Gründen Amish Gemeinschaft möglich in Deutschland?

  • Liebe Gisela,


    vielen Dank für dein herzliches Willkommen! Nein, ich habe mich bisher noch nicht konkret umgehört, möchte das aber in der nächsten Zeit langsam angehen. In der Gemeinschaft fühlt man sich - falls diese harmonisch funkioniert und man gleiche oder ähnliche Einstellungen hat - nun mal wohler als alleine. Im alltäglichen "Kampf" den man führen muss um allem gerecht zu werden, geht leider der Sinn nach mehr Bewusstheit und das Streben nach etwas Höherem allzu schnell verloren. So geht es auch mir aber da mir das in der letzten Zeit verstärkt klar geworden ist, möchte ich hier die Notbremse ziehen und mein Leben mehr nach Gott ausrichten - was in meinen Augen automatisch auch den Gedanken an unsere Umwelt beinhaltet, da diese ja auch Gottes Schöpfung ist und dringend unseres Schutzes bedarf. Ich tue mich etwas schwer, denn hier im ländlichen Bayern gibt es eigentlich nur Katholiken, sogar Angehörige der Evangelischen Kirche werden schief angesehen. Was die Katholische Kirche predigt, ist aber nicht ganz das, wonach ich suche. Die Glaubensgemeinde der ICHTHYS kommt meinen Vorstellungen bisher am nächsten.

  • Liebe Jaroni,


    mit Dingen wie Mülltrennung, Solarzellen, Bewegung und Wassereinsparung trägst Du schon Deinen Teil zur Bewahrung der Schöpfung bei! Haben die Ichtys-Gemeinden dort ihren Schwerpunkt? Ansonsten unterstützt z.B. die (weder katholische noch evangelische) Christengemeinschaft eine naturgemäße Lebensweise und das Streben nach Höherem.


    Grüße von Gisela

  • Liebe Gisela,


    ich bin noch am Recherchieren, wo der "Hauptsitz" der Ichthys ist muss ich noch rausfinden.


    Es gibt so viele Missstände, egal ob man nun in der eigenen näheren Umgebung schaut oder auf nationaler / internationaler Ebene. Man weiß ja gar nicht, wo man da anfangen soll. Der Gesetzgeber könnte schon einiges tun, aber das ist alles zu umständlich, dauert viel zu lange und wirkt dementsprechend schwach. Ich finde, jeder Einzelne sollte seinen Beitrag zum Ganzen leisten, der eine mehr, der andere weniger. Um jeden Tag, an dem ich nicht wenigstens versuche, mich zu verbessern, ist es schade. Ich denke, das Medium Internet sollten wir dafür aber nutzen. Ich könnte mir z. B. gut vorstellen, dass sich Gruppen zusammen finden, die gemeinsam - jeder für sich - verschiedene Projekte starten. Ein Beispiel:


    Eine Gruppe von 10 Leuten beschließt, zu einem bestimmten Termin eine Woche lang auf die Nutzung des Autos zu verzichten. Diese 10 Leute laden aber jeder wieder 10 Leute ein... Bis der Termin dann statt findet, nehmen plötzlich einige hundert Menschen an dem Projekt teil! Was wäre das für ein Aufatmen für unsere Natur!! Für den einzelnen wäre die "Belastung" bestimmt nicht groß, aber insgesamt würde schon durch so eine Kleinigkeit viel Kilometer NICHT gefahren.


    Im Internet sind viele Millionen Menschen miteinander vernetzt - warum nutzt das keiner??


    Viele Grüße,


    Jaroni

  • Liebe Jaroni, bist Du bei Facebook? Da findest Du bestimmt ganz schnell Mitstreiter für Deine autofreie Woche!


    Die Old Order Amish haben übrigens nichts gegen Autos und schaffen viele Arbeitsplätze im Taxigewerbe, weil sie für fast alle Strecken, die über den Radius einer Pferdekutsche (15-20 km) hinaus gehen, d.h. für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, für Familientreffen oder Jagdausflüge, ein Auto samt Fahrer mieten. Und die New Order fahren zumeist beeindruckende Vans.


    Wenn Du z.B. eine Woche lang den Fahrdienst für 10 Pendler anbietest, dann verzichten die bestimmt nur zu gerne auf das eigene KFZ. Einen Aushang dazu kannst Du - sogar ganz ohne jedes Internet - in jedem Supermarkt machen. Viel Resonanz dabei wünscht Dir Gisela

  • In der Sozialistischen Tageszeitung neues deutschland war am 10. März ein Artikel über die Amisch mit dem Titel "Die konservative Utopie". Es war interessant, mal aus linker Sicht was über die Amisch zu lesen. Ich lese diese Zeitung nicht, aber meine Oma hat gedacht der Artikel könnte mich interessieren und ihn mir mitgebracht. Der Artikel ist leider online nur als Abonnent nachzulesen.


    Weiterhin war in der Zeitung aber noch ein Artikel über ein Ökodorf in Deutschland. Diesen könnt ihr hier lesen.
    Ich denke es könnte einige hier, die die Amisch nur wegen ihres Gemeinschaftslebens und wegen ihrer Naturverbundenheit bewundern. Und etwas gegen Handys und Autos haben.
    In dem Artikel wird allerdings mehrfach betont, dass es "ein Dorf ohne Kirche" ist.


    Liebe Grüße


    Keturah

  • Hallo Keturah,


    ich kenne beides, war schon bei dem Amischen und war schon in 7Linden !
    Es gibt zwar Ähnlichkeiten aber mindestens auch gleichviele Unterschiede.


    Was war den der Tenor des Artikel über die Amische, das würde mich mal interessieren.


    Ökodörfer und Lebensgemeinschaften gibt es ja mittlerweile einige in Deutschland, uns ich finde sie intressant und man darf gespannt auf deren weitere Entwicklung sein.


    Grüße

    ... mit Pferden arbeiten .....

  • An sich war der Artikel schon informativ, wenn man noch nicht so viel über die Amisch weiß. Man hat gemerkt, dass alles was mit biblischen Dingen zu tun hat, weitestgehend vermieden worden ist. Es kam eher Bewunderung für die ökologische naturverbundene Lebensweise zum Ausdruck. Und die Betonung der engen Gemeinschaft. Es wird als bibelkommunistscher Lebensentwurf bezeichnet.


    Die letzten Sätze lauten:
    "Politisch sind die Amischen in dieser Hinsicht nicht relevant. Als Lehrstück über das soziale Experiment der Aufrechterhaltung der eigenen Identität in einer sich ständig wandelnden gesellschaftlischen Umwelt aber schon."

  • ich bin auch auf der Suche und habe eigentlich die Voraussetzung geschaffen.


    jetzt stellt sich für mich die Frage - welchen Weg zu gehen, die Lebensform der Amish interessiert mich, müßte aber


    mehr kennen lernen.



    www.wir-land.at



    Gruß



    hubert

  • "Grüß dich Hubert!"


    Hab mir deine Internetseite angesehen und finde das alles sehr interessant. Es scheint ein gelungenes Projekt zu sein!


    Um mehr über die Amischen und ihre Lebensweise zu erfahren bist du hier ja goldrichtig!


    Viel Spaß beim Stöbern!


    Viele Grüße, Sebastian

  • Hallo zusammen,



    warum haben die Amish eine so große
    Anziehungskraft auf uns „moderne“ Menschen, mich eingeschlossen?


    Meiner Meinung nach haben die Amish ein ausgewogenes Lebenskonzept in
    drei Bereichen:


    -soziale Gemeinschaft aus vielen
    Großfamilien (tut der Seele gut)


    -geistliche Dimension, in der durch
    Jesus das böse im Mensch immer wieder überwunden werden kann und
    die Gemeinschaft mit dem Schöpfer wieder hergestellt ist.


    -Der Körper wird physisch beansprucht



    und wir



    -die Großfamilie gibt es nicht mehr,
    die Kleinfamilie ist derzeit Auslaufmodell und
    Lebensabschnittsgemeinschaften werden immer kürzer getacktet


    -wir suchen nach Spiritualität über
    die Natur, Ahnen, kosmische Energien etc...wenige stoßen vor zum
    Schöpfer, der dem Menschen den Odem eingehaucht hat.


    -wir sitzen am Frühstückstisch, dann
    im Auto, dann am Bürotisch, später liegen wir auf dem Sofa, im
    Bett...und merken, dass unser Körper Bewegung bräuchte



    Fazit:


    alternativen zu dem modernen Leben sind
    absolut wichtig. Es gibt viele Projekte wie „Sieben Linden“ in
    Deutschland oder die Kibbuz-Bewegung in Israel. Dort wird die Gemeinschaft
    und das einfache Leben in den Mittelpunkt gestellt. Der Geist jedoch
    wird meinem Empfinden nach wie im modernen Leben mit uralten heidnisch-esoterischen
    Konzepten bedient, da wo ein marxistischer Ansatz vorliegt, wird der
    Geist ganz ausgeklammert. Dies zeigt die Feststellung, „keine
    Kirche in Sieben Linden“oder keine Synagoge im Kibbuz. Der Glaube
    hat in modernen Gesellschaftsformen keinen Platz.



    und die Amish-People? Sie haben wie die
    ersten Christen auch keine Kirche als Bauwerk, sondern treffen sich
    in ihren Höfen und bauen eine geistige Kirche. Hier ist meiner
    Meinung nach der Unterschied zu allen anderen Projekten, die die Welt
    aus eigener Kraft retten wollen.Zudem haben Sie eine Präambel - die Bibel




    Schade, dass es die Amish oder
    vergleichsweise Lebensformen nicht in Deutschland gibt.

  • Eigentlich war am Anfang ne klare Fragestellung und ich habe es mir auch nicht angetan alles zu lesen. Wurde alles mit ganz viel Worten zerschlagen. Und deshalb ist so ein Leben hier in Deutschland anscheinend nicht möglich, es wird zuviel gequatscht und wenig gehandelt oder Jesus vertraut!!
    Das ist der Unterschied zu den Amisch und uns
    Gottes Segen jedem hier! Ach..ich wäre dabei und würde ja zu so einem Leben sagen!!
    Back to the Roots!
    Elke

  • Liebe Elke, eine Menge Leute scheinen Deine Sehnsucht zu teilen; Du hast die 131. Antwort in diesem Thread geschrieben, der seit knapp 8 Jahren besteht und bislang fast 31.000 Mal angesehen wurde.


    Die Amischen, die ich kenne, sagen, dass ihr Leben alles andere als "simple" sei, und deshalb könne es für Menschen, die nicht so aufgewachsen seien, noch viel schwieriger werden. Bei der Umsetzung ganz klarer Fragestellungen (Technologie, Gemeindeorganisation, Wirtschaftlichkeit, Kleiderordnung, Ausschlussverfahren) ergeben sich ganz schnell sinnvolle Alternativen (Pferde oder Autos, Landwirtschaft oder Handwerk, Losverfahren bei Ämtern oder Wahlen, Uni-Stoffe oder Blümchenmuster, Bann oder Meidung). An mangelndem Gottvertrauen liegt das nicht unbedingt.


    Auf Deinem Weg zurück zu Deinen Wurzeln wünsche ich Dir die dazu nötigen Flügel. Ostergrüße von Gisela

  • Hallo, Ihr Lieben,


    es hat wirklich in der Vergangenheit kleine zaghafte Missionsversuche der etwas liberaleren Beachy Amisch in Deutschland gegeben ( z.B. in Berlin) , ebenso wie der Versuch einen Hutterischen Bruderhof im Westerwald zu gründen. Vor allem bei dem letzten Versuch scheiterte das ganze an der Intoleranz der Nachbarn, die auch große - unbegründete - Ängste hatten. Das Ganze hat sicherlich einmal mit der Größe oder eher mangelnden Größe unseres Landes zu tun und dann mit der anderen Mentalität in Deutschland auch was die religiöse Toleranz gegen anders Lebende betrifft.


    Ich möchte aber auch davor warnen, die Amischen zu idealisieren. Das ist eine in Jahrhunderten gewachsene Glaubens- und Lebenshaltung, die auch nicht ohne Probleme ist. Ich mache selbst Feldforschung in calvinistischen Gemeinden in den Niederlanden. Auch dort werden Trachten getragen, Tausende von Menschen in den Gottesdiensten, Psalmen aus dem 18. Jahrhundert auf halbe Noten .... Vieles fasziniert mich da und ich fahre gerne dorthin, bald wieder im Mai. Aber auch da gibt es eine jahrhunderte alte Grundprägung, das läßt sich nicht einfach so übertragen.


    Wichtig ist für mich etwas Anderes. Ich finde bei den Amischen vieles, was mich anspricht und ich möchte das für mich ansehen und in meine Welt übertragen. Bei den Amischen faszinieren mich vor allem ihre Lieder aus der Reformationszeit, besonders im Ausbund und ihr Art die Psalmen zu singen, auf die gleichen Melodien,wie meine Freunde in den Niederlanden. Dadurch habe ich einen völlig neuen Zugang zu den Psalmen gefunden und singe sie auch privat mit Begeisterung - in holländisch und in deutsch.


    Prüfet alles - das Gute behaltet und es gil, was mal jemand über die Väter im Glauben sagtet:


    Wir wollen die Anderen nicht kopieren, sondern kapieren.



    Herzliche Grüße zum Osterfest. Jesus lebt - er ist wahrhaftig auferstanden!

  • Sicher idealisieren wir „moderne“ Menschen die Amisch ein wenig.
    Wer zurück in die Vergangenheit möchte, sollte folgendes Zitat einer
    Dorfchronik bedenken:


    Ein Sommerarbeitstag für Arbeiter mit Ochsen- oder Pferdegespann um 1850
    gestaltete sich so:
    3.00 bis 5.00 Uhr Tiere füttern und putzen5.00 Uhr anspannen, Feldarbeit oder Fuhrdienste8.00 bis 8.30 Uhr Frühstückspause11.30 bis 13.30 Uhr Mittagspause mit Fütterung und Tränkung der Tiere13.30 bis 16.00 Uhr Nachmittagsarbeitszeit16.00 bis 16.30 Uhr VesperBis 19.00 Uhr Arbeitszeit. Danach, meist bis 21.00 Uhr, mussten die Tiere versorgt und Reparaturen erledigt werden.“


    Wer möchte das freiwillig? Was sagt die Gewerkschaft dazu? Aus diesem Grund würde ich auch lieber die Amisch kapieren und nicht kopieren wollen. Wir sollen im Grunde Jesus versuchen zu kopieren. Hat er etwas über Stoffmuster gesagt? Was würde er über Arbeitserleichterung durch Stromnutzung sagen?
    ...na und eigentlich sollen wir doch Menschenfischer sein, taufen, lehren etc. und nicht eine kuschelige Insel bauen. Ich bin selbst immer hin und her gerissen zwischen diesen zwei Zielen.
    Kann man sie zusammenführen?


    Seid über 10Jahren leben wir mit einer Vision in einem großen Anwesen,
    wo 10 Familien platz hätten. Als die zweite Familie eingezogen war, hat der Landkreis der klitze kleinen Gemeinschaft einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wegen Brandschutz, Schallschutz etc. dürfen
    in einem baurechtlich als Einfamilienhaus gewidmeten Anwesen nicht zwei Familien wohnen...auch wenn die Wohnung über 1500qm hat.
    Das Objekt baurechtlich als Mehrfamilienhaus umzubauen, würde wegen
    Denkmalschutz Millionen kosten, wenn es überhaupt genehmigt würde.
    Dann die Anfeindungen des Ortes!
    Diese Gegend ist ein schlechter Ort für Menschen, die anders denken und
    Leben als der Mainstream.
    Aber Deutschland ist ja groß! Also Staub von den Füßen abschütteln und
    weiter geht’s!
    Es wird sicher keine klassische Amisch-Gemeinschaft werden, aber eine
    Gemeinschaft, die die Bibel als Präambel nutzt.

    Edited once, last by Fred ().

  • Lieber Fred, für Euer interessantes Projekt wünsche ich Euch weiterhin gutes Gelingen! Wolltet Ihr die Wohnungen als Eigentumswohnungen vergeben oder auf Mietbasis?


    Der Tagesablauf in dem von Dir zitierten Beispiel war 1850 durch das Tageslicht begrenzt, aber die Old Order Leute verwenden effektive Starklichtlampen und arbeiten bei Bedarf noch länger! Jean, die alt-mennonitische Marktfrau, beginnt an manchen Markttagen um 0:01 Uhr mit dem Backen, fährt um 5:00 Uhr los, öffnet um 6:00 Uhr offiziell ihren Marktstand, an dem andere Marktleute schon gefrühstückt haben. Wenn sie am späten Nachmittag nach Hause kommt, warten fünf Menschen auf sie, darunter zwei Kleinkinder (18 Monate und 6 Monate), die an dem Tag über von der Oma betreut wurden, und zwei hungrige Schulkinder. Sie versorgt dann die Familie und geht um 21:00 Uhr schlafen. Jede Gewerkschaft und jeder Betriebsarzt würde einschreiten. Jetzt liegt sie gerade im Krankenhaus. Kein Wunder bei dem Arbeitsrhythmus!


    Hier im Forum waren schon mehrere Leute, die unterschiedliche christliche Gemeinschaftsprojekte gegündet haben, z.B. Francesca in der Uckermark, Ulrich im Fichtelgebirge oder Bruder Harry in Wien. Leider hört man von den meisten schon bald nichts mehr. Grüße von Gisela

    Edited 8 times, last by gisela ().

  • Hier im Forum waren schon mehrere Leute, die unterschiedliche christliche Gemeinschaftsprojekte gegündet haben ... Leider hört man von den meisten schon bald nichts mehr.

    Weil meist sind es ja nicht christliche, sondern Weltfremde, fundamentalistische, amerik. Evangelikale, Ideen, welche unter dem Decknamen „christlich“ hinter solchen Projekten stehen, nur gut daß die schon bei der Planung kein Interessen finden.


    Die Täufer waren bei Ihrer Gründung extrem fortschrittlich und hatten enormen Zulauf. Sie predigten das Evangelium nicht nur — sie lebten (und leben) Brotteilende-Gemeinschaft. Die Täufer legten Wert den neuesten Erkenntnissen, was den Biblischen glauben betrifft, gerecht zu werden. (Das hat sich im laufe der Jahrhunderte leider verlaufen, so sind die Amischen was den Glauben betrifft seit 1632 eingefroren.)


    Eine Gemeinschaft wie die der Amischen in Deutschland zu Gründen liegt im Möglichen. Aber eine solche darf sich nicht an einer Zeitaufnahme von 1632 orientieren. Sie müßte den selben reformatorischen Eifer zu Tage legen, wie es die Täufer bei ihrer Gründung taten. Sie müßte die Lehre aus den Amischen, Hutterern, Methodisten, Mennoniten und Qäkern ziehen. Da hat kein Patriarchalismus Platz in einer solchen Neugründung, dies verböte schon das Evangelium. Das evangelium läßt den Patriarchalismus nicht zu.

  • hallo bin grad auf diese seite gestossen bin aber nicht schlau geworden gibt es nun in europa/deutschland lebensgemeinschaften der amisch oder kann man in amerika ein praktikum oder ähnliches machen um das leben und arbeitsabläufe kennenzulernen

  • Liebe/r Sommer, in Europa gibt es eine Beachy-Amish-Gemeinschaft in Irland, und in Polen lebt eine Beachy-Familie. In den USA bieten einige Beachy Amish möglicherweise Praktikumsplätze oder Ähnlliches an. Außerdem findest Du dort weitere amishnahe Grupppen (Amish-Mennonities, Conservative Mennonites, Charity Ministries), die sich über Interessierte freuen.


    Wenn Du Old-Order-Arbeitsabläufe erleben möchtest, solltest zuerst einen persönlichen Kontakt außerhalb des Internets herstellen. (Dafür sind Kommaregeln oder Groß- und Kleinschreibung weniger wichtig als verständliches Englisch sowie eine gute soziale Kondition.) Grüße von Gisela

    Edited 8 times, last by gisela ().

  • Hallo,


    ich habe nicht alle Seiten gelesen aber doch viele Beiträge.


    Natürlich kann man so oder besser: so ähnlich wie die Amish in Deutschland leben - wer verbietet es denn? Bezahle deine Strom- und Wasserrechnung nicht, dann bist du beides schnell los, schneide deine Telefonleitung durch und wirf dein Handy weg.


    Grundsteuer usw zahlen die Amish auch, Schule, ja das mag ein Problem sein, aber dafür gibts auch Lösungen: Freie Schule gründen, sich einer freien Schule anschließen - z.B.


    Kauf dir einen alten Bauernhof mit Quellwasser und schon kannst du deine Autarkie leben. Das machen übringens relativ viele. Schaut mal bei im netz bei selbstvers.org.


    Kutsche fahren usw kann man alles lernen. Menschen, die das ähnliche oder gleiche wollen gibts auch haufenweise - wie man hier lesen kann. Also bitte laßt euch nicht von den äußeren Umständen abhalten!


    Es ist aufwendig aber natürlich ist es möglich.


    Aber die Frage ist doch eine ganz andere: Bist du überhaupt mental ( ist das der richtige Begriff?) dazu in der Lage so zu leben- bzw ist es überhaupt erstrebenswert so zu leben? Möchtest du, dass die Anzahl der Haarnadeln vorgeschrieben ist, die du oder deine Frau benötigst um das Haar so unter die Haube zu bekommen, dass auf keinen Fall eine Strähne zu sehen ist? Diese Frage sinnbildlich für alle geschriebenen oder ungeschriebenen Gesetze, die mensch dort einhält.


    Diese Menschen sind so sozialisiert, die kommen damit zurecht und dennoch benutzen die Jugendlichen auch Handys und spielen Volleyball - so jedenfalls in dem Film bei Youtube. es weicht eben auf, wird hinterfragt.


    Gehen wir mal davon aus, dass Gott einen Plan für dich hat und mit dir redet. Ist es Gottes Plan, dass du genau so wie die Amish lebst? Findest du irgendeine Bibelstelle, die all diese geschriebenen oder ungeschriebenen Gesetze der Amish bekräftigt?


    Du hast den Wunsch anders zu leben - vielleicht hast du den Eindruck, dass Gott dich dafür berufen hat- , Großfamilie, Natur, kein Streß. Alles verständliche Sehnsüchte. Das ist auch meiner Meinung nach umsetzbar - aber muss es die Nachahmung der Amish sein, die ganz einfach ihr Leben von vor vielen Jahren beibehalten haben?


    Warum kein Traktor? Was ist daran so schlimm? Warum kein Telefon? warum kein Film anschauen? warum kein Strom?


    Mal ganz ehrlich: Zeitung dürfen die Amish lesen - da kann man sich doch auch mit viel Mist füllen.




    Eigene Gesetze schaffen ist kein Problem - aber u.U. fraglich. und fraglich ist auch, was diese Gesetze mit dir heute zu tun haben.


    Habt doch keine Angst - gründet eine christliche Gemeinschaft und stellt Regeln auf, die zu euch passen. Schaut wie es die Amish machen aber kopiert doch nicht 1 zu 1. Euch ist die Bewahrung der Schöpfung wichtig? Dann lest die Anbauregeln von Bioland und macht es noch besser. Ihr wollt die Luft nicht verpesten? Dann macht Carsharing oder kauft Elektroautos. Ihr wollt weniger Kino usw? dann macht Spieleabende....


    Alles kein Problem - man muss es lediglich machen. Aber eine kopierte Amishgemeinde in Dland halte ich für sehr zweifelhaft und fraglich und glaube nicht, dass es Sinn macht, geschweige denn Gottes Plan ist. Aber ich kann mich auch täuschen...


    Und mal ganz praktisch gedacht: Es gibt Regionen in D - Osten und wohl rheinland P.- da stehen wohl so gut wie ganze Dörfer leer. Da kann es sofort losgehen...


    ich wohne seit 5 Jahren in einer Gemeinschaft - www.schloss-tondorf.de. wir wollen dort wegziehen und eine christliche Gemeinschaft gründen - aber nicht so wie die Amish, auch wenn ich viele Dinge sehr erstrebenswert und nachahmenswert finde. Das Gute behalte, das Schlechte verwerfe...


    LG Felix