Lohnt es sich noch Dinge selbst herzustellen?

  • Lieber Christian Keck
    Dein letzter Satz ist genau der Punkt. Gemeinsam ist das Stichwort. Gemeinsam etwas erarbeiten, das gibt ein Gemeinschaftsgefühl, das die Amischen in ihrer Gruppe stärkt. Und es ist auch für die Kinder wirklich viel, viel wertvoller als TV. Das merke ich bei meinen Kindern auch. Sie lieben es, mit dem Mami zu kochen oder zu backen, in der Natur zu sein etc. ( Na ja, fürs Unkraut jäten konnte ich bis jetzt noch keinen sehr begeistern...). Aber das Gefühl danach ist immer gut. Das stärkt die Kinder in der Entwicklung, im Selbstvertrauen und ihren Fertigkeiten.
    Wenn wir ein Brot selber gebacken haben, freut sich jedes Kind über das feine Brot. Sie merken selber, dass es etwas Besonderes ist. Selber geschaffene Dinge werden automatisch viel wertvoller behandelt. Das ist es, was in der Welt manchmal etwas fehlt und das tut deshalb so gut.

  • Und zum Erdenmüll Strom Radioaktivität ect....Ich glaube der Müll lässt sich nicht mehr regenieren

    "Was kann einer dagegen ausrichten?" fragte sich die halbe Menschheit...

    Gott gebe mir die Gelassenheit,
    Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
    den Mut, Dinge zu ändern,die ich ändern kann,
    und die Weißheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Habe Deutschland verlassen müssen aus Gründen meiner persönlichen Sicherheit- es sollte ja alles den Konzernen zugeführt werden sieh nur KTG.
    ich muß leider alles selber herstellen- produzieren weil ich aus dem Arbeitsmarkt herausgeflogen bin- was hab ich als Kleinbauer für eine Chance?
    es wird in den nächsten 30 Jahren sich die Welt verändern wie noch nie.

  • Lieber Dammhans, willkommen hier im Forum.


    Die Selbstversorgung ist bei den Amischen eher ein erfreulicher Nebenaspekt, denn sie vermarkten ihre Erzeugnisse sehr gezielt. Sie gründen bevorzugt handwerkliche Familienbetriebe (Sägewerk, Tischlerei, Zimmerei, Einzelhandel, Wochenmarkt, Landmaschinenreparatur, Gewächshäuser bis hin zu Hundezucht), die in ihrem Siedlungsgebiet noch nicht vertreten sind. Von Jahr zu Jahr ziehen sie Bilanz, und wenn die Einnahmen nicht reichen, verkaufen sie ihre Firma und kaufen eine andere.


    In welchem Land lebst Du denn als Selbstversorger? (Die KTG ist ja auch in Litauen aktiv.) Schade, dass Du Deutschland verlassen musstest, denn Möbel, Hausrat und Altkleider gibt es günstig in jedem Sozialkaufhaus. Und Obst und Gemüse für den eigenen Bedarf kann man hierzulande gut in einem Kleingarten erzeugen, solange das Wetter mitspielt.


    Konntest Du Dein Grundstück kaufen oder musst Du Pacht bezahlen? Beziehst Du Transferleistungen wie Arbeitslosengeld? Wie machst Du es mit der Stromrechnung für den Computer? Womit bezahlst Du Deine Heizmaterialien (Holz, Kohle, Öl)? Hast Du ein Auto, eine Bahncard 100 oder kannst Du Familie und Freunde mit dem Fahrrad erreichen?

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  • Hallo


    Wir machen nur selber was sich aus unserer Sicht lohnt und/oder uns ein Mehrwert bietet. Sauergemüse zum Beispiel. Von der Arbeit her lohnt es sich eigentlich nicht selber herzustellen, aber geschmacklich bietet es uns ein unvergleichlicher Mehrwert. Und wie @realnanuk schreibt, es ist auch gut für die Kinder, wenn diese mitbekommen woher die Sachen kommen und welche Arbeit dahintersteckt.

  • Ich kann da nur für mich persönlich sprechen: Es lohnt sich Dinge selbst herzustellen!


    Es hängt aber ganz entscheidend von den Bedingungen und Umständen ab in denen man lebt. Gemeinsam mit meiner Familie lebe und arbeite ich (im Nebenerwerb) in einer kleinen Landwirtschaft. Haupteinnahmequelle ist die Milchwirtschaft (von 8 Kühen) und nebenbei läuft, in genauso kleinen Rahmen, die Aufzucht von Jungrindern, die Haltung von Mastschweinen, Legehennen und Kartoffelanbau. Unsere Erzeugnisse wie Kartoffeln, Eier, Käse etc. verkaufen wir ab Hof an einen festen Kreis von Stammkunden. Im vergleich zu unseren "großen" Nachbarn sind wir natürlich eher ein Museumsbetrieb, wo Handarbeit noch selbstverständlich ist...
    Worauf ich aber hinaus will ist, dass wenn man vorhandene Ressourcen nutzt, es sich durchaus lohnt etwas selbst herzustellen.
    Ein paar kleine Beispiele die mir da spontan in den Sinn kommen: Quark, Butter oder Käse aus eigener Milch zu machen "kostet" nur die eigene Arbeitskraft, bei Speisen aus Kartoffeln ebenso - da braucht man keine Fertigpackungen von Kartoffelbrei und Kartoffelknödel etc., Gemüse und Salat vom eigenen Garten oder Krautacker, Saft von den eigenen Äpfeln, aber auch das nähen von Arbeitsschürzen wenn man bedenkt das eine fertig gekaufte an die 30,-€ kostet der lfm Stoff für den gleichen Preis aber locker Material für drei Schürzen hergibt und man nach Reststoff zum flicken übrig hat, oder wenn ich aus Holzresten (bin gelernter Tischler) die vorhanden sind eine Wollhaspel baue bevor ich eine neue kaufe usw. ...
    l.g.

  • Ich genieße es richtig so etwas zu lesen :)
    Toll, dass es noch Menschen gibt die Dinge selber machen. *Daumen hoch*

    Gott gebe mir die Gelassenheit,
    Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
    den Mut, Dinge zu ändern,die ich ändern kann,
    und die Weißheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Also, ich mache sehr viel selber. Ich habe in den letzten 30 Jahren höchstens 3 Gläser Marmelade gekauft. Außerdem koche ich immer saure Gurken, grüne und gelbe Bohnen, Rotkohl und seid 3 Jahren auch Möhren ein. Ich stelle Säfte und Sirup aus Johannisbeeren, Brombeeren, Erdbeeren und Holunderblüten und - beeren selbst her. Das meiste davon aus dem eigenen Garten. 2-3 mal im Jahr mache ich Leberwurst und Rilette selber. Nicht zu vergessen den Apfelmus und - saft. Ich finde das lohnt sich total und schmeckt auch viel besser als die gekauften Produkte. Man weiß halt was drin ist.
    Seid 3 Jahren habe ich einen Lehmbackofen im Garten, in dem ich meistens mit einer Freundin Brot und andere Leckereien backe.
    Ich finde es gut wenn man heute so etwas noch kann und unsere inzwischen erwachsenen Kinder haben einiges davon übernommen oder geben ihre Bestellung auf. Und es ist doch auch befriedigend zu hören : "Das Apfelmus von meiner Oma schmeckt viel besser".

  • Zu Ostern habe ich selbstgemachte Hefezöpfe innerhalb der Familie verschenkt.
    Ich hatte Spass beim Backen, alle haben sich gefreut und beim gemeinsamen Essen hat es allen geschmeckt <3

    Gott gebe mir die Gelassenheit,
    Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
    den Mut, Dinge zu ändern,die ich ändern kann,
    und die Weißheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

  • Im Sommer habe ich Grünkohl ausgesät und ich freue mich schon auf Januar wo ich den Grünkohl endlich essen darf. Anfang diesen Jahres habe ich bereits von dem Grünkohl vom letzten Jahr essen können. Die selbst Angebauten Sachen schmecken besser. Als gelernte Gärtnerin habe ich auch große Freude beim Anbauen von Gemüse und der Ernte. Backen tue ich auch gerne. Nur habe ich keinen Backofen zu Hause.

  • Wir sind leider nicht so vorbildlich wie ihr, aber besonders zu Ostern machen wir viel selber. Wir holen die Eier bei unserem Nachbarn, wo die Hühner frei im Garten rumlaufen (und man schmeckt den Unterschied so unglaublich stark!!!). Fast schon eine Tradition ist es geworden das wir die Eier selber färben. Und es ist auch immernoch schön das zusammen zu machen, auch wenn wir inzwischen alle eigentlich aus diesem Alter raus sind. Wie Marie86 backen wir auch immer selbstHefezöpfe und Kochen Schinken. Und diesen Einzigartigen Geschmack von Osterbrot Nach einer Nacht ohne Schlaf (wir machen immer eine Nachtwache mit der Jugend aus der Kirche) nach dem x-ten Gottesdienst, zuhause mit der Familie, das ist durch nichts auf der Welt zu ersetzen. Und nichts schmeckt so wie das was wir zusamen hergestellt haben. Ich stimme euch zu 100 % zu, dass das was man selbst gemacht hat mehr wertgeschätzt wird, und vermutlich schmeckt es gerade deshalb doch so viel besser :)

  • Ich bin katholisch und meine Gemeinde ist es nicht so das wir was machen. Ich bin in einem Tageszentrum da machen wie manches selbst. Ich bin fasziniert von dem Leben von Amish und so ein Outakes Leben finde ich toll. Ich möchte gern so leben. Ohne Handy und den ganzen kram.

  • Hallo zusamen,


    Selber herstellen lohnt sich auf jedenfalls !!! :)

    Auch ich mache vieles selbst - nicht immer und nicht alles - aber so viel wie ich kann. ?( :)

    "Von dem Geld, das wir nicht haben, kaufen wir Dinge, die wir nicht brauchen, um Leuten zu imponieren, die wir nicht mögen"