Posts by SabineB

    Ich schließe mich ebenfalls an. Es wäre einfach schade wenn das Forum schließt. Klar schreiben nicht alle viel, aber ich habe doch das Gefühl dass dadurch die Informationen bleiben und nicht durch Smalltalk verwässern ....

    Ich schreib nun doch noch mal, weil es mich so sehr aufgeregt hat dass ich pausenlos darüber geredet habe. Hier einmal die Zusammenfassung meiner Gedanken:


    Lange Zeit war ich hier inaktiv - ohne Zugang zum Internet. Nun bin ich wieder da und habe mich riesig gefreut das Fasel, realnuk und auch Gisela noch schreiben. Dann lese ich den ersten Beitrag über Hausschule (ein Thema das mich persönlich brennend interessiert) und lese diesen extrem angreifenden, reißerischen, negativen und einfach falschen Artikel von schutsch. Nach ein bisschen Abstand kann ich das ganze nun besser formulieren und versuche mein Glück in einer schriftlichen Ausarbeitung.


    Als erstes ging mir gegen den Strich, dass Schule - Beschulung - Schulpflicht in den Nazi Sumpf gezogen wurden. Die Schulpflicht nahm ihren Anfang in der evangelischen Kirche. Luther war ein großer Befürworter der Tatsache das ALLE Menschen das Wort Gottes SELBST lesen können und lesen sollten. Dies war in seinen Augen nur zu erreichen wenn alle (männlichen) Kinder die Volksschule (Klasse 1 - 6) besuchen. In diese Richtung schrieb er mehrere Artikel, von denen auch noch ein paar erhalten sind.

    Die evangelischen Fürstentümer setzen es als erste um. Nach und nach zogen die Katholischen nach. Dann ging es ein bisschen hin und her, die Aufklärung kam. In der Aufklärung ging es ein wenig hin und her, da Kinderarbeit immer noch üblich war. Schließlich durften auch die Mädchen in die Schule und die Pflichtzeit wurde auf 8 Jahre festgesetzt. Gerade die untere Bevölkerungsschicht, die Bauern und sehr armen, streubten sich dagegen. Für sie waren die Kinder Arbeiter die helfen mussten oder schlichtweg überhaupt nur dafür da waren um den eigenen Lebensstandart zu erhöhen.

    Ein schöner Gedanke wenn man ehrlich ist, doch durchsetzen konnte der Staat es nicht. Es fehlte an Gebäuden, Lehrern und Finanziellem um das irgendwie zu realisieren.

    In der Weimarer Verfassung wurde sie festgeschrieben, unter Hitler erst aufgelöst (Juden, Roma-Sinti, unerwünschte) und dann eingeführt für Arier. Nicht wie schutsch schreibt um die Ideologie zu verbreiten, das war schon längst viel größer im Gange. Sondern um sicher zustellen das die "Richtigen" Lesen und Schreiben konnten und das Mindestmaß an humanistischer Bildung in der Bevölkerung vorhanden war. Bildung war vor anderen Staaten ein Aushängeschild und niemand will sich was das betrifft blamieren. Gerade deswegen interessiert sich jeder für den PISA Test heute.

    Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Schulpflicht beibehalten - die Welt ist ja mittlerweile fast überall bei dem Gedanken angekommen dass Bildung für jeden zur Teilhabe an der Gesellschaft wichtig und unerlässlich ist.


    Weiter: Er sagt, Eltern wissen immer am Besten was das Richtige für ihre Kinder ist. Auch hier mag ich widersprechen. Ein Großteil mag das können, aber bei weitem nicht alle. Und hier kann Schule helfen. Misshandlungen, Überforderungen oder Vernachlässigungen könne zum Teil in Erfahrung gebracht werden und Hilfe geleistet werden. Natürlich nicht alle - aber Besser als nichts. Und ein Gesetz mit Ausnahmen ist immer unfair, also spricht nichts dagegen ALLE Kinder unter Schulpflicht zu stellen. Nebenbei bemerkt gilt das Gesetz hier immer noch nicht für alle. Flüchtlingskinder, fahrendes Volk und illegal Anwesende sind davon ausgenommen. Hier ist noch Nachbesserungsbedarf. Und mal ganz ehrlich, erst heute bin ich SBahn gefahren. Es lief mal wieder ein Akkordeonbettler mit Kleinkind durch den Waggon. Die Kleine dürfte 7,8 (?) gewesen sein. Für sie wäre die Schule eine Chance! Aber ich schweife ab ....


    Das nächste: Die Schule in Deutschland ist ein staatlich verordnetes Entchristanisierungsprogamm!

    Nein, ist es nicht. Der Staats ist Weltanschauungsneutral, nur so ist er Garant für ein friedliches Zusammenleben. Wäre er es nicht, so wäre es wie in diversen arabischen Ländern und dort ist die Ausübung eines anderen Glaubens in der Regel verboten oder erschwert oder mit vielen Erniedrigungen fürs Leben verbunden. Der Staat garantiert die Bildung - religiöse Erziehung findet daheim und im sozialen Umfeld statt. Von mir aus im Religionsunterricht, wobei es ein großer Unterschied zwischen Unterricht und gelebten Glauben gibt. Es ist Unterricht - eine sachliche Auseinandersetzung. Das ersetzt nie die Vorbilder, die Teilnahme in der Gemeinde und das eigene Interesse.

    Ein Beispiel: Ich biete in der Schule immer eine Frühschicht an. Es kommt so gut wie niemand. 90% meiner Schüler frühstückt daheim nicht und weder Tischgebet noch Besinnung oder einfach ein gemeinsamer Start in den Tag sind ihnen Fremd. Es ist nicht verwunderlich, dass keiner Interesse daran hat. Die Eltern müßen diese Dinge etablieren - nicht die Schule.


    Was ist die Aufgabe einer Schule? Die Schüler zu mündigen Staatsbürgern zu erziehen, die Entstehung von religiösen oder weltanschauliche motivierten Parallelgesellschaften vorzubeugen und Raum zu schaffen der Minderheiten integriert und Ängste vor Fremden abbaut. Integration setzt dabei nicht nur voraus, dass die Mehrheit der Bevölkerung religiöse oder weltanschauliche Minderheiten nicht ausgrenzt; sie verlangt auch, dass diese sich selbst nicht abgrenzen und sich einem Dialog mit Andersdenkenden und -gläubigen nicht verschließen.

    Diese Auffassung von Schule unseres Staates schließt Hausunterricht aus. Privatschulen nicht, da durch Vielfalt im Lehrerkollegium die SuS mit unterschiedlichen Auffassungen in Kontakt kommen und durch eine große Anzahl an verschiedenen SuS aus unterschiedlichen Schichten lernen das Menschen verschiedener Hintergründe miteinander leben können.


    Mittlerweile gab es neue Posts, hier nur kurz noch etwas dazu. Es wird einfach zu lang.


    Von der Polizei Homepage:

    Als Täter von Kindesmisshandlung und -vernachlässigung treten Frauen und Männer etwa gleich häufig in Erscheinung. Sie entstammen allen sozialen Schichten. Oft entsteht die Tat aus einer Überforderungssituation heraus. Die Polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnet für das Jahr 2016 3.621 Fälle von Kindesmisshandlung (§ 225 StGB). Insgesamt gab es 4.237 Opfer, 56,6 Prozent davon waren männlich, 43,5 Prozent weiblich.

    Häusliche Gewalt gegen Männer / Frauen ist schwer zu beziffern. Und liegt deutlich über den gemachten Anzeigen.


    Lehrer sind meist weiblich, weil der Lehrer Job an sich sehr unattraktiv ist. In der Wirtschaft verdient man mehr, deutlich mehr. Da jeder Vater seiner Familie das Beste bieten möchte, gehen halt alle wirklich guten in die Wirtschaft.


    Zu den Abtreibungskommentaren sag ich nix, das entbehrt jedem vernünftigen Zugang. Die Emanzipation kann ich schon verstehen - selbst wenn ich sie nicht teile. Das Gefühl abhängig zu sein ist mitunter nicht sehr toll. Die Möglichkeit zu haben über sein Leben selbst bestimmen zu dürfen muß auch für Frauen drinn sein.

    Hier, nur ein paar Beispiele:

    noch 1958 konnte ein Mann wann immer es ihm beliebte den Anstellungsvertrag seiner Frau nach eigenem Ermessen ohne Angabe von Gründen fristlos kündigen. Erst 1977 wurde dieses Gesetz gekipt! In Bayern durften nur ledige Frauen Lehrerin werden, mit der Ehe verlor man automatisch seinen Job. Bis 1958 hatte der Ehemann auch das alleinige Bestimmungsrecht über Frau und Kinder inne. Auch wenn er seiner Frau erlaubte zu arbeiten, verwaltete er ihren Lohn. Ohne Zustimmung des Mannes durften Frauen kein eigenes Bankkonto eröffnen, noch bis 1962. Erst nach 1969 wurde eine verheiratete Frau als geschäftsfähig angesehen. Sexuelle Gewalt wurde erst 1997 Straftatbestand. Vorher musste sie ihm wann immer er wollte zur Verfügung stehen und musste auch leichte Gewalt dulden. Bis 1997! Es wird zu lang, daher höre ich damit auf. Aber der Punkt kommt rüber, denke ich. Eine Frau ist kein Wesen zweiten Ranges. Sie kann selbständig denken und handeln. Es ist schön wenn sie einen Partner hat der es ermöglicht nicht arbeiten zu müßen und so die Zeit bekommt für Familie und Garten. ABER sie sollte auch ohne Partner sich selbst versorgen können. Und sie sollte bei einem Vollidioten (was ja manchmal leider erst hinterher rauskommt) die Möglichkeit haben sich nicht von ihm in den Abgrund ziehen zu lassen.


    Ich lese das nun nicht mehr, behaltet die Rechtschreibfehler. Danke für eure Aufmerksamkeit :)

    Das man auch weiß worauf ich reagiere:


    Also. Ich bin Lehrerin und wehre mich erheblich gegen deinen ss Nazi Vergleich. Und wenn ich den Rest auch noch lese dann kann ich nur hoffen das die Kinder wirklich mit anderen Ansichten konfrontiert werden um im Erwachsenenalter sich daran zu erinnern das es nicht nur die eine verbohrte Sicht gibt.

    Den ganzen Rest erspare ich mir, da die Erfahrung gezeigt hat das bei solchen Aussagen jegliches Wort verschwendet ist. Gott sei Dank gibt es die Schulpflicht und das Verbot des Heimunterrichts. Sonst würde die Anzahl der Engstirnigen exponentiell ansteigen.

    Lieben Dank, ich habe sie beide notiert.


    Das Rezept such ich dir zu einer chrsitlicheren Zeit heraus ^^


    EIn gutes Nächtl,


    SAbine

    Hallo ihr Lieben,


    ich liebe Kürbisnudeln. Und da ich meistens wenig Zeit zum ausführlichen kochen habe, nahme ich den Kürbis bereits gewürfelt aus dem Glas. Nun führt mein Supermarkt keinen Kürbis im Glas mehr !!!


    Ich muß ihn also selbst einmachen. Hat jemand ein schönes Rezept? Wichtig ist mir, das die Würfel beim weiterverarbeiten noch schön knackig sind.


    LG
    Sabine

    Ja, mich interessiert es. Wie hast du es denn gemacht? Weil es ist ja tatsächlich nicht erlaubt - und wird normalerweise durch die Schulpflicht mit Gefngnis bestraft.


    Österreich ist da die einzige alternative ...

    Liebe Anne und liebe Clara, Bonnet Fiction ist m.E. ein mehrschichtiges Phänomen.


    Bei www.amishliving.com, einem Portal, das von mehreren namhaften Autorinnen dieses Genres getragen wird, erfährt man sehr viel über die Leserinnen. Nicht nur zwischen den Zeilen, sondern auch sehr offen berichten sie über ihre manchmal verzweifelten Lebenssituationen, von denen sie durch das Eintauchen in eine fiktionale und heile Amish-Welt für kurze Zeit erfolgreich abgelenkt werden.


    Die zumeist mangelhaft recherchierten Roman können für ihre gebeutelten Fans nicht nur eine therapeutische, u.U. sogar seelsorgerliche Funktion entfalten, ähnlich wie Liebes-, Arzt- oder Bergromane hierzulande. Grüße von Gisela


    Nicht nur zwischen den Zeilen, sondern auch sehr offen berichten sie über ihre manchmal verzweifelten Lebenssituationen, von denen sie durch das Eintauchen in eine fiktionale und heile Amish-Welt für kurze Zeit erfolgreich abgelenkt werden.

    Nun ja, persönlich kenne ich keinen der Romane. Aber ich lese auch hier keine Klatschblätter ^^
    Ich finde ja, dass auch die Amishwelt nicht gerade heil ist. Innerhalb einer Gruppe von Menschen die zusammen leben (auch einer Familie) wird es immer Spannungen geben. Auch werden sie immer mal wieder mit Gesundheits- und Geldproblemen, manchmal sogar mit Existenzproblemen kämpfen müßen.
    Zumindest ich empfinde solche Sorgen nicht gerade als "Heile Welt".

    Hier, mitten in München wäre ich heillos aufgeschmissen. Ich könnte noch nichtmal heizen, da ein Kamin oder ähnliches in dieser Mietwohnung gar nicht existiert.


    Aber erzähl doch ausführlich von deinem Urlaub! Ich bin ja sooo neugierig ... ^^


    LG
    Sabine