Poor Man's Steak

  • So... Jetzt bin ich komplett fertig.


    The Amish Cook von Lovina Eicher


    16. Januar 2012


    3.15 Uhr. Zeit zum Aufstehen. Ich bereite für meinen Mann Joe das Mittagessen vor. Es besteht aus Hausgemachter Hühner-Nudel-Suppe, Crackern, Ranger-Cookies, welche unsere Tochter Susanne gestern gebacken hat und ein paar gefrorene Pfirsiche. Joe isst zum Mittagessen lieber Suppe als Sandwiches. Aber er sagt mir immer, ich soll ihm nicht zuviel zum Essen einpacken, weil er besser essen kann, wenn die Arbeit getan ist. Er mag also ein leichtes Mittagessen. Seine Arbeit besteht daraus, Schränkchen in Campinganhänger einzubauen. Er arbeitet seit über sieben Jahren für diese Firma. Im März wird es acht Jahre her sein, dass wir von Indiana nach Michigan umgezogen sind.


    3.45 Uhr. Joe geht zur Arbeit. Sie fangen jeden Tag um 5 Uhr früh mit Arbeiten an. Aber die Hinfahrt dauert 40 bis 45 Minuten. Ich hoffe, dass sie bei den glatten Straßen und dem Schneegestöber sicher ankommen. Ich gehe wieder schlafen bis es Zeit ist, die Kinder für die Schule zu wecken.
    6.00 Uhr. Ich gehe nachschauen, ob wir Nachrichten auf unserem Telefon im Schuppen haben. Weil die Straßen glatt sind und es heftig schneit, entscheide ich nachzusehen, ob die Schule später anfängt. Einer aus der Schule ruft uns Amische normalerweise an und hinterlässt eine Nachricht, wenn die Schule später anfängt oder ausfällt. Sie tun es, weil wir keine Radios oder Fernseher haben, damit wir bescheid wissen. Wir wissen das sehr zu schätzen. Wenn es neblig ist oder sie Straßenverhältnisse schlecht sind, kontrolliere ich immer den Anrufbeantworter bevor ich die Kinder aufwecke. Heute Morgen ist eine Nachricht da. Die Schule fällt heute aus. Ich beschließe, die Kinder ein wenig länger schlafen zu lassen. Als ich noch in Berne gelebt habe, hatten wir diese Möglichkeit nicht, weil Telefone dort nicht erlaubt waren. Darum mussten wir manchmal zwei Stunden auf den Bus warten, bevor wir herausfanden, dass die schule ausfiel.


    8.30 Uhr. Alle sind wach und bereit fürs Frühstück. Die Mädchen haben gebackenen French Toast und Rührei gemacht.


    9.30 Uhr. Die Jungs sind draußen zum Schneeschaufeln. Sie haben gesagt, sie wollen versuchen den Schnee so aufzuhäufen, dass sie einen Tunnel unter dem Schnee buddeln können. Die Mädchen und ich machen die Wäsche, spülen das Geschirr und machen die wöchentliche Reinigung. Außerdem zerschneide und brate ich das Poor man's Steak, das ich gestern zusammengemixt habe. Nachdem es gebraten ist, röste ich es und bestreiche es mit Pilzsuppencreme. Das wird heute ein Teil unseres Abendessens sein.


    13.00 Uhr. Das Mittagessen ist fertig. Wir essen Suppe, was an einem kalten tag immer gut ist.


    14.00 Uhr. Loretta und ich gehen zusammen in die Stadt. Loretta hat eine Verabredung und ich brauche ein paar Lebensmittel. Die Jungs legen Pausen ein, aber sie arbeiten weiter daran, unsere Auffahrt freizuschaufeln. Die Mädchen sind gerade mit Saubermachen fertig, als ich losgehe.


    16.30 Uhr. Loretta und ich sind zurück zu hause. Joe ist auch wieder da. Er hilft den Jungs dabei das Schneeschaufeln zu beenden. Es schneit jetzt schon wieder, also werden sie morgen vielleicht wieder schaufeln müssen. Die Mädchen haben überbackene Kartoffeln für den Ofen vorbereitet.


    18.30 Uhr. Die Arbeit draußen ist gemacht und sie sind fertig fürs Abendessen. Auf unserer Speisekarte stehen Pool Man's Steak, überbackene Kartoffeln, Schweinefleisch und Bohnen, Käse und Ranger Cookies. Elizabeths Freund Timothy kommt und isst gemeinsam mit uns.


    19.30 Uhr. Das Geschirr ist abgewaschen. Einige der Kinder lesen und einige spielen. Die Jungen schreiben und malen auf ihre Notizblöcke (writing tablets könnte auch Schreibtafeln bedeuten). Vor kurzem haben sie damit angefangen sich für längere Zeit selbst zu beschäftigen – nur mit Schreiben und Malen. Kevin mag es mit Stiften alle Arten von Dingen zu zeichnen. Er schreibt so gerne, dass er alle Arten von Papier, die herumliegen, beschreibt. Er entdeckte dieses Buch, in das ich meine Kolumne schreibe und entschied, sein Geschreibsel hinzuzufügen. Manchmal geht es soweit, dass er auf die Rückseite der Hausaufgaben von jemandem schreibt.


    21.30 Uhr. Alle sind ins Bett gegangen. Die Kinder haben den freien Tag zu hause genossen obwohl es einschloss bei der Arbeit zu helfen.


    Gute Nacht euch allen und Gott segne euch! Probiert dieses Pool Man's Steak Rezept aus!


    POOR MAN'S STEAK (Das Steak für den armen Mann)


    500 g Hackfleisch
    1 Dose (300 g) cremige Pilzsuppe
    1 TL Salz
    Pfeffer
    1/4 TL Knoblauchpulver
    1 Tasse trockene Brotkrümel
    2 Eier
    1 kleine zerhackte Zwiebel


    Alle Zutaten außer der Pilzcreme mischen und zu einer Kastenform formen. Für mindestens acht Stunden oder über Nacht in den Kühlschrank stellen. In Scheiben schneiden und grillen oder braten bis beide Seiten braun genug sind. Scheiben in Backform schichten, die Pilzsuppencreme darübergeben (ohne Wasser hinzuzufügen). Eine Stunde bei 160°C backen.

    Edited 4 times, last by Keturah ().

  • Liebe Kethura,


    danke für's Übersetzen! Ich genieße diese kleinen Auszüge aus dem amischen Alltag immer sehr.


    Falls jemand das Rezept nachkochen möchte....das, was Du mit Pilzsuppencreme übersetzt hast, ist da drüben "Cream of mushroom soup" von Campbell's. Das ist quasi kondensierte Pilzsuppe aus der Dose, die man mit ein bißchen Wasser aufgießt und fertig. Da es das hier nicht gibt, außer man hat einen amerikanischen Laden um die Ecke (so wie ich), kann man auch eine Tütensuppe von Maggi, Knorr etc. nehmen und diese mit nicht ganz so viel Wasser anrühren, wie auf der Verpackung steht.


    Lieben Gruß,
    Anne

    Edited once, last by Agranzow ().

  • Ich kann mich Anne nur anschließen, ich lese die Berichte des Amishalltags auch super gerne.


    anne :
    Danke für den Tipp mit der Tütensuppe. Ich dachte mir soetwas schon. Denn sonst hätte ich auch nicht gewußt, wie zu improvisieren sei.


    Vielen Dank euch 2.
    Gruß von Sandra

  • Ich kenne ein sehr ähnliches Rezept von meiner Mutter, die benutzt dafür immer die Pilzcreme Quick Soup (oder Steinpilzcreme) von Knorr benutzt. In der Schweiz gibt's die auf jeden Fall bei Coop, in Deutschland sollte sie auch erhältlich sein.

  • Auch von mir vielen dank für die Übersetzung der Kolumne freut mich sehr das es 2012 weitergeht. :thumbsup:


    LG Baps

  • Da die jungen Damen die Übersetzungen übernommen haben, kann ich eine Anmerkung zum Alltagsleben einer achtfachen amischen Mutter einfügen, die in den Bonnet-Büchern nicht vorkommen würde: Lovinas lachendes Auge sieht, dass ihre jüngsten Kinder nicht nur in die Schule gehen, sondern sich auch zu Hause schon für eine Weile mit einem Stift selbst beschäftigen können, ein weniger lachendes findet Erstklässler-Kritzeleien in ihrem Kolumnen-Manuskript und auf den Hausaufgaben der älteren Kinder.

    Edited 3 times, last by gisela ().