Gestaltung des Glaubens

  • Hallo Liebe Amisch-Freunde,


    ich möchte fragen, wenn ihr glaubt, wie er dieses auslebt und welche Rituale ihr habt (gerne auch an die Amischen angelehnt). Ich frage einfach, um sich bei diesem Thema auszutauschen und vielleicht voneinander zu lernen, zumindest möchte ich gerne viel lernen.


    Euch eine schöne Woche


    Tobias

  • Hallo @Tobi_93


    Eine Gemeinschaft (Gemeinde) ist wichtig. Vielleicht findet sich in deiner nähe eine Gemeinde die bei der AMG gelistet ist. Diese Gemeinden sind wie die Amischen täuferisch, aber halt Mennoniten.




    voneinander zu lernen, zumindest möchte ich gerne viel lernen

    Es gibt da viele Möglichkeiten der Weiterbildung. Das Theologische Seminar Bienenberg ist die Adresse für täuferische Theologie in Europa. Seminare wie GemSem kann ich jedem Nahelegen.

  • Lieber Tobi


    Wir kennen in unserer Gemeinde die Kindersegnung und die Erwachsenentaufe. Wir kennen aber keine Fusswaschung. Ansonsten bin ich zu wenig informiert, wie die Amischen einzelne Themen auslegen. Wobei ich mir vorstellen kann, dass unserer Gemeinde im Kern bzw. glaubensmässig nicht all zu sehr von ihnen abweicht. Nur die "äusseren Anwendungen" - wenn du weisst, was ich meine - nehmen wir nicht streng.
    Persönlich habe ich wie viele Amischen Frauen folgende Prioritäten: Familie, Gemeinde, Garten, Quilts. Wir handhaben es mit den Kindern wie die Amischen: jedes ist herzlich willkommen, die Kinder werden aber nicht vergöttert. Vor dem Essen beten wir nicht still wie die Amischen, wir singen jeweils zusammen.
    Liebe Grüsse
    Nadine

  • Hallo realnuk, das klingt sehr spannend.


    Wie geht ihr mit zweifeln oder Kritik anderer Mitmenschen um? Bin ich altmodisch, weil ich sonntags gerne in die Kirche gehe?


    Ich hoff, dass in diesem Forum wieder der Geist einzieht, der mir so gut gefallen hat und einige Diskussionen hier abnehmen.


    LG


    Tobias

  • Lieber Tobi


    Bei uns in der Gemeinde sind alle herzlich willkommen. Bei uns gibt es zu vielen Ansichten verschiedenen Meinungen. Das fängt bei der Art und der Lautstärke der Lieder an, hört bei organisatorischen Fragen in etwa auf. Die volle Bandbreite also. Nur Inhaltlich sind wir uns in der Gemeinde wohl ziemlich einig. Unser Prediger ist sehr bibelnah, und trotzdem nicht "von gestern" oder überheblich. Die meisten hier im Ort nennen uns wohl altmodisch, weil wir jeden Sonntag (wenn wir da sind) in die Kirche gehen. Aber eigentlich ist mir das ziemlich egal. Ich bin eher unendlich dankbar, dass ich zur Gemeinde Jesu gehören darf, das ich Vergebung empfangen habe und mich von IHM getragen weiss. Das ist nicht selbstverständlich, ich bin nämlich nicht christlich aufgewachsen. Um so mehr Dankbarkeit verspüre ich, dass Gott mich und ich IHN gefunden habe. Wobei ich denke, dass jeder selber wissen muss, ob und wie oft er zur Kirche gehen möchte. Mein missionarischer Eifer liegt ziemlich bei null. Ich finde die Gemeinschaft mit Christen bereichernd und die Predigten stärken mich. Deshalb gehe ich gerne. Und wenn andere das komisch finden, dann sollen sie... Lass dich nicht entmutigen. Wenn es für dich stimmt, ist eine Predigt jeden Sonntag prima.
    Liebe Grüsse
    Nadine

  • Seit meinen Austritt aus der Volkskirche und dem Entschluß zu einer Brüdergemeinde zu gehören, hat sich viel bei mir geändert. Aus einem Traditionschrist ist ein fröhlicher Nachfolger Jesu Christi geworden. Mein Glaubensleben ist jetzt viel intensiver. Unsere Gemeinde ist wie eine Familie und ich freue mich auf jeden Sonntag. Wie gern lese ich die Bibel und gebe Zeugnis von meinen Herrn. Es ist mir ein Herzensanliegen geworden, dass meine Mitmenschen Jesus Christus kennen lernen. ER ist doch der Weg, die Wahrheit und das Leben! Große Freude habe ich auch, wenn ich Geschwister treffe die, ebenso wie ich, Leidenschaft für Jesus haben. In IHM liegen doch alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis.
    Ich könnte jetzt viel schreiben, aber Erfahrungen mit dem lebendigen Gott muß jeder selber machen. Es ist ein schmaler Weg aber es lohnt sich ihn zu gehen. Ich möchte nicht mehr zurück. Was andere von mir denken ist mir mittlerweile egal.
    Sollt ich dem nicht angehören der sein Leben für mich gab. Sollt ich dem nicht Treue schwören, Treue bis in Tot und Grab?
    Mir ist wohl in dem Herrn- und das soll auch so bleiben! Also, sei ganz SEIN oder laß es ganz sein! Ein halber Christ, so wie ich es war, ist ein ganzer Blödsinn.

  • Mir fehlt irgendwas im Leben. Ich weiß nur noch nicht was es ist..

    Gott gebe mir die Gelassenheit,
    Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
    den Mut, Dinge zu ändern,die ich ändern kann,
    und die Weißheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Mir fehlt irgendwas im Leben. Ich weiß nur noch nicht was es ist.

    Das ist ein logisches Naturgesetz deiner selbst gestellten Einengung, daß Dir irgendwas fehlt im Leben. Gott hat den Menschen Frei und als Teil der gesamten Menschheit gemacht, aber Du begrenzt die von Gott gegebene Freiheit für dich als Person.

  • Inwiefern soll mir das jetzt helfen? =/

    Gott gebe mir die Gelassenheit,
    Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
    den Mut, Dinge zu ändern,die ich ändern kann,
    und die Weißheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Liebe Marie
    Halte dich besser an deinen Spruch im Absender...
    Mein Tipp: vergleiche dich nicht zu sehr mit anderen. Denn dann fehlt dir immer etwas.
    Wenn ich für dich konkret beten darf, melde dich mit einer Konversation bei mir.


    Nadine

  • ich möchte fragen, wenn ihr glaubt, wie er dieses auslebt und welche Rituale ihr habt

    Hallo Tobi_93


    Ich habe keine Rituale. Außer vielleicht wenn man es so nennen möchte, den Besuch des Hauskreises und des Gottesdienstes. Ich versuche mein Handeln an dem wie Jesus es uns vorlebte zu Prüfen.

  • Guten Abend Liebe Amisch-Freunde, ich habe mal eine frage (und bitte nicht persönlich nehmen).


    Wäre ein Leben für euch wie die Amischen, denkbar?


    1) Genau nach der Bibel leben

    2) Rollenverteilung Mann und Frau

    3) Kinder

    4) Abgeschieden von der moderne?


    Wäre mal spannend... danke :)

  • Hallo zusammen,


    unser Herr sagt:


    Mt 11:29-30

    29 Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir, denn ich bin sanftmütig und von (O. im) Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen;

    30 denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.



    Wenn wir nun eine Lebensweise nicht tragen können, kann es doch nur an einer meschlichen, auf das Fleisch gestützten Herangehensweise liegen oder an von Menschen gemachten Bürden bzw. Traditionen, die ebenso durch das Fleisch getragen werden müssen. In beiden Fällen dürfte die Befähigung, gewirkt durch den Geist (die Kraft Gottes), ausbleiben. Was somit nur den Starken gelingen dürfte. Gott will sich aber in den Schwachen mächtig erweisen:


    2.Kor 12:9

    9 Und er hat zu mir gesagt: Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft wird in Schwachheit vollbracht. (O. vollendet) Daher will ich am allerliebsten mich vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, auf daß die Kraft des Gesalbten über mir wohne. (W. zelte)



    Also dürfte ein Leben nach dem willen Gottes immer möglich sein, weil Gott selbst uns die Kraft dazu geben wird. Dies sehe ich persönlich als Verheißung, die für jeden Gläubigen gilt.

  • Gegenfrage, lieber Tobi: Ist es für dich denkbar? :-)

    Gott gebe mir die Gelassenheit,
    Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
    den Mut, Dinge zu ändern,die ich ändern kann,
    und die Weißheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Hallo Marie, ich bin mir noch nicht Sicher, da ich viele Fragen habe, aber grundsätzlich schon. Es gibt Ding die fühlen sich richtig an, sind aber in der Gesellschaft nicht mehr so akzeptiert.