Was ist euer Gottesbild?

  • Hallo!

    Ich schreibe derzeit an einer Seminararbeit über die Amischen als fundamentalistische Gruppierung und ihr Gottesbild, und bin auf der Suche nach Hilfe, da man im Internet und in diversen Büchern nicht wirklich viel dazu findet.

    Würde mir jemand die Frage beantworten, ob ihr euch als Fundamentalisten seht (und wenn ja warum?) und wie ihr euren Gott wahrnehmt (Ist er ein strenger Richter, kontrollierender Beobachter, liebevoller Aufpasser etc.?)

    Vielen Dank schonmal im Voraus für eure Antworten!

    LG Lena :)

  • Hallo Lena!

    Es gibt zwar vereinzelt Amische in diesem Forum, aber die Schreiben hier kaum. So viel vorweg.


    Was für täuferische Gemeinden eher ungewöhnlich ist, so halten die Amischen an einem uralten Glaubensbekenntnis fest, den sogenannten Dordrechterglaubensartikel von 1632. gisela hat da schon informatives dazu geschrieben. Man kann sich anhand diesen Glaubensartikel das Gottesverständnis der Amischen ausmalen.


    Je nach Bildungsstand stehen einzelne Amische differenziert dazu und halten das Bekenntnis als das, was es ist, eine Bestandsaufnahme von anno dazumal. Da gibt es eben die Gemeindemeinung und die persönliche Meinung.

  • Wenn in deiner Stadt eine Mennonitengemeinde ist, so kannst denen ein Besuch abstatten, mit etwas Glück findest du dort Leute, deren Eltern/Großeltern noch amische waren.

  • Liebe lenakatharina


    Ich bin nicht amisch, aber fundamentalistisch: Mein Fundament ist Jesus.

    Gott ist für mich der Schöpfer aller Dinge, mein persönlicher Erlöser und Heiland, mein bester Freund, mein Vater, gleichzeitig aber auch mein Lehrer. Ich finde es schwierig, Gott zu beschreiben, Ich fühle ihn einfach. Er ist immer da - aber nicht auf die beängstigende Art sondern im Positiven. Manchmal empfinde ich ihn streng, immer aber liebend; und ich bin überzeugt, dass er das Beste für mich will und auch parat hat. Mit Ihm als Weg und Ziel ist das Leben wunderbar. Ich freue mich jeden Tag aufs Neue, dass ich sein Kind sein darf.


    Ich denke nicht, dass du in Deutschland noch Amische Nachkommen findest, die noch leben. Bzw. nicht so nah verwandte wie Fasel denkt (meine Amischen Vorfahren sind vor ca. 300 Jahren "rüber"). Ich könnte dir jemanden vermitteln, der sich mit Kirchengeschichte, Glauben und den Amischen sehr gut auskennt und dir vielleicht hilfreich sein kann. PN an mich genügt. Wenn du gut Englisch kannst, kann ich dir auch eine Person in Amerika vermitteln, die dir viel erzählen kann (Mennonitin mit amischen Vorfahren, Freunden und Nachbarn).


    Gesegneten Abend!

    Nadine

  • Liebe realnanuk. , die letzte Amische Gemeinde in Deutschland schloß sich 1937 der heutigen Mennonitengemeinde Zweibrücken an. Die Amischen in Bayern schlossen sich ein paar Jahre früher den Mennoniten an, lebten aber ihr Tradition meist in jener Generation noch aus.

  • Leider waren da bis inkl. zu meinem Vater ein paar Generationen Atheisten dazwischen 😢

    Ich hatte aber schon immer eine Tendenz zum Religiösen. Ich bin in einer mittelmodernen Freikirche und damit sehr glücklich.

  • Hallo Lena,


    was vorweg schon mal ganz wichtig ist, realnanuck hat es schon angedeutet, solltest du klarstellen, was "fundamentalistisch" heißt. In den Augen vieler Menschen ist das schon fast ein Schimpfwort. Ähnlich wie es bei "radikal" der Fall ist. Ich denke, die Schuld liegt in der Verwendung dieser Begriffe, die in meist negativen Zusammenhängen stehen. Dabei bedeutet es eigentlich, dass man als Fundamentaler auf einem festen Grund steht und nicht umherirrt wie ein Blatt im Winde oder wankt wie die Wogen im Meer. Ähnlich wie ein Radikaler, der im wörtlichen Sinne fest gewurzelt ist oder seinen Wurzeln (Herkunft) treu ist.


    Wir leben leider in Zeit, wo den Menschen suggeriert wird, das dies etwas schlechtes sei. Schlecht ist es jedoch nur, ein schlechtes Fundament oder gar kein Fundament zu haben. Das wäre, sich nach dem Schlechten auszurichten oder eben willkürlich ausgerichtet zu werden.


    Ich denke, wer die folgenden Verse studiert, hat viel von dem fundamentalen Gottesbild der Amisch verstanden...


    Eph 4:11-32 Menge 11 Und eben dieser ist es auch, der die einen zu Aposteln (= Heilsboten) bestellt hat, andere zu Propheten (vgl. 1.Kor 12,28), andere zu Evangelisten (d.h. Predigern der Heilsbotschaft), noch andere zu Hirten (= Seelsorgern) und Lehrern, 12 um die Heiligen tüchtig zu machen für die Ausübung des Gemeindedienstes, für die Erbauung (oder: den Aufbau) des Leibes Christi, 13 bis wir endlich allesamt zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, zur vollkommenen Mannesreife, zum Vollmaß des Wuchses in der Fülle Christi. 14 Denn wir sollen nicht länger unmündige Kinder sein, die von jedem Wind der Lehre durch das Trugspiel der Menschen, die mit Arglist auf Irreführung ausgehen, wie Meereswogen hin und her geworfen und umhergetrieben werden; 15 vielmehr sollen wir, die Wahrheit übend (oder: der wahren Lehre getreu), in (oder: durch die) Liebe in allen Stücken in ihn hineinwachsen (oder: zu ihm heranwachsen), der das Haupt ist, Christus; 16 denn von ihm aus wird der ganze Leib fest zusammengefügt und zusammengehalten und vollzieht durch jedes Glied, das seinen Dienst nach der Wirksamkeit verrichtet, die dem Maß jedes einzelnen Teiles entspricht, das Wachstum des Leibes zu seinem eigenen Aufbau in Liebe. 17 So sage (= gebiete) ich also folgendes und spreche die ernste Mahnung im Herrn aus: Wandelt nicht mehr so, wie die Heiden in der Nichtigkeit ihres Sinnes wandeln! 18 Sie sind ja in ihrem (ganzen) Denken verfinstert, dem Leben Gottes entfremdet infolge der Unwissenheit, die in ihnen wegen der Verstocktheit ihres Herzens wohnt. 19 Sittlich völlig abgestumpft, haben sie sich dem Genussleben hingegeben zur Verübung jeder Art von Unsittlichkeit in Verbindung mit Habgier (oder: Gewinnsucht). 20 Ihr aber habt Christus nicht so kennengelernt, 21 wenn ihr überhaupt von ihm gehört habt und in ihm so unterwiesen worden seid, wie es Wahrheit in Jesus ist: 22 dass ihr nämlich im Hinblick auf den früheren Lebenswandel den alten Menschen ablegen müsst, der sich infolge der trügerischen (oder: verführerischen) Begierden zugrunde richtet, 23 dass ihr dagegen im tiefsten Inneren eures Geisteslebens erneuert werden müsst 24 und den neuen Menschen anziehet, der nach Gottes Ebenbild geschaffen ist in wahrhafter Gerechtigkeit und Reinheit. 25 Darum leget die Lüge ab und „redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten“ (Sach 8,16); wir sind ja untereinander (oder: füreinander) Glieder (desselben Leibes). – 26 „Zürnet ihr, so sündiget dabei nicht“ (Ps 4,5); lasst die Sonne über eurem Zorn nicht untergehen 27 und gebt dem Verleumder (oder: Teufel) keinen Raum! – 28 Der Dieb stehle fortan nicht mehr, sondern arbeite vielmehr angestrengt und erwerbe mit seiner Hände Arbeit das Gute (= Erforderliche), damit er imstande ist, den Notleidenden zu unterstützen. – 29 Lasst keine faule (= hässliche, unanständige) Rede aus eurem Munde hervorgehen, sondern nur eine solche, die da, wo es nottut, zur Erbauung dient, damit sie den Hörern Segen bringe. 30 Und betrübt nicht den heiligen Geist Gottes, mit dem ihr auf den Tag der Erlösung versiegelt seid. – 31 Alle Bitterkeit, aller Zorn und Groll, alles Schreien und Schmähen sei aus eurer Mitte weggetan, überhaupt alles boshafte Wesen. 32 Zeigt euch vielmehr gütig und herzlich gegeneinander, und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch in Christus vergeben hat!


    Wenn du die Bibelstelle aufmerksam gelesen und darüber nachgedacht hast, wie man das praktisch ausleben kann, darfst du zur Belohnung diese Sammlung an Videos über die Amisch anschauen und vergleichen! ;)


    http://www.youtube.com/playlis…St_Qnz3PTcozziHmkXt6g-QRG


    Viel Spaß beim Lernen und Umsetzen!

    2 Mal editiert, zuletzt von Bjoern ()