Besuch in Pennsylvania

  • Liebe Forenleser,


    Gisela hat mich auf einen Gedanken gebracht (danke dafür!): Ich fahre in ein paar Tagen in die USA und dort werden wir auch einen Tag im Gebiet Lancaster die Amishen "besuchen".Inwieweit das jetzt ein "Touristen schauen sich Amishe an, wie Tiere im Zoo" wird, weiß ich nicht, ich hoffe allerdings so wenig wie möglich :)
    Hat zufällig jemand einen guten Tipp für diese Gegend oder sonst irgendetwas, was man, wenn man schon mal bei den Amishen ist, nicht verpassen sollte? Ich freue ich mich hier über jede Anregung!


    Herzlichen Dank
    und
    Liebe Grüße
    Bücherwurm


    PS: Ich versuche auch nach meiner Reise hier zu berichten (auch dafür Danke, Gisela)

  • ...vielleicht einfach mal etwas untypisches Englisches machen, auf den Nebenstraßen spazieren gehen, dort wo die Amischfarmen sind. Wenn man den Foto im Hotel läßt und man einfach mal die Bauern auf deutsch anspricht, dann kann es zu netten kontakten kommen.


    Mein erster Konkakt zu einem Amisch war in dem er mich Ansprach " Na du schwetzt ach besser Deitsch als Englisch " !

    ... mit Pferden arbeiten .....

  • Manchmal ist's auch umgekehrt, wie z.B. in diesem Sommer, denn es war wieder eine amische Reisegruppe hier in Deutschland, der Schweiz und Holland unterwegs. Insofern kann man sagen, Pennsylvania war zu Besuch hier.:-)
    Mittlerweile befinden sie sich schon auf dem Heimweg: die moderneren Amisch mit dem Flieger und die Old Orders mit dem Luxusliner der Cunard.

  • Lieber FloKie,


    kannst Du sagen, wie es den Old und anderen Order Leuten in Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden gefallen hat? War Oberammergau in diesem Jahr wieder ein Höhepunkt?


    Hochsommerliche Grüße von Gisela

  • Ja, der Höhepunkt waren mit Sicherheit die Passionsfestspiele.
    Aber überhaupt ist es schon etwas Bewegendes für viele Amische, die geschichtlichen Wurzeln ihrer Voreltern einmal mit eigenen Augen gesehen zu haben und nicht nur aus dem Ausbund, dem Märtyrerspiegel, etc. davon gelesen zu haben.

  • Ich werde mir von dieser Tour nächstes Jahr berichten lassen :)


    Eigentlich wollte ich nämlich Naomi und ihren Mann (der Neffe meines Gastvaters) im Kölner Dom treffen. Aber leider hatten wir an dem Tag im Büro Teammeeting bei dem ich unbedingt dabei sein mußte...so'n Ärger.
    Ich bin auch gespannt, was sie von der Schiffreise erzählen. Während die New Order Amish zurückfliegen, haben sie doch die Muße die Reise entspannt auf dem Schiff zu beenden und das Erlebte noch ein paar Tage zu verdauen, bevor der harte Alltag in Amishland wieder zuschlägt.

  • So, nun bin ich von meiner USA-Reise wieder zurückgekommen und möchte kurz von meinen zwei Besuchen in Lancaster und Umgebung berichten:
    Die erste Tour führte mit einem Reisebus und einer Führerin durch die Landschaft. Unmöglich fand ich das Verhalten dieser Frau, wenn sie lautstark verkündete, wenn ein Amisher draußen zu sehen war.
    Wie man dort ein ruhiges, abgeschiedenes Leben führe soll, ist für mich unerklärlich. Zum anderen wurden wir in einige große, sehr auf Touristen ausgerichtete Shops geführt, in denen oft sehr kitschige Dinge verkauft wurden.


    Dass so ein großes Geschäft mit dem Glauben anderer Menschen gemacht wird, finde ich schlimm und erschreckend.
    Die Dinge zum Kaufen (von nicht- amishen) sind auf den amerikanischen Geschmack auslegt, der ja meistens den Kitsch bevorzugt.
    Selbst Malbücher mit den Gläubigen und ihrer Natur wirken unecht und nicht schön.


    Viele unserer Reisegruppe fanden es abstoßend, wie sich hier Geld verdient wird, mit dem schlichten Leben anderer Menschen.
    Bei uns gäbe es dann irgendwelche Marktanteile ...


    Zum anderen war ich zutiefst erschüttert über die angeblichen "Einspänner Fahrten": Da sitzen Touristen in einer Kutsche und ein amish verkleiderter Mensch treibt die Pferde durch die Gegend! Und das soll dann amish sein!
    Wie findet ihr das, sollte es sowas geben? Es gibt es ja schließlich nur, weil auch die Nachfrage danach da ist.


    Man sollte versuchen nicht mit einer großen Gruppe die Gengend zu erkunden und so hatte ich bei meinem zweiten Besuch wesentlich mehr Erfolg, als wir nur noch zu zweit unterwegs waren:
    Wir sahen viele Amishe und einfach diese Stimmung und den doch sehr unscheinbaren Gesichtsausdruck zu sehen und auf sich wirken zu lassen, war super.
    Wär die Gelegenheit hat, mal in eine "amishe Gegend" zu kommen, sollte sie auf jeden Fall nutzen und sich einfach mal dort umschauen, es ist alles sehr interessant!


    Liebe Grüße und einen schönen Sommertag,
    Bücherwurm

  • ....und wenn Du mal wieder hinfährst, dann sag vorher Bescheid, dann kann ich Dir ein Abendessen bei einer amischen Familie vermitteln und der Schwiegervater meiner Freundin fährt Dich bestimmt gern gegen einen kleinen Obolus ein wenig in seiner "echten" Kutsche durch die Gegend :)


    Lieben Gruß,
    Anne