Kabel1: Die Strengsten Eltern der Welt: Bei den Hutterern in Kanada, gerade im Fernsehen.

  • Hallo Clara,


    wie ich schon geschrieben habe, bin ich auch voll der Meinung Kinder brauchen feste Regeln und natürlich auch Grenzen. Meine Tochter hilft durchaus schon im Haushalt mit (was halt bei ihren 3 Jahren möglich ist), wie Tisch decken + abräumen, swiffern gehört zu einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen und sie räumt Ihr Spielzeug selber auf ...und vieles mehr.
    Aber ich bin eben auch der Meinung, dass sie Kind sein darf und ich lobe sie auch wenn sie besonders gut gegessen, gepuzzelt oder ein neues Lied allein gesungen hat (was leider bei der chin. Erziehung nicht dazu gehört - im Gegenteil - und damit hab ich halt ein großes Problem)
    Ich hab auch nichts gegen Förderung (und wenns 3 Std Klavierunterricht ist , bitteschön) aber nicht jeden Tag.
    Ein Kind sollte auch lernen auf den Baum zu klettern und auch mal runterfallen, Purzelbäume schlagen, eine Puppenmutter sein oder ein besonders guter Baggerfahrer im Sandkasten - da ist auch ganz viel Phantasie im Spiel. Und ich glaube, dass hat auch viel mit der amischen Erziehung zu tun. Diese Kids haben sicherlich mehr Regeln zu befolgen, als meine Tochter (die würde keine 3 Std. Sonntagspredigt still aushalten :D , aber sie kennt es ja auch nicht). Aber auch ich lasse nicht alles duchgehen, bin kein Freund von antiautoritärer Erziehung - aber man sollte ein gutes Maß finden.


    Gruß nici

  • Muss mich jetzt auch zu dem Thema melden.
    Habe das Buch nicht gelesen,nur Auszüge davon und die haben mir voll und ganz gereicht.
    Denn ich weiss nicht was ich davon halten soll,mein Kind zu erpressen das es dies oder jenes macht.
    Oder gar verbieten auf die Toilette zu gehen,also wo sind wir denn?
    Bin selbst Mutter und mein Sohn wurde auch nicht antiautoritär erzogen,bekam auch mal nen kleinen Klaps oder eins auf die Finger.Habe mich auch nicht hingestellt und stundenlang mit einem dreijährigen diskutiert,er hatte sich auch nach dem zu richten was von uns vorgegeben wurde.Heute ist er erwachsen und selbst bald Vater,aber er hat immer noch Respekt vor seinen Eltern (Keine Angst) wie manche.
    Keiner hat mit seiner Erziehung immer recht,und keiner immer Unrecht,aber mit solch drastischen Maßnahmen hat sicher jeder Unrecht.
    So das lag mir auf der Seele.


    LG Baps

  • Liebe Nici, Liebe Baps!


    Ihr sprecht mir aus der Seele! :)


    Ich halte gar nix davon, wenn die Kinder mit lauter "Freizeitstress" keine
    Möglichkeit mehr haben, die Welt kennenzulernen, einen Käfer zu beobachten .......uvm


    Und wenn jemand denkt, durch solche Erziehung wird die Welt "besser"..... 8| 8| 8| 8| Hilfe!


    Ich möchte nicht wissen, wieviele Kinder die Liebe und Zuneigung ihrer Eltern vermissen,
    wenn sie zu manchen Dingen regelrecht "gedrillt" werden.
    Ich hab schon mal eine Fernsehdoku gesehen, sorry, aber da wird mir schlecht!!!


    Ich möchte auch noch ganz dringend festhalten, daß nicht alle in einen Topf geworfen werden!!
    Warum soll nicht auch eine Mutter aus der "Unterschicht" (dieses Wort mag ich gar nicht!)
    Ihre Kinder über alles lieben?!
    Auch wenn sie jung ist??


    Ist gesagt, daß reiche Leute ihre Kinder mehr lieben, weil sie Geld haben?????? :S
    Es gibt eben solche und solche!


    Ich war fast 19 Jahre, als mein Sohn auf die Welt kam, und ich habe sehr oft von "Älteren"
    gehört, daß ich mir mein Leben versaue, und mich nicht entfalten kann!!!!!!!!! :huh:
    Dieses Gefühl hatte ich NIE, weil meine Familie von Anfang an, für mich ein Geschenk Gottes war!!
    Und ich bin überzeugt, daß ich verantwortungsvoller mit 19 war, als so manche mit 40!!!


    Mit amischer Erziehung kann ich dies gar nicht vergleichen, denn da ist es altersgerecht von
    Anfang an! Tiere füttern, im Hof mithelfen, in der Küche......- das ist für mich "normal"!


    Aber es ist nicht normal zu denken, ich kann die Menschheit durch Drill und unangebracht
    strenges Lernen besser machen!!!!


    Arme Welt, wenn sie denkt, durch Leistung und Können sind wir besser!! ;(


    LG
    Wicky

  • So, da bin ich noch mal!
    Wenn man bei Google "chinesische Erziehung" eingibt, kommen ganz interessante Dinge!


    Amy Chuas hat ihrer Tochter angedroht, ihre ganzen Stofftiere zu verbrennen,
    wenn sie ein Klavierstück nicht "perfekt" spielt.
    Mehr brauch ich da gar nicht mehr lesen!!


    ---"ist diese Mama perfekt"? So wie sie es vom Kind auch erwartet??????


    Könnte man ein Kind nicht anleiten fleißig zu sein, einfach sein Bestes zu geben, oder
    ihm Mut zusprechen??????
    So ein Kind wächst meiner Meinung von klein an mit Versagensängsten auf!!
    Traurig!


    Ich möchte, daß Ihr mich da richtig versteht:
    Ich bin 100 prozent für Strenge, für Konsequenz, für Regelmäßigkeit, für Pünktlichkeit,
    ......................................................................... :P uvm
    Ich bin aber auch der Meinung, daß es anders geht!!


    Was hat man gewonnen, wenn ein Kind "nahezu perfekt" Klavierspielen kann, oder mit 3J lesen kann,
    oder mit 10 Monaten Laufen kann, oder mit 1 Jahr keine Windeln mehr braucht??
    - Und es dennoch die Liebe nicht kennt? Es nicht kennt, daß die Eltern auch auf Kindergefühle denken?


    Nein- ich bin da fassungslos!


    LG
    die Wicky

  • Liebe Wicky, zu Deinem verantwortungsvollen Mann, der bereits in jungen Jahren eine Familie gründen und zusammen halten konnte, gratuliere ich Dir herzlich. Alle sechs Teenager-Hochzeiten, zu denen ich im Familien- und Freundeskreis eingeladen war, sind bald wieder geschieden worden, oft kurz schon nach der Geburt des Kindes.


    Liebe Nici, Dir alles Gute bis zur Entbindung. Amische Eltern sprechen mit ihren Kindern zu keinem Zeitpunkt über Schwangerschaft und Geburt. Der Neuankömmling wird den Geschwistern als Geschenk Gottes gezeigt. Auch die älteren Kinder, die die Veränderung des Taillenumfangs der Mutter deuten könnten, halten diesen Punkt der mündlichen Ordnung. Während der Woche gibt es kaum Spielsachen, doch mit etwas Glück hat die Familie, bei der der Gottesdienst stattfindet, ein Trampolin oder einen Basketballkorb. Kleine Mädchen dürfen sonntags ein Spielzeug mitnehmen, bzw. mehrere kleine, wenn diese in ihre winzige Handtasche passen.


    Liebe Clara, auch ich habe Amy Chuas Buch an einem Tag und mit großem Vergnügen gelesen. Ihre Tochter Lulu konnte mit 18 Monaten das Aplphabet, mit drei Jahren 100 chinesische Schriftzeichen und musste sich für die Aufnahmeprüfung zur Vorschule mühsam wieder auf Montessori-Material umstellen (s.S. 13/14). Zwei weitere Gemeinsamkeiten von amischen und der Chua-Kinder sind, dass die Eltern ihnen große Leitungen zutrauen, und sie jeden Tag viele Stunden gemeinsam mit der Mutter verbringen dürfen bzw. müssen. Täuferische Kinder sind fast immer auch mithelfende Familienangehörige. Dreijährige helfen zwei-vier Stunden pro Tag im Haushalt, reichen die Windeln und passen auf jüngere Geschwister auf, Vierzehnjährige arbeiten in ihrer "Freizeit" ca. acht Stunden auf dem Bauernhof oder im Geschäft. (Der vierzehnjährige M., der mit 12 seinen ersten Hirsch geschossen und zerlegt hat, mistet zwei Stunden vor der Schule einen Kuhstall aus und nach der Schule hilft er in einem Schlachtbetrieb.)


    Für Tom und Sara von Kabeleins hoffe, ich dass sie für ihre "Rollen" wenigsten gut bezahlt wurden, denn sehr viel anderes als diese Nervensägen-Nummer hatten sie anscheinend nicht im Repertoire. Bei einer amischen oder chinesischen Mutter hätten sie schon ein paar Kulturtechniken mehr drauf gehabt. Grüße von Gisela

    Edited 4 times, last by gisela ().

  • Hallo Gisela,


    ohne Frage denke ich auch, dass es sicherlich einige Gemeinsamkeiten zw. den amisch und chinesisch erzogenen Kids gibt. Nur bin ich überzeugt davon, dass es dort mit mehr "Liebe" einhergeht.
    Ich habe auch meine Aufgaben im Haushalt gehabt (meiner Meinung nach auch mehr, als meine Freundinen?) habe diese auch ohne (viel) Gezeter verrichtet. Bin meinen Eltern auch dankbar für die gewisse Strenge, auch wenn mir dass als Teenager sicherlich nicht immer einleuchtend war. Aber ich habe auch viel Liebe erfahren und das ist das Wichtige in meinen Augen. => Ein Geben und Nehmen!
    Was bringt es mir, die nächsten Manager von irgendwelchen "Weltfirmen" heranzuziehen, wenn meine Kinder nicht auch sozial denken können???


    ?( nici

  • Liebe Nici, genau das sagt Amy Chua über chinesische Erziehung: dass sie ein Geben und Nehmen sei! Ich las neulich eine Untersuchung (Midas Dekkers: Von Larven und Puppen. Soll man Kinder wie Menschen behandeln?), in der ausgeführt wurde, wie spät ein Mensch sozial denken lernt, ab ca. 18 Jahren. Bis dahin wäre das kindliche Streben eher auf das eigene Wohlbefinden ausgerichtet.


    Meinst Du wirklich, dass die in der Kabeleins-Serie vorgeführten Teenager Manager von Weltfirmen oder soziale denkende Angestellte werden? Ich fürchte, dass etliche von ihnen ihre jeweiligen Leistungsgrenzen nur selten als Ansporn zum Üben genutzt haben, und dann darunter leiden, dass ihre Eltern ihnen nicht mehr zutrauen als mittelmäßige oder gar schlechte Leistungen. Denn noch nicht einmal volljährig spüren sie, dass von den 1001 Optionen für sie 1000 bereits abgelaufen sind, während die Chua-Töchter eine Ausbildung ihrer Wahl bekommen.

    Edited 2 times, last by gisela ().

  • Liebe Gisela,


    oh nein, ich glaube nicht, dass die Teenies aus der Kabel 1-Serie großartig viel aus ihrem Leben machen werden/machen können. Ehrlich gesagt, ist es wahrscheinlich schon ein großer Erfolg, wenn sie es nicht in die Hartz 4-Schiene drängt. Leider sieht man grad im Fernsehn heufig solche "Exemplare" und man fragt sich schon, wo das noch hinführen wird. Aber auch sie kennen es nicht anders :( Leider!!! Denn ich denke, es wurde sich mit ihnen nicht "beschäftigt" oder auch ernst genommen...
    Aber ich wage es zu bezweifeln, dass die chin. Erziehungsmethoden soviel besser sind?!
    Natürlich werden es die Kids einer Amy Chua ehr in den Vorstand einer großen Firma schaffen, als z.B. meine Tochter. Aber auch ich werde meine Tochter immer unterstützen (soweit mir möglich). Ich werde sie genauso lieben wenn sie studieren will, aber auch wenn sie "nur" eine Koditorenlehre macht. Und wenn sie nach einer verpatzten Klausur nach Hause kommt, wird natürlich gelernt und wenn es bei der nächsten Klausur ein befriedigend wird, werd ich stolz sein - sie hat sich verbessert - Prima - Sie wird dann nochimmer nicht die BESTE sein - Na und!?
    Ich hab ein durchschnittliches Abitur gemacht. Meine Eltern haben mich bei meiner Ausbildung trotzdem (finanziell) unterstützt, somit hab ich die Möglichkeit gehabt meinen absoluten Traumberuf zu lernen. In dem ich nicht reich werde, aber ich mach es von ganzem Herzen!
    Es gibt sicherlich kein Richtig und kein Falsch. Es muss jeder für sich selbst entscheiden.
    Meins ist es nicht, ich möchte es mit Liebe versuchen und ehrlich gesagt ich will garkein Kind welches Mitglied in Mensa ist.


    Gruß nici

  • Liebe Nici,


    zu den weiteren Gemeinsamkeiten zwischen amischer und chinesischer Erziehung gehört die bewusste Distanz zum herrschenden Wertesystem. Aufklärung, die Idee von der Freiheit des Individuums, die Theorien der Entwicklungspsychologie und die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (s.S. 175) werden von Old Order Müttern ebenso herzlich negiert wie von Amy Chua. Dennoch (oder vielleicht deswegen?) sind ihre Kinder ihr höchstes Glück (s.S. 250). Grüße von Gisela

  • Endlich mal wieder hier :-) !
    Seit einem halben Jahr arbeite ich wieder in meinem Traumberuf -nach Erziehungszeit- Erzieherin.
    Die Sozialkompetenzen werden bis zum circa sechsten ! Lebensjahr entwickelt,bis zum dritten Lebensjahr das Urvertrauen. Deshalb gelingen solchen Versuche oder Einweisungen in Pflegefamilien meistens nicht !
    Da die Kinder viel zu spät aus solchen Verhältnissen rausgeholt werden.
    Ein Kind braucht für seine Entwicklung mindestens eine Bezugsperson der es voll und ganz vertrauen kann und von dieser Person so angenommen wird wie es ist, dazu gehört auch Grenzen setzen, aber mit Verstand und nicht mit dem Anspruch aus meinem Kind das Beste von allen zu machen.
    Alle hier in diesem Forum, die sich für eine zukunftsweisende Kinderziehung interessieren, können mal unter
    reggiochildren.it stöbern. Ähnlich wie bei den Amish kümmert sich hier eine ganze Stadt ! um seine Kinder.
    LG von Constance !

  • Liebe Constance,


    hattest Du nicht auch den Eindruck, dass die Mutter Sara und Tom wirklich liebt und sich viel mit ihnen beschäftigt hat, als sie klein waren? Du als Erzieherin erfährst doch jeden Tag, dass für jede Mutter ihr Kind das Beste ist, unabhängig von seinen Fähigkeiten. Doch als beinahe Volljährige fand ich diese beiden Teenager in ihren Sozialkompetenzen nicht sonderlich über das 6. Lebensjahr hinaus gewachsen. Grüße von Gisela

    Edited once, last by gisela ().

  • Liebe Gisela !
    Ich habe diese ! Sendung nicht gesehen, aber vor einiger Zeit zwei andere aus der Reihe. Diese Form der Jugendhilfe existiert schon eine ganze Weile. Der Sender hat es nur aufgegriffen und vermarktet.
    Du stellst richtig fest-nicht über das 6.Lebensjahr hinaus gewachsen. Ein Mensch ist immer geprägt durch seine Umwelt ! Die Frage ist, ob die Umwelt (Familie+Gesellschaft) die richtige Erziehung für diesen Menschen ist.
    Wir müssen uns von der Vorstellung verabschieden, dass jede Mutter und jeder Vater das Beste für das Kind ist.
    Fraglos lieben die meisten Mütter und Väter ihre Kinder, aber ob diese Familie auch zum Wohle des Kindes ist, bezweifle ich in vielen Fällen. Ich habe diese Kinder jeden Tag vor Augen. Es geht nicht darum diese Kinder aus den Familien ohne wenn und aber heraus zu holen. Wir als Gesellschaft müssen mehr Verantwortung übernehmen. Wir müssen aufhören diese Eltern zu verurteilen. In den meisten Fällen sind diese Eltern bereit an sich zu arbeiten.Wenn sie Respekt und Akzeptanz erfahren. Es gibt natürlich auch die Härtefälle. Wie ich schon schrieb, ist man in der Forschung soweit, dass bis zum 6.Lebensjahr die wichtigsten Kompetenzen entwickelt werden.
    Kinder müssen zuverlässige Bindung erleben, um sich positiv weiter entwickeln zu können. Dieses Urvertrauen wird im 1.Lebensjahr entwickelt. Es ist egal, ob Eltern sehr gebildet sind oder nicht. Es geht auch nicht um eine Beschäftigung. Kinder müssen sich in ihrer Emotionalität angenommen fühlen-mit ihren Ängsten, Fragen, mit Ihrer Wut und Freude, mit ihrem Bedürfnis nach Stabilität und Grenzen. Heutzutage weiss man, dass emotionale Hinwendung noch wichtiger ist als Essen und Trinken. Deshalb behalten die Amish auch ihre Kinder bis zum 6.Lebensjahr zu Hause. Ich weiss, dass es meiner Tochter, wenn ich noch mehr Kinder hätte , auch besser gehen würde, wenn ich zu Hause bleiben würde. Wir sind zu einer Gesellschaft mutiert, die zu satt ist, um sich ihrer schwächsten Glieder anzunehmen.
    Wir sollten nicht aus unseren Kindern die Besten, sondern das Beste machen. Die Amish wissen dass sie einst vor Gott Rechenschaft ablegen müssen. Wir sollten wissen, dass wir es irgendwann vor unseren Kindern müssen.
    Liebe Grüße Constance !

  • Liebe Constanze!


    Guten Morgen erst einmal! :D


    Ich bin da etwas irritiert! Wenn man sich solche Sendungen ansieht, (die strengsten Eltern, Supernanny oder Erziehungscamp) kommt bei mir oft die Frage auf, ob man das wirklich verallgemeinern kann, oder ob das nicht
    wirklich Einzelfälle sind.
    In meiner Umgebung kenn ich keinen einzigen solchen "Fall", wo sich Kinder bzw Jugendliche so derart
    aufführen. (Oder generell solche "Flodder-Familien")


    Oder könnte es sein, daß mit solchen TV-Beiträgen, das frühe weggeben der Kinder in Krabbelstuben, Kindergärten, Horte usw gerechtfertigt wird, weil man vielleicht annimmt, das die Kinder da mehr lernen, und somit "bessere" (oder vielleicht beeinflußbarere) Bürger werden?!


    Anderersseits ist die Dunkelziffer der Gewalttätigkeit in den Familien groß und immer wieder
    kommen katastrophale Geschichten in die Öffentlichkeit! ;(


    Wenn ich mir die Beiträge so durchlese, dann bin ich mir für meine Familie ganz sicher,
    daß Strenge mit Liebe am Besten für die Kinder ist.
    Damit sie wissen, egal was passiert, was ich mach, auch wenn mal was daneben geht:
    Meine Eltern haben mich lieb!
    :love:


    Und weil sie dessen immer sicher sein können, werden sie so manche Dinge von vornherein
    gar nicht tun! (weil sie es nicht nötig haben, immer Aufmerksamkeit zu erregen!)
    - Sie werden ja geliebt!


    Und was Amy Chua betrifft, las ich, daß nur eine Tochter gut mitmachte, die zweite macht
    Probleme..........


    LG
    die Wicky

  • Guten Morgen,


    habe gestern Abend eine Sendung Hart aber fair gesehen,und durch Zufall war das Thema Erziehung unter anderem auch Amy Chua und ihr Erziehungsstil Thema.
    Und zum Schluss waren sich alle mehr oder weniger klar darüber das man mit solchen Drill keine glücklichen Menschen heranzieht.
    Denke man mal an Michael Jackson er hat doch sein Leben lang unter der Strenge seines Vaters gelitten.
    Ich bin nach wie vor der Meinung Kinder brauchen Regeln,die man auch durchsetzen soll,aber nicht mit Erpressung oder ..........


    LG Baps

  • Hallo alle Mütter/Erzieher-innen!
    Als Ältester von 9 Kindern möchte ich auch meine Meinung zur Erziehung abgeben.
    Unsere Eltern waren sicher keine Akademiker sondern nur wie üblich auch Metzger und Köchin.
    Wir hatten eine kleine Landwirtschaft mit Ziegen ,Schweine,Gänse,Hühner,2 Kühe und ein Pferd wo wir immer was zu tun hatten und fleissig mithelfen durften/mussten.Unser Vater war schwer Krank und starb mit 43 Jahren ,deshalb musste ich als Ältester(14) die meiste arbeit alleine machen neben der Schule denn unsere Mam musste arbeiten gehen um Geld zu verdienen weil sie keine Witwenpension bekam.Unsere Grossmutter hatte für uns gekocht gewaschen und Sie war für uns die Erzieherin .Niemand wagte es etwas unerlaubtes zu tun aus Scham und Ehrfurcht.Sie hatte uns nie gestraft .Alle haben einen Beruf erlernt und haben Ihren Job und Familie,nur ich durfte meine kranke Mutter nach einen Schlaganfall 25 jahre versorgen ,das vom Stiefvater hoch verschuldete Elternhaus freikaufen und auf eine eigene Familie verzichten.
    Wäre ich sehr streng erzogen worden,hätte ich so bald es möglich gewesen wäre das Weite gesucht und mir gedacht macht doch was ihr wollt,aber ich konnte meine Geschwister in der harten Zeit nicht im Stich lassen ,denn unser Stiefvater war die Hölle für uns .
    Seine Gewalttätigkeiten wurden sogar von der Polizei als Lügenmärchen abgewimmelt .
    Bis ans Grab haben meine Geschwister unserer Mutter das nicht verziehen.
    Nur wer auf eine glückliche Kindheit und Jugendzeit ,mit seinen Eltern zurückblicken kann,kann auch in Frieden von ihnen Abschied nehmen.
    Also erzieht Eure Kinder immer in guten Gewissen das sie euch Achten und Respektieren und niemals Hassen.Denn sie hassen Euch auch wenn ihr sie wie Prinz und Prinzessin behandelt.


    Herzliche Grüsse von Josef.

    Edited once, last by Spyder: nachtrag ().

  • Lieber Josef, danke, dass Du als erster Mann in diesem Thread Deine Simme erhebst!


    Du gehörst zu den vielen (u.a. Gerhard Schröder, Andreas Baader), die nach dem Krieg ohne den leiblichen Vater aufwachsen mussten. Ich wünsche Dir, dass Du nach einer schweren Jugend und Erwachsenenzeit nun eine glückliche Zeit ab dem Vorruhestand erleben kannst.


    Ich kenne eine amische Frau (Sylvia), die gemeinsam mit ihrer älteren Schwester die eigenen Eltern bis zum Tod gepflegt hat, und danach, mit 67 Jahren zum ersten Mal heiratete: einen Witwer mit 11 erwachsenen Kindern. Zur Hochzeit bekamen sie eine Bettdecke (Quilt) mit dem aufgestickten, weit verzweigten Stammbaum. Das "junge" Paar betreut nun die ältere Schwester und sie unterstützen einen nervenkranken Neffen mit Geld. Die Farm wurde von einem anderen Neffen und seinen 9 Kindern gepachtet.


    In jeder Kirchengemeinde Deines Vertrauens müsstest Du eigentlich jeden Sonntag auf mehrere potentielle Partnerinnen im passenden Alter treffen - Grüße von Gisela

    Edited 3 times, last by gisela ().

  • Also erzieht Eure Kinder immer in guten Gewissen das sie euch Achten und Respektieren und niemals Hassen.Denn sie hassen Euch auch wenn ihr sie wie Prinz und Prinzessin behandelt.

    Lieber Josef, du hast meine vollste, absolute, 100%-ige Zustimmung! :thumbup:

  • Liebe Wicky !


    Leider sind diese Familien keine Einzelfälle. In der Gegend, in der unser Kindergarten liegt, werden circa 60% der Familien vom Jugendamt bereits betreut. Ich wohne nicht in einer Großstadt !
    Wir haben das Glück ! auch Kinder aus "normalen"Familien zu haben. Auf Grund eines hohen Ausländeranteils, auch Sinti, ergeben wir einen Querschnitt unserer Gesellschaft. Von einem Kind ist der Vater auch ein bekannter Musiker ! Leider nehmen die Defizite der Kinder und die emotionale Verwahrlosung immer mehr zu !
    Kinder erleben Eltern die haltlos sind. Es gibt kein gesellschaftliches Netz, was diese Kinder und Eltern auffängt.
    Wir haben Familien, bei denen es tägliche ! Erziehungshilfe gibt.Es kommt jemand in die Familie, aber es ändert sich nichts ! Früher gab es die Gemeinschaft, wie auch Spyder schreibt, seine Großmutter. Diese Gemeinschaft erleben wir noch bei den Sinti, aber das ist ein anderes Kapitel :-) !
    Auch meine Kolleginnen schaffen es in den meisten Fällen nicht, einen warmen und einfühlsamen Umgang mit diesen Eltern zu pflegen. Deshalb bin ich auch heute in meiner Einrichtung ausgeflippt. Vielleicht werde ich ja gekündigt. Ich halte es nicht mehr aus, dass nur betreut wird. .
    Ein Weggeben in Kinderkrippe oder Kindergarten würde unter guten Bedingungen eine echte Chance für diese Kinder bedeuten. Es gibt Studien, die nachweisen, dass Kinder Entwicklungsunterschiede von bis zu einem Jahren aufweisen, wenn sie einen Kindergarten besuchen, der dem Kind echte Entwicklungschancen bietet.
    Großfamilien, bei denen die Kinder sich untereinander stützen, gibt es heute in den seltensten Fällen.
    Ich möchte hier nicht alle über einen Kamm scheren, aber ich erlebe immer wieder, dass es im Kindergartenbereich mehr um das eigene Wohlbefinden, als um das meiner Kinder und Eltern geht. Alles ist anstrengend, alles macht Arbeit, man bekommt ja zu wenig Geld !
    Wir sollten nicht aus unseren Kindern die Besten, sondern das Beste machen. Die Amish wissen dass sie einst vor Gott Rechenschaft ablegen müssen. Wir sollten wissen, dass wir es irgendwann vor unseren Kindern müssen.


    Traurige Grüße
    von Constance !

  • Liebe Constance!


    Das hört sich wirklich sehr traurig an! Ich wollte deshalb von Dir etwas wissen, weil
    Du einfach Erfahrung hast. (Selber Kinder und Erzieherin!)


    Ich weiß, daß wir einfach in der letzten Zeit leben, wo vieles nicht mehr zählt.
    Die Werte, die einfach wichtig sind, verschwinden immer mehr..... ;(


    Nur, in der Gegend, in der ich wohne, sieht`s noch ein bißchen besser aus. was
    jetzt Familien betrifft!
    Wenn Du erzählst, daß 60 Prozent der Familien vom Jugendamt betreut werden,
    hört sich das fast utopisch an, weil ich keine einzige Familie kenne wo es so ist!
    -da bin ich schon fassungslos! 8|


    Ich möchte hier nicht alle über einen Kamm scheren, aber ich erlebe immer wieder, dass es im Kindergartenbereich mehr um das eigene Wohlbefinden, als um das meiner Kinder und Eltern geht. Alles ist anstrengend, alles macht Arbeit, man bekommt ja zu wenig Geld !

    Was das betrifft, ist es im Pflegebereich nix anderes!!! :(
    - Eine traurige Entwicklung.
    Alte Menschen und Kinder, die Schwächsten der Bevölkerung........!


    Ich wünsch Dir viel Kraft und Liebe und Ausdauer,
    für Deine Arbeit!!!! :)


    LG
    die Wicky