Gottes letzte Inseln

  • Gottes letzte Inseln: Wie die
    Hutterer und Amischen leben


    von Bernd G. Längin


    Patloch Verlag


    Seiten 336


    ISBN 3-629-00674-4



    Liebe gibt es nicht ohne Gerechtigkeit, und die nicht ohne Hass auf Ungerechtigkeit, nicht ohne offenen Widerstand. Wahre Liebe kann es nur unter Gleichberechtigten geben, nicht von oben nach unten und nicht von unten nach oben .

  • Hallo Minister!


    Ich habe versucht dieses Buch zu bestellen und bin leider nicht fündig geworden.
    Gibt es vielleicht hier im Forum jemanden der dieses Buch verkaufen würde?



    Ich würde mich über eine Antwort freuen!


    Lucy

    Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird in Frieden gesät von denen, die Frieden halten.

  • Liebe Joeli !


    Vielen Dank für deine Antwort.


    Einen schönen Abend noch und liebe Grüsse von


    Lucy

    Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird in Frieden gesät von denen, die Frieden halten.

  • Hallo,


    hat jemand schon dieses Buch gelesen? Ich bin schon seit einiger Zeit dabei, doch leider komme ich mit dem Buch inhaltlich nicht so gut zurecht.


    Es wäre schön, wenn ihr mir eure Meinung zu dem Buch schreiben würdet.


    Liebe Grüße,bücherwurm

  • Liebe/r bücherwurm,


    es ist schon ein paar Jahr her, seit ich "Gottes letzte Inseln" gelesen habe. Mit welchen der Inhalte möchtest Du denn besser zurecht kommen? Das täuferische Spektrum (Mennoniten, Amische, Hutterer), das Bernd Längin da vorstellte, ist schon beeindruckend. Oder irritiert Dich der bisweilen leicht distanzierte Ton?


    Grüße von Gisela

  • Vielen Dank für die schnell Antwort.


    Eventuell bin ich mit einer falschen Erwartung an das Buch heran gegangen, denn ich versprach mir, mehr über das amishe Leben zu erfahren. Im Moment habe ich das Gefühl, der Autor "wirft mit Fachwörtern nur so um sich herum".


    Denkst du, meine Erwartung wird noch erfüllt oder bleibt es so sehr wissenschaftlich?


    Liebe Grüße
    Bücherwurm

  • Oh, liebe/r bücherwurm, an Fachvokabular erinnere ich mich bei "Gottes letzte Inseln" nicht. Daher wünsche ich Dir, dass Du Dich noch einliest. Ich fand es eher journalistisch als wissenschaftlich geschrieben, an einigen Stellen zwar oberflächlich, aber nicht wirklich falsch. Das Gebiet, das er da exemplarisch darstellt, ist einfach sehr groß. Viele Leute denken, die schlichte Lebensweise der täuferischen Traditionalisten müsste auch einfach zu verstehen und nachvollziehbar sein. Doch der Unterschied zwischen einfach und leicht (simple und easy) wird einem dann schnell deutlich.


    Hast Du - als Bücherwurm - schon einmal aus Sachbüchern etwas über das wirkliche Leben erfahren? fragt Gisela

  • Servus, ich lese gerade Gottes letzte Inseln und bin sehr beeindruckt.
    Eine Frage habe ich jedoch, die vielleicht etwas komisch klingt.

    Im Buch werden die Amish als eher abgeschlossene Gemeinschaft beschrieben, die auch nicht mehr missionieren und ein erstaunlich geringer Teil sind in den letzten Jahren "von Außen" dazugekommen. Das meiste haben sie durch die Anwendung des Fruchtbarkeitsgebotes erreicht. Die Amish werden im Buch "Gottes letzte Inseln" auch als die Gemeinde der Heiligen wie in der Offenbarung bezeichnet. Daher auch ggf. die Fruchtbarkeit, denn in der Bibel steht, dass Gott den Samen Israel's mächtig mehren wird ;-)


    Das bringt mich jedoch zu einer/zwei Frage:

    1. Haben die Amish ein bestimmtes, KONKRETES Ziel? Glauben Sie an die Wiederkunft des Messias in der Endzeit nach der grossen Trübsal, die durch die 144000 Heiligen unter enormen Aufwand märtyrerhaften Predigens eingeleitet werden wird, um dann als Richter für die Restmenschheit neben Jesus zu fungieren? Bereiten sie sich irgendwie darauf vor? Ich weiss, dass Zeugen Jehovas, 7th day Adventists und vor allem messianische Juden so denken und immer wieder Daten nennen. Beispiel von messianischen Gemeinden sei 2050 und 2070 als Ende der Welt genannt. Adventisten/ Zeugen usw. haben schon viele Daten genannt. Haben sie einen Plan gemacht für die Zeit der großen Trübsal?
    Oder leben sie einfach von Generation zu Generation ihre Tradition und ihren Glaube ohne konkretes Zuarbeiten zu einem Höhepunkt hin, was gerade auch im Hinblick auf die Gemeinschaft etwas mehr "pragmatisch"- relaxed und weniger Stress bedeuten würde, aber es würde auch bedeuten, dass sie nicht mit der baldigen Wiederkehr des Messias als Richter rechnen würden...


    2. Glauben die Amish, dass SIE alleine die Gemeinschaft der Heiligen bilden (werden), oder denken sie, dass gute bibeltreue Menschen anderer christlicher Konfessionen ebenfalls zu den Heiligen zählen? Glauben die Amish, dass ALLE Mitglieder des selben "Kirchspiels" (Untergliederung/ Gemeinschaft) zur Gemeinschaft der Heiligen zählen, auch die Toten oder ist es wie bei den Zeugen Jehovas, dass man den Siegeskelch vorbeigehen lässt, wenn man denkt (noch) nicht zu den Heiligen zu zählen, weil die Zahl mit 144000 ja auch für die Amischen schon begrenzt?


    2b. Was passiert laut Amish eigentlich mit den Menschen, die am Ende der Tage von ihnen/Jesus mit positivem Resultat gerichtet werden, jedoch nicht zu den Heiligen zählen? Wo gehen die dann hin? Himmelreich wie die Heiligen oder werden sie in den Feuersee(Hölle) geworfen, wie die die nicht gerettet sind? Oder wird es eine dritte Wohnstätte geben?

  • Willkommen hier im Forum und ein gutes Jahr 2019, lieber LostInBabylon!


    Auf Deine drei Fragen kannst Du viele unterschiedliche Antworten bekommen. Alle täuferisch-traditionalistischen Gemeinden sind Freikirchen und autonom. Die Auslegungen und Entscheidungen der Ältesten gelten nur für die eigene Gemeinde von maximal 26 Familien. Pro Gemeinde werden drei bis vier per Los bestimmte Prediger ordiniert. Hinzu kommt jemand, der für die Finanzverwaltung verantwortlich ist. Diese vielen tausend Ältesten sind alle autorisierte Auskunftgeber.


    Die Amischen glauben und hoffen - so wie alle Christen -, dass sie Jesus Christus begegnen werden. Ob zu Lebzeiten oder über den Tod hinaus, das wird von Familie zu Familie, von Einzelmensch zu Einzelmensch unterschiedlich gewichtet. Von jemandem, der sich als Erwachsener mit klarem Bewusstsein hat taufen lassen, erwarten sie, dass er sich an die in der Gemeinde geltenden Regeln hält. Menschen, die nicht zu dieser Gemeinde gehören, haben eventuell einen anderen Weg zu gehen. Darüber wird wenig spekuliert. Die Zahl 144.000 spielt keine große Rolle.


    "Weniger Stress" mag für einige Bereiche zutreffen, dafür verursacht das Leben mit eingeschränkter Technologie auf anderen Gebieten erheblichen Stress.

  • Das finde ich gar nicht schön wenn User in einem Forum Beiträge ändern, nachdem jemand darauf geantwortet hat. Ich meine hier konkret LostInBabylon.


    Gestern noch war in seinem Beitrag extrem Verwerfliches, Hasserfülltes zu lesen, heute als ich darauf Antworten wollte, musste ich zu meiner Verwunderung feststellen, er hat sein Text in der Zwischenzeit (im Vergleich) beinahe in eine "Soft"-Version geändert. Man erkennt, indem was er schreibt, aus welchen Kreisen er kommt, was ihn bewegt im Forum zu schreiben und dass er so gar nichts mit Amischen gemeinsam hat. Ein Unruhestifter.


    Ich bedanke mich bei Gisela für Ihre vorangehende gut formulierte Antwort, diese motiviert mich weiterhin im Forum zu lesen und vielleicht der eine oder andere Beitrag zu schreiben.


    feinchen

  • Die Diskussion bewegte sich in eine Richtung die mit dem ursprünglichen Thema, der Buchvorstellung, nichts mehr zu tun hat. Ich erlaube mir dennoch eine Bemerkung. Endzeits-Entgleisungen findet man auch in der frühen Geschichte der Wiedertäufer, es gab diese Strömung(en), die mit dem Täuferreich von Münster, 1535 – 1536, ihren Höhepunkt und Ende fand. Das war noch vor der Zeit Menno Simons, noch vor der Abspaltung der Amischen. Die Ereignisse von Münster führten innerhalb der unterschiedlichen täuferischen Strömungen zu einer breiten Diskussion. Das Geschehene wurde grundlegend reflektiert, die Lehre daraus ist die konsequente-friedensehtische Position der Täufer — wie sie sich schon in den Schleitheimer Artikel von 1527, der Schweizer Brüder erkennen lässt.


    Die Gemeinde Christi ist diesseits orientiert! Deswegen passt der Buchtitel „Gottes letzte Inseln“ durchaus „auch“ auf die Amischen zu. Dies bei all dem Nachholbedarf und Fehlern der Amischen, der fehlverstandenen Bann- und Meidungshandhabung (Missbrauch) und den daraus resultierenden Folgen. Denn, wenn man sieht wie die Amischen miteinander und dem Nächsten gegenüber umgehen, spürt man, wie ihnen der Himmel greifbar nahe ist.

  • Hallo Fasel,

    Code
    1. Dies bei all dem Nachholbedarf und Fehlern der Amischen, der fehlverstandenen Bann- und Meidungshandhabung (Missbrauch) und den daraus resultierenden Folgen.

    wo siehst du den den Nachholbedarf und die Fehler der Amischen? Denks du das die Anwendung von Bann und Meidung bei den Amischen falsch verstanden und angewendet wird?

    Gruß

    Georg

  • Wir sprechen hier von der „Regel Christi“ Georg a. W. , also vom Binden und Lösen (Matthäus 18,15-20). Als Lesestoff empfehle ich das Buch „Die Politik des Leibes Christi“ von John Howard Yoder, da wird auf den Seiten 27-45 darauf eingegangen.


    Paulus schreibt dazu: Brüder und Schwestern, wenn ein Mensch etwa von einer Verfehlung ereilt wird, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, ihr, die ihr geistlich seid. Und sieh auf dich selbst, dass du nicht auch versucht werdest. Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Gal. 6,1-2


    Yoder weist darauf hin, man müsse die Praxis des „Binden und Lösens“ vor dem jüdischen-rabbinischen Hintergrund begreifen. „Binden“ bedeutet, eine bestimmte ethische Sicht als verbindlich zu erklären. „Lösen“ dagegen meint, von einer Verbindlichkeit freizusprechen. Es hat nichts mit „Dämonenaustreibung“ zu tun, wie es oft im pfingstlich-charismatischen Milieus angenommen wird. Es geht um ein gemeinschaftliches Konfliktlösungsverfahren. Es geht um dialogische Versöhnungsarbeit und um das Gespür für eine ethische Urteilsfindung. Statt sich vor weltlichen Gerichten zu verklagen, soll eine christliche Gemeinschaft lernen, im direkten Gespräch Unstimmigkeiten beizulegen. Zunächst unter vier Augen, dann mit erfahrener Unterstützung und zum Schluss im Rahmen einer Gesamtversammlung. Ziel ist die Wiederherstellung von Beziehungen, nicht Strafe oder öffentliche Bloßstellung.

    Yoder betont, dass ein solcher Klärungsprozess nicht anhand starrer Maßstäbe stattfindet. Richtig ist, dass gewisse Werte hochgehalten werden, wie: Wahrhaftig sein, Versprechen einhalten, das Wohl des anderen in den Blick nehmen oder auf die Leitung des Geistes vertrauen. Einzelne Konfliktfälle aber sind so tausendfach unterschiedlich, je nach Zeit, Person oder Situation, dass man nicht mit Regelkatalogen arbeiten kann. Vielmehr geht es darum, beziehungssensibel zu werden und Differenzen achtsam zu klären. Das kann auch dazu führen, dass eine Gemeinschaft an manchen Stellen grundlegend umdenkt und sich als Ganzes neu positioniert.
    (Ich kann der Urheber dieser Zusammenfassung nicht mehr finden.)


    Leider wird die Regel Christi bei den Amischen oft missbraucht um eigene Gesetzlichkeiten oder Machtpositionen einzelner, durchzusetzen. So dass das Ideal einer Gemeinschaft von Gleichen in den Hintergrund getreten ist. Beispiel: Leute werden gemieden, weil sie einen Knopf zuviel am Hemd tragen, usw. Ein solches Verhalten führt nicht zur Vielfalt in Einheit, nicht zu einer Weiterentwicklung in der Nachfolge Jesu Christi, sondern zu Spalterei und Leid. Das führt soweit, dass verboten wird ans Sterbebett oder Begräbnis der eigen Eltern oder Geschwister zu gehen. Das hat nichts mit Erlösung zu tun, da ist nur noch Kälte.

  • Hallo Fasel,

    vielen lieben dank für dein Buch Tipp, werde ich mir gleich besorgen.

    Ich bin ganz auf deiner Linie, das Bann und Meidung ein Akt der Liebe ist den Fehlgeleiteten zurück in der Gemeinschaft zu führen.

    Soweit ich gelesen haben ist der Bann, Meidung und die finale Exkommunikation eine gemeinsame Entscheidung der Gemeinde und nicht ein willkürlicher Akt einer einzelnen Person. Die betroffene Person kann durch Einsicht und Buße jeder Zeit umkehren und wieder in die Gemeinschaft zurückkehren ( wenn keine Todsünden gegangen wurden).

    Schließlich geht es darum in Harmonie zu leben und die Gemeinde rein zu halten und frei von "Runzeln und Pusteln".

    Nur durch diese Fähigkeit konnte die Gemeinschaft in der jetzigen Form gewahrt bleiben.

    Die Entwicklung der Gemeinschaft findet ja dennoch statt nur langsam, ausgewogen, überlegt und im Konsens mit allen in der Gemeinde.


    Liebe Grüße

    Georg

  • Freue mich schon darauf zu erfahren, wie Du die Sache nach dem lesen des Buches siehst.




    Ich möchte, weil es gerade passt, zum darüber Nachdenken, Yoder aus seinem Buch „For the Nations: Essays Evangelical and Public“, Seite 209, zitieren: „Our life is to proclaim, not to produce, the new world.“

    Edited once, last by Fasel ().

  • Ja Fasel, als könntest du in die Ferne sehen.

    Habe am Wochenende die erste Lesung abgeschlossen.

    Dieses Buch ist nur in einigen Passagen für Laien geschrieben und nicht gerade leicht verdauliche Lektüre.

    Das Buch ist dünn aber mit viel Inhalt. Er hat mich an einigen Stellen glatt abgehangen.

    Yoder hat die Sprache eines wissenschaftlichen Theologen, der er nun mal ist, der wie ein Chirurg mit dem Skalpell versucht die Seele zu finden.

    Er interpretiert und analysiert die heilige Schrift und legt sie von seiner Position aus.

    Ich empfinde es als Hochmut sich der heiligen Schrift so zu nähern, Es ist uns Menschen nicht gegeben der Schrift etwas hinzu zu fügen (Interpretationen) oder zu entfernen denn sonst stellen wir uns Gott gleich. Nur durch den heiligen Geist der durch uns spricht kann etwas gegeben werden. Dies ist meine persönliche Meinung.


    Jetzt aber wende ich mich erst einmal dem neuen Testament zu und nach einiger Zeit mit etwas Abstand versuche ich mich an die zweite Lesung von Yoder. Vielleicht ist er ja ein Prophet und ich habe ihn nur noch nicht verstanden.

  • Wenn Du schreibst „Dieses Buch ist nur in einigen Passagen für Laien geschrieben und nicht gerade leichtverdauliche Lektüre“, ist das für mich zugegeben ein Rätzel, zumal das Buch in normaler, leichtverständlicher, nicht-theologischer Sprache geschrieben ist.

    Ich bin zuversichtlich, auch Du wirst irgendwann hinter das Geheimnis Christi kommen und es fassen können. Bevor das geschieht, musst Du Dein gegenwärtiges Schriftverständnis ändern, so dass es der Nachfolge Jesus Christi nicht mehr im Wege steht.


    Nimmt mich wunder ob das erneute Lesen des Buches, mehr Verständnis bringt. Erzähle uns bitte davon, wenn es gelesen ist.

  • Ich empfinde es als Hochmut sich der heiligen Schrift so zu nähern, Es ist uns Menschen nicht gegeben der Schrift etwas hinzu zu fügen (Interpretationen) oder zu entfernen denn sonst stellen wir uns Gott gleich.

    Darf ich fragen was er hinzugefügt und entfernt hat, lieber Georg a. W. ?