Amish - Leben auf einer abgelegenen Insel

  • Hallo, Schutsch,

    es gibt auch Lehrer, die wirkliche Christen sind. Sie zu finden, ist allerdings nicht ganz einfach. Ich weiß es, gehöre ich doch selbst zu dieser Berufsgruppe und habe solche Menschen mal für eine Schulgründung gesucht. Solche Lehrer arbeiten zumeist an nichtleistungsorientierten Schulen. Ja, die gibt es! Auch in Meckpom. Die Hürden, so zu leben wie die Amish, sehe ich vor allen Dingen darin, dass es keine Gemeinschaft gibt, die einen auffängt, z.B. bei ernsthaften Erkrankungen. Schon allein deshalb musst Du Beiträge für die Krankenkasse zahlen, die man aber mit einem nicht monitär orientierten Leben nicht erbringen kann. Dazu gehört auch die Versorgung mit Trinkwasser, die Abwsserpflicht, die Tierarztpflicht bei Tierhaltung usw. Und natürlich benötigt man ein ausreichend Stück großes Land, für das Du dann aber auch wieder Jahr für Jahr Geld an den Staat zahlen musst, auch wenn es Deines ist. Zur Erinnerung: Wenn Dein Kind auf die schiefe Bahn gerät und an den Folgen erkrankt, wirst Du, auch wenn es volljährig ist, wieder unterhaltspflichtig. Vater Staat kann Dich dann zwingen, dass Du Deinen Besitz wieder verkaufen musst, damit Du zahlungsfähig wirst. Auch wenn dieses Land Deine Lebensgrundlage ist. Das gilt auch, wenn Du verwitwest und die Kinder nicht auszahlen kannst, diese das Geld aber haben wollen. Der Staat hat sich in Deutschland soweit in das Leben des Einzelnen eingemischt, dass es wirkliche Freiheit von staatlichen Zwängen nicht gibt. Das war zu DDR-Zeiten tatsächlich besser. Da gab es wirkliche Möglichkeiten auszusteigen. Heute brauchst Du ein gutes Bankkonto, um Dir dies leisten zu können.

  • Hallo Fasel,

    doch Verantwortung übernehmen Sie für Ihre Entscheidungen, ich denke mehr als die meisten anderen Christen, denn Sie lehnen jegliche Staatliche Hilfe ab. Wenn Sie also verarmen durch Fehlentscheidungen oder Unglück, dann versuchen Sie sich alleine durchzuschlagen, der letzte Weg ist die Hilfe von der Gemeinde zu suchen.

    Mittlerweile haben die Amishen Gemeinden die ich kenne, verschiedene Hilfsfonds gegründet, diese zahlen bei Krankheit, Unfällen, Feuer. Aber es bleiben z.Teil erhebliche Selbstbehalte.


    An alle mitlesenden, ich will die Amish auf keinen Fall schlecht reden, es bleibt aber zu berücksichtigen, dass es Menschen sind wie Du und ich, die genau so Ihre Probleme und Unzulänglichkeiten haben.

    Bei der älteren Generation kommt noch dazu, dass die Bildung fast ausschließlich in privaten Schulen der Amish stattgefunden hat, mittlerweile gehen viele Amishe Kinder auf öffentliche Schulen. Diese sind zwar ausschliesslich für Amishe, aber es wird ein umfangreicheres Wissen vermittelt als auf den Privatschulen. Das merkt man der junger Generation an.

    Ich habe festgestellt dass sich die ältere Generation um die von mir im ersten Beitrag angesprochenen Themen weniger oder gar keinen Kopf macht, es steht nicht in der Bibel, also ist es auch nicht wichtig.

    Sehr schön sehe ich dass immer beim Thema Dinosaurier, die Knochen werden zwar gefunden, aber für einige Amish gab es die trotzdem nicht, wurden sicher von Menschen gemacht etc., interessiert uns nicht.
    Was nicht durch die Bibel erklärt oder verboten ist, ist nicht so wichtig.


    An alle anderen hier, würde mich interessieren wie Ihr das mit dem Thema Tierschutz seht.

    Tiere werden bei den Amish, aber auch bei vielen anderen konservativen Christen, auch hier in Deutschland, als Untertan des Menschen gesehen und auch so behandelt. Leider in vielen Fällen so wie ich es im ersten Beitrag beschrieben habe.

    Ich und meine Frau sehen es aber so dass Gott die Tiere nicht als Sklaven der Menschen erschuf und wir uns um unsere Tiere gut zu kümmern haben, Sie wurden uns zum Geschenk gegeben und nicht zum wahllosen abschlachten oder "verbrauchen".

    Wir sind keine Vegetarier, sondern schlachten z.Teil sogar selber, aber immer auf das Wohl der Tiere bedacht.

    Damit stossen wir des öfteren bei anderen Christen an.


    Schönen Gruß und Gottes Segen

    Suchender

  • Hallo Suchender, Ihr seid Vorbilder bei Eurem freundlichen Umgang mit unseren atmenden Mitgeschöpfen!


    Wenn ich Dich richtig verstehe, warst Du mehr als acht Monat als seeker bei den Amischen in Ohio. Wie aufregend! Wann war das denn? War Deine Frau dabei? Wie habt Ihr das mit den Visa gemacht? (Denn ein Touristenvisum läuft ja früher aus.) Hattest Du eine Arbeitserlaubnis? Gab es einen Austausch mit anderen seekern?


    Auch ich habe den Eindruck, dass die jungen Leute bei Umweltschutz, Welpenfabriken oder Müllentsorgung inzwischen mehr Skrupel zeigen als viele Ältere, denen vor 30 oder 40 Jahren nur wenige berufliche Optionen offen standen.

  • Hallo, Suchender,

    auch wir sind keine Vegetarier, leben aber möglichst in Einklang mit den meisten Tieren. Du hast Recht, im Christentum haben die Tiere keine Rechte. Ich sehe sie jedoch als Mitgeschöpfe und nenne sie die Mitbewohner unseres Grundstückes. Und wir haben einige Mitbewohner: Siebenschläfer, einen Fuchs, ein oder zwei Wildkatzen, Mäuse, Maulwürfe, Spechte und andere Vögel, Reh und Hirsch als Gäste und Wildschweine, die nun endlich verstanden haben, wo die Grenze zwischen ihrem Gebiet und unserem liegt. Wir essen keine Tiere und deren Produkte aus Massentierhaltung, sondern beteiligen uns an einem Jungbullen (Nebenerwerbslandwirtschaft im Mittelgebirge) und holen Milch vom Bauern. Joghurt mache ich daraus selber, Pudding natürlich auch. Käse und Butter beziehen wir aus einer kleinen Manufaktur nicht weit von uns. Nur für das Geflügel haben wir noch keine passende Lösung gefunden. Ich lese und recherchiere viel, wie man das Zusammenleben mit Tieren gestalten kann, ohne dass wir Menschen gegen die Tiere kämpfen müssen. Aber Grenzen muss man schon manchmal aufzeigen. Dazu gibt es ja auch viel altes Wissen. Schafe und Ziegen sehen wir auch gerne als Gäste auf unserem Grundstück... in diesem Miteinander fühle ich mich geborgen, dann hat alles seine Ordnung. Wenn ich auf unser Grundstück komme und die Wildkatze mich ganz entsetzt von Weitem anschaut, was ich wohl auf ihrem Grundstück zu suchen habe, dann weiß ich, dass die Welt in dem Moment und an diesem Ort in Ordnung ist....

  • Bio/Öko sollte dieses Thema nicht beherbergen :-/ wäre eher über Nachrichten von Ansiedlungen der Amisch auf einer Insel interessiert als Nachricht ;)


    Suchender - niemand behauptet das die Amisch perfekt sind. Aber trotz ihrer Entwicklung und Jahrhunderte langer Flucht vor Aggressoren und Krieg haben sie ihren Gemeinschaftssinn immer ganz weit oben gehalten und sowas sucht seines gleichen.


    Das viele Amische die Tiere behandeln wie es früher üblich war kann ich weder bestätigen noch leugnen jedoch für möglich halte ich dies durchaus. Du darfst aber eins nicht vergessen... lass bei uns mal das Internet/Foto(Handys) durch z.B. den 3. Weltkrieg verschwinden und du wirst sehen wie die heile Welt der Ökos zerbricht und der Mensch sogar zum Kannibalen wird. (von Tieren will ich gar nicht erst reden)


    In dieser Zeit werden die Amische solang sie nicht vertrieben/angegriffen werden weiter ihr Leben führen wie bisher weil sie Autonom leben könnten.


    Damit will ich sagen... sie fühlen sich zu 100% unbeobachtet und dies sind ihre größten Schandtaten?

    Perfekt sind sie auf keinen Fall aber ich würde zu gern sehen was passieren würde wenn wir ohne Strom/Internet/Fernsehn/ und dazu noch Autonom leben würden.


    Und sowas wie Tierschutz hat wohl wenig mit Christlich und Unchristlich zutun... das ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

    Wenn es Gesetzte gibt und die Gemeinde dies durchsetzt (sind sie ja verpflichtet) halten sich die Amischen auch daran.