Produkte der Amish kaufen

  • Liebe Anne,



    recht herzlichen Dank für die Mühe die Du Dir wegen den vielen
    Anschriften gemacht hast. Ich werde sie in den nächsten Tage alle be-
    suchen.



    Zu Deiner Frage, was mich eigentlich genau interessiert, folgendes:


    Ich habe vor vielen Jahren in einer Zeitschrift/Magazin mal einen sehr
    guten Bericht über die Amish-Leute gelesen. Unter Anderem wurde
    erwähnt, dass die Amish auch Haushaltsgegenstände selbst herstellen und
    dabei nicht unbedingt auf schmuckes Design den Schwerpunkt legen
    sondern auf die Funktionalität.
    Obwohl ja das oft so ist, dass beides zusammen sich nicht ausschließt.
    Als Beispiel wurde eine handgemachte Kleiderbürste gezeigt die so ge-
    macht war, dass der Holzgriff sich richtig in die Ihn haltende Hand
    einpasste, einschmiegte. Ferner war die Bürste aus Material hergestellt
    dass eine sehr lange Lebensdauer verspricht.
    Also ein Gegenstand des täglichen Bedarfs der mit Verstand und ange-
    passt auf das Leben nicht von einer Maschine sondern von direkt von
    Menschhand geschaffen worden ist.
    Kurzum, das ist es was mich damals angesprochen hat und ich mich freunen
    würde, wenn ich das eine oder andere Stück erwerben könnte.


    Ich danke Dir nochmal recht herzlich und wünsch Dir eine schöne
    Adventwoche




    Emil

  • Lieber Emil, falls Du bereits Manufactum-Kunde bist, wo mechanische Funktionalität ebenfalls seit Jahren gewürdigt wird, dann kennst Du sicher den Handquirl, der von einem amischen Familienbetrieb hergestellt wird.


    Es dürfte einige hundert amische Familien-Manufakturen geben, aber Bürstenmacherei war bis vor kurzem noch selten. Wenn Du Quilts, Kleinmöbel, Holzöfen zu Haushaltsgegenständen rechnest, dann hast Du eine große Auswahl. Hättest Du auch Interesse an amischen Ginsterbesen (brooms)? Grüße von Gisela

    Edited once, last by gisela ().

  • Liebe Gisela,


    auch Dir meinen herzlichen Dank für Deine Information. Den Quirl kenne ich schon seit
    einigen -zig Jahren und der war auch damals bei meinen Eltern in regen Gebrauch.
    :-)
    Ich lebe hier in München und habe den Manufactum Laden in der Dienerstrasse schön öfters
    besucht. Die Dienerstrasse ist im Herzen von München und nur einen Katzensprung von der
    Fußgängerzone entfernt.
    Besucht habe ich den Manufactum Laden nicht nur wegen den angebotenen Artikeln
    sondern auch weil der Laden mit "Brot & Butter" gekoppelt ist. Das heisst ein Teil der
    gleichen Räumlichkeiten ist so eine Mischung aus Cafe/Brotladen wo man unter vielen
    Brotsorten aussuchen kann und bei Bedarf auch gleich dort essen.


    Viele Grüße



    Emil

  • Liebe Emil,


    als "bekennender" Manufactum-Konsument sollte es Dir leicht fallen, den konfessionellen Hintergrund von amischen Manufakturen zu erfassen. Funktionalität passt gut zu dieser Kultur von Einfachheit und Schlichtheit, aber sie ist kein Selbstzweck. Amische Bürstenmachter würden Deine Bürsten auch mit karierten Maiglöckchen dekorieren, wenn Du es so bestellst. Grüße von Gisela

  • Liebe Gisela,


    naja, sooo ein Manufactum Konsument bin ich nun auch wieder nicht weil die haben (zumindest in dem
    Laden in München) auch gesalzene Preise.
    Für das eine oder andere Stück bin ich auch gerne bereit mehr zu bezahlen als für die Massenware
    in den Kaufhäusern aber eben nicht für alles.


    Dann, ich weiss nicht genau was Du meinst damit, dass ich den konfessionellen Hintergrund von amischen
    Manufakturen erfassen kann wenn Du gleichzeitig sagst, dass sie die Bürsten auch mit karierten Maiglöckchen
    liefern würden. Falls gewünscht.
    Letzteres würde dann auf schnöde Gewinnmaximierung etc. hinweisen und meine Meinung zu den
    Produkten (wie im Beispiel der Kleiderbürste) aushebeln.
    Du siehst, ich hab Dich wahrscheinlich nicht richtig verstanden.



    Viele Grüße aus der dunklen Vorweihnachtsnacht
    sendet Dir



    Emil

  • Lieber Emil, die Old Order Leute leben zwar auf dem Lande, aber nicht hinter dem Mond. In nahezu jedem Handwerk und in den meisten Dienstleistungen treten sie gegen den Mainstream an, nur im Kutschenbau dürfte es wenig "weltliche" Konkurrenz geben. Ich weiß z.B. von einer Gemüsefarm, dass sie einen Vertrag mit der Fa. Heinz haben, wo amische Tomaten zu Fastfood-Ketchup veredelt werden.


    Amische Familien-Manufakturen müssen ohne Strom, Autos und Telefone eine Menge hungriger Mägen satt machen, und die Kosten für die Luftdruckgeräte, die Gasbeleuchtung und die Taxifahrten kommen hinzu. Manufactum ist teuer; ebenso sind die Amischen nicht gerade für ihre Niedrigpreise berühmt. Allerdings nicht zur Gewinnmaximierung, sondern um jedem Kind eine Anschub-Finanzierung für die berufliche Selbstständigkeit zu ermöglichen. Und diese Rechnung ist im 20. Jahrhundert aufgegangen: von ca. 5.000 um 1910 sind sie auf mehr als 250.000 im Jahre 2010 angewachsen. Grüße von Gisela

    Edited once, last by gisela ().

  • Liebe Gisela,


    Danke, das ist eine sehr gute komprimierte Zusammenfassung und sagt mir mehr als viele Infos
    in diversen home pages im Internet.


    Ich habe den Bericht von Seinerzeit wo das über die Herstellung von Geräten des Alltags beschrieben
    worden ist (am Beispeil der Kleiderbürste) wahrscheinlich zu ideell in Erinnerung gehabt.


    Ist ja klar, dass man nicht alles selber produzieren kann und drum eben Geld notwendigt ist. Und das
    fällt nun mal nicht vom Himmel.
    Auch die Basissicherung wie z. B. notwendiger Landkauf etc. kann nurmit Barmitteln bewerkstelligt
    werden.



    Es grüßt Dich



    Emil

  • Hallo,

    für meine Aladdin Leuchte benötige ich ein paar Ersatzteile bei Lehmann´s.

    Wenn jemand auch etwas bestellen will könnte man sich zusammen schließen und die Versandkosten klein halten.

    Über Rückmeldung würde ich mich freuen.

    Gruß

    Georg