Die strengsten Eltern der Welt

  • Am 1.3.2009 strahlte Kabel 1 die erste Folge der neuen Doku-Soap "Die strengsten Eltern der Welt" aus. In 50 Minuten wird gezeigt, wie Sara (16) und ihr Bruder Thomas (14) aus dem Emsland zehn Tage in einer Kolonie der Hutterer in Kanada verbringen. Bei der Familie Waldner erlernt Thomas drei unterschiedliche Methoden des Rasenmähens (zunächst mit der Motorsense, dann mit dem Motor-Rasenmäher und schließlich mit einem Traktor) und Sara schlägt (beim Kuchenbacken) das erste Ei ihres Lebens auf.


    Ob sie erfasst haben, dass Hilfe bei der Hausarbeit die ganze Familie und jedes einzelne Familienmitglied bereichern kann?

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  • Hallo Gisela,


    Man konnte einen kleinen Einblick durch Fotos in dem Buch von Michael Holzach: Das vergessene Volk bekommen.Liegt allerdings schon sehr lange zurück.Durch diesen Film hat man einen besseren Einblick bekommen.Danke für diesen Link.Vielleicht haben diese beiden auch was
    von Jesus Christus mit auf den Weg bekommen...
    Die Kolonie hat jedenfalls sehr viel Geduld mit den beiden gehabt und sie
    waren auch bemerkenswert offen.Der Gastvater hat eine sehr positive Ausstrahlung und auch Lachen konnten diese Menschen in dieser Kolonie.Ehrlich gesagt,hätte ich das gar nicht so gedacht nach den Fotos
    von Michael Holzach.


    Liebe Grüsse
    Ralph

  • Ja, Ralph, die Gesichter scheinen sich seit Holzachs Besuch, also innerhalb einer Generation, gewandelt zu haben. Vielleicht lag es aber auch an der Jahreszeit, an den Verschlusszeiten der Kameras oder an der fehlenden Farbe, dass die täuferische Strenge damals deutlicher spürbar wurde.


    Seit dem 8.3. sind andere Folgen der Doku-Soap online. Doch die Hutterer kamen auf diese Weise wieder einmal ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Grüße von Gisela

  • Hallo Gisela,


    Da ich kein Fernseher habe ist mir diese Serie unbekannt.Nach dem Sehen im Netz bin ich von so was nicht begeistert.Aber man hatte doch
    einen richtig guten Einblick bekommen.Das Buch hatte ich so um 1985
    gelesen.Damals hatte ich einen Briefaustausch mit der Kolonie Nähe
    Lethbridge gehabt.Sie hatten eigentlich gutes deutsch geschrieben.
    Jedenfalls konnte man das lesen.Ja,das stimmt.Es wird eine andere
    Generation sein.Das sind ganz ganz liebe Geschwister und ihre Geduld scheint grenzenlos zu sein.Also,eine Ausstrahlung hat der Gastvater.Sehr
    bemerkenswert.Meine Meinung ist:Man braucht nichts von Jesus zu erzählen.Die Ausstrahlung macht es.Eben die Liebe Jesu.Mein Gemeindeleiter hat auch diese Ausstrahlung.Ich bete zu Jesus Christus
    das ER mir auch diese Ausstrahlung schenkt.Das ist wirklich eine Gottes Gabe.


    Sei lieb gegrüsst und Verbunden in Jesus Christus
    Ralph

  • Lieber Ralph, das, was Du Ausstrahlung nennst, kann man möglicherweise gar nicht gut an sich selbst bemerken, sondern allenfalls durch andere gespiegelt bekommen. -


    Du kennst die spezielle täuferische Ausstrahlung aus eigener Korrespondenz und erkennst sie deshalb sogar bei einer Online-Ausstrahlung wieder!


    Wer das im richtigen Leben nicht erlebte, woher sollte der ein Gespür dafür haben? Freundliche Grüße von Gisela

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  • Hallo Gisela,


    Ja,da hast Du Recht.So ähnlich habe ich mir das auch gedacht.Damals hatte Michael Holzach noch heimlich Bilder gemacht.Heute kann offen ein Filmteam dort drehen.Wird auch nur eine einmalige Sache sein.Kann mir nicht vorstellen das Filmteams dort dauernd ein und ausgehen.Ist mir gerade so eingefallen.


    Liebe Grüsse und Gottes Segen
    Ralph

  • Hallo Gisela,


    hab mir grad die Sendung angeschaut. An sich klang es ja ganz interessant, leider überzeugt mich das Konzept der Sendung nicht. (Mal ehrlich, in 10 Tagen wollen die zwei Teenies beibringen, was Werte sind?). Mir persönlich fehlten dort die Informationen darüber, warum die Hutterer so leben, wie sie leben, wie ihr Leben genau aussieht. Man sieht, wie sie kochen und putzen, Rasen mähen und in ner Werkstatt Möbel zusammenschrauben, also ehrlich mal- ein tieferer Einblick hätte der Sendung gut getan! Statt dessen kriegt man nonstop das Genörgel der Geschwister zu hören X(..Schade


    Trotzdem vielen Dank für den Tipp! :)


    Viele Grüße,
    Alisa

    Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.

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  • Liebe Alisa, hier kommen zwei Reaktionen: zunächst eines jungen Hutterers aus der Kolonie, in der die Teenager gefilmt wurden, und danach des RTL-Kameramanns.


    a. Kelly Hofer: "I finally got to watch the film and i find it positively hilarious. The two actors had sooooo many complaints about the strenous hutterite work ethic that it would seem like we are a work camp. It's life! You have to work to earn your play. But overall i think our culture was very positively portrayed, like it is in real life. Granted there was almost no emphasis on religion, but we limited that by limiting their access to our religious events. But overall the essence of huttarian life was quite well captured as far as i am concerned." (20. August 2008)


    b. Detlef Tietze: "Mir selbst war es ja auch nur relativ kurz möglich, in die uns doch etwas andere Lebensweise einzudringen. (Hutterer in Canada, 9 Tage - Amisch in Pennsylvania USA nur ca. 4 Stunden!) Gerade bei den Amisch wären wir gern länger geblieben, aber unser Zeitplan war zu eng, da wir unsere Flüge in NY kriegen mußten. Auf jeden Fall sind beide "Kulturen" spannend zu erleben. Besonders hat mich beeindruckt, wie auf beiden Seiten den Herausforderungen der Integration in das gesellschaftliche Umfeld zu meistern. Denn gerade bei der jungen Generation war zu spüren, dass sie einen großen Wissenshunger haben, nach allem was außerhalb ihrer Kolonien so passiert. In zunehmender Weise sind sie auch in der Lage, sich über das Internet Zugang zu neuen Erfahrungen zu verschaffen. Die Hutterer in der Green Acre Kolonie verfügen über ein Computerkabinett in ihrer Schule, da würden sich die meisten Schulen bei uns die Finger nach lecken :-) nun gut, die Wahrheit ist sicherlich, dass bei uns fast jeder über einen eigenen Rechner verfügt, was bei den Hutterern nicht unbedingt der Fall ist. Es gibt aber auch den Versuch, den uneingeschränkten Zugang zum Internet zu beschneiden. Erstens durch Einschränkung der Nutzungszeiten (2 Stunden wöchentlich pro Person) zweitens durch Sperrungvon Inhalten und drittens durch strenge Verbote des Zugangs. So weiß ich zum Beispiel von Kelly Hofer, dass er sich bei seinem Lehrer extra die Erlaubnis einholen mußte, um den von uns gedrehten Film, so wie er von Kabel1 ausgestrahlt wurde, aus dem Netz herunterzuladen. Ich hatte den Film damals auf der Plattform safe.tv gespeichert und hatte ihm meine Zugangskennung übermittelt. Über diesen Zugang hatte er natürlich die Möglichkeit, das gesamte Programm von ca. 30 deutschen TV-Sendern zu verfolgen und auch andere Sendungen herunterzuladen. Das wiederum war natürlich nicht im Interesse der Kolonieführung und ihrer strikten religiösen Einflußnahmeauf die Erziehung ihrer jungen Generation :-(. Ich glaube da gab es vor Ort einen kleinen Konflikt, der damit endete, dass Kelly sich bei mir nicht mehr gemeldet hat. Ich habe nochmal versucht herauszufinden, ob er den Film herunterladen konnte - aber er hat mir irgendwie ausweichend geantwortet und unser Kontakt schlief dann ein. Ich habe noch ein paar mal bei flickr die Bilder von ihm verfolgt und muß auch sagen, dass er einen außerordentlichen Motivsinn hat und Ideen entwickelt, die selbst mir als alten Hasen auf dem Gebiet einfach Hochachtung abverlangen. Auf vielen seiner Aufnahmen erkenne ich immer wieder Personen, mit denen wir damals zusammengearbeitet haben.


    Zum Abschluss muß ich noch feststellen, dass sowohl die Hutterer als auch die Amisch-People einen außerordentlichen Geschäftssinn entwickeln und in ihren handwerklichen Tätigkeiten großes leisten. Ich habe bei beiden eine professionelle Form der Möbelfertigung gesehen und die Hutterer der Green Acre Kolonie bauen außerdem komplette Feuerwehrfahrzeuge! auf LkW-Fahrgestelle. Hier gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten der jungen Generation eine solide Handwerksausbildung zu ermöglichen, was mich stark beeindruckt hat. Wer nun nicht gerade mit Metall- und Holzbearbeitung zu tun haben will, hat auch die Möglichkeit sich in der Landwirtschaft zu qualifizieren. Ganz zu schweigen von der Förderung aller künstlerischen Aktivitäten in fast allen Formen. Insofern halte ich nachträglich das Projekt "Die strengsten Eltern der Welt" nach wie vor für sehr wertvoll. Hat es doch gezeigt, dass deutsche Jugendliche (nicht alle!!) mit ihrer "null-Bock-auf-garnichts" - Theorie keine Chance im Leben haben und das noch nicht einmal merken wollen :-(


    Für mich war jedenfalls der Aufenthalt in beiden Kulturkreisen sehr angenehm, obwohl ich mit dem gesamten religiösen Hintergrund nicht viel anfangen kann, dazu bin ich viel zu sehr Materialist, aber die menschlichen Qualitäten haben mich begeistert." (26.11.2010)

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  • Hallo Gisela weisstdu wo ich diesen Teil von "Die strengsten Eltern der Welt"bekommen könnte bei den hutterer in Kanada ,entweder als Kopie oder vielleicht auch original oder selbst aufgezeichnet mit DVD Recorder etc.


    Würde dafür was bezahlen das ist klar.Bitte auch alle anderen melden auch gerne Dokus oder Filme über Amishe anbieten sammle alles darüber.lg Alex

  • Liebe Alex, vielleicht kannst Du Dich mit Deinem Anliegen direkt an Detlef Tietze, den Kameramann der Hutterer-Folge, wenden.


    Magst Du etwas über die Gründe verraten, weshalb Du speziell Sendungen über täuferische Gruppen, die den AV-Medien etwas reserviert gegenüber stehen, sammeln möchtest? Grüße von Gisela

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  • Hallo Gisela habe ihn angeschrieben und ein Freund von ihm will zu den hutterer gehen aber leider bekommt man diese Sendung von den S.Eltern d.Welt überhaupt nicht mehr nirgends dann kann ich nur hoffen,dass sie mal wieder im TV wiederholt wird und sich jemand findet der mir diese aufnehmen kann bzw.brennen kann .Alex

  • Liebe Alex,


    habe ich Dich richtig verstanden, dass ein Freund des Kabeleins-Kameramanns den Hutterern beitreten möchte? Wenn jemand, der für private Fersehsender arbeitet, allein durch die kurzen Eindrücke bei den Dreharbeiten schon Mitglied einer täuferische Gütergemeinschaft werden möchte, dann muss die Green-Acres-Kolonie wirklich einladend sein. Grüße von G.

    Edited once, last by gisela ().

  • Drei Jahre sind seit der Erstausstahlung der Hutterer-Folge vergangen. Inzwischen nutzen immer mehr junge Täufer das Internet für informationelle Zwecke.


    Der bereits weiter oben in Post Nr. 8 zitierte Kelly Hofer führt ein ganz ausgezeichnetes Fotoblog über das Leben in der Green Acres Kolonie, in der 2008 die Geschwister aus dem Emsland erste Auslands- und Arbeitserfahrungen auf Kosten des Senders Kabeleins machen konnten.

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  • Ja, liebe Ente, junge Hutterer legen eine Medienkompetenz an den Tag, die man Mainstream-Teenagern von Herzen wünschen möchte.


    Ich verfolge einige Täufer-Blogs u.a. das der Hutterin Linda Maendel. Sie lebt in Kanada, ist Kinderbuchautorin und unterrichtet Deutsch und Englisch in der Kolonie-Schule. Sie findet Fotos von Menschen wenig hilfreich: "Wenn du möchtest, kannst du uns gerne besuchen. Eine Menge menschlicher Wesen würde dich liebend gern in unsere wunderbare Lebensweise einführen ... vergiss die Bilder ... sieh dir die Wirklichkeit an!" (Übers. G.) Lätare-Grüße von Gisela

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  • Hallo zusammen!


    Vor drei Tagen wurde die Sendung mit der Hutterer Kolonie auch gezeigt. Habe leider leider nur die letzte Minute mitbekommen. Gibt's die mittlerweile irgendwo zum nachschauen? Ich sehe gerade daß die Einträge hier ja teilweise schon von 2009 sind.

    Liebe Grüße
    Matti

  • Hallo Zusammen!


    Habe nun zufällig diesen Strang gefunden und wollte etwas dazu schreiben.
    Ich war zu Besuch in Green Acres (Strengsten Eltern der Welt) wie auch in Wilson Siding (Das vergessene Volk).
    Es wäre falsch die Unterschiede dieser beiden Gemeinden auf die unterschiedliche Zeit der Entstehung beider Dokumentationen zu begrüden. Es wurden nämlich so ziemlich einer der liberalsten und eine der strengsten Gemeinden hier besucht. Eine davon ist eine von einer der beiden Schmiedeleut Gruppen in Manitoba, die andere ist eine sehr konservative Dariusgemeinde.


    Nicht alles bei den "Die Strengsten Eltern der Welt" würde ohne Drehbuch so passieren wie im Film gezeigt, das Buch von Michel Holzack muss ich sagen, trifft immer noch sehr genau auf das Vorgefundene zu, es würde also niemals ein Kamerateam auf diesen Hof dürfen, selbst ich durfte nich mal vom Hof Bilder machen, wurde extra vom Prediger darauf angesprochen.


    Ich hoffe ich konnte ein wenig Klarheit hineinbringen, es gibt eine sehr große Streuung bei der Auslegung der Reiligion und der Ordnung, die Gemeinden konnten nicht unterschiedlicher sein und seit Michael Holzack hat sich nach meinen Erfahrungen nicht all zu viel getan, natürlich die landwirtschaftliche Technik außen vor...


    Kelly Hofer hat die Gemeinde mitlerweile verlassen, betreibt aber das Fotografieren in seiner neuen "Heimat" Calgary weiter, die Modelle und Objekte sind aber natürlich nun andere.


    Green Acres ist sehr wohl eine sehr schöne Gemeinde, die Häuser sind um Kirche und Küche (ein Gebäude) im Kreis angeordnet, in der Mitte eine große Spielwiese für die Kinder. Also sehr einladend für einen Besuch, die Leute sind auch alles sehr nett :)



    Mehr Details möchte ich hier über das Forum nicht weitergeben, wer weitere Frage hat, darf sie hier gerne stellen, werde abwägen ob ich sie hier oder über privater Nachricht beantworten kann/werde.


    liebe Grüße

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