amish und waffen

  • amish aund ihre einstellung zu waffen


    ich interessiere mich sehr für das volk der amish.
    wer kann mir was zu ihre einstellung zu waffen sagen???
    danke.

  • Hallo Inge,


    die Amish legen die Bibel wörtlich aus, und darin steht etwas von "turn the other cheek", d.h. man solle auch wenn einem Unrecht geschieht, lieber auch die andere Wange hinhalten. Die Amish lehnen daher Gewalt vollständig ab. Alles liegt in Gottes Hand. Würden sie eine Waffe in die Hand nehmen, würden sie an von Menschen geschaffene Technologie glauben. Da aber Gott sämtliche Fäden in der Hand hält, würden sie sich damit über Gottes Macht und Größe erheben (bzw. es versuchen) und das ist verständlicherweise unvereinbar mit ihrem Glauben.


    Nun eine Frage vom Juristen, was verstehst du unter einer Waffe? Juristisch gesehen, ist das jeder Gegenstand, der dazu benutzt wird, andere zu verletzen, also z.B. auch ein Bleistift. Meine obige Antwort bezieht sich daher auch nur auf Schusswaffen!


    Liebe Grüße,
    Alisa

    Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.

  • Hallo zusammen,


    es gibt sehr wohl old-order Amische, die eine beachtliche Sammlung von verschiedenen Schusswaffen besitzen. Die Amischen unterscheiden sich in diesem Punkt auch nicht wesentlich vom übrigen us-amerikanischen Mainstream. Aber man sollte vielleicht festhalten, dass Schusswaffen nur zu Jagdzwecken bestimmt sind.
    Ich kenne übrigens auch einen Buggy eines jugendlichen Amisch, auf dem ein Aufkleber klebte: Member of the National Riffel Association. :D


    Viele Grüße

    Edited 2 times, last by FloKie ().

  • Quote

    Original von FloKie
    es gibt sehr wohl old-order Amische, die eine beachtliche Sammlung von verschiedenen Schusswaffen besitzen.


    Tatsächlich? Wow, das hätte ich jetzt nicht vermutet. Allerdings gibt es ja bekanntlich so viele verschiedene Gemeinden...


    Habe auch kürzlich von einem Amish gehört, der ein Auto besitzen soll. In wie weit die Quelle da sicher ist, kann ich allerdings nicht sagen. Man merkt immer deutlicher, wie groß die Unterschiede zwischen den einzelnen Gemeinden doch sind.


    Liebe Grüße
    Alisa

    Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.

    Edited once, last by Alisa ().

  • Ich muss zugeben, dass ich nicht an Jagdwaffen gedacht hatte. Wenn man an Amerika und Waffen denkt, ist die Jagd nicht unbedingt das Erste, was einem einfällt! ;)


    Danke für die Richtigstellung!


    Liebe Grüße
    Alisa

    Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.

    Edited once, last by Alisa ().

  • Hallo,
    also gemeinhin ist es so, dass viele Bauern selbst Schusswaffen besitzen, amische, oder mennonitische, die sie zur Jagd benutzen. Dabei können sie auf dem eigenen Grund jagen, es gibt hier ein freies Recht, oder gehen eben auf "hunting trips"...


    Das ist nichts Ungewöhnliches in den USA, die Bundesdeutschen verwirrt es, aber Amerikaner haben dazu grundsätzlich, wohl schon durch ihre Siedlergeschichte bedingt, anderes Verhältnis...
    Ich mag da mal ein Gespräch zitieren mit einer Amerikanerin, der ich sagte, wie ich es ansähe, dass man Waffen dort so frei bekäme. Ihr Argument war, dass sie einmal des Nachts in ihrem Hause überfallen worden sei und sich dann eine Waffe geholt habe, dieses wolle sie nie wieder erleben, nie wieder wehrlos sein...Ein Argument, das Hand und Fuß hat, aber natürlich auch impliziert, dass man dann vielleicht doch mal leichter zuschießt, wenn sich ein Friedlicher im Dunkeln einem Hause nähert, weil man vermeintlich Angst hat...und dieses ist in Amerika möglich, da es Schilder gibt "No Trespassing", der Privatgrund teilweise wie ein zu verteidigende Festung gilt und die Fälle des Schusswaffengebrauches in der Nacht nicht allzuwenig sind.


    Amische Häuser haben hingegen meistens sogar ein Hintertür auf, die Vordertür ist zu, die Schusswaffen liegen nicht unbedingt offen herum oder an der Wand und dienen eben der Jagd.

  • Dieses Verhältnis hat mich sehr interessiert, da ich Sportschütze bin und sehr an Waffen (für Friedliche Zwecke) Interessiert bin, mich auch nötigenfalls zu verteidigen weiß.


    Ich möchte nur anmerken, daß ds in Deutschland nur einen Teil der Bevölkerung "verwirrt", daß man ein sehr pragmatisches Verhältnis zu Waffen hat, wie zu jedem anderen Werkzeug eben.
    Für mich ist eine Waffe nur da... sie ist nicht gut oder schlecht im ethischen Sinne. Was der Mensch damit tut ist gut oder schlecht. Wie bei einer Axt: Wenn ich Brennholz mache und meine Familie es warm hat, ist das doch ethisch gut, oder? Würde ich jemanden damit töten, müsste man darüber gesondert nachdenken...

    Sippen sterben, Besitz vergeht, am Ende stirbst auch Du!
    Eines weis ich, das nimmer stirbt: Der gute Ruf, den sich einer im Leben erwarb.