amisches Waschmittel

  • Hier kommen zwei Rezepte für Waschmittel, ein amisches in amischer Haushaltsmenge, und eine europäische Version.


    Zutaten für original amisches Waschmittel:
    - 1 1/2 bars Fels Naptha or homemade soap, grated
    - 4 qt. Water
    - 2 C. borax
    - 2 C. washing soda
    Zubereitung: Heat water and dissolve grated soap bar in it. When soap is dissolved stir in Borax and washign soda until dissolved. Dump into 5-gallon pain and fill the rest of the pail with water. Stir, cover and let sit overnight to thicken. Use 1/2 to 3/4 cup per load.


    Zutaten für selbstgemachtes Waschmittel:
    - 15 gr echte Kernseife reiben
    - 2 EL Kristall Soda
    - 340 ml kochendes Wasser
    Zubereitung: geriebene Seife in eine Schüssel geben, das heiße Wasser darüber gießen, dann 2 EL Kristall Soda dazu und alles mit dem Schneebesen umrühren. 1 Stunde in Ruhe lassen. Weitere 340 ml Wasser kochen lassen, dann im Schüssel gießen und wieder mal umrühren. (Wenn eine kleine Prise Duft erwünscht ist, 10 Tropfen von einem ätherischen Öl dazugeben.) Wie ihr schnell bemerken werdet, wird alles bald fest. Am nächsten Tag wieder mal 340 ml Wasser kochen lassen und wieder in die Schüssel gießen und mit dem Schneebesen umrühren. Das selbstgemachte Waschmittel mithilfe eines Trichters in eine 1,5-l-Flasche füllen. 2 dl pro Waschgang verwenden. Vor der Anwendung immer gut schütteln.

  • Hallo Gisela!


    Wenn ich jetzt noch ein Waschbrett hätte, würde ich es glatt ausprobieren! :)
    (Aber nur so zum Spaß, ich wäre komplett überfordert, die ganze Wäsche mit der
    Hand zu waschen! Außer so einzelne Stücke aus Woll zB.)
    Bin sehr froh, eine Waschmaschine zu haben! :D


    LG
    die Wicky

  • Wo ist denn in der Übersetzung das Borax geblieben?
    Kann man das auch in die Waschmaschine reinkippen?

  • Liebe Keturah,


    Boraxzusatz ist sinnvoll für weiße Kochwäsche, weil es bleicht; bei Buntwäsche würde es die Farben angreifen. (Freu Dich auf das Fach Chemie in der Oberstufe!) Dies preiswerte und umweltfreundliche Flüssigwaschmittel ist für die Maschine gedacht. Denn amische Hausfrauen, liebe Wicky, kennen Waschbretter vielleicht noch aus dem Antiquitätenladen. Sie benutzen handelsübliche Waschmaschinen, die in amischen Werkstätten von Strom auf Druckluft umgerüstet werden.


    Waschfrauengrüße von Gisela

    Edited 2 times, last by gisela ().

  • Hallo Gisela!


    Na, dann bin ich ja beruhigt! :)
    Ich dachte wirklich, daß sie keine Waschmaschine haben!
    ......man lernt immer noch dazu!................. ;)


    LG
    Wicky

  • Ich dachte auch, dass zum Teil noch per Hand gewaschen wird.


    Das Rezept probier ich doch glatt mal aus. Danke!


    LG evsaha

  • Liebe Wicky, viele Leute haben, so wie Du, bestimmte Vorstellungen von der amischen Lebensweise und sehen das, was sie sehen möchten oder selbst kennen. Denn die Old Order Leute eignen sich wegen ihrer Optik gut für Projektionen aller Art.


    Die, die gerne Selbstversorger wären, stellen sie sich als Selbstversorger vor; die, die gerne auf schlichte Weise fromm sein möchten, stellen sie sich als schlichte Fromme vor; die, die gerne eine funktionale Familie hätten, stellen sich heile Familien vor; die, die mit den Anforderungen des modernen Lebens nur mühsam zurecht kommen, stellen sich Aussteiger vor. Freizeitreiter sehen Pferdehaltung, Hobbyquilterinnen sehen Quilts, Hobbyimker sehen Bienenhaltung, Hobbyköche kochen Rezepte nach und Hobbyschneiderinnen können die Kleiderschnitte würdigen.


    Aber das, was unabhängig von regionalen Unterschieden ihren Kern, die Old Order Identität ausmacht, liegt weder in den Pferden noch in den Kleidern noch in den Mahlzeiten: Sie leben sehr wohl in, aber nicht von dieser Welt.

    Edited 4 times, last by gisela ().

  • Von heisst doch auch," davon" was es hier gibt :Unsere Lebensmittel und alles was wir zum Leben brauchen ist von Dieser Welt!
    Da müssten ja alle Dinge vom Mars kommen ,welche die Amish benötigen damit sie nicht "von"Dieser Welt sind.
    Schon sehr irritierend,aber das kenn ich von wo.
    Da hilft ein Jugendlicher bei der Arbeit ,danach will man ihm eine Jause geben und er sagt nein niemals würde er das annehmen aber dann überwindet er sich und isst für 3.
    Grüsse von Dieser Welt von Josef.

  • Lieber Josef, die Geschichte mit dem Jugendlichen habe ich nicht ganz verstanden. Zuerst lehnte er höflich ab, und aß dann dennoch mit guten Appetit? Hätte er sich über ein paar Euro mehr gefreut?


    Eine von Täufern häufig genannte Bibelstelle zur Paradoxie des Christenlebens findet sich bei Joh 17,14-18. IN bedeutet für sie, dass getaufte Amische den selben Nöten, Zwängen und Ängsten (z.B. Alkohol oder Gewalt in der Familie, Drogen, Zwitracht in der Gemeinde oder Nachbarschaftsstreit) unterworfen sind wie alle Menschen. NICHT von bedeutet für sie, angesichts dessen Jesu Leiden, Sterben und Auferstehen als Orientierungsrahmen kennen und anerkennen. Grüße von Gisela

  • Liebe Gisela !
    In einem Amish-Film erzählte Herr Eli Stolzfuß das ihn ein Typ fragte was die Amish mit den Touristen so verdienen und er antwortete,die meisten Amish würden sagen das sie die Touristen nicht brauchen aber das gute Geschäft mit Ihnen wollen alle machen,sogar die Kinder sind beim Verkauf aktiv dabei.Im Film Stay on Line wurde erklärt das Amishe kein Telefon auf eigenen Grund und im Haus haben dürfen ,aber auf Nachbarsgrund schon .
    Ich glaube das man die echten Amishen nur weit abgelegen von Städten mit ihren guten Grundsätzen und bescheidenen Lebensstil finden kann.Wie bei uns die abgelegenen Bergbauern wo man noch ehrliche ,aufrichtige,hilfsbereite und sehr liebenswerte gläubige Menschen findet .
    Als mobiler Hufschmied hatte ich das Glück alle Pferdleute und Bauern kennen zulernen.
    Desto kleiner das Geldbörsel umso grösser die Jause und die aufrichtige Dankbarkeit.Vor der Mahlzeit wurde ein Vaterunser gebetet.Im Gegensatz zu den Flachland-Pferde -freunden ,nur immer alles besser wissen ,nach der arbeit Erlagschein statt Bargeld und dann ein halbes bis ganzes jahr nicht bezahlen.
    Liebe Grüsse von Josef.

  • In der Bibel heißt es (ich glaube im Römerbrief....?) wir sollen die Welt so gebrauchen als brauchen wir sie nicht.
    Ich kann auch ein Telefon benutzen, einen PC, einen Fernseher. Ich werde nicht weniger in der Welt leben, wenn ich den Hörer abnehme und wähle.
    Jesus meint "nicht von der Welt zu sein", dass das Herz, der Geist, der Sinn auf IHN ausgerichtet ist. Wir müssen essen, und doch heißt es im Römerbrief, das Reich Gottes ist nicht essen und trinken. Und doch faste ich nicht bis zum umfallen, um schneller im Reich Gottes zu sein. Denn- Jesus-: Das Reich ist mitten unter euch.
    Ich habe erst wieder erfahren von einer Familie in den USA, die ihre 5 Kinder nicht ins Kino, nicht vor den Fernseher, nicht in Discos etc gelassen haben. Und trotzdem :rolleyes: sind alle im Glauben. Wenn auch 2 oder 3 nicht so "extrem" sind.(Erwachsen)
    Andere Familien haben das Gegenteil erreicht und haben ihre Kinder abgestoßen durch ihre sonderliche Einstellung.
    Der UNTERSCHIED ist. Fülle ich mit dem Mangel des einen (kein TV...) die Stelle mit Herz und Liebe, Sinn und Humor oder fülle ich es mit neuem Verbot und noch mehr Strenge....
    Man hat mal festgestellt, dass Babies ohne jede körperliche Berührung, nur Füttern und Windelwechsel, sterben. Ich glaube der grausame Test fand vor etwa 150 - 200 Jahren statt. In Deutschland zu Kaiserszeiten.
    Alle - ich glaube 10 - Babies starben ohne krank gewesen zu sein.
    So "stirbt" auch der Geist, das Innere in uns, wenn wir nicht die Härtere in dieser Welt füllen mit Liebe, etwas Sinn, etwas Hoffnung.
    Ich fand zu Gott trotz ungläubiger Eltern und habe Gruselcomics gelesen. Und mein Innerstes hat sich nach Gott gesehnt.
    Ich finde es ganz wichtig, dass man nicht vor lauter (ferner) Vorbilder sich ein Bild schmiedet von dem wie man gerne sein möchte, es projiziert auf andere und ein Zerrbild bei den anderen ankommt, die die gute Absicht (mit Gott leben) gar nicht mehr erkennen können.


    Wenn ich um mich herum hauptsächlich Hühner und Kühe hätte, eigene Kinder und einen Hofhund, dann ist es wohl nicht wichtig ob ich Fernsehen habe oder ein Telefon. Wenn ich aber in recht engem Kontakt mit unmittelbaren Nachbarn lebe und ungläubige Verwandte und sie merken, dass wir leben "wie Aliens" und nur Bibelverse kennen, dann bezweifle ich ob wir sie für IHN gewinnen können. Wenn es in der Bibel heißt, wir sollen wissen wie wir mit Salz jederzeit antworten können und weise sein sollen, dann muss man sich fragen, ob man sich nur selbst in der Heiligkeit mag oder ob es auch die Menschen berührt. Möglichst wenig Kontakt zu Ungläubigen, verdorbenen Menschen zu haben ist für Kinder ganz gut, aber nicht für erwachsene Christen, die berufen sind hinzugehen und die Menschen für Jesus zu gewinnen. So muss ich den Weg finden - aus dem Reich Gottes heraus, aus dem mein Herz wiedergeboren ist, zu den Ungläubigen, die volle Kanne in der Welt sind. Die offensichtlich sündigen, die kiffen und ehebrechen. Ich glaube, dass Jesus das als heiliger ansieht (zu ihnen zu gehen und helfen, zuhören, Anteil nehmen) als wenn richtig gekleidete, Kopfbedeckte ihre Hühner pflegen und auf gesunde Kost achten und ihre private Errettung nicht verlieren wollen und sich nur um sich drehen. Sie meinen nicht mehr von der Welt zu sein und drehen sich nur (Römerbrief) um ihren eigen Bauch. So kann das eigene christliche Leben zu einem Götzendienst werden.
    Hoppla. Sorry. Wollte gar nicht so viel schreiben.......

  • Lieber Josef, Deine Erfahrung mit großzügigen, ehrlichen Armen und geizigen, unzuverlässigen Reichen teile ich. (Auch wenn ich darüber hinaus mit unzuverlässigen Armen oder ehrlichen Vermögenden zu tun hatte.) Doch Deine Unterscheidung in "echte Amische" einerseits und andererseits solche, mit denen man als Tourist (oder Horse-Progress-Day Besucher) in Kontakt kommen kann, erscheint mir kühn.


    Wo eine amische Familie das Telefon aufstellt, ob in der Werkstatt oder gemeinsam mit Nachbarn an dem Grundstücksecken, regelt die Gemeindeordung, die alle 6 Monate geändert werden kann. Die täuferische Trennung von der Welt liegt nicht im Technologie-Gebrauch begründet, sondern gewisse technologische Sonderwege symbolisieren die Entschiedenheit einer konfessionellen Position.


    Wenn Dir das Vaterunser als Tischgebet gefällt, dann kannst Du es zu jeder Mahlzeit mit den Deinen z.B. stumm sprechen; amische Tischgebete werden immer stumm "gesprochen". Wenn Du am Text Interesse hast, lass es mich wissen. Grüße von Gisela

    Edited 6 times, last by gisela ().

  • Nun sind wir zu weit vom eigentlichen Tread abgekommen!
    Waschmittel haben wir schon ,nun wie gehts mit Weichspüler weiter?
    Sonntagsgruß von Josef.

  • Ja, Josef, über die Breite des Gedankenstroms, der sich aus dem simplen Waschmittel-Rezept ergoss, staune auch ich!


    Als Weichspüler finde ich Essig immer noch unschlagbar: ein Schnapsglas davon ins letzte Spülwasser. Mal sehen ob jemand das als original amisches Rezept findet. Grüße von Gisela

    Edited 3 times, last by gisela ().

  • Und den Essig riecht man hinterher wirklich nicht mehr?


    Ich habe, seit ich das erste Mal bei "meiner" Familie war, eine Essig-Aversion.
    Meine Gastmutter schmiert sich das Zeugs nämlich vor dem Kämmen in die Haare.
    Sie meint, das wäre eine tolle Haarpflege. Dummerweise riecht man die auch, wenn man ihr
    sehr nahe kommt. Naja, die Amischen knuddeln sich ja nicht dauernd ab, aber da ich sie oft in den Arm nehme, fällt es mir halt auf.

  • Also meine Oma tut Essig zur Wäsche und bei ihr riecht man den nachher überhaupt nicht!
    Wird ja auch gut rausgewaschen.


    Aber Essig in den Haaren...uh, ich weiß ja nicht... :S

  • Kommt auf das Mischverhältniss an,auf 2Liter zum abspülen ein stamperl und zum nachspülen mit reinen wasser.
    Mache ich bei der Pferdewäsche auch und sie glänzen wie ein Spiegel und haben von den Mücken ihre Ruh.
    Gruß von Josef.

  • Ich nehme immer Essig zum Schluss in das Spülwasser. Ist auch gut gegen den Kalk in der Maschine.
    Egal bei welcher Temperatur. Die Wäsche riecht nie nach Essig.
    LG jeconepa

  • Davon kann man nur abraten. Borax ist ein CMR-Stoff (1B),
    das bedeutet er steht in dem begründeten Verdacht erhebliche, schädliche Auswirkungen auf Fruchtbarkeit und Leibesfrucht zu haben. Sofern sie eine Packung Borax kaufen sollten,so wird ihnen dort der Totenkopf auf orangem Grund entgegenblicken mit dem erklärenden Hinweis "Giftig"
    Das Tragen von Gummihandschuhen und, wenn Stäube auftreten, zusätzlich auch Atemschutz wird dringend empfolen.
    Schwangere Frauen damit Arbeiten (Wäsche waschen...) zu lassen ist sicher nicht ratsam.

  • Als Ersatz wird ja auch Soda empfohlen weil Borax gar nicht mehr an Privathaushalte verkauft werden darf... Nachzulesen unter: http://borax.de/


    Für dunkle Wäsche nehme ich es allerdings nicht... aber für den Rest habe ich es schon gebraucht und es hat nicht schlecht gewaschen... nur ganz alle Flecken sind nicht raus...


    lg vanisa