Den Amisch beitreten

  • Liebe Gisela !
    Genau das meine ich ja, wenn Kinder sich 'widersetzen' setzt das nicht immer voraus, dass Eltern ihre Kinder
    mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln maßregeln müssen. Wir sollten überlegen, was wir in unserer Gesellschaft den Kindern eigentlich zu muten. Es wird immer von kinderfreundlich geredet, doch die Welt der Kinder wird mehr und mehr an die Welt der Erwachsenen angepasst und Kinder haben zu gehorchen.
    Die Eltern brauchen Hilfe und Unterstützung um zu erkennen, was passt und was nicht.
    Bei den Amish-Familien habe ich den Eindruck, dass - wenn auch die Kinder in der Kirche sehr lange still sitzen müssen- das Leben noch an seinem Ursprung orientiert ist. Wie du schreibst, sie lernen die Gemeinschaft nicht als Konsument sondern als Erzeuger kennen. Kinder brauchen Pausen, wo sie das Gesehene und Gelernte 'verdauen' können. Sie brauchen immer wieder nicht konsumorientierte Orte.
    Hier bin ich auch wieder an dem Punkt, warum ich mich für die Amish-Gemeinschaft interessiere. Kinder brauchen meiner Meinung nach den Ursprung des Lebens, das eigenständige und sinnvolle Tun, damit sie lernen können, was die Welt im Innersten zusammen hält ! Sie brauchen ihre Eltern als Vorbild, an dem sie sich orientieren können !


    Liebe Wicky !
    Gestern habe ich mir , wie sehr oft, Gedanken zu Gott gemacht! Ich bin ja nicht getauft- aber mein Mann und unsere Tochter ! Ich empfinde Gott nicht als jemanden vor dem ich Angst oder auch Demut habe. Ich vergleiche Ihn mit einem Vater, der seine Kinder aus dem Haus entlässt. Geht und sucht euren eigenen Weg. Er wird uns nicht strafen, wenn wir straucheln, er wird aber auch nicht immer in die Bresche springen, wenn wir Mist gebaut haben.
    Er wird uns aber immer wieder aufnehmen, wenn wir zurück kommen. Er betrachtet uns als mündig und verantwortungsvoll. Er hat uns mit allem ausgestattet, was wir brauchen, um uns das Paradies auf Erden zu schaffen. Wenn wir-salopp gesagt zu doof dazu sind-müssen wir lernen,lernen,lernen.
    Ich glaube an einen "Vater im Himmel" vor dem ich Achtung habe, weil er Dinge weiss, die wir nicht wissen, aber nicht gleich mit dem erhobenen Zeigefinger dasteht, der immer für uns da ist-in guten und in schlechten Zeiten, der uns mit seinem Rat zur Seite steht, uns aber nicht verflucht, wenn wir uns anders entscheiden.
    In der Bibel steht doch, dass Er uns nach seinem Ebenbild geschaffen hat !


    Liebe Grüße von jeconepa !

  • Die heutige Anfrage kommt von Brenda, sie ist 19 und schon Mutter. Gemeinsam mit ihrer Cousine hat sie in letzter Zeit viel über die Amischen diskutiert. Beide glauben, dass Technologie uns von unseren Familien und Gott ablenken würde. (We believe that technology is distracting us from our families and God.)


    Sie glauben außerdem, dass in einer technologischen Krise die ganze Welt in Schwierigkeiten gerät, während sich die Amischen keine Sorgen machen müssten. (We also believe that if something happens with all the technology the whole world is in trouble but the Amish dont have to worry.) Ausserdem habe Gott uns nicht mit den ganzen Telefonen, Computern, Autos und Maschinen in die Welt gesetzt. (Plus God didn’t put us here with all our phones, computers, cars, machines, etc.) Je mehr sie darüber sprechen, desto richtiger erscheint ihnen das. (The more we talk about it the more it seems right.)

    Edited once, last by gisela ().

  • Ja, liebe Gisela, da schliesse ich mich Agranzow an. Wo werden solche Anfragen gestellt und wie geht es dann weiter ?

  • Liebe Anne, liebe Jeconepa und liebe Wicky,


    solche Fragen schwirren zu Hunderten im Netz herum. Inzwischen habe ich den Überblick über die vielen verschiedenen täuferischen Blogs und Foren in den USA etwas verloren, bei Interesse suche ich Euch gern noch mehr heraus. Der Wechsel der Konfession ist ja oft mit dem jährlichen Umzug verbunden. Und im Frühjahr, wenn der Jahresvertrag abläuft, suchen viele Familien mit oder ohne "trailer" einen neuen Wohnort und damit verbunden auch eine passende Kirchengemeinde. Diese Selbstverständlichkeit wirkt auf uns zunächst etwas fremd. Gerade im Hinblick auf die Traditionalisten-Gruppen finde ich die Ausgangslagen, die Wünsche und die Hoffnungen der Menschen ausgesprochen interessant.


    Wie es dann weitergeht, frage ich mich auch. Wenn der Papst recht hat, und das Internet als eine Art immerwährendes Gebet aufgefasst werden kann, dann erreichen diese Stimmen Gott; darüber hinaus wird jeder, der es liest, ein wenig klüger. Und einige der Poster werden wohl eines Tages an einer amischen Haustür anklopfen, und dann bekommen die Gemeinde-Ältesten was zu tun. Grüße von Gisela

    Edited 4 times, last by gisela ().

  • Liebe Gisela, was meinst du mit den jährlichen Umzügen ?
    Ich bin in der amerikanischen Kultur nicht sehr bewandert, sind es Wanderarbeiter?
    Ich weiss, dass viele in so einer Art Wohnmobil leben, aber wieso jährliche Kündigung ?


    LG
    jeconepa !

  • jeconepa


    Die einen nennen es Wanderarbeiter, die anderen nennen es auf Neu-Hochdeutsch Freelancer.


    So lebe ich nun grob seit 1995. 1 Jahr hier, 6 Monate dort, 3 Jahre woanders.


    Gut. Meine Wurzeln liegen fest in Aachen wohin ich immer wieder zurückkehre.


    Dafür muß man nicht in die amerikanische Kultur schauen :D


    Das Leben findet dabei entweder im Hotel oder im Wohnwagen statt.


    Gruß


    Christian.

  • Liebe Jeconepa,


    was Christian leidvoll beklagt, was bei uns erst seit der Globalisierung um sich greift, war in den USA wahrscheinlich von Anfang an bewährter Standard. Dort gibt es so gut wie keine unbefristeten Arbeitsverträge, weil das gegen die Freiheit wäre. Für die Amischen und andere Leute ohne Highschool-Abschluss gilt sogar "hire and fire", also tägliche Kündigungs- aber auch Einstellungsgelegenheit. Bei Behörden oder für qualifizierte Berufe werden Jahresverträge ausgehandelt, die meist von August bis August laufen. Im Januar muss man entweder neu abschließen, zu veränderten Bedingungen, oder eben den Vertrag auslaufen lassen.


    Wanderarbeiter gibt es kaum noch, außer bei der Ernte (hier Kirschen, dort Bohnen, woanders Pfirsiche) und wenn, dann eher Singles. Doch auch und gerade Familien sind permanent auf der Suche nach einer günstigen Umgebung: Arbeit für möglichst beide Eltern, eine gute Schule für die Kinder, eine angenehme Nachbarschaft. Alles kann sich innerhalb eines Jahres erheblich verschlechtern, deshalb sind gerade auch Eltern leicht auf dem Sprung. Grüße von Gisela

    Edited 4 times, last by gisela ().

  • Liebe Gisela !
    Ist das nicht furchtbar, wenn ich ständig Angst davor haben muss gekündigt zu werden ? Hat das wirklich etwas mit "Freiheit " zu tun oder sind es nicht eher die Gesetzte des Marktes !
    Ich bin auch in meinem Leben häufig umgezogen, deshalb finde ich es für unsere Tochter um so wichtiger, dass sie "Wurzeln schlagen" kann. Die Flügel zum wegfliegen hat sie ja schon smile.png !
    Vielleicht ist dass auch das Geheimnis der Amish. Die Kinder haben Zeit "Wurzeln zu schlagen". Sie haben aber später die Möglichkeit auch andere Wege zu gehen.
    Wie ist das eigentlich mit dem austreten oder nicht eintreten in die Gemeinde oder ausgestossen zu werden.
    In einigen Gemeinden dürfen sie nicht mehr zusammen essen oder in der Kutsche fahren, aber sie reden doch noch miteinander und die Kinder bleiben doch unbehelligt davon ?


    LG jeconepa

  • "Mitgehangen-mitgefangen" könnte man da fast sagen.


    Die Kinder sind auf jeden Fall betroffen, wenn sie nicht schon selbst der Gemeinde beigetreten sind.
    Solange sie aber noch nicht getauft sind, müssen sie natürlich mit den Eltern mitziehen. Sicherlich werden sie nicht persönlich gemieden, aber allein in die Gemeinde gehen können Kinder ja schliesslich nicht, und so sind sie zum gleichen Schicksal wie ihre Eltern verdammt, nicht mehr am Gemeindeleben teilnehmen zu können.


    Theoretisch betrifft es auch die bereits der Gemeinde angehörenden Kinder. Denn auch sie dürfen/dürften nicht mehr mit den Gemiedenen verkehren...was heute hier und da vielleicht nicht mehr so streng gehandhabt wird wie früher, aber mit den Eltern zusammen am Gemeindeleben teilnehmen geht dann nicht mehr.

  • Hier die Geschichte ein reifen Mannes. Peter ist 56 und bislang katholisch. Aber die Skandale der Kirchenleitung haben ihn von seinem Glauben entfremdet; außerdem verließ ihn seine Frau nach 27 Ehejahren wegen eines anderen Mannes. (I have become estranged from that faith due to scandals involving its leadership and my wife of 27 years leaving me for another.) So hat hat es inzwischen zwei Jahre in Sünde gelebt, und dass seine neue Partnerin ihn auf einem unanständig hohen Schuldenberg sitzen ließ, er hat erst jetzt erfahren. (I have spent the last two years in sin and have been rewarded for it by my new partner plunging me into obscenly high debt levels of I have only just discovered.)


    Er benötigt harte Arbeit, Gemeinschaft und in allen Tätigkeiten den Bezug zu Gott. (I need hard work, fellowhip, and focus on God in everything I do.) Sein bisheriges Leben hat ihm bewiesen, dass er damit allein scheitern wird. (My life to date has proved to me that I will fail on my own.) Deshalb betet er darum, dass diese Zeilen eine verständnisvolle Gemeinschaft erreichen, die ihm eine Chance gibt, sein Leben nach der Bibel neu aufzubauen, damit Gottes Geschenk des Lebens im Mittelpunkt steht. (I pray that this outline reaches an understandindg community willing to allow me chance to restore my life a bible center focus on God’s gift of life.)

    Edited 3 times, last by gisela ().

  • Ist das nicht furchtbar, wenn ich ständig Angst davor haben muss gekündigt zu werden ?

    Liebe Jeconepa....


    Das sieht in Deutschland als Freelancer ähnlich aus. Da lebst du auch ständig in dieser Problematik und muß
    dir eine eigene Kriegskasse schaffen, da du ansonsten von 100% Arbeit direkt zu Hartz IV wanderst.


    Üblicherweise wird dir das aber als Freelancer auch mit entsprechenden Kundensätzen vergolten, so daß
    das Anlegen einer Kriegskasse durchaus möglich ist.


    Gruß


    Christian

  • Die Freiheit der Märkte, liebe Jeconepa, ist den Täufern ein teures Gut. Sie garantiert ihnen a. individuelle Glaubensfreiheit (anders als der reale Sozialismus) und b. freie Vermarktungsmöglichkeiten für ihre Erzeugnisse.


    Sie wählen nicht, weil sie allen weltlichen Institutionen misstrauen, aber sie beten durchaus für den Sieg der Partei, die den Staat aus der Innenpolitik heraushält. Gesetzliche Krankenversicherung nennen einige diktatorisch, während der eigene Gesundheitsfond, aus dem Mitglieder versorgt werden, wächst. Weil sie durch große, stabile Familien gut vernetzt sind, fallen sie der Allgemeinheit nicht zu Last, dennoch, ein Modell für andere Minderheiten kann das kaum sein.


    Wenn Du noch einen altmodisch unbefristeten Arbeitsvertrag hast, hüte ihn gut! Es könnte sein, dass irgendwann einmal Deine ganze Familie auf Dein Einkommen angewiesen ist. Und wenn Du dann keinen Anspruch auf einen Arbeitsplatz gelten machen kannst, stellt man lieber einen jüngeren Menschen ein, ohne Kinder, die womöglich krank werden. - Oder höre auf Christian und spare beizeiten. Grüße von Gisela

    Edited 3 times, last by gisela ().

  • Ja, spare beizeiten ist ein guter Leitsatz, der in unserer heutigen Zeit öfter beherzigt werden sollte. Wir sind ja so vielen Verlockungen ausgesetzt und wenn der Charakter so schwächelt, dass man alles haben muß, dann kann man schnell bei Hartz 4 landen. Die Amischen haben es da leichter, da sie kein Internet, Fernsehen und auch keine Hochglanzmagazine kennen. Der Besuch eines Walmarts, um Lebensmittel einzukaufen, ist dann schon das Highlight in Punkto Überflußgesellschaft.

  • Liebe Anne,


    in jeder Umgebung gibt es Begehrlichkeiten. Wir kommen durch technische Spielerei, Hochglanzmagazine
    oder einfach teuflich gute Lindt-Schoki in Versuchung.


    Bei den Amish gibt es sicherlich andere Reize die zur Selbstbeherrschung zwingen.


    Oder ??


    Gruß


    Christian

  • Nun ja Christian, meine Freundin wollte z.B. dieses Mal nicht mit zum Walmart fahren, da das Geld (wegen Krankheitskosten) zur Zeit extrem knapp ist und sie meinte, dass sie dort so viele Dinge sieht, die sie gern für sich oder die Familie haben würde und dann kaum widerstehen könnte. Den Verlockungen in der örtlichen Sämerei konnte sie jedoch nicht widerstehen. Den Amischen ist ein gepflegter Garten bzw. das Grundstück extrem wichtig. Der Rasen muß immer gemäht und Laub- und Stöckchenfrei sein und Blumenbeete sind gezirkelt sauber und strotzen nur so vor farbenfroher Blütenpracht. Den Verlockungen in den sog. Dry-Good-Stores, wo es Stoffe und Haushaltswaren gibt sind sie auch ausgesetzt. Natürlich würde jede amische Frau gern öfter neuen Stoff für ein Kleid kaufen....aber die Töchter brauchen ja auch neue Kleider und der Mann und die Söhne neue Hemden...das geht dann ganz schön ins Geld. Meine Freundin hatte dieses Mal ein schönes grünes Kleid mit Karomuster und sie erzählte mir, dass sie den Stoff letztes Jahr für die ganze Familie gekauft hat. Es sieht immer total schön aus, wenn die ganze Familie in der gleichen Farbe gekleidet ist (z. B. am Off-Sunday).
    Lass mal überlegen, was es noch so an Verlockungen gibt....ah ja, die Auktionen....diesmal gab es den Gordonville Mud-Sale. Das ist eine Auktion für einen guten Zweck und es werden Sachspenden (z.B. Möbel, Quilts, Farmequipment etc.) gemacht, die dann verauktioniert werden. Obwohl das Wetter dem Namen der Veranstaltung diesmal alle Ehre machte (es goß aus Eimern und dementsprechend muddy war alles), war der Sale gut besucht. Tolle Möbel, auch Antiquitäten, Quilts und jede Menge Fressstände. Und dann gibt es ja auch noch die privaten Auktionen wenn jemand gestorben ist. Dann wird das transportable Hab und Gut des Verstorbenen innerhalb der Familie verauktioniert und das damit erwirtschaftete Geld unter den Erben aufgeteilt. Da wird wirklich alles vertickert....von Spielzeug bis Grußkarten und Briefen, Inhalt von Küchenschubladen, Tischwäsche, Kissen....einfach alles was ein Haushalt so hergibt. Bei vielen Dingen (wie z.b. persönlichen Grußkarten oder kaputten Dingen) steht nur der ideelle Wert dahinter....als Andenken sozusagen. Und manchmal wird so heiß geboten, dass es für das Teil an sich schon fast ans Lächerliche grenzt.


    Das war's aber auch schon an Verlockungen...trotzdem genug, wenn man als hart arbeitende Bauernfamilie mit dem Geld auskommen muß. Die Milchpreise sind auch in den USA im Keller und Farmequipment und laufende Kosten werden ja leider auch nicht weniger oder billiger.


    Lieben Gruß,
    Anne

  • Danke liebe Anne und lieber Christian, indem Ihr ausgesprochen elegant den Thread wieder auf die Frage Beitrittswunsches gelenkt habt, denn viele hier im Forum fragen sich bestimmt hin und wieder, wie sie selbst unter täuferischen Bedingungen leben und wirtschaften würden.


    Zur Anfrage von Diane (Post Nr. 9) ist noch der persönliche Hintergrund nachzutragen. Sie ist nicht mehr ganz jung und hat drei erwachsene Töchter: "hi. i am an older woman with three grown up daughters". Dennoch fühlt sich sich seit längerem verloren und würde sich gerne als Teil einer intakten Familie fühlen: "however i have felt for a long time that i am lost and would like to feel part of a proper family. can you help me please."


    Das Gefühl von Verlorenheit, gerade auch angesichts von drei erwachsenen Töchtern, die sich um ihre eigene Existenz kümmern müssen, ist leicht nachvollziehbar und kann jeden von uns treffen. Ein Amischer hat verglichen damit weniger Zeit über sich und seine Situation nachzudenken. Holz muss gehackt, Feuer gemacht werden, bevor ein "full breakfast" zubereitet werden kann. Tagsüber fordern Stall, Äcker und Werkstatt sowie Kinder, Enkel und Haushalt vollen Einsatz. Und anstelle eines abendlichen TV-Tierfilms stehen nach getaner Arbeit "singings", "frolics" und andere Arten von nachbarschaftlicher, familiärer oder gemeindlicher Hilfeleistungen im Kalender.

    Edited 3 times, last by gisela ().

  • gisela


    gerne doch.......


    Bleiben wir doch bei den alltäglichen Dingen und warum sie so in der Form aktuell gelebt werden.


    Gibt es Alltagsspezialitäten in der Ernährung, die aus der Not heraus geboren wurden?
    Nehmen wir als Beispiel den schwedischen Surströmming
    Der enstand, weil zur damaligen Zeit Salz teurer war als Gold. Ist nicht unbedingt etwas für feine Nasen, schmeckt aber mit einer
    Senfsoße sehr lecker.


    Gibts ähnliche Spezialitäten bei den Amishen?


    Wenn ich das richtig verstanden habe, dann ist es mit den Knöpfen bei den Amishen ähnlich gelagert. Zur damaligen Zeit
    waren Knöpfe auch sehr teuer und eher den Reichen vorbehalten. In der Form wurden sie mit der Eitelkeit der Reichen
    verglichen und wurden deshalb verboten.


    Wie siehts mit Leder aus?


    Wenn man mal die deutsche Geschichte ein wenig zurückdreht, so gab es fast in jedem Dorf eine Gerberei, die die anfallenden
    Kuh- & Rinderhäute verarbeitet hat. Das große Gerbereisterben setzte im Zuge der Umweltauflagen ein, weil der Gerbprozess
    sehr viel Wasser benötigt.


    Die Verarbeitung von Leder scheint ja zumindest was die Pferdegeschirre angeht bekannt zu sein, denn die Geschirre werden
    ja auch in Deutschland extra mit dem Hinweis "Amish handmade" angepriesen.


    Ber Steigerung der Robustheit der Kleidung bei der Arbeit scheint Leder aber kein Rolle zu spielen. (Also verstärkte Knie- oder
    Ärmelpartien, Verstärkung der Schulter/Passe/Sattel bei Westen oder Jacken)


    Ich vermute hier auch den Kostenfaktor als Ursprung, oder?? Passend geschneiderte Lederbekleidung ist auch nicht grad billig.
    Dabei ist Leder, wenn Viehzucht betrieben wird ja auch ein normales Erzeugnis eines landwirtschaftlichen Betriebes.


    Da sich die Dorfgemeinschaft ja gegenseitig hilft, sollten sich die Kosten eigentlich in Grenzen halten. In Deutschland nennt
    man sowas ja nicht mehr Nachbarschaftshilfe sondern Kompensationsgeschäfte :D



    Gruß


    Christian