selbst ein bisschen "amisch" im alltag sein

  • Hallo Leute!
    Ich fand viele Ideen gut,besonders das man selbst entscheidet,wo wir Technik wollen und wo sie ein Glaubens-und Gemeinschaftskiller ist.Mir hat bei der Strukturierung meiner Zeit der Versuch geholfen,nur eine Stunde am Tag Medien zu nutzen.Es gibt Sinnvollere Sachen als 3 Stunden Fern zu sehen oder Internet en Gross.Was braucht der Mensch wirklich in unserer überlauten Welt.Und eine Auszeit bei Durchbrandgefahr ist auch in Ordnung.Ich habe da sehr gute Erfahrung mit einem Kloster bei Halle gemacht.Weniger ist mehr.Wir müssen aber uns als Christen nicht völlig aus der Welt zurückziehen,denn die Gefahr durch Isolation menschenfeindlich zu werden ist Gross.Der Kontakt zu Menschen,Gott und uns selbst darf nicht absterben.Ruhige Zeiten sind auch wichtig.Mehr Zeit für die 3 Beziehungsebenen.Wenn der HERR JESUS erschöpft war zog er sich an einen ruhigen Ort zurück.Zum kraft schaffenden Gebet.Dann hatte er auch wieder Spass an seinen "unreifen" Jüngern.Meine Meinung ist: Technik ist gut;aber im Bewusstsein.So meine Stunde ist um.Danke für den schwätz.
    Christian :thumbsup:

  • Hallo Christian!
    Willkommen hier im Forum. Freue mich sehr über das was du in deinen Beiträgen geschrieben hast.
    Wünsche dir Gottes Segen und bleib auf diesen Weg.
    Herzliche Grüße.

  • Hallo Mich!
    Danke für Dein Willkommen.Ich finde auch,das es nett ist,mit Leuten zu reden,die auf dem Weg sind.Hier im Forum finden sich auch Gedanken,die man so nicht selber hat.Hilft ein beim Hineinversetzen in seine Mitmenschen ungemein.Der Weg ,den wir gehen,macht mir meist viel Freude.Das Lied "Welch ein Freund ist unser Jesus" wird auch beim Blauen Kreuz gern gesungen und auch die Afrikaner in Erfurt kennen es als"What a Friend we have in jesus".Ich hoffe das wir dran bleiben,am HERRN und seinen Wort.Allen ein Schalom! :)

  • Jawohl!- Bleib dran! An Jesus, an Seiner Gemeinde und an dem was Gut ist, für dich und für den Nächsten.
    Lieber Christian weißt du eigentlich, das es in Bad Klosterlausnitz bei euch einen "Bruderhof" gibt? War über Himmelfahrt dort mit meiner Frau und bin noch immer begeistert. Habe mich gleich wie zu Hause gefühlt. Vor allem die Gemeinschaft hat mir richtig gut getan. Wir "modernen" Menschen kämpfen meistenes nur jeder für sich und wie viele bleiben dabei auf der Strecke. Kann jeden nur Mut machen da mal vorbeizuschauen. In Hessen ist ja auch noch einer. Die Amisch möchte ich schon auch gerne mal Kennenlernen. Wäre schön wenn jemand hier im Forum mir dabei helfen könnte.
    Herzliche Grüße, Mich.

  • Danke für die Information und den Link.Ich dachte erst an Brüdergemeinde der Herrnhuter,aber dank der ErKlärung bin ich jetzt schlauer.Juhu,war eigentlich etwas verzweifelt,weil es in Thüringen,einen ehemaligen Kernland der Reformation,keine Mennos gibt.Für alles hat man hier was übrig, sogar ein Meer ist gesichtet worden(Hohenwartestausee),aber so was findet man im Internet nicht.Einigen Gruppen der Täufer ist hier nicht sehr christlich mitgespielt worden.Wenn ich bedenke,das es oft nur um Dinge ging, wo heute keiner mehr sich erregt,finde ich das traurig.In Bad Klosterlausitz gibt es auch eine Suchtklinik und die Gemeinde der Methotisten
    versucht dort Suchtkranken die Liebe Gottes zu vermitteln.Also christliche Nächstenliebe pur. :rolleyes:
    Schalom

  • Ich schwelge oft hier auf diesen Seiten und denke mir dabei, wie es wäre, wenn ich mein Leben nochmals bestimmen und wandeln könnte.


    Aber mal ehrlich: Wer von uns kann den nun schon eingeschlagenen Weg wieder verlassen, um sich auf völlig neue, unbequeme, sperrige Pfade zu begeben? Und wer hat wirklich den Mut dazu, selbst wenn er sein Schicksal nochmals beeinflussen könnte? Hier wird immer wieder davon gesprochen, von einem "was-wäre-wenn" und so. Aber ich habe noch nichts gelesen von Menschen, die tatsächlich das Ruder herumgerissen hätten.


    Wir alle haben unsere Verpflichtungen: Kinder, Familie, Erwartungen von außen, Arbeit und Lebensunterhalt im Allgemeinen, Partner... Wer kann sich tatsächlich aus den gesellschaftlichen Normen und Erwartungen herauslösen, um mit allem zu brechen, was ihn bisher bewegte und bestimmte?


    Ich kann das nicht, vielleicht, weil es mir an Mut fehlt, zu einem Aufbruch. Dafür habe ich um so mehr Angst, den restlichen Halt in einer Familie zu verlieren, die dem völlig abgeneigt gegenüber steht. Ich habe Angst, mich von einem Partner zu trennen, der eine Entscheidung meinerseits, "abgesondert" und "besonders" zu leben, wie es hier beschrieben wird, niemals tolerieren oder unterstützen würde, der im Gegenteil niemals auch nur einen Gedankengang mitverfolgen würde, auf positive Weise.


    So denke ich mir immer wieder: Was würde tatsächlich übrig bleiben, sollte ich mich tatsächlich für ein "etwas amischeres Leben" entscheiden? Was, wenn ich keinen Anschluss finden würde an eine Gruppe, Gruppierung, Gemeinschaft - und sozusagen den Boden unter den Füßen verlieren würde?!


    So bleibt mir letztendlich nur, einige Regeln für mich im "normalen" Alltag aufzustellen: Ich besitze kein Handy. In meinem Zuhause gibt es weder Internet-, noch Fernsehanschluss. Ich habe keine Mikrowelle, aber einen Gemüsegarten, den ich noch erweitern möchte, sofern es Platz und Zeit erlauben. Ich lese in der Bibel... Was alles insgesamt herzlich wenig ist, ich weiß, aber es ist alles, was ich seither zu tun vermochte...


    Herzliche Grüße, Igelliese

  • Hallo Igelliese, in den kommenden Monaten der Gartenruhe wünsche ich Dir ganz viel selbstbestimmten Wandel. Doch selbst wenn Du noch heute eine "Gruppe, Gruppierung oder Gemeinschaft" entdecken solltest, die sowohl von Deiner Familie akzeptiert wird als auch Deinen eigenen Lebensvorstellungen entspricht, dann beginnt die Arbeit erst.


    Dein Partner bleibt Deine wichtigste Stütze. Denn die Alttäufer gestalten ihr "abgesondertes und besonderes Leben" immer innerhalb von Familie und Gemeinde, und niemals auf eigene Faust. Neue Siedlungen haben dann eine Chance auf Wachstum und Stabilität, wenn sie aus mindestens drei Familien bestehen, oder aus zwei Familien, von denen ein Haushaltsvorstand ordinierter Ältester ist (so David Luthy). Mehr Leute sind nicht nötig, aber mit weniger geht es nicht. Gruß von Gisela

  • Hallo Igelliese,
    Wie schön das du dir Gedanken machst um dein Leben. Die meisten Menschen leben fremdbestimmt und lassen sich treiben im Strom der Masse. Es gibt aber immer wieder Menschen die das Ruder rumreißen und gegen den Strom schwimmen. Das ist allerdings kein leichter Weg, vor allem wenn man diesen allein geht. Für die Amisch ist ihre Gemeinschaft auch eine große Stärke und gibt ihnen auch Halt in dieser Welt zu bestehen. Noch mehr hilft ihnen aber ihr Glaube an Gott. Glaube verleiht bekanntlich ja Flügel. Ohne Glauben ist es unmöglich Gott zu gefallen. Und:
    Wer zu Gott kommen will (IHN erfahren, auch im Alltag) der muß glauben das ER ist und das ER denen die IHN suchen, ein Belohner( ein Leben mit IHM gibt Freude, Kraft, Halt, Frieden...)sein wird. Beide Sätze kannst du ja mal in der Bibel nachschlagen.
    Von dir aus wird ein Ausbruch immer sehr schwer werden, aber mit dem Schöpfer des Universums an deiner Seite kannst du über Mauern springen (letzteres steht übrigens auch in der Bibel)


    Die Frage: Was wäre wenn, hilft auch nicht weiter. Erstmal muß ich mein Leben und mich selbst, annehmen wie es ist und ich bin. Dann ist es schon gut sich den Fragen zu stellen: Will ich so leben - bin ich zufrieden...?


    Mir hilft es unwahrscheinlich das ich mein Leben Jesus Christus übergeben habe und seit dem, mit IHM reden kann, sein Wort als Wegweiser habe und auch Geschwister, die mit mir auf dem Weg sind an meiner Seite weiß. Ich werde gewiß nicht die Welt verändern aber ich kann in meinen Umfeld etwas bewirken (ein wenig Amisch sein) und das gefällt mir.
    Ich möchte dir gern Mut machen dein Leben zu leben, damit du fröhlich deine Straße ziehen kannst.
    Herzliche Grüße, Mich.

  • Liebe Igelliese,
    ich kann deine Gedanken sehr gut verstehen und denke, daß du eigentlich eh versuchst so "amisch" wie es dir eben möglich ist zu leben.
    Immerhin umfasst dein Versuch in Frieden in deiner Familie zu leben,
    Den Glauben und die regelmäßige Bibellese fest einzubauen,
    soweit möglich gesund und selbstversorgend zu leben wie es eben für dich möglich ist.
    Und ansonsten deinen Glauben "echt" zu leben wie auch immer du dir das vorstellst.
    Vielleicht hast du ja auch eine Christliche Gemeinde in der sich deine ganze Familie wohl fühlt?
    Ich denke, damit bist du wirklich gesegnet.
    An deiner Stelle würde ich mich nicht für Mutlosigkeit entschuldigen sondern darüber freuen, daß du zumindest in Teilbereichen geschafft hast so zu leben, wie du dir das vorstellst. Und welches "Etikett" letztlich drauf steht ist eigentlich unwesentlich.


    Ich wünsche dir alles Gute und reichlich Segen
    CC

  • Hallo, ich bin soeben hier neu angekommen und bin sogleich auf dieses Thema hier gestoßen, da es mich sehr anspricht und ich ebenso ein wenig "amisch" leben möchte, und dies in kleinen Teilen, bis jetzt, auch versuche, seit ein paar Jahren.
    Meine Arbeit im Krankenhaus ist oft schon sehr stressig und alles rundherum wird es auch immer mehr, und eine Art bewussteres, entschleunigtes (nich faul, aber eine innere Ruhe aneignen) Leben ist da nicht das Verkehrteste. Bei den Patienten versuche ich ebenso mir mehr Zeit, als üblich zu nehmen und alle Dinge etwas persönlicher zu gestalten.
    So habe ich seit etlichen Jahren keinen Fernseher (ok, ich benutze einen Computer, schaue mir aber nur ausgewählte Dinge an, ohne mich, wie bei einem Fernseher, ganztags zumüllen lassen zu müssen), ich habe keinen KFZ-Führerschein (möchte diesen auch nicht in Angriff nehmen)
    und damit auch keinen PKW, weigere mich, mir ein Smart-Phone mir zuzulegen (hab ein altes Tastentelefon, aber telefoniere sehr wenig/ständig gehen mir Kollegen auf die Nerven, ich sollte mir doch ein neueres Nandy zulegen, da könnte ich auch Fotos empfangen und mich von irgendwelchen Apps und Twitter-Zeugs belästigen lassen) und ernähre mich nur von "Lebensmitteln" und nicht von Kuchen, Smarties und diesem ganzen Kram.
    Und ich muss sagen, daß ich zwar eh ein ruhiges Gemüt besitze, aber das, wenn ich Kollegen ständig auf ihrem Handy herumzappeln sehe (ja, es ist eine Sucht zuweilen), ich da nur müde lächeln kann. Und diese Kollegen beschweren sich auch noch, daß sie ständig auf ihr Handy gucken "müssen", weil ja wieder irgendjemand etwas Sinnfreies/Redundantes geschickt hat.
    Kerzen werden des Abends verwendet, statt Licht überall an zu haben und im täglichen Umgang mit Menschen versuche ich (halbwegs, ist wirklich schwierig), vorurteilsfrei zu handeln/kommunizieren/interagieren.


    Naja. Jedenfalls bin ich nun noch dabei, auch meine geistige Natur eher auf Wesentlicheres auszurichten und quasi mehr "Psycho-Hygiene" zu betreiben.


    An dieser Stelle wünsch ich einen guten Wochenstart für Alle
    und verbleibe


    mit besten Grüßen


    (Danke dafür, daß es solch ein Forum gibt)

    Edited once, last by Robin ().

  • Das mit dem Handy, das sehe ich auch so. Und muss gleich mal ein Erlebniss vom Sa. Abend zum besten geben.
    Wir waren auf einer Open-Air Veranstaltung mit Live Musik, Feuerwerk, Essen, Trinken, etc.
    Neben uns am Tisch saß eine Gruppe junger Frauen, nach einer gewissen Zeit hatten alle Ihr Smartphone auf dem Tisch liegen.
    ABER, die redeten überhaupt nicht miteinander, die saßen nur da und tippten immer mal wieder auf dem SP rum ! :-o

    ... mit Pferden arbeiten .....

  • Ja, genau. Es ist echt traurig, daß sich (nicht nur Jugendliche und Kinder) Menschen heutzutage nicht mal mehr anschauen und miteinander reden und dafür nur noch ihr Smartphone benutzen, auch wenn man sich gegenübersteht.
    Da gehen wieder ein paar Fähigkeiten verloren, die da wären: Kommunikationen führen (auch mal Streitgespräche/Diskussionen), die Rechtschreibung wird immer katastrophaler, der Orientierungssinn geht immer mehr verloren (es wird ja permanent auf ein GPS/Geo-Router geschaut, wo man sich befindet und wo lang man muß) und überhaupt im Allgemeinen -> einfach das gesellschaftliche Miteinander verkümmert immer mehr. Alte Werte (Höflichkeit und Respekt u.a.) gehen mehr und mehr verloren...
    Wenn ich heute einem Jugendlichen begegne, rechne ich immer gleich mit dem Schlimmsten, da man ständig von jugendlicher Kriminalität liest. Da weiß keiner was mit sich noch anzufangen (sicherlich gibts da Ausnahmen).


    So, das war es erstmal wieder.


    Einen guten Abend

  • Herzlich Willkommen Robin!
    Du hast gute Ansätze. Entschleunigung tut besonders heutzutage allen Menschen gut. (Das schreibe ich zwar jetzt von meinem Smartphone...). Nutze die Zeit sinnvoll und wir freuen uns, wieder von dir zu hören.

  • hallo ihr lieben


    also dieses thema finde ich wirklich interessant und ich bin da ähnlicher ansicht wie robin. mein mann und ich haben ein handy gemeinsam, welches wir nutzen, wenn wir unterwegs sind oder als wecke ;)
    wir führen ein recht einfaches leben. haben nicht den großen reichtum, aber wir kommen über die runden. mein mann arbeitet und ich bin daheim bei den kindern. für sie koche ich jeden tag frisch und mache das, was i haushalt halt so anfällt.
    wir bewirtschaften ein kleines geüsebeet, wo wir versuchen alte und seltene sorten an zu bauen. dazu benutzen wir keine herkömmlichen dünger oder pestizide, sondern versuchen es so biologisch wie möglich alles zu halten. wir achten beim einkauf auf großteils heimische gemüse und obstsorten und kaufen zum beispiel im winter keine erdbeeren. meine sachen nähe ich selbst und wir versuchen jeden abend zu singen und in der bibel zu lesen.
    auch unsere kinder dürfen nur mal fernsehn schauen, wenn sie krank sind, ansonsten spielen sie draußen oder mit buklötzen, zügen oder autos in ihren zimmern.
    unser leben ist auf gott und sein wort ausgerichtet, die kinder lernen die bibel kennen und werden mit und durch gottes wort erzogen und ich denke, dass man das in jeder lebenslage durchführen kann.

  • Ein seeeehr interessantes Thema.
    Ich arbeite Vollzeit, daher ist nicht alles so möglich wie ich es gerne hätte.
    Aber ich habe einen relativ großen Gemüsegarten, kaufe nach Saison ein, koche täglich frisch (ok, Samstags ist Pommes Tag ;) ) , habe seit Januar kein Facebook mehr und seitdem auch keine Freunde mehr :( , tagsüber stelle ich die Solarlaternen in die Sonne um diese Abends als Licht zu nutzen, habe mir jetzt noch eine Petroleumlampe gekauft, ansonsten nutze ich auch Bienenwachskerzen, der TV läuft nur wenn ich wirklich was bestimmtes gucken will, lese stattdessen Bücher, ... ich versuche mein Leben zu entschleunigen und die Umwelt weniger durch Plastik etc. zu belasten.


    Soooo viel mache ich noch gar nicht aber dennoch gucken die Leute.....

    Gott gebe mir die Gelassenheit,
    Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
    den Mut, Dinge zu ändern,die ich ändern kann,
    und die Weißheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Hallo und gesegneten Feierabend (so ihr ihn habt) zusammen,


    hoffe, keiner hat Sturmschäden zu ertragen....
    Also wirklich ein interessantes Thema. Zunächst vielleicht unabhängig von eigenem Glaube und dem Glauben anderer, sollten wir an die Zukunft dieser Welt denken:


    Vermeiden von Plastik, z.B.: Wenn wir Tüten oder Folie (z.B. zwischen Käse) angeboten bekommen, weisen wir (also auch unsere Kinder schon) darauf hin, daß die Welt bereits in Plastik versinkt. Oft schauen die Verkäuferinnen dann zunächst komisch, doch selbst beim Kleiderkauf bringen wir eigene Rucksäcke oder Taschen mit. In einem Laden hat man uns dann al erklärt, daß dies nicht gewünscht sei. Daraufhin habe ich mich entschuldigt, meinen Geldbeutel geöffnet (es waren drei 100.- EUR) Scheine zu sehen und der Dame erklärt, daß wir selbstverständlich sofort den Laden verlassen werden. Andere Läden sind auch froh um Umsatz.
    Sie tat mit leid, doch wir gingen trotzdem...


    Vermeiden von Strom (vor allem Atom- oder Kohleenergiestrom): Als wir vor Jahren umzogen, beschlossen wir, wenn .... dann richtig: die Spülmaschine wurde abgeschafft, Kühlschrank und Tiefkühltruhe ebenfalls (allerdings hatten wir ab dann/also haben) wir einen Keller aus Naturstein und Naturboden. Es wurde ein Holzherd angeschafft (auch dank eines vorhandenen Kamins) und der Elektroherd wanderte ebenso zu "Bedürftigeren".
    Elektrisch gebügelt wird nur noch im Notfall (ein Herdeisen haben wir jetzt normalerweise), Radio und Fernsehen sind fast immer stumm.


    Vermeiden von Müllansammlung: Durch kompostieren, verwenden von Pfand-Glasflaschen (bei Bedarf), abfüllen von Quellwasser direkt an der Quelle im Wald (in Glaskolben á 15 ltr.) und der Vermeidung von fertig abgepackten Waren (soweit eben wirklich möglich) gelingt eine erhebliche Müllreduzierung.


    Vermeiden von Wasserverschwendung: evtl. Toiletten mit Regenwasser betreiben (soweit baulich machbar). War bei uns schwierig, doch im Eimer (Metall) holen wir aus der Regentonne Wasser um den Abwasch (nach Erhitzen des Wassers) zu machen, zum putzen und natürlich zum gießen der Pflanzen verwenden wir es. Wir haben in den Toiletten normale Wasserhähne (3/4 Zoll Durchgänge) für die Spülung. Damit verbrauchen wir weniger Wasser als mit Spülkästen. Wir haben es nachgemessen - es stimmt wirklich.


    Das und vieles mehr könnte man tun - allerdings ... und hier kommt eben die Einschränkung: die Amish leben nicht umsonst auf dem Land!
    In der Stadt gestalten sich all diese Dinge schon bei einem Einfamilienhaus sehr schwer, bei einer Wohnung ausser dem Müllsparen sehe ich da kaum Chancen.


    Hm...trotz allem...jedes bisschen hilft: es hilft uns, unseren Mitgeschwistern und dem Planeten...
    darum also: jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt - marschiert los!


    Seid gsegnet uff eierm Weg
    und mit eierm Tun


    Jakobwol

  • Hallo Jakobwol,
    ich lese zur Zeit ein Buch "Amish für Anfänger" und da sind ähnliche verhaltensweisen beschrieben, wie du sie gerade erzählst. Ich persönlich bin davon absolut angetan und möchte mich auch noch mehr um all sowas kümmern.
    Ich bin zum Beispiel auch der Meinung, wenn man beim ansässigen Fleischer einkauft und Bäcker wird es mit dem Abfallsparen sehr viel einfacher. Man muss nicht immer Großpackungen Wurst im Haus haben oder Massen von Brötchen, die am Ende nicht schmecken.
    Ich finde eure Lebensweise sehr bemerkenswert und auch ein wenig beneidenswert.
    Schade, dass es keinen gefällt mir Knopf hier gibt, sonst würde ich ihn drücken ;)
    In christlicher Liebe,
    Poochie

  • Hallo poochie,


    genau wie Du schreibst: Bäcker und Metzger vor Ort bevorzugen (falls nicht andere "Gewissensgründe" dagegen sprächen. Nicht nur das sparen an Verpackung trägt hier.
    Noch viel tiefer geht solch ein Handeln: wir unterstützen damit örtliche Händler mit realen (im Sinne von gerechten!) Löhnen, welche Waren (hoffentlich) aus der Umgebung haben, welche wiederum reale (dto.) Bezahlung an die Produzenten implizieren.


    Wie können wir bei A, L oder sonstigen Billigdiscountern einkaufen (und damit deren Lohn- und Personalpolitik unterstützen) und gleichzeitig für uns selbst höhere Löhne fordern? Ich zumindest kann dies auch mit meinem Gewissen nicht vereinbaren.


    Es ist nicht allein wichtig, wo die Ware hergestellt wird (z.B. Kleidung) sondern auch, wie sie vertrieben wird. Bekommt das Verkaufspersonal gerechten Lohn für gute Arbeit?
    Ist der Arbeitgeber gut und sozial (ja, es gibt sie wirklich noch) oder eine anonyme AG mit alleinigem Gewinnstreben?


    Schauen wir uns nicht nur die Ware an - schauen wir uns auch den Laden an, die Menschen, die hinter der Ware stehen. Wie soll ein Lebensmittel ein Mittel zum Leben sein, wenn damit lieb- und ehrlos umgegangen wird?
    Die Menschen können nichts dazu - denn sie wissen nicht um die Bedeutung geistiger Dinge.
    Beten wir für sie, so helfen wir ihnen mehr, als wenn wir ihnen Umsatz bescheren.


    Liebe poochie, ich habe irgendwo gelesen, daß Du selbst nähst. Davon sind wir noch weit entfernt. Vielleicht gibt es irgendwann geistig für uns die Möglichkeit, daß wir Dir Ware senden und Du uns Kleidung zurückschickst. ^^


    Dann wäre die Welt ebenso weiter...
    Sei gesegnet und vom Sturme verschont
    Jakobwol

  • Das Buch "Amisch für Anfänger" habe ich auch gelesen. Das ist sehr gut. Das regt schon zum nachdenken und nachahmen an.