Amish Lebensweise

  • Ich hoffe, ich schreibe etwas richtiges, wenn ich einige Anschauungen über die generelle Lebensweise, unabhängig den speziellen Auslegungen in verschiedenen Gemeinden, darlegen möchte. Es scheint bei manchen zu einigen Missverständnissen zu kommen. Sinn der speziellen Lebensweise ist eine religiöse, gottbezogene. Im Gegensatzhierzu steht die der Welt verbundene, weltliche Lebensweise. Nicht Sinn ist es, eine biologisch ökologische oder einfach nur altmodische Form des Lebens zu finden, sondern sich von der "Welt" zu separieren.


    Stromanschlüsse stellen zum Beispiel eine Hinwendung und Vernetzung mit der Welt dar, ebenso Telefone (zumindest wenn sie im Haus installiert sind), Rundfunk, Fernsehen etc.. Nicht die Elektrizität als solche wird abgelehnt, ohne sie ist eine Aufrechterhaltung der Milchwirtschaft gar nicht möglich, die Elektrizät wird aber selber erzeugt, durch Stromaggregate oder auch Solarzellen. Auch Autos und die damit verbundene Mobilität stellen eine Hinwendung zur Welt dar, deshalb die vielerort übliche Anwendung von Pferdekutschen, wohl eines der auffälligen Merkmale. Die Benutzung von Kundtdünger und Pestiziden wiederum ist recht unproblematisch, ebenso die von Kunstoffanteilen in Kleidung etc. Auch die Kutschen haben durchaus Kugellager und teilweise Kunststoffsitz- und Dachbezüge. Sinn ist es einzig und allein, sich Gott näher zu fühlen und nicht ökologisch zu wirtschaften.


    Sollte ich etwas falsches geschrieben haben, so bin ich für Aufklärung dankbar.

  • Hallo Jockie, hast du schon bemerkt, wie schwer es sein kann, Menschen, die in einer geradezu "gläubigen" Weise ökologisch oder historisch orientiert sind, diesen christlichen Hintergrund der täuferischen Lebensweise zu verdeutlichen?


    Am "3." Weihnachtstag grüßt Gisela

  • Ja, liebe Gisela, bemerkt habe ich das schon, aber nie ganz verstanden, warum dem so ist. Wer sich ernsthaft dafür interessiert und damit auseinandersetzt, sieht den Unterschied recht deutlich.


    Liebe Grüße


    Jockie

  • Lieber Jockie, für etliche Leute, die in den 80er Jahren nach alternativen Lebensmodellen suchten, und deren Kinder, die jetzt in die Welt hinaus gehen, sind die Amischen (durch "Der einzige Zeuge") und die Hutterer (durch Michael Holzachs Reportagen) eine Art mythische Spezies.


    Ihre Wahrnehmung filtert genau die Informationen aus Büchern und dem Netz, die ihre Vorstellung von einer anderen, von ihnen erträumten Lebensweise bestätigen. Für eine sprirituelle Begründung fehlt ihnen das Vorstellungsvermögen, weil sie Religion für eine historisch zwar interessante, aber inzwischen überkommene Angelegenheit halten.


    Sei froh, wenn du von Menschen umgeben bist, die das auch anders sehen können. Grüße von Gisela