Führung und Gedenken in Landshut, am 19.7.2010, 19.30 Uhr

  • Vor 450. Jahren in Landshut hingerichtet
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    Auf den Spuren Claus Felbingers und Hans Leitners


    Historische Führung und Gedenken auf Burg Trausnitz, Landshut
    Führung: Hans Georg Oswald


    Montag, 19.7.2010, 19.30 Uhr
    Treffpunkt: Parkplatz über Hofgarten und Burg (Edmund-Jörg-Straße)


    Vor 450 Jahren, am 19.Juli 1560, wurden in Landshut nach dreieinhalb Monaten Haft und zahlreichn Versuchen, sie zum Widerruf ihres Glaubens zu bringen, die beiden Täufer Claus Felbinger und Hans Leitner mit dem Schwert hingerichtet. Nun soll mit einer historischen Führung und einem stillen Gedenken an diese vergessenen Märtyrer christlichen Glaubens erinnert werden.

  • Hallo Fasel,


    Vielen dank für die Auskunft,werde wahrscheinlich hingehen.
    Kommt vielleicht noch irgendjemand?
    Wäre schön wenn er sich melden würde.


    Gruss Baps

  • Hallo!
    Hört sich interessant an, ist für mich aber viel zu weit weg (komme aus dem Kreis Aachen)....
    Könnt ja mal berichten, wie es war!
    Gruß,
    Knickvogel.

  • Hallo Fasel,


    Kannst Du mir sagen wo Du die Info herhast,finde nirgends was dazu.


    Danke Baps

  • Also komme soeben von der Historischen Führung in Landshut.
    Es wurden Stationen von Claus Felbinger und Hans Leitner vor-, während und nach Ihrer Verhaftung abgegangen.
    Außerdem wurden Zitate von Briefen die Claus Felbinger geschrieben hat vorgelesen.
    Claus Felbinger war ein sogenannter Sendbote von den Hutterer aus Mähren, und Hans Leitner sein Begleiter.


    War eine sehr interessante Führung, haben ein kleines Begleitheft bekommen, werde in den nächsten Tagen Auszüge davon ins Forum setzen.
    Wer Interesse hat kann gerne eine Kopie bekommen, es handelt von Wiedertäufer in Ausgburg und enthält auch einiges Geschichtliches.


    Gruss Barbara

  • Danke für die Information. War das Interessen an der Führung groß, wie viele nahmen daran teil?

  • Ja das Interesse war groß, es waren ca. 40 Leute, dachte nicht das soviel kommen.
    Vielleicht auch ein paar weniger oder mehr.

    Edited once, last by baps ().

  • Einige aufsehenderregende Ereignisse


    Seit 1525 sammeln sich in Augsburg Gruppen, die eine radikale Reformation wollen. Mai 1526 gibt es die ersten Taufen.
    Im August 1527 treffen sich Täufer aus Süddeutschland, Schweiz, Österreich in Augsburg. Diskutiert werden theologische Fragen und eine Missionsstrategie für den deutschsprachigen Raum. Die Teilnehmer werden in verschiedene Richtungen ausgesandt. Die meisten werden in den nächsten Monaten verhaftet und hingerichtet, daher wird die Versammlung "Märtyrersynode" bezeichnet.


    27.11.1527, mysteriöser Brand in der Zelle Hans Huts. Hut stirbt an Rauchvergiftung.
    06.12.1527 seine Leiche wird als Ketzer und Aufrührer verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.


    Ostern 1528 wird eine Versammlung im Haus der Susanna Daucher gesprengt. 88 Teilnehmer verhaftet, z.T. unter Folter verhört und ausgewiesen. Manche erhalten Brandzeichen, einzelnen wird die Zunge abgeschnitten. Hausherrin Susanna Daucher am 21.04.1528 auf Lebenszeit ausgwiesen. 2 Kinder muß Sie zurücklassen. Weil schwanger wird Sie nicht gebrandmarkt.


    Hans Leupold, Leiter der Osterversammlung im Haus Daucher, wird am 25.04.1528 enthauptet.


    Am 24.04.1528 werden 5 Täufer im nahen Leitershofen durch Täuferjäger des Schwäbischen Bundes nach Weißendorn entführt. Der Augsburger Patrizier Eitelhans Langenmantel, sein Knecht Hermann Anwalt, dessen Frau Margareta und zwei weitere werden verhört und gefoltert. Nach erpreßten Widerruf werden die Männer am 15.05.1528 ohne Prozeß enthauptet. Die Magd wird ertränkt.


    Hans Kendter und jos Riemer predigen am 05.03.1531 öffentlich im Predigthaus St.Ulrich und werden samt Zuhörern verhaftet. Was aus Ihnen geworden ist weiß man nicht.


    1544 wird Pilgram Marpeck von der Stadt Augsburg als Wasseringenieur angestellt. Bis zu seinem Tod 1556 leitet er eine möglichst kein Aufsehen erregende zurückgezogene Untergrundgemeinde.


    Als ich das gelesen habe lief mir Schauer über den Rücken. Denn von Verfolgung weiß man ja aber diese Zustände sind schon wirklich schrecklich. Kann man sich heute nicht mehr vorstellen.


    Dem Herrn sei Dank.


    Grüsse von Barbara

  • Und noch ein Auszug aus der Broschüre.


    Augsburg war ein Zentrum der Täuferbewegung. In Zürich hatte im Januar 1525 eine radikal reformatorisch gesinnte Gruppe begonnen, nicht mehr Kinder sondern zum Glauben gekommene Erwachsene zu Taufen. Im Mai 1526 kam es zu ersten Glaubenstaufungen in Augsburg. Zwischen 1526 und 1529 sind mehr als 300 Täufer und Täuferinnen namentlich bekannt. Schätzungen gehen von 700 bis 1000 insgesamt aus. Sie trafen sich in kleineren Gruppen in Häsern und Gärten, daher auch die Bezeichnung "Gartenbrüder". Viele führende Täufer hielten sich zeitweise in Augsburg auf:
    Hans Denck, Hans Hut, Balthasar Hubmaier, Jacob Groß, Ludwig Hetzer, Pilgram Marpeck u.a.


    Verschiedene Richtungen standen im Gespräch miteinander. Wichtige Themen waren Nachfolge Jesu, Gewaltverzicht, Feindesliebe, Kritik von Hierachie und Herrschaft, Leiden um Christi Willen, Gemeinde als Zeichen des beginnenden Reich Gottes. Umstritten war eine apokalyptisch gefärbte naherwartung der Wiederkunft Christi. Am "Tag des Herrn" wollte die Fraktion Hans Huts für das erwartete Reich der Gerechtigkeit zu den Waffen greifen. Hans Denck, Jacob Groß u.a. jedoch sahen Gewatfreiheit als Kennzeichen der Gemeinde Jesu.


    Zeitweise war die Augsburger Täufergemeinde neben Reformierten und Lutheranern eine dritte reformatische Richtung. Der Stadtrat ging nach anfänglicher Duldung schließlich strafrechtlich gegen die "Aufrührer und Ketzer" vor. So fehlte der Täuferbewegung die Zeit, sich zu konsolidieren und ihre Differenzen auszutragen.


    Viele der aus Augsburg Vertriebenen fanden Anschluss an die Täufergruppen in Mähren und gingen auf in den Gemeinden der Mennoniten und Hutterer. Weitere Verfolgungen führte sie über viele Wanderungen nach Russland und Nordamerika.


    Einen schönen Abend wünscht Barbara

  • Hallo, Ihr Lieben!


    Welch einen Glauben hatten diese Menschen!
    Sie wiederrufen nicht, sondern blieben am Herrn!
    Obwohl Ihnen das den sicheren Tod bedeutete.


    Wie oft bin ich kleinlaut und die Menschenfurcht ist
    oft größer als Gottesfurcht!
    Kennt das jemand von Euch auch?


    Ich wünschte mir, es gibt noch viele Christen, die
    Gutes "Gut" und Böses "Böse" nennen! (von der Bibel her betrachtet,
    nicht von eigenen Wünschen und Gefühlen!)


    Man hat oft das Gefühl, nicht alles sagen zu dürfen, was in der Bibel steht!
    Aber: Warum sind diese Menschen dann in den sicheren Tot gegangen, wenn
    nicht alles wahr wäre, was in der Bibel steht?


    Diese Leute wußten das!
    Und es macht mich traurig, was sie alles mitgemacht haben!


    LG
    Wicky

  • Ja liebe Wicky,


    diese Führung hat mich wirklich nachdenklich gestimmt.
    Ich kann mir nicht vorstellen,dass es heute bei uns noch solch einen Glauben an Gott gibt.


    Denn wer von uns würde nicht widerrufen,wenn das den sicheren Tod bedeutet?
    Diese Menschen sind bewundernswert,und ich bin froh das an Sie gedacht wurde.


    Liebe Grüsse Barbara

  • Liebe Barbara!


    Tut mir leid, daß ich mich erst jetzt melde, aber ich war im Urlaub!
    Wenn ich so am Meer liege, nütze ich immer die Zeit, die Bibel zu studieren! :love:


    Dieses Mal sprach mich ein Vers ganz besonders an, (lernte ihn dann gleich auswendig!) :)


    "Fürchte dich nicht, ich bin mit dir.
    Weiche nicht, denn ich bin dein Gott!
    Ich stärke dich - ich helfe Dir auch!
    Ich halte dich mit der rechten Hand,
    meiner Gerechtigkeit!"
    Jesaja 41,10


    Ich hoffe stark, daß ich NICHT wiederrufen würde!!!
    Aber ich denke auch, daß wir das von uns aus nicht können;
    Das bedarf der Gnade und Hilfe Gottes, das er uns in seinem
    Wort zusagt! :)


    Liebe Grüße von der
    Wicky