Gründen Amish Gemeinschaft möglich in Deutschland?

  • Befrag doch mal Google ;) Ich habe folgendes rausbekommen:


    IRELAND
    Beachy Amish Mennonite Fellowships (Ireland)
    Presiding Officer: Daniel Yoder, Pastor
    Members: 22
    Congregations: 1


    Oder du folgst mal diesem Link: Dunmore East Fellowship


    Eine echte Adresse habe ich nicht gefunden (außer dem Hinweis, dass die Gemeinde in Portally Cove außerhalb von Dunmore East lebt), aber mit diesen Infos kommst du bestimmt schon näher ran. Vielleicht fährst du einfach mal hin, so groß ist Dunmore East nicht, wenn ich das richtig sehe. ;)

    Edited once, last by Caitlin ().



  • Mir gefällt die Idee. Ehrlich gesagt bin so gar nicht religiös. Aber ähnlich wie Lola von "Unsere kleine Farm" bin ich von Jane Austens "Stolz und Vourteil" begeistert. Also bin ich auch eher daran interessiert, eine Gemeinschaft zu finden, die sich in altertümlichere Lebensstile zurückversetzt, als in eine Glaubensgemeinschaf einzutreten. Das, was ich möchte, hat schon nicht mehr allzu viel mit Religion zu tun. Natürlich kann man den Lebensstil aus "Stolz und Vorurteil" und "Unsere kleine Farm" nicht wirklich vergleichen, da "Stolz und Vourteil" erstens in Europa spielt und zweitens auch mehr als hundert Jahre zurück liegt. Aber ich bin in eine derart kindliche Euphorie verfallen, dass einfach das immense Bedürfnis hatte, mal nachzusehen, ob es etwas ähnliches wie diese Gemeinschaften gibt, in denen sich Mittelalter-Fanatiker hobbymäßig treffen, um ihren "Rausch" auszuleben. ;)


    Nur eben nicht für das Mittelalter, sondern für den Zeitraum vom 18. bis 19. Jahrhundert. Außerdem dachte ich da an ganz Dörfer oder Städte, in denen solche Leute dauerhaft wohnen könnten.


    Da ich aber nur die Amischen finden konnte, hab ich beschlossen mich erstmal hier zu äußern.


    Ich hab einfach das Gefühl, ganz fehl am Platz zu sein.


    Und vielleicht gibt es ja Leute, die sich etwas ähnliches wie ich wünschen würden.


    Liebe Grüße, Koricha. :)

  • Hallo Koricha,
    ich kann Deinen Wunsch nachvollziehen, aber dafür sind wir hier wohl nicht das richtige Forum.
    Melde dich doch mal auf Facebook an, falls Du dort noch nicht sein solltest. Dort kannst Du Dir eine eigene Homepage einrichten, um Gleichgesinnte zu suchen. Vielleicht hast Du damit Erfolg :)
    Viel Glück,
    Anne

  • hello ;-) ,


    wenn wir alle ein bischen mehr amish werden würde wär schon was erreicht. meine erfahrung ist, dass man sich damit tendenziell aber eher isoliert. insofern braucht es weiterhin ne menge mut, die sache durchzuziehen. wer weiss, vielleicht kommt ja nach der öko- und biowelle auch noch ein bischen mehr "simple life"? ich hoffe das jedenfalls!


    all the best

  • Nun "Simplify your Life". das gibt es schon. nicht nur das gleichnamige Buch wurde schon gut angenommen (ich kenne es nicht) aber ich kenne so einige Leute die ihr leben wirklich vereinfachen und Ballast abwerfen.


    Wenn man sich neu orientiert und diesen Weg dann geht, dann ist es normal dass man sich erst einmal isoliert (fühlt). Geht man aber konsequent weiter werden sich neue Menschen finden die den gleichen Weg gehen und dann ist man nicht mehr allein. Und es stärkt auch das Durchhaltevermögen wenn man mindest mal zu zweit ist.


    Ich denke wir können viel von den Amisch lernen, wir sollen sie ja nicht kopieren, aber jeder dann das wertvolle für sich übernehmen. Und es geht.


    Eine größere Anzahl an Menschen könnte schon Amischlike leben.....aber die Dsikussionen wie im Detail wären lang.

    ... mit Pferden arbeiten .....

  • Lieber Fuhrmann,


    zu zweit ist ein guter Anfang für alles (wo zwei oder drei ...). Das Gemeindeverständnis der Täufer reicht jedoch über Freundschaft oder Partnerschaft hinaus. Ihre Erfahrung hat gezeigt, dass neue Siedlungen dann Ausicht auf Stabilität und Wachstum haben, wenn sie von mindesten drei Familien (mit durchschnittlich je sieben Kindern) gegründet werden. Solch ein Nukleus umfasst innerhalb weniger Jahre 28 Menschen, die oft eng verwandt sind. Diese besondere Mischung von Familienbanden und Gemeindestruktur hat bei den Täufern über Jahrhunderte und Kontinente identitätsstiftend gewirkt.


    Dich grüßt Gisela

  • Hallo Francesca, ich glaube schon das du und deine Familie den Grundstein schon gelegt habt in der neuen Gemeinde. Auch ich bin fast soweit, aus meiner Heimat Düsseldorf fort zu gehen, wird aber erst im nächsten Jahr so weit sein. Warum das so ist schreibe ich dir per E-Mail, wäre nett wenn ihr mir eure Adresse senden könnt.PS: Ich hab ein Bauhandwerk gelernt.Gruß Zolto


    Man kann ohne Hund leben, nur es lohnt sich nicht. (Heinz Rühmann)

  • Hallo Zolto,
    darf man erfahren wo es für dich nächstes Jahr hingeht? Bist du Christ? Gehörst du zu einer Ortsgemeinde?

  • nur zu schade dass man für Amerika ne Greencard braucht.und da arbeiten muss um dort uneingeschränkt zu leben.Aber hier könnte man bestimmt auch so eine Gemeinde gründen.Wenn man irgendwo im bergischen Land ganz viel Land bekommt dann kann man sowas auch hier gründen.Und sich entscheidne kein Auto zu fahren freiwillig und kein Tv etc.nur zum Einkaufen in die grosse City zu fahren.Hat hier jemand mal in Canada oder Amerika angeschrieben in den Kolonien vielleicht wäre jemand bereit hier nen Anfang zu machen da die Amish Leute nicht mehr verfolgt werden in Deutschland.Wäre doch ne gute Idee-den Anfang zu machen paar von der kolonie in Amerika hierher kommen und dann sich ihnen anschliessen.geld dafür wäre bei ihnen sicherlich genug da.lg griechin

  • Hallo Griechin,
    herzlich willkommen bei uns...


    Mmmh, seit wann brauchen Amerikaner denn bei uns keine Aufenthaltgenehmigung mehr? Es kann doch nicht einfach jeder nach Deutschland kommen und hier wohnen und arbeiten wollen.
    Und wie kommst Du auf die Idee, dass "die Amischen" Geld genug hätten, um hier Land kaufen zu können?
    Sicherlich gibt es einige wohlhabende Farmer oder Handwerker, aber das Gros kämpft den täglichen Kampf um das Auskommen.


    Ich glaube nicht, dass die Einwanderung Amischer in Deutschland einfach wäre. Kennt sich hier vielleicht jemand damit aus?


    Lieben Gruß,
    Anne

  • Hat hier jemand mal in Canada oder Amerika angeschrieben in den Kolonien vielleicht wäre jemand bereit hier nen Anfang zu machen da die Amish Leute nicht mehr verfolgt werden in Deutschland.Wäre doch ne gute Idee-den Anfang zu machen paar von der kolonie in Amerika hierher kommen und dann sich ihnen anschliessen.geld dafür wäre bei ihnen sicherlich genug da.lg griechin


    :D Hallo Griechin!
    Nix für Ungut, aber Du meinst, diese Leute sollen Ihr Geld hergeben,(falls sie soviel übrig haben, was ich mir
    fast nicht vorstellen kann!) und Leute unterstützen, die "einfach" leben wollen?
    Und Du glaubst, daß es dann so einfach ist, sich denen anzuschließen? Nur weil man "amisch like" leben will?
    - und was ist mit dem Glauben?


    Sei mir bitte nicht bös, aber ein bißchen naiv hört sich das schon an!


    Ich finde es irgendwie lustig, denn warum sollten Amish das Geld dazu geben?
    Könnte ja auch so sein, daß jeder der sich da ansiedeln will Hab und Gut verkauft, ein Stück
    Land kauft, denn mehr zu haben als man braucht ist eh nicht Sinn der Amish!
    (Hab ich gehört bei der Doku: Bibelbauern in Belize)


    Liebe Grüße
    Wicky

  • Liebe Griechin, das, wonach Du fragst, gibt es schon: www.sannerzhaus.de! Vom Bergischen Land nach Hessen ist es nicht mehr weit.


    Wie Du vielleicht weisst, leben nicht die Amischen, sondern die Hutterer, die Du in der Arte-Dokumentation gesehen hast, in Kolonien. Die Arnoldleut-Hutterer (Bruderhöfer) machen es so, wie Du beschreibst: Sie kaufen Land, errichten darauf Werkstätten und Wohnhäuser und sind offen für neue Mitglieder. Ihre großen Bruderhöfe befinden sich in den USA, England und Australien, und überall schließen auch Deutsche sich ihnen an. Grüße von Gisela

    Edited once, last by gisela ().

  • hallo an alle und dir Gisela danke für die Seite ist intressant.Morgen früh kommt auch bei arte der Film über Hutterer der vorige Woche im TV kam hab ihn verpasst nehme ihn morgen auf.10.20bei ARTE.lg an alle.griechin

  • Weiss eigentlich jemand was aus Francesca geworden ist,ob Sie Ihren Lebenstil aufbauen konnten?


    Gruß Baps

  • Hallo Griechin,


    sicherlich geht ohne Geld gar nichts. Jedoch ist dieses Problem meiner Ansicht nach nicht von zentraler Bedeutung. Wollte man nicht lediglich eine Amish-Gemeinschaft hier nach Deutschland hinein kopieren, so bedarf es einer überaus gründlichen Vorbereitung. Wieso auch nur kopieren? Furhman hat es in seinem letzten Beitrag hier bereits angedeutet: "Ich denke wir können viel von den Amisch lernen, wir sollen sie ja nicht kopieren, aber jeder dann das wertvolle für sich übernehmen." Diese findet sich nicht in romantischen Kutschfahrten und reichlich Handwäsche, sondern wie Gisela es schrieb, in der identitätsstiftenden Mischung von Familienbanden und Gemeindestruktur. Wie sich dieses ausgestaltet und welche sichtbaren Merkmale es entwickelt (Kutschfahrten, landwirtschaftliche Selbstversorgung ...), wird sich dann zwangsläufig zeigen. Ich glaube, dass die Gündug einer Gemeinschaft, die sich die Erkenntnisse (auch) der Amish zu nutze macht und sich ihre Ordnung schafft, auch hier in Deutschland möglich ist. Viel schwieriger wird es sein, diese Gemeinschaft zusammen zu halten. Meines Erachtes ist das entscheidende Schlüsselwort "Vertrauen". Nur wer auf etwas vertraut, investiert Zeit, Mühe und Geld dafür. Allein auf Gott zu vertrauen, mag helfen, aber wohl nicht genügen. Schließlich gründet man mit "Fremden" eine Gemeinschaft. Die Amisch sind in ihrer Gemeinschaft zumeist hineingeboren und aufgewachsen. Was für sie selbstverständlich ist, muss hier erst eingewöhnt werden. Deshalb hängt der Erfolg von einer durchdachten Ordnung ab, die von allen aus Überzeugung auch in kritischen Momenten eingehalten wird und jedem das gibt, wonach er sich in der "alten" Welt sehnte. Aber ist das dann noch mit Hinweis auf die Eingangsfrage noch ein "Amish-Leben in Deutschland" oder nur eine neue alternative "Kommune mit Amish-Touch"? Ist es noch im Sinne dieses Forums, eine von der Amishgemeinde inspirierte "deutschlandtaugliche" Gemeinschaftsform zu gestalten? Wenn ja, dann würde mich nicht nur von dir, Griechin, interessieren, welche Sehnsucht du in einer Amish-Gemeinschaft erfüllt zu bekommen glaubst? Und was genau sind deiner Ansicht nach diese Bindungsenergien, die über Jahrhunderte gehalten haben?


    Gute Nacht


    MeReloaded

  • Willkommen im Forum, lieber MeReloaded!


    Gemeinschaftsformen und Bindungsenergien funktionieren bei Amischen und Hutterern, Mennoniten und Brethren mit manchmal kleinen, aber deshalb sehr wichtigen Unterschieden. Aus diesem Grund kommt es auch nur selten zum Wechsel zwischen den Traditionalisten.


    Die Bücher "Anabaptist World USA" (2001) von Krabill/Hostetter und "Plain Diversity" (2007) von Nolt/Meyers dokumentieren die unglaubliche Vielfalt von anabaptistischen und neutäuferischen Affiliationen. Innerhalb dieses Spektrums gibt es jeweils traditionalistische, transitorische und Mainstream Ebenen. - Sind nicht auch für Dich die Bruderhöfer (Arnoldleut-Hutterer, 1920 in Hessen gegründet) der lebende Beweis dafür, dass täuferisch inspirierte Neugründungen mit baptistischer Spiritualität möglich sind und sogar international erfolgreich wachsen?


    Zu Deinem Stichwort Gottvertrauen im Allgemeinen und Vertrauen im Besonderen: "In God We Trust: All Others Pay Cash" stand einmal in Schönschrift über der Kasse eines amischen Gemischtwarenladens. Das war sowohl ironisch als auch ernst gemeint. Einen guten Tag wünscht Dir: Gisela

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  • Ich bin seit einiger zeit Christ und könnte mir ein leben in einer Gemeinschaft wie Ihr seit gut vor stellen. Sich ganz gegen den Fortschritt zu wenden ist nicht gut. Meine Meinung ist vielmehr alles verwenden bis zu einem gewissen Maas. Immer im Blick der Bibel. Vollständig selber Ernähren ist auch in Deutschland möglich. Die Chancen aber nicht vertuhn sondern war nehmen und nutzen. Geld braucht man einfach zum leben. Ich habe auch einen Traum den ich vielleicht noch erleben werde.

  • Mir hat ein alter Amish vor kurzem einmal gesagt das die Gemeinschaft und jedes Mitglied "im Glauben fuer Gott" lebt. Ohne Glauben geht gar nichts. Alles andere ist nachgemachte Lebensweise, Traeumereien der Englischen die nichts, aber auch gar nichts mit dem wirklichen Leben der Amish zu tun hat. Dort ist der Glaube, die Liebe und die Hoffung an erster Stelle. Das sollte zumindest die Grundeinstellung sein. Das was wir uns hier vorstellen ist die aeussere Huelle. Zufrieden sein im tiefsten Innern kann man nur wenn man den Glauben wirklich lebt.

  • Hallo ihr alle hier im Forum bin neu hier und intressiere mich für die Amish aber noch mehr für die Hutterer.Und ich suche auch Filme oder Dokus die schon im TV waren über Amish und Hutterer.Speziell noch da sah ich vor paar Tagen die Wiederholung bei K.1 über "Die strengsten Eltern der Welt"bei den Hutterern.Wer kann mir den Film besorgen oder zuschicken als gebr.Version.Da ich leider keinen Recorder habe.lg Annamaus :)