Die Amischen in der "Literatur"

  • Diesen Link habe ich gerade auf Amish America gefunden:


    http://amishamerica.com/valeri…cher-amish-romance-novel/


    Bei meinem letzten Besuch habe ich mich mit meiner Freundin über die Darstellung der Amischen in den ganzen "novels" unterhalten...sie hat einige gelesen und äußerte sich ziemlich negativ darüber. Da seien wirklich sehr grobe Fehler drin und oftmals hätte es herzlich wenig mit der Wirklichkeit zu tun.
    Sie sprach von einer Bekannten (nicht Amisch), die wohl eine "Gegendarstellung" schreiben wollte. Also ein Buch, das mit all den falschen Vorstellungen aus den Liebesgeschichten-Schmalz-Büchern aufräumt.
    Bin gespannt...ich werde das Thema weiter verfolgen und wenn ich näheres weiß, hier berichten.


    Gruß,
    Anne

    Edited once, last by Agranzow ().

  • Was ich ja immer sehr interessant finde, ist, dass die meisten novels ja angeblich von Amischen gelesen und korrigiert werden. Muss wohl eine uns unbekannte Abspaltung der Amischen sein, eh? :D

  • Liebe Anne und liebe Clara, Bonnet Fiction ist m.E. ein mehrschichtiges Phänomen.


    Bei www.amishliving.com, einem Portal, das von mehreren namhaften Autorinnen dieses Genres getragen wird, erfährt man sehr viel über die Leserinnen. Nicht nur zwischen den Zeilen, sondern auch sehr offen berichten sie über ihre manchmal verzweifelten Lebenssituationen, von denen sie durch das Eintauchen in eine fiktionale und heile Amish-Welt für kurze Zeit erfolgreich abgelenkt werden.


    Die zumeist mangelhaft recherchierten Roman können für ihre gebeutelten Fans nicht nur eine therapeutische, u.U. sogar seelsorgerliche Funktion entfalten, ähnlich wie Liebes-, Arzt- oder Bergromane hierzulande. Grüße von Gisela

  • Da hast du natürlich Recht, Gisela! Wie jedes Buch können Bonnet Fiction Romane den Leserinnen eine Auszeit aus dem vielleicht nicht so grandiosen Alltag ermöglichen. Und dafür ist das heile-Welt-Getue sicher nötig. Nur sollte einem dabei klar sein, dass es eben Bonnet Fiction ist und es nicht unbedingt in der Realtität so aussieht.
    Grüße von Clara

  • Ich habe die Romane Abrams Töchter von Beverly Lewis gelesen. Kennt die jemand von euch? Würdet ihr sie auch in die Kategorie der schlecht recherchierten, romantisierenden und fehlerhaften Literatur einordnen?

  • Liebe Anne und liebe Clara, Bonnet Fiction ist m.E. ein mehrschichtiges Phänomen.


    Bei www.amishliving.com, einem Portal, das von mehreren namhaften Autorinnen dieses Genres getragen wird, erfährt man sehr viel über die Leserinnen. Nicht nur zwischen den Zeilen, sondern auch sehr offen berichten sie über ihre manchmal verzweifelten Lebenssituationen, von denen sie durch das Eintauchen in eine fiktionale und heile Amish-Welt für kurze Zeit erfolgreich abgelenkt werden.


    Die zumeist mangelhaft recherchierten Roman können für ihre gebeutelten Fans nicht nur eine therapeutische, u.U. sogar seelsorgerliche Funktion entfalten, ähnlich wie Liebes-, Arzt- oder Bergromane hierzulande. Grüße von Gisela


    Nicht nur zwischen den Zeilen, sondern auch sehr offen berichten sie über ihre manchmal verzweifelten Lebenssituationen, von denen sie durch das Eintauchen in eine fiktionale und heile Amish-Welt für kurze Zeit erfolgreich abgelenkt werden.

    Nun ja, persönlich kenne ich keinen der Romane. Aber ich lese auch hier keine Klatschblätter ^^
    Ich finde ja, dass auch die Amishwelt nicht gerade heil ist. Innerhalb einer Gruppe von Menschen die zusammen leben (auch einer Familie) wird es immer Spannungen geben. Auch werden sie immer mal wieder mit Gesundheits- und Geldproblemen, manchmal sogar mit Existenzproblemen kämpfen müßen.
    Zumindest ich empfinde solche Sorgen nicht gerade als "Heile Welt".

  • - Liebe Keturah, von Beverly Lewis habe ich nur ein einziges Buch gelesen: Die Tochter des Predigers. Das war eine eigenartige Kombination von Jugenderinnerungen der B.L. (weibliches Kunstinteresse, Brieffreundschaft, fehlende Badezimmer, autoritäre aber liebende Eltern) mit schlicht gestrickten, quasi-evangelikalen Vorstellungen. Das Alltagsleben der Old Order Leute wird ebenso wenig gewürdigt wie ihre Glaubenspositionen (Pazifismus und Nonkonformität). Deshalb finde ich mennonitische Romantic Fiction besser als "Amish Fiction".


    - Liebe SabineB, die Romanheldinnen schlagen sich natürlich "immer mal wieder mit Gesundheits- und Geldproblemen, manchmal sogar mit Existenzproblemen" herum, sonst wäre es ja nicht spannend. Aber alles nimmt immer ein gutes Ende: Zum Schluss wird geheiratet oder die Familie erteilt den Segen zur Entscheidung gegen die Tradition. Viele amische Bischöfe sagen m.E. zu Recht: Hände weg von diesem Schund. Grüße von Gisela

    Edited 5 times, last by gisela ().

  • Ich fand Abrams Töchter sehr schön, und soweit ich es beurteilen kann auch weitestgehend korrekt. Es geht darin um eine Amische Familie. Die Mutter ist gestorben. Der Vater hat mindestens 5 Töchter. In der Geschichte stehen die einzelnen Töchter vor verschiedenen Problemen. Die älteste hat in ihrer Rumspringe ein Baby mit einem Nicht-Amischen gezeugt, das aber gestorben ist. Die zweitälteste verliebt sich in einen jungen Mann, der Tischler werden möchte und deswegen in eine andere Gemeinde gehen muss. Außerdem findet sie auf einem persönlichen Weg zu Jesus. (Es spielt in einer sehr konservativen Gemeinde, in der privates Bibelstudium nicht gern gesehen wird)


    Ich fand es ziemlich interessant, und denke, dass viele Probleme, die darin angesprochen werden auch realistisch sind.


    Es ist schon eine Weile her, dass ich die Reihe gelesen habe, Damals wusste ich noch nicht alles, was ich jetzt weiß. Vielleicht könnte ich mittlerweile einiges besser einschätzen und würde es anders sehen...


    Keturah


    PS: Dass ihr Leben und ihre Glaubensposition nicht gewürdigt würde, habe ich nicht so empfunden...