Amische besuchen ihren Brieffreund in Österreich

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    Auch meine Filme vom Kutschenfahrsport begeisterten ihn, ich müsse unbedingt zu ihm kommen und seine Pferde trainieren, da vergeht noch viel Zeit, bis ich die Bibel Amishgetreu studiert habe um als Gast aufgenommen zu werden

    Hallo Josef,

    was meinst du, wenn du scheibst "die Bibel Amishgetreu studiert haben". Hast du die Befürchtung das du schief angesehen wirst, wenn du die Bibel nicht wörtlich zitierst? Aus deinen Zeile lese ich das du gerne einmal rüber möchtest aber davor ordendlich Respekt hast.

    Du lässt uns ganz schön lange zappeln mir Teil 3. Wir sind alle gespannt.

    Liebe Grüße

    Georg

  • Liebe Freunde!

    Bitte um Entschuldigung das es länger als erwartet gedauert hat. Keiner will gerne mit Grippe angesteckt werden, wenn man im Vorjahr mit 5 Spitalsaufenthalten belastet war.


    Am 15.10. wurden die Beiden von dem Norikerbauern Franz Fichtinger aus dem östlichen Mostviertel bei Hürm St. Pölten abgeholt und zu der Besichtigung der Bergbauern-Fachschule-Hohenlehen-Bezirk Amstetten mit Almbewirtschaftung eingeladen um mit Lehrern und Schülern zu Diskutieren.

    Die Wichtigkeit des Erhalt der Bergbauern durch ihre besondere Solidarität und Zusammenhalt, die den Amishen ähnelt, erhalten bleiben muss. Sie sind auch sehr religiös und beten täglich mehrmals. Flachlandbauern neigen zur Industriellen Argrarwirtschaft und Massentierhaltung.

    Die Tage bei Franz verbrachten sie mit Vomittags am Hof, Kutschenfahrten mit seinen Norikerpferden die sie noch nie gesehen haben. Noriker sind eine über 2000 Jahre alte Kaltblutrasse. Nachmittags Besuch eines grossen Gestütes mit ca 70 Noriker aller Farbschläge. Besuch grosser Reitsportbetriebe und eines Bauernmuseum. Der Gottesdienst in der Basilika Mariazell und die Schallaburg wurde besucht.

    Mark war sehr an der Geschichte Österreichs und Gedenkstätten interessiert. Tim war sehr Hilfsbereit und an den Handwerklichen Tätigkeiten wie Holz Schnitzen begeistert, da Franz eine Herrgott schnitzer ist und für Tischlereien besondere Ziermuster machen kann. So nützte Tim jede freie Minute das Zopfmuster schnitzen zu erlernen.

    Die Familie von Franz war sehr Beeindruckt von ihrer Dankbarkeit in ihren Gebeten und auch von ihrer Bescheidenheit.

  • Ab Donnerstag Abend waren sie bei Familie Kerndler in Pöchlarn eingeladen, die Lehrer im Stiftgymnasium Melk sind.

    Der Erlebnissbericht ist sehr mitfühlend von Heidemarie aufgezeichnet.


    Mein Mann, unsere kleinen Kinder und ich, haben fünf inspirierende Tage mit Mark und Tim erbracht. Die Gespräche mit den zwei besonderen Männern haben uns nicht nur zum Nachdenken angeregt, sonder auch unser Wissen über das Leben der Amish vertieft, wobei wir endlich authentische Erfahrungsberichte erhielten, und wir so wirklich verstehen konnten, worum es den Amish in ihrer Sicht und Lebensweise geht.


    Was die gemeinsamen Aktivitäten betrifft, haben wir einen Ausflug auf die wunderschöne Alm Hochreit in Göstling, von dort eine Wanderung durch ein Hochmoor unternommen. Im alten Bauernhaus genossen wir typisch österreichische Gerichte.

    Am nächsten Tag zeigten wir Mark und Tim einen anderen unserer Lieblingsplätze, den Edlesberger See im Waldviertel. Diese Gegend wird auch "Klein Skandinavien" genannt. Trotz kühler Temperaturen sind wir mit Tim in unseren Kanu im See herumgepadelt, während Mark, eingehüllt in eine Decke, den Ausblick auf den See und die Ruhe genoss. Eine Wanderung rund um den See schloss den schönen Tag ab.

    Tim liebte unsere Aktivitäten in der Natur und war glücklich wenn er die Gegend per pedes erkunden konnte. Er war sehr freudig bei der Arbeit mit den Tieren und sehr wissbegierig.

    Ausserdem hatte er zum ersten mal in seinen Leben die Chance, Trampolin zu springen. Das war ein erfreulicher Anblick! Auch um unsere Kinder bemühte er sich liebevoll mit beruhigenden Liedern.


    Nach diesen Ausflügen in die Natur folgten an den darauffolgenden Tagen kulturelle Unternehmungen. Die Führung durch das Schloss Artstetten erfreute besonders den äusserst belesenen ehemaligen Lehrer Mark S. Curtis und auch ich war fasziniert. Die Führerin betonte, sie habe noch nie zuvor einen Touristen gehabt, der all ihre geschichtlichen Fragen korrekt beantworten konnte. Statt einer Stunde erzählte sie drei Stunden von der Geschichte Österreichs.

    Am Sonntag haben wir den Gottesdienst in der Basilika Mariataferl besucht, von wo man einen besonderen Weitblick geniessen kann.

    An unseren letzten Tag nahmen wir die beiden in unser Gymnasium mit, wo sie in zwei Unterrichtsstunden in den vierten Klassen den Schülerinnen einen wundervollen Eindruck in ihr Leben gaben. Die Worte von Mark und Tim werden den Jugendlichen noch lange in Erinnerung bleiben. Nach den Vorträgen nahmen Mark und Tim an einer interessanten Führung durch das Stift Melk teil.

    Am letzten Abend ließen wir die gemeinsame Zeit, bei einem köstlichen Abendessen Revue passieren.

    Es vergeht kaum ein Tag an dem wir nicht von unseren amerikanischen Freunden sprechen, die Ausdrücke ihres altdeutschen Dialektes verwenden oder darüber nachdenken wie wohl Mark und Tim in gewissen Situationen handeln würden.


    Wir danken unseren Freund Josef und Gisela überaus, das sie uns zu diesen besonderen, einzigartigen Freunden verholfen haben.


    Also nun hoffe ich ,das ich euch einen Einblick in eine Reise der Amish-Brieffreunde geben konnte.



    Liebe Grüsse von Josef.

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