Glauben die amish an Gottheit von Jesus und Trinität

  • Wie ihr ja alle wist, gibt es ja andere christliche Gruppen, die nicht an die Trinität oder Gottheit Jesu glauben. Wie ist es bei den amish? Das würde mich mal stark interessieren. Und wenn ja, welchen Stellenwert hat es im Vergleich mit anderen Glaubensgrundlagen und Lebensgewohnheiten wie etwa Technikverzicht, Familen und Gemeindeleben, Fasten, Weihnachten, Gesang, Gottesdienst etc. Also was ist ihnen so rangmässig am wichtigsten. Ist es gar tabu über kritische Theologiefragen zu reden. Oder ist ihnen Trinität etc. vieleicht nicht mal bekannt? Also konzentrieren sie sich nur auf ihre friedliche Lebensart und vieleicht noch auf die Psalme und Gesänge sowie Gebete und lassen den Frieden der Bibel auf sich wirken und lassen kritische Fragen gar nicht zu? Oder gibt es vieleicht eine "zentrale amish Organisation", die sich mit Details beschäftigt und Dogmen auf die Gemeinden veröffentlicht. Ich versuche nur rauszubekommen, warum der liiebe Gott die amishen so sehr segnet und beschützt, dass sie ein so glückliches vorbildliches Leben leben können?

  • Es gibt unter den Täufern unterschiedliche theologische Positionen über die Lehre von Gott. Die Lehre von der Trinität (drei eigenständige Personen (Götter)) kommt in der Bibel nicht vor, oder steht in deiner Bibel etwas davon?


    Es gibt drei Arten, wie die Bibel Gott darstellt, mit denen wir Gott identifizieren können: Gott ist Jesus, unser Herr, der auch der Sohn Gottes genannt wird. Gott ist der Vater, von dem Jesus spricht und mit dem er spricht. Und Gott ist der Heilige Geist, den Jesus sendet, um mit uns und in uns zu leben. Das sind drei verschiedene Persönlichkeiten (Erscheinungsformen) innerhalb der Einheit Gottes. Es ist das Wesen Gottes.

    • Gott ist Geist (Johannes 4,24)
    • Gott ist Licht (1. Johannes 1,5) und (Markus 10,18) nur Gott ist gut
    • Gott ist Liebe (1. Johannes 4,8+16). Gott ist Liebe, und deshalb ist Gott Personen in Beziehung.

    Mit 1. Mose 1,26 berichtet die Bibel das Gott, als er sich entschied seine Liebe durch Beziehungen zu erweitern, von sich selbst im Plural spricht. Da sagte Gott, lasst uns die Menschheit ...


    Mir ist bewusst, man kann das Thema nicht auf ein paar Sätze herunterbrechen, will es aber für heute dabei belassen.


    Also was ist ihnen so rangmässig am wichtigsten.

    Der Schwerpunkt liegt in der Jüngerschaft, der Gewaltfreiheit (Beide werden durch die Religion, die sie sich selber auferlegen, ausgebremst/verhindert.) und verbindlicher Gemeinschaft.


    Ich versuche nur rauszubekommen, warum der liiebe Gott die amishen so sehr segnet und beschützt, dass sie ein so glückliches vorbildliches Leben leben können?

    Die Amischen tun viel Gutes, sind aber zu ihrem und des nächsten Leid religiös geworden. Mit Jesus Christus aber wurde die Religion entmachtet, an ihre Stelle tritt die Liebe. Um ein vorbildliches Leben zu führen, fehlt ihnen die Bereitschaft das Evangelium zu leben, denn da ist weder Mann noch Frau. Die Amischen hingegen ziehen ihre eigene Ordnung dem Evangelium - der Beziehung mit Gott - vor.

  • kann man vieleicht sagen, dass wenn wir auch so glauben wie die amischen, gott uns irgendwann dafür belohnt und auch so leben lässt wie sie? vieleicht sollte man den amisch glauben in deutschland verbreiten. oder gibt es vieleicht sogar vom glauben ähnliche gemeinden hier?

  • kann man vieleicht sagen, dass wenn wir auch so glauben wie die amischen, gott uns irgendwann dafür belohnt und auch so leben lässt wie sie?


    Nein! Ein ganz klares Nein! Wir sollen so glauben, wie Jesus geglaubt hat. Damit wir Jesus immer ähnlicher werden.



    neoamisch würdest Du uns etwas näher beschreiben, was Du unter „so glauben wie die Amischen“ genau verstehst, das wäre eine große Hilfe Dir besser zu erklären.

  • ich weiss ja nicht, was sie genau glauben. vieleicht sollte man es erforschen und es ihnen einfach nachmachen?

  • Hallo Neoamisch,

    die amische Glaubensrichtung besteht schon eine geraume Zeit und unterliegt auch einer stetigen Anpassung.

    Der Glauben ist von diversen Wissenschaftlern untersucht und beschrieben worden.

    Wie du schon gemerkt hast, ist Fasel kein starker Befürworter des amischen Lebensstils. Er bezweifelt das es der rechte Weg zu Gott ist, was sein gute Recht ist. Der Herr hat uns den freien Willen gegeben aber auch die Verantwortung.

    Ich möchte die nur sagen, das es auch andere Menschen gibt die sehr wohl das amische Leben als ihren Weg gefunden haben. Die so glauben, leben und handeln möchten. Ich versuchte versuche soweit es mir möglich ist diesen Weg zu folgen. Wenn du dich aufgefordert fühlst diesen Weg zu beschreiten, dann mach es uns entscheide selber.

    Gesegnet sind die die sehen und hören…

    Georg

  • Das ist der große Unterschied:


    Wir sollen so glauben, wie Jesus geglaubt hat. Damit wir Jesus immer ähnlicher werden.


    Ich möchte die nur sagen, das es auch andere Menschen gibt die sehr wohl das amische Leben als ihren Weg gefunden haben. Die so glauben, leben und handeln möchten.

    Das ist ein Unterschiede wie Tag und Nacht!


    Aufgrund vieler Gespräche die ich mit Amischen aus unterschiedlichen Gemeinden geführt, stelle ich in den Raum, dass die Mehrheit der Amischen Georg a. W. widersprechen. Eine solche Überheblichkeit habe ich unter den Amischen noch nie gehört. Sie wissen um ihre Unzulänglichkeit, manche verzweifeln an der Ausweglosigkeit der Sackgasse, in die sie sich reinmanövriert haben.


    Georg a. W. ist zutiefst religiös und sieht in religiösen Handlungen sein Heil, sprich wenn er äußerlich so lebt wie mache Amische.

    Die Amischen sehen ihr Handeln hingegen als eine Folge des Glaubens an den Auferstandenen. Leider haben sich bei ihnen aufgrund der früheren Verfolgung, der totalen Verweigerung der Inanspruchnahme von systematisch-theologischer Forschung und anderen Disziplinen, das Stellen der eigenen Ordnung über das Evangelium, Handlungsweisen eingeschlichen, die sie vom Glauben Jesu trennt.


    Deswegen gibt es unter ihnen immer wieder Leute die das zu ändern Versuchen, aber das ist in einer gewachsenen Gemeinschaft nicht einfach. Auch weil es ihnen an theologisch ausgebildeten Kräften fehlt.


    Die ersten Täufer waren gebildete Leute, durch Flucht und Verfolgung verloren sie diese Bildungselite, dass dies nur negative Folgen haben kann, versteht sich von selbst. Gerade bei einer Gemeinschaft wie den Amischen, die sich jeder universitären Bildung bis heute krampfhaft verweigert.


    Täuferisch sein bedeutet nicht Stillstand, es bedeutet die Reformation stets fortschreiben. Es bedeutet Teilhabe an Gottes Leben. Jesus als das Wort Gottes verstehen. Ihm immer ähnlicher werden. Als Hilfestellung haben wir u. a. die Bibel, Voraussetzung um diese zu verstehen ist, die Welt in der sie geschrieben wurde verstehen und was das Geschriebene für uns heute in einer vollkommen veränderten Welt aussagt.


    Amische wissen, wie man in Beziehungen lebt. Liebe besteht aus Beziehung. Aber gleichzeitig zerstören sie diese wieder mit ihren unbarmherzigen Regeln.

  • Ich verfolge mit grossem Interesse eure diskussion.ich habe eine Frage an dich,fasel...

    Warum hältst du die Regeln der amischen für unbarmherzig und was genau verstehst du darunter? LG

  • Sie verhalten sich so als würden sie immer noch verfolgt, genießen aber seit der Einwanderung weitgehend Religionsfreiheit. Gleichzeitig haben sie ihre eigene Geschichte vergessen, das erkennt man daran, dass sie nicht aus ihr lernen.


    Es gibt Gründe, weshalb Jakob Ammann nachdem es ihm nicht gelang die Gemeinschaft zurückzuführen, sich selber von den Amischen bannte.


    Das Evengelium Jesus Christi ist genau das Gegenteil, von sich aus der Welt zurückziehen. Es will die Welt mit Liebe durchdringen. Es ist eine Befreiung aus der Knechtschaft, die Überwindung der Unterschiede (Galater 3,28), der Unterdrückung. Es ist aus christlicher Sicht unerträglich, wenn Amische außer dem Geschlecht zwischen Männern und Frauen einen Unterschied machen. Es gibt keine Rechtfertigung für das verachtende Verhalten, dass 2000 Jahre n. Chr. Frauen und Männer nicht in allem Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit genießen.


    Beim leidigen Thema Bannpraxis, abgeleitet von Matth. 18,15-18, geht es eben nicht um Rock- oder Bartlänge. Dennoch wird die Bannpraxis bei den Amischen überwiegend für Sachverhalte angewandt die sich mit dem Glauben nicht Rechtfertigen lassen. Dabei verlieren sie jede Form von Mitgefühl. Ich verwende bei der amischen Bannpraxis bewusst nicht den Begriff „Regel Christi“, weil diese Regel anders als bei den Amischen nicht Liebe durch eiserne Kälte ersetzen. Wer Amische kennt, der weiß, von was ich spreche. Der kennt das unendliche Leid aufgrund Nichtigkeiten. Es ist Sünde.