Besuch bei den Hutterer

  • Hallo Zusammen,


    ich war letztes Jahr im Süden von saskatchewan. Dort habe ich eine Hutterer-Kollonie besucht. Leider hatten sie wegen der Erntezeit wenig Zeit für mich, sonst hätte ich mir die Kolonie anschauen können.


    Ich fand das Lebensmodell der Hutterer sehr spannend und wer weiß, vielleicht ist es das Modell der Zukunft.


    Falls ihr fragen habt..


    LG

  • Hallo Tobi,


    was für eine Gelegenheit! In welcher der vielen Kolonien warst Du denn? Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften können sehr sinnvoll sein, allein schon wegen der Kosten für die Geräte.


    Wolltest und konntest Du einen Gottesdienst besuchen? Wie fandest Du den Unterschied zu den Old Order Leuten vor zwei Jahren in Pennsylvania? Die waren Dir damals doch etwas distanziert vorgekommen.


    Herzliche Sommer-Frische-Grüße von Gisela

  • Hallo Gisela,


    vielen Dank für deine Nachricht. Leider war ich im keinem Gottesdienst gewesen, aber der Mann, der mit uns gesprochen hat, war sehr offen und erzählte sehr ehrlich und ruhig vom Leben der Hutterer (in einem sehr deutschen-englischen Akzent).



    Ich meine ich war in der McMahon-Kolonie im Süden Saskatchewan.


    Viele Grüße


    Tobias

  • Lieber Tobias,


    was für ein Segen, dass Du Deine beiden Nordamerika-Reisen im letzten und im vorletzten Jahr machen konntest, denn in diesem Jahr wäre es wohl wegen der Pandemie nicht gegangen.


    Hast Du Dich für die Unterschiede bei den täuferischen Richtungen interessiert?

  • Ja, ich habe mich sehr interessiert! Mir sind die Täufer und auch die Ideen deutlich näher gekommen und in einigen Punkten bin ich auch theologisch ihm näher gekommen.


    Wie stehst du zu den Täufern insgesamt?


    Ja, dass war und ist ein echter Segen gewesen.

  • Mich beeindrucken die Täufer im Allgemeinen durch ihre Friedensaktivitäten. Und die Old Order Leute im Speziellen durch ihre anti-missionarische Haltung. Ich bin froh, dass es die Täufer gibt, denn manche Dinge können von den Amtskirchen nicht gut wahrgenommen werden.

  • Die Antwort lautet: Ja und nein. Als Kind eindeutig ja, denn große Familien mit vielen Geschwisterkindern und beiden Eltern in Rufweite fand ich großartig. Ein kleinbäuerlicher Familienbetrieb und ein großer Gemüsegarten sind allerbeste Orte, um Welterfahrungen zu machen.


    Aber schon als Teenager hätte ich entscheidende Dinge vermisst. Die spannenden Sachen in der Schule erfährt man erst nach der 8. Klasse. Kein Fahrrad, kein Führerschein, kein frei gewählter Freundeskreis, all die tausend ausgesprochenen und unausgesprochenen Regeln, die niemand richtig erklären kann, sind für junge Menschen nicht verlockend. Die Vorschriften bei Kleidung und Frisur hätten mich beengt.


    Als junge Erwachsene durfte ich studieren und mir eine eigene Meinung bilden. Ich konnte reisen, Partnerschaftserfahrungen machen und viele Konfessionen kennen lernen. All das hat mich wirklich bereichert.