Geht’s noch?

  • In einem anderen Thema im Forum schreibt @sabine die Amischen sind nicht evangelisch, @Andre beantwortet dies mit „Gott sei Dank !!!“.


    @sabine schrieb:
    Und Amishe sind nun mal ganz und gar nicht ökumenisch eingestellt. Noch nicht einmal evangelisch oder evangelikal.
    Verwirrte Grüße


    Sabine


    Fakt ist die Amischen sind evangelisch, einzuordnen im Protestantismus. Ja es ist ein Glück für die Amischen, daß die meisten von ihnen evangelikalen Auswüchsen kritisch gegenüberstehen.

  • Na, wie gut, dass die Amish sich selbst nicht als evangelisch einordnen.


    Selbst verstehen die Wiedertäufer sich als radikalen Zweig der Reformation. Schlicht auch als Christen, die der Bibel als GOTTES Wort glauben.


    Und die Kirchengeschichte hat gezeigt, dass auch die evangelische Kirche sie nicht als zu sich gehörig ansah. Luther selbst hat sie als "Rotte/Sekte" bezeichnet. Zwingli hat die Wiedertäufer in Zürich blutigst verfolgt.


    Weitere Hinweise zu dem Thema findest Du hier in einer wiedertäuferischen Quelle:


    http://www.christianitytoday.com/ch/1985/issue5/510.html


    und hier:


    http://www.cbc4me.org/articles/Baptist/04-McGrath.pdf


    Wie kommst Du zu Deiner Äußerung, Fasel?



    Gruß Sabine

    Edited once, last by sabine ().

  • Aber selbstverständlich sind die Amischen evangelisch! Nicht nur weil „evangelisch“ Synonym für das Wort „protestantisch“ steht, evangelisch bedeutet: gehörig zum Evangelium, beziehungsweise der ganzen Bibel.


    Konrad Grebel, Felix Manz oder Michael Sattler gehören zu den einflußreichen Reformatoren. Ich nenne diese drei weil sie in jener Täuferischer Tradition stehen, aus denen die Amischen später hervorgehen.


    Die Reformation ging den Täufer bekanntlich nicht weit genug, sie strebten nach Restitution. Was einer, wenn nicht der Hauptgrund ist weshalb sie von Staatskirchen und Obrigkeiten verfolgt wurden. Es war der Obrigkeiten und territorialen Kirchen ihre Angst vor dem Machtverlust, weshalb diese die Täufer bekämpften.

  • Der Titel eines der oben verlinkten Hefte lautet: "THE ANABAPTISTS: neither Catholics nor Protestants" by William R. McGrath
    Ich finde, das spricht für sich. William McGrath ist zu den Mennoniten als Erwachsener erst gekommen und hat sich umfangreich zu dem Thema informiert.


    Ich habe auch noch keinen Amish getroffen, der sich im entferntesten als evangelisch bezeichnen würde. Ganz im Gegenteil. Hast Du Quellen, in denen die Wiedertäufer als evangelisch bezeichnet werden? Ich konnte auf die Schnelle nichts finden.

  • @sabine, Du behauptest also allen ernstes die Amischen verneinen die sogenannten Exklusivpartikeln und sind nicht der Überzeugung: Daß der Mensch allein aufgrund der Gnade Gottes, durch den Glauben, der versöhnenden Liebe Gottes gewiß sein kann. Und diese Gewißheit uns in der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus offenbart ist, wie in den Zeugnissen der Bibel berichtet wird.

  • Lieber Fasel,
    soweit ich weiß, fürchten die Amish ernsthaft um das Heil ihrer Kinder, wenn eines "in die Welt" geht und beispielsweise Mennonit wird. Zumindest kenne ich persönlich Glaubensgeschwister von den Beachy Amish Mennonites, die die konservativen Old Order Amish verlassen haben, deren Eltern habe große Angst im Hinblick auf das Gerettetsein ihrer Kinder/Schwiegerkinder/Enkelkinder.
    Gruß
    Sabine

  • Jetzt weichst Du aber extrem vom Thema ab!


    Wenn die Angst um ihre Kinder haben wenn eines „in Anführungszeichen von ihrem Glauben abfällt“, dann liegt des doch nicht daran ob die Amischen evangelisch sind oder nicht, sondern am theologischen Stillstand, am verknorrxten Buchstabenglauben der sich eingeschlichen hat. Einem übelriechenden Fundamentalismus den sie pflegen. Natürlich auch am künstlich geschaffenen gesellschaftlichen Druck. Sie sollten endlich wieder Täufer werden, das Dortrechter Bekenntnis als das nehmen was es ist, als eine historische Momentaufnahme und nichts mehr. Es ist ja alles andere als christlich, wie die Amischen Meidung und Bann anwenden.


    Wahre Täufer sind in der tiefe ihres Herzens Reformer, sind theologisch auf dem Stand der aktuellen Wissenschaft/Erkenntnis. Auch wenn sie sich für das Pferd als Fortbewegungsmittel entscheiden.

  • Aber ja doch, die Amischen bleiben nicht stehen, es bewegt sich was. Daß Beachy Amish mitunter konservativer sind als manche Old Orders, dürfte bekannt sein. Umbrüche brauchen ihre zeit, gerade in konsensorientierten Gemeinchaften. Es ist nur zu Hoffen die Amischen bleiben auf dem Täuferischen Weg …

  • Hallo,


    jetzt erst entdecke ich dieses Thema. In Bezug auf mein Zitat muss ich hinzufügen, dass sich dies auf die Einstellung zur Ökumene bezieht und nicht auf das "evangelische".


    Wobei ich nicht abstreiten kann, dass ich der Evangelischen Kirch im Sinne der Kirchengemeinschaft sehr kritisch gegenüber stehe. Ich erinnere mich an eine Doku in der - ich denke es waren Charismatiker - eine Amish Gemeinde fast unterwandert wurde. Des Weiteren kenne ich "evangelische" Stimmen, die so konservative Richtungen wie Amishe, Mennoniten, geschl. Brüder etc. ebenfalls sehr kritisch beäugeln.

  • Evangelisch ist doch ein Überbegriff. Außerdem ist evangelisch austauschbar mit protestantisch, jedenfalls im Deutschsprachigen Raum.