Die Entstehung

  • Die Entstehung der ältesten evangelischen Freikirche (Mennoniten)


    Ursprünge
    Da erhebt sich am 31. Oktober 1517 ein kleiner Mönch und schlägt Thesen gegen die kirchlichen Mißstände an die Tür der Schloßkirche zu Wittenberg. Von Wittenberg aus verbreitet sich das Feuer der Reformation.


    Doch einige Jahre später haben sich Luther und die anderen Reformatoren mit den Machthabern arrangiert. "Cuius regio, eius religio" - wer herrscht, bestimmt die Religion. So heißt nun die Devise. Und daß die Richtigen herrschen, dafür sorgen theologische Verurteilungen revolutionäre Gewalt, selbstverständlich ergänzt durch die Rechtfertigung der herrschenden (z.B. Luthers Schriften gegen die Bauern).


    Halb Europa ist immer noch besetzt von der römisch-katholischen Kirche, die andere Hälfte inzwischen von den Kirchen der Reformation. Die Fürsten haben nun die Wahl zwischen zwei Spielarten derselben Herrschaftsreligion.




    Ausgehend zunächst von Zürich und dann von vielen unabhängig voneinander überall entstehenden kleinen Zentren entwickelt sich eine neue radikale Bewegung die, die kirchliche und weltliche Macht in Atem hält.


    Ein Kreis radikaler Bibelleser:
    In Zürich trifft sich ein Kreis radikaler Bibelleser um Huldrych Zwingli, vor allem ehemalige Schüler des Stadtreformators Zwingli. Sie trennen sich 1523 von Zwingli, nachdem dieser auf einen gemäßigten Kurs einschwenkt war und die weiteren Schritte der Reformation von der Zustimmung des Stadtrates abhängig macht. Sie fanden durch Lektüre der Schrift, gemeinsames Gespräch, Erfahrung und Gebet zu einem „neuen Verständnis“ von Kirche und Christsein und wollten dies im Leben durch Tat umsetzen.


    So orientierten sie sich bewußt an dem Modell der frühen vor-konstantinischen Gemeinde. Die Gemeinde Christi sollte ein freiwilliger Zusammenschluß mündiger Christen sein, unabhängig vom Staat. Von daher die Ablehnung der Kindertaufe und der Loyalitätsbezeugung durch den Eid gegenüber der Machthaber. Ebenso verweigern sie der Obrigkeit jede bewaffnete Verteidigung, als nicht ihrem christlichen Auftrag entsprechend.


    In öffentlichen Disputationen vertreten sie ihre aus der Schrift gewonnenen Argumente. Bald hören sie auf, von einer anderen Kirche nur zu reden, sondern fangen an, sie zu leben. Die erste Taufe geschieht am 21. Januar 1525. Von ihren Gegnern als Wiedertäufer bezeichnet, werden sie nun von den herrschenden Kirchen und der Obrigkeit hart verfolgt. Als erster täuferischer Märtyrer wird Felix Mantz in Zürich am 5. Januar 1527 in der Limmat ertränkt. Ihm folgen in ganz Mitteleuropa Tausende.


    Täuferische Zentren gab es in vielen Städten Zentraleuropas, in Straßburg, Augsburg, Nürnberg, Waldshut, Münster, in den Niederlanden, in Mähren und in Tirol, usf.


    Eine vielfältige Bewegung:
    Die Täuferbewegung war keine einheitliche Größe, sondern eine vielfältige soziale und religiöse Volksbewegung. Geprägt durch verschiedene Führergestalten und regionale Unterschiede, teilt sie sich in verschiedene Flügel. Wesentliche Unterschiede gab es z. B. zwischen dem pazifistischen Flügel (Schweizer und Süddeutsche um Grebel, Mantz, Sattler; in Norddeutschland und Niederlande um Menno Simons; die Hutterer in Östereich und Mähren) und den militanten Täufern des revolutionären Münster 1535/36. Aber auch innerhalb dieser beiden Flügel herrschte, große theologische und soziale Vielfalt. Wie wäre es bei einer zentralhierarchischen Strukturen abgeneigten Bewegung auch anders zu erwarten.


    Die Hutterer, genannt nach einem ihrer Führer Jakob Hutter, wollten neben den allgemeinen Grundüberzeugungen der gewaltfreien Täufer auch im Wirtschaftlichen nach dem Vorbild der Urgemeinde leben. Sie organisierten ihr Zusammenleben in urchristlich-kommunistischen Gemeinwesen. Auf diesen Bruderhöfen wollten sie in völliger Gemeinschaft ein wehrlos gelassenes Leben führen.


    Vernichtung und Bewahrung:
    Die Ausschreitungen der Täuferrevolution in Münster um 1534/35 (revolutionäre Theokratie, Vielweiberei etc.) waren Kirche und Staat willkommener Anlaß zur Polemik und blutigen Verfolgungen gegen alle Gruppen der Täuferbewegung. In Süddeutschland wurde die Täuferbewegung bis zum Ende des 16. Jahrhunderts vollständig vernichtet.


    In der Schweiz überlebten kleine Gemeinden in abgelegenen Bergtälern. Von dort wichen viele nach dem 30jährigen Krieg in die entvölkerte Kurpfalz aus. Im 17./18. Jahrhundert zogen es viele nach Nordamerika. Auch die mährischen Täufer/Hutterer erduldeten harte Verfolgungen. Ihre Flucht führte sie nach Rußland und von dort im 19. Jahrhundert nach Nordamerika. Nur in Norddeutschland und den Niederlanden erlebten die Täufer schon früh, religiöse Toleranz.


    Die Mennoniten und Amisch wurden vom 15. Jahrhundert bis zum 18. Jahrhundert in Europa ohne Gnade verfolgt. Sie wurden als Ketzer von Kirche und Staat gesucht und wenn sie gefaßt wurden, ohne Erbarmen abgeschlachtet. Die häufigste Hinrichtungsart war der Scheiterhaufen oder das Ertränken.


    Aus dem Resten der Schweizer Täufer, sowie den von Menno Simons gesammelten norddeutschen und niederländischen Taufgesinnten, entwickelten sich im Laufe der Zeit feste Gemeinden.



    Spaltung der Mennoniten
    Die Spaltung ging von Jakob Amman aus, er war schweizer Herkunft und lebte als Gemeindeleiter (also Ältester) im Elsaß. Er forderte den harten Bruch zu jenen die von der Gemeinde in den Bann gestellt wurden, diese sollen Gemieden werden. Dazu gehören u. a. alle die sich nicht an die Ordnung (Gemeindeordnung) halten. Wiederstand bekam er von jenen die sich um den Ältesten von Hans Reist sammelten. In den folge Auseinandersetzungen setzte Amman die Reistischen in den Bann.
    So bildete sich ein eigener zweig der Glaubensgemeinschaft, der nach Jakob Amman genannt wurde »Ammann = Ammannischen =Amischen« (In Amerika werden sie von den englischen „Amish People“ genannt).
    Die Amischen lebten nach den gleichen Regeln wie die Mennoniten (Dordrechter Bekenntnis) nur wurden bei ihnen die Gebote und Gesetze noch strenger eingehalten als bei den Mennoniten.



    Zum bedeutendsten Führer der Taufgesinnten in den Niederlanden wurde Menno Simons, ein katholischer Priester in Westfriesland. Nach vermehrtem Bibelstudium kam auch er zu dem Schluß, daß die Kindtaufe biblisch nicht zu begründen sei. Nach schweren inneren Kämpfen gab Menno sein Priesteramt auf und verließ am 30. Januar 1536 die katholische Kirche, ließ sich taufen und wurde Ältester der Täufergemeinde in Groningen. Die inzwischen etwas duldsameren Landesherren nannten sie nun nach ihrem niederländischen Führer: Mennonisten, später Mennoniten, nur die Niederländer nennen sich noch heute Doopsgezinte / Taufgesinnte (ab 1545). Später ging der Name Mennoniten auf die ganze Glaubensgemeinschaft über.


    Mennoniten bekennen sich zu dem Wahlspruch Menno Simons: Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus (1. Kor. 3,11)


    Heute leben in der Welt über 1.000.000 Mennoniten unterschiedlicher Prägungen. Ganz besonders stark vertreten sind sie in Nordamerika, Kanada, Mexico, Bolivien, Paraguay, Brasilien, Argentinien, Uruguay, Deutschland, Holland, Schweiz, Frankreich und vielen anderen Ländern. So weit verstreut wie sie leben, gehen auch ihre



    (Text aus unterschiedlichen Quellen)

    Liebe gibt es nicht ohne Gerechtigkeit, und die nicht ohne Hass auf Ungerechtigkeit, nicht ohne offenen Widerstand. Wahre Liebe kann es nur unter Gleichberechtigten geben, nicht von oben nach unten und nicht von unten nach oben .

  • Ich schreibe gerade an meiner Facharbeit über die Amish People und habe einige Probleme mit der Entstehungsgeschichte...
    Erst einmal muss ich sagen, dass die Zusammenfassung die du geschrieben oder eben zuammengestellt hast wirklich gut ist, doch mein Problem oder meine Frage ist, warum ("dass zu Ausgestossenen der Mennoniten jeder Kontakt abgebrochen werden müsse") musste der Kontakt abgebrochen werden??? Was war der ausschlaggebende Punkt??? Ich hoffe die Frage ist nicht allzu dumm!!?? :(
    Und noch einaml vielen vielen Dank...
    Mary

  • Hallo Mary,


    am Besten liest man dazu die Dordrechter Glaubensartikel, die sind hier im Forum zu finden, und werden von den Amisch und konservativen Mennoniten in den USA noch herangezogen.


    Wobei solche Bekenntnisse bei den Täufern (Mennoniten, Amisch) normalerweise nur einen Moment Charakter haben. Also ein Verständnis in dem Augenblick wo es geschrieben wurde, dies im Gegensatz zu anderen Glaubensgemeinschaften, wo an niedergeschriebenen Bekenntnissen nicht mehr gerüttelt wird.


    So hat der Bahn und die Meidung in der Härte wie sie bei den Amisch in ihrer Entstehungszeit durchgeführt wurden, haben zu tun mit der Situation (Verfolgung) in der sie sich damals befanden:


    Man versuchte sich so vor Verräter zu schützen (damals wurden die Täufer verfolgt und mit dem Tode bestraft), siehe dazu zum Beispiel den Kaiserlichen Erlass. Das hieß, wer nicht mit der Gemeinde einig war, der Meidet man am besten, denn es könnte ja ein Spitzel sein.


    Daneben steht der Versuch unbefleckte Gemeinde Jesu Christi zu sein, so wird nach Matt. 18,15-17 (die Regel Christi) Gemeindezucht betrieben.




    Da gibt es aber schon eine Diskussion zu diesen Thema im Forum ...

    Liebe gibt es nicht ohne Gerechtigkeit, und die nicht ohne Hass auf Ungerechtigkeit, nicht ohne offenen Widerstand. Wahre Liebe kann es nur unter Gleichberechtigten geben, nicht von oben nach unten und nicht von unten nach oben .

  • Na, da kann ich nur danke sagen. Englich hab ich mal einen Bericht über die Entstehung der Amish gefunden, über dem ich nicht eingeschlafen bin. ;) Bin grad dabei meine Facharbeit zu schreiben und muss leider auch dieses lästige Thema behandeln.

  • Muss am 16.03. schon ein Referat halten zum Thema:


    Wie kamen dieAmishen nach Amerika?


    und konnte dazu noch immer überhaupt nichts finden

  • @Siebert per Schiff! :D
    Sie wurden sozusagen von ihren jeweiligen Staats- bzw. Stadtoberhäuptern dazu genötigt, auszuwandern. Über die Niederland oder in seltenen Fällen die deutschen Nordseehäfen gelangten sie dann in die neue Welt!
    Sehr viel darüber findest du z.B. in "A History of the Amish" von Steven M. Nolt. Aber da du das Referat ja schon bald halten musst, empfehl ich dir einfach Wikipedia. Versuch's mal mit der englischen Version, ist zwar nicht so viel, aber besser als gar nichts... :)


    http://en.wikipedia.org/wiki/Amish#History