Darstellung / Fragenbeantwortung

  • Guten Tag!
    Um mich zu informieren über die Lebensweise der Amish, wollte ich verschiedene Fragen beantwortet haben, die ich tatsächlich als überschrift finde im Forum. Bis man aber dann an die Antwort kommt... klickt man leider ziemlich viel im Netz herum. Weiss nicht, ob es zuviel verlangt ist, für Aussenstehende vielleicht erst einmal eine "home"-page zu erstellen, die direkt die Charakteristika des Amish-Lebens mit allen seinen Qualitäten darstellt? Dies wäre toll!
    Ansonsten prima, so kann man Kontakt aufnehmen zu einer Welt, die einem sonst eher verschlossen (oder zu weit weg) ist!
    Demnächst, bei mehr Zeit und Nerv, werde ich weiterklicken, um hoffentlich mehr zu erfahren!
    Bis bald

  • Hallo Neugier,


    wenn dein Vorschlag so einfach umzusetzen wäre, hätten wir dies schon lange getan.


    Es ist schlichtweg nicht möglich generelle Aussagen über die "Lebensweise", der Amisch auf Papier zu bringen. Dies tun nicht mal die Amisch selbst. Was sie auf Gemeindeebene tun, wurde im Konsens erarbeitet und untersteht einem ständigen Wandel, es sind keine geschriebene Gesetze. Weiter wird dies von Gemeinde zu Gemeinde selbstständig, unterschiedlich je nach Gegebenheiten und aus der Bibel gewonnenem Verständnis getan.


    Deswegen kann, das, was für die eine Gemeinde zutrifft, für die nächste Gemeinde nicht zutreffen.


    Was für alle Amisch- Gemeinden (bis auf jene wenigen welche nur noch Traditionalisten sind) zutrifft ist, die gemeinsamen Glaubensüberzeugungen mit den Mennoniten und Hutterer, wie sie z.B. von den Mennoniten an der 14. Vollversammlung in Bulawayo / Zimbabwe im August 2003 zu Papier gebracht wurde (werde es unten Anhängen).


    Unterschiede zu den Mennoniten, gibt es im Gemeindeverständnis und dessen Handhabung.


    Die Lebensweise unter den Amisch ist breit gefächert, es gibt Gemeinden, welche bewusst auf Elektrizität, Telefon, Autos, usw. verzichten. Andere Gemeinden benutzen diese Errungenschaften mit einer Selbstverständlichkeit, es ist schwer eine Einheit in der Lebensweise unter den Gemeinden zu erkennen, aber es wird auch nicht angestrebt. Es ist eine plurale Gesellschaft, die starr wirkt, aber unwahrscheinlich beweglich sein kann.



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    Unsere gemeinsamen Glaubensüberzeugungen (Bulawayo / Zimbabwe im August 2003)


    Durch Gottes Gnade versuchen wir, die gute Nachricht von der Versöhnung in Jesus Christus zu leben und zu verkünden. Als Teil des einen Leibes Christi zu allen Zeiten und an allen Orten halten wir das Folgende für zentral für unseren Glauben und unser Leben:


    1. Gott teilt sich uns mit als Vater, Sohn und Heiliger Geist, als Schöpfer, der die gefallene Menschheit wiederherstellen will, indem er sein Volk beruft, das treu ist in der Gemeinschaft, im Gottesdienst, in Dienst und Zeugnis.


    2. Jesus ist der Sohn Gottes, der uns durch sein Leben und seine Lehre gezeigt hat, wie wir im Glauben treu sein können, und der durch sein Kreuz und seine Auferstehung die Welt erlöst hat.


    3. Die Kirche ist eine Gemeinschaft derer, die Gottes Geist dazu beruft, sich von der Sünde abzuwenden, Jesus Christus als Herrn anzuerkennen, die Taufe auf das Bekenntnis des Glaubens hin zu empfangen und Christus im Leben nachzufolgen.


    4. Die Gemeinschaft der Gläubigen legt die Bibel unter der Leitung des Heiligen Geistes im Lichte Jesu Christi aus, um Gottes Willen für ein gehorsames Leben zu erkennen.


    5. Der Geist Jesu befähigt uns, Gott in allen Lebensbereichen zu vertrauen, sodass wir Friedenstifter werden, die der Gewalt absagen, unsere Feinde lieben, Gerechtigkeit suchen und unseren Besitz mit denen teilen, die in Not sind.


    6. Die Gemeinschaft der Gläubigen versammelt sich regelmäßig zum Gottesdienst, um das Abendmahl zu feiern und Gottes Wort zu hören in dem Bewusstsein, dass wir einander verpflichtet sind.


    7. Wir wollen in der Welt leben ohne den Mächten des Bösen gleich zu werden; wir bezeugen Gottes Gnade, indem wir anderen dienen, uns um die Schöpfung bemühen und alle Menschen einladen, Jesus als Heiland und Herrn zu erkennen.


    In diesen Überzeugungen sind wir geprägt durch die täuferischen Vorfahren im 16. Jahrhundert, die uns eine radikale Nachfolge Jesu Christi beispielhaft vorgelebt haben.


    In der Kraft des Heiligen Geistes gehen wir unseren Weg im Namen Gottes und hoffen vertrauensvoll auf die Wiederkunft Christi und die Vollendung des Reiches Gottes.“

    Liebe gibt es nicht ohne Gerechtigkeit, und die nicht ohne Hass auf Ungerechtigkeit, nicht ohne offenen Widerstand. Wahre Liebe kann es nur unter Gleichberechtigten geben, nicht von oben nach unten und nicht von unten nach oben .

  • Hallo Minister!


    Ich hätte eine Frage bezüglich den gemeinsamen Glaubensüberzeugungen die 2003 in Zimbabwe herausgegeben wurden.


    Es ist dort zu lesen:


    Jesus ist der Sohn Gottes, der uns durch sein Leben und seine Lehre gezeigt hat, wie wir im Glauben treu sein können, und der durch sein Kreuz und seine Auferstehung die Welt erlöst hat.


    Ich habe ein Buch über die Amish gelesen, worin die Erlösung der Welt durch Christi Leiden und Sterben absolut "unamish" dargestellt wird. Kein Amish wäre so vermessen zu glauben, dass Jesus für ihn gestorben ist, in dem Buch wird das als "englisch" und egoistisch eingestuft.


    Wie ist es wirklich? Kannst Du mir helfen?


    Liebe Grüße,
    Astrid

  • Hallo Joeli,


    da verweise ich Dich am besten zu den Dortrechter Glaubensartikel die von den meisten Amisch Gemeinden gebraucht werden, hier kannst Du herunterladen.

    Liebe gibt es nicht ohne Gerechtigkeit, und die nicht ohne Hass auf Ungerechtigkeit, nicht ohne offenen Widerstand. Wahre Liebe kann es nur unter Gleichberechtigten geben, nicht von oben nach unten und nicht von unten nach oben .