Kurzer Besuch in der Hutterer Kolonie Decker

  • Eben grad kam auf 3 Sat ein kurzer, aber feiner Beitrag über die Decker Kolonie in Kanada. Seit Michael Holzachs Besuch scheint sich allerhand verändert zu haben. Es war eine wohlhabende Gemeinschaft mit einem wahnsinns Fuhrpark (große Pickups) zu sehen. Aber auch ein sichtlich bewegtes Kolonie Oberhaupt Sam Waldner, weil gerade in den zwei Tagen der Reportage ein junges Mitglied die Gemeinschaft verlassen hat


    Hühnerjerg

  • Vielen Dank für den link, ich kann leider nur mitschauen/lesen, ich krieg das nicht auf die Reihe mit nem link einstellen.
    Ja ja, der Friede der nachdenklich macht. Ist schon toll so ein zusammenhalt. Wenn ich meine Augen zu mache, sehe ich das auch bei uns, dann mache ich sie wieder auf und --- puff alles weg. Schaaade.
    Ich weiß, man muß sich selbst verändern sonst geht nix. Aber oft finde ich dies schon arg schwer. Alles hat gute und weniger gute Seiten. In diesem Sinn,
    noch einen schönen Tag an alle.
    Gruß Sandra

  • oh mann...
    Ich bräuchte die Untertitel bei dem Schweizerdütschen dringender als bei dem, was der Hutterer sagt.
    Echt krass, dass ich bei diesem Film größere Schwierigkeiten habe, zu folgen als bei den Englischen Dokus

  • Wenn man den Fuhrpark der Hutterer sieht, trifft das Verbot von Erhabenheit und Gleichheitsprinzip nicht zu oder täusche ich mich .Durch ihre geschlossene Gemeinschaft-Kollonie sind die Jungen doch Gefangen und umsogrösser ist die Sehnsucht nach der modernen Welt.
    Die Amish Teenager mit ihrer Pferdekultur sind da weitaus mobiler und freier.
    Kein Bischof oder Minister würde mit einer Verchromten oder weissen Kutsche fahren.
    Sind die Hutterer eine Sekte mit erhabenen Oberhaupt?
    Grüsse von Josef.

  • Als Österreicher sollt man wissen was Hutterer sind!



    Wenn man den Fuhrpark sieht, muß man berücksichtigen wo die wohnen und welche Strecken die zu bewältigen haben.






    Wer hat den den Kindergarten Erfunden?

  • Leider gibt es nur wenige Dokus von Hutterern ,darum weiss man wenig über sie.
    Das erste mal sah ich sie bei den strengsten Eltern der Welt .Im Vorjahr war ein Bericht von einer Canadischen Huttererfamilie beim Besuch in ihrer Ursprungheimat Vorarlberg zu sehen .Aber mehr Einblick durch Dokumentarfilme in das Leben der Hutterer -Gemeinschaft währe sicher aufschlussreicher .Das wird warscheinlich im Huttererforum möglich sein.Leider bin ich aus der Rumspringerzeit schon raus und bleibe beim Amishforum.


    Grüsse von Josef.

  • Was den Fuhrpark betrifft...


    Als Deutscher bzw. Europäer hat man sicher schnell das Gefühl, dass diese Autos sehr protzig und einfach riesig sind. Man muss das aber im Verhältnis sehen. Wir sind halt einfach viel kleinere Autos gewöhnt. Aber im Vergleich zu anderen Durchschnittsamerikanern sind die Autos nicht unnormal. Und eine amerikanische Familie hat gut und gerne 2-3 Autos. Da sind die "paar" Autos für eine Gemeinschaft von 120 Leuten nicht übertrieben...

  • Bei den steigenden Spritpreisen wegen der Konflikte USA-Iran,Syrien,Lybien kostet er schon(Italien 2,-euro)bin ich Froh als Alternative Fahrrad, Kutsche und Pferd zu haben ,der nächste Bahnhof/Stadt ist 2 km entfernt .

  • Spyder . Von Erhabenheit kann nicht die Rede sein. Ich denke, dass kam doch im kurzen Bericht deutlich rüber. Ich meine dem alten Mann standen eher die Tränen in den Augen. Ja, und mir den großen weißen Pickups war ich im ersten Moment ein bißchen platt. Bei Holzach, vor dreizig Jahren, war von kleinen Trucks die Rede , die einmal in der Woche die Eier der Hühnerfarm in die Stadt brachten. Ich könnte mir auch steuerlich Gründe vorstellen.


    Ich hab dann mal nach decker colony gesucht und einige interessante Beiträge uber die Colony gefunden. Schaut doch hier mal http://www.deckercs.com/home/deutsch und auch musikalisch ist diese Gemeinschaft sehr gut aufgestellt http://hutterites.org/hutteritestore/choirinfo.htm.


    Viel Spaß beim stöbern


    Hühnerjerg

  • Das mit dem Sprechverein ist eine sehr gute Sache finde ich. Und auch die Tatsache, dass sie einen Chor haben, macht mir diese Gemeinde noch sypatischer. Ich glaube es würde sich lohnen, ihr einen Besuch abzustatten, wenn man mal in der Nähe ist ...


    :) Keturah

  • Auch wenn Hutterer und Amische beide täuferische Kirchen sind (also beide auf die Täuferbewegung der Reformation zurückzuführen sind) und somit viele Gemeimsamkeiten haben (Erwachsenentaufe, Gewaltverzicht, Gemeinschaftsideal, keine Eide etc), gibt es doch auch Unterschiede. Hutterer leben bewusst in Gütergemeinschaft (Bruderhöfen) und stehen technischen Neuerungen offener gegenüber als Amische (wenn man das so auf einen Punkt bringen kann).


    Somit ist es keine Seltenheit, dass Hutterer auch einen kleinen Wagenpark, moderne Erntemaschinen oder größere Anlagen für Fleischproduktion o.ä. besitzen. Die Führung einer solchen Siedlung liegt immer bei den beiden Vorstehern (Verwalter und Prediger), die allerdings meines Wissens von der Gemeinde gewählt worden sind. Ähnlich wahrscheinlich der Ältesten der Amischen (ganz nebenbei aus Interesse: Weiß jemand mehr, wie die Ältesten der Amischen zu ihren Amt kommen und wie lange sie diesen ausüben können?).


    Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es durchaus auch unterschiedliche Antworten darauf gibt, einen Standpunkt zwischen dem eigenen christlich-täuferischen Anspruch (z.B. nach Gleichheit) und den Einflüssen von außen herzustellen.


    viele Grüße

  • Lieber Kjell,


    die Details des Loswahlverfahrens amischer Ältester sind von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. Aber das Prinzip findest Du bei John Hostetler, Amish Society, 3. Auflage 1980, S. 112-113 gut beschrieben.


    Grüße von Gisela

  • Auch wenn Hutterer und Amische beide täuferische Kirchen sind (also beide auf die Täuferbewegung der Reformation zurückzuführen sind) und somit viele Gemeimsamkeiten haben (Erwachsenentaufe, Gewaltverzicht, Gemeinschaftsideal, keine Eide etc), gibt es doch auch Unterschiede. Hutterer leben bewusst in Gütergemeinschaft (Bruderhöfen) und stehen technischen Neuerungen offener gegenüber als Amische (wenn man das so auf einen Punkt bringen kann).


    Nichts für ungut, aber mich stören in deinen Ausführungen zwei Begrifflichkeiten, die so überhaupt nicht täuferisch sind, sondern amtskirchengeprägt: "täuferische Kirchen" und "Erwachsenentaufe". Stattdessen und dem täuferischen Selbstverständnis näher, wären die Bezeichnungen "täuferische Gemeinden" und "Glaubenstaufe".