Geschäfte und Übernachtungsmöglichkeiten bei den Amischen

  • Liebe/r Vinmore.


    mit Kraybill, Nolt und Meyers hast Du schon einmal die Standardwerke, und die veralten nicht so schnell, wie Du vielleicht schon selbst bemerkt hast.


    Lebst Du in einer Universtätsstadt oder habt Ihr eine größere Stadtbibliothek? Die neueren Erkenntnisse, nach denen Du fragst, werden in wissenschaftlichen Aufsätzen veröffentlicht. Die Bibliothekarinnen helfen Dir gerne bei dem Ritt durch die Datenbanken. Eine für Dich spannende und fokussierende Leitfrage musst Du schon selbst formulieren.


    Was Du über den Leistungsdruck schreibst, kann ich gut nachfühlen. Es gibt bestimmt Untersuchungen zu Stressbewältigung bei den Amischen. Wäre das ein Thema für Dich?



  • Hallo, Vinmore,

    auch ich hätte noch einen Vorschlag für Deine Facharbeit. Als im vergangenen Jahr einige internationale Firmen und Institutionen attackiert wurden und bei uns am Hauptbahnhof die Anzeigetafel eine Erpressung anstatt der Abfahrtszeiten anzeigte, kommentierte das mein Sohn (Informatiker) so: "Jetzt weiß ich, warum die Amische nur moderne Technik übernehmen, von der sie sicher sind, dass sie sie beherrschen können." Der Hintergrund, weshalb Amische moderner Technik sehr kritisch gegenüber stehen, sind sehr verschieden und Vielfältig. Das auf die religiöse Grundhaltung zurückzuführen ist zu einfach und zu allgemein. Vielleicht kannst Du Originalliteratur in Englisch oder eigene Veröffentlichungen der Amische heranziehen (Es gibt auch eigene Zeitungen) und es ist gewiss auch möglich, direkte Kontakte zu knüpfen. Interview ist auch eine mögliche Methode und gewiss eine gute Ergänzung zur Fachliteratur. Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Erfolg.


    Nachtrag: Von meinen Vorfahren sind welche als Hutterer nach Amerika ausgewandert, andere sind als (spätere) Altkatholiken in Deutschland/ Tschechien geblieben. In diesem Zusammenhang sind ja auch die Amanns (Amisch )nach Amerika gekommen. Dies hat mich vor einigen Jahren bewogen, mich intensiver mit der Thematik der Wiedertäufer und deren Nachfahren zu beschäftigen. Das wäre vielleicht im Nachreformationsjahr ein interessantes Thema, allerdings ein geschichtliches (oder für Reli).

    Und jetzt fällt mir auch noch ein, dass man was über das Deutsch der Amisch schreiben kann. Die Amische haben sich ihr altes Deutsch aus der Auswanderungszeit bewahrt, was sprachlich betrachtet, manchmal sehr lustig ist (siehe Zeitungen der Amisch). Natürlich sind viele englische Einflüsse hinzu gekommen. Auch das Thema Bildung (Schulbildung und familiäre Bildung) könnte eine Thema für eine Facharbeit sein. In diesem Bereich halten sich einige Gruppen mit eigener Schule noch sehr an Fröbel. Wenn ich mich recht erinnere, waren oder sind einige Amische auch immer mal wieder an der Fröbelschule in Keilhau bei Rudolstadt im Praktikum. Frage dort mal nach, ob die Praktikantinnen wirklich aus amischen Gemeinden kommen.


    Und hier noch eine Idee, vielleicht ist die aber sehr schwer mit ausreichend Inhalt zu füllen: Die Rumspringe.

  • Liebe Hannah, liebe Gisela,


    ihr habt mich mit euren Gedanken und Vorschägen sehr inspiriert und mir sehr geholfen, eine Hauptfrage zu formulieren.

    Mir ist bei der Lektüre der Bücher aufgefallen, dass die (Old Order) Amish einen einerseits sehr bewussten, manchmal auch einfach auch aus der Tradition heraus übernommenen und akzeptierten VERZICHT (technisch, ökonomisch, gesellschaftlich, politisch...) ausüben, der in alle Lebensbereiche greift.

    Ich will der Frage nachgehen, ob dieser Verzicht mehr gibt, als er nimmt, bzw. was er gibt und gar nicht nehmen kann, weil es nie da war. Zu verzichten fällt heute doch so schwer. Wer das kann, muss feste Wurzeln haben... ich finde das total spannend und würde das direkt als Medizin für Gestresste empfehlen... ;)

    (insofern habe ich das Wort "Stress" in den Büchern noch nicht finden können, was ich als gutes Zeichen nehme und auch erwähnen werde)

  • Das finde ich eine gute Idee. Meine Empfehlung: Schaue Dir die Rumspringe genauer an. Ansonsten hoffe ich, dass Du genug darüber findest.

  • Vinmore das ist wirklich eine spannende Frage, ich würde mich freuen, wenn du uns an deinen Ergebnissen und Antworten teilhaben lässt. LG Susanne

    "Aber der Tod hilft den Menschen doch, dass ihre Seele nicht verlorengeht." (Lennart, 9 Jahre)

  • ich finde es klasse ,daß hier im Forum Bewegung ist.

    Aktuelle Unterkunftsmöglichkeiten ausgetauscht werden.

    Es ist mein Traum mit meiner Familie dort hinzureisen.sonst stehe ich nicht so auf die Staaten ,aber für die Amischen würde ich gern mal einen langen Flug machen.

  • Hallo alle miteinander,

    möchte mich auch mal melden.

    Auch ich habe schon seid längerem den Wunsch dieses bescheidene Leben in den USA kennenzulernen.

    Aber ich kann Euch sagen - sowas gibt es auch in Deutschland.

    ich kenn einzelne Leute, Familien oder Grüppchen.

    ... als Hinweis an die Träumerin HVO

    Das nennt man "Aussteiger" bei uns.


    ansonsten wünsche ich Tobi_93 eine schöne Fahrt.

    und möge hinterher berichten.


    Grüße aus dem dünnbesiedelsten Teil Deutschlands MV

    Frank

    frank

  • Hallo Frank-Norbert,


    ich stamme auch aus MeckPomm und jedes mal, wenn ich dort bin, kann ich es nicht fassen, wie wenig Menschen da rumlaufen ;)


    Solche Aussteigerfamilien kenne ich auch. Die sind eher Ökos, Pagan, Heiden.

    Ich kenne christliche Großfamilien, die recht alternativ leben, ja. Zum Teil auch Bauern sind oder zumindest große Grundstücke und Tiere haben.

    Aber Amish-like ist das für mich nicht.

    Ich würde ja auch nicht aussteigen wollen. Falls ich überhaupt jemals in Angriff nehmen wollen würde, zu den Amish zu konvertieren (die Hürden scheinen mir recht hoch), wäre mir wichtig, dass ich viele Gleichgesinnte um mich habe und dieser Lebensstil dort in der Gegend völlig normal ist.

    Ich möchte kein Sonderling inmitten einer ganz anders lebenden Gesellschaft sein (wir leben ja recht "anders" für viele Menschen, aber nicht zu sonderbar, denke ich), sondern "dazugehören".

    Für mich persönlich hinken die Vergleiche mit ähnlichen Gruppen oder einzelnen Familien in Deutschland ein wenig (oder auch sehr).

    Würde ich hier versuchen, sehr amish zu leben, inklusive der Kleidung und einer Ordnung, die nicht hinterfragt wird, dann würden wir einfach extrem auffallen (und als Spinner, Fanatiker, Rückständige ... gelten)

    Dort (vielleicht nicht in jedem Siedlungsgebiet) ist das aber "normal" und nichts Besonderes, weil viele so leben.


    Ich hoffe, das war jetzt irgendwie verständlich ...



    Wenke

  • Liebe Wenke , genau so geht es mir auch. Hier in unserer Gesellschaft in der wir leben, falle ich auch nicht gerne auf. Doch unter vielen Menschen zu leben, mit denen ich mein Leben und Denken teile, würde ich es wagen. Aber nicht wenn unsere Gesellschaft gleich nebenan über die Fensterbank ihre Münder zerreißen, weil sie leider nicht bis darüber hinaus denken. LG Susanne

    "Aber der Tod hilft den Menschen doch, dass ihre Seele nicht verlorengeht." (Lennart, 9 Jahre)