Verwandten in Amerika hat.


    Herzlichen Grüße
    R Fisher

    Hallo Silvia, Du hast recht; es gibt nicht mehr als ungefähr 30,000 Amisch in den USA. Es gibt viele Religiösen in den USA, aber so weit wie 30% der Bevölkerung sind wir bis jetzt nicht gegangen! Ich glaube, daß die genaue Zahl in dem Buch "Amish Society"von John Hochstetler zu finden ist. Ich werde versuchen, das nachzuschlagen.


    Gruß
    R Fisher