Selber Amish People werden...

  • Hallo!
    Ich hätte da so eine Idee!Warum muss es Amish People nur in Amerika geben?Warum werden denn nicht deutsche zu amish People?Das könnte man doch versuchen oder?
    Liebe Grüße Amish Girl ?(

  • Wäre schön wenn es möglich wäre. Aber, wo ist eine Lebensweise in Deutschland in dieser Form noch möglich. Ich denke häufig darüber nach mein Haus und alle so " WICHTIG " aus diesem "normalen" Leben zu verkaufen. Nur, wovon möchtest Du dann leben ?


    Viel Grüße
    Clarobell

  • Hee!
    Eine großartige Idee! Doch wer hat schon den Mut sein bisheriges Leben einfach so aufzugeben? Und was sagt die Gesetzeslage in DL dazu?
    Es bedarf sicher genauer Überlegung und ner Menge Mut.
    Ich selbst habe mein Leben systhematisch umgestellt, doch irgendwie stoße ich ständig an Grenzen.
    Hab ein kleines Haus im Wald gemietet, halte hier einpaar Hühner und Enten.
    Verzichte auf Fernsehen und Radio!(allerdings nicht auf meine KlassikCDs)
    Habe eine Ausbildung in der Landwirtschaft gemacht und arbeite auf einem Bauernhof.
    Vielleicht im Sommer noch eine Ziege für die Milch und etwas mehr Garten(Halbtagsjob?).
    Bin sehr gläubig und ziehe daraus Kraft für die Zukunft.
    z.Z.versuche ich mit einem Freilichtmuseum zuverhandeln, ob der Möglichkeit für einpaar Tage oder Monate, ein Leben zuführen wie vor 100 Jahren, das wär ja schon ein Anfang.
    Laßt uns darüber reden, vieleicht finden sich die Richtigen und ein Traum wird war!!!
    Nur so hab ich meine Ziele ereicht, indem ich immer und jedem von meinen Ideen erzählt habe und so die Menschen gefunden habe die mich weiter gebracht haben.


    Ich erwarte voller Spannung Eure Antworten!

    ...Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln...

  • Wisst ihr denn nicht das die Amish ursprünglich aus Deutschland kommen ? In ihren kommunen sprechen sie sogar heute noch Deutsch


    Sie wurden hier verfolgt und sind letzt endlich nach Amerika ausgewandert.


    Hier in Deutschland gibt es ja auch noch Hutterer, warum soll es also so schwer sein auch Amish zu werden, die Hutterer sind kaum etwas anderes als die Amish. Nur das Wort AMish ist ja schon etwas sehr anziehenden, es birgt etwas anderes, Hutterer hört sich irgendwie Deutsch an, deshalb sind sie nicht ein so großer Reiz!

  • Quote

    Originally posted by Sine
    Wisst ihr denn nicht das die Amish ursprünglich aus Deutschland kommen ?


    nicht ganz :)
    jakob ammann, der "begründer" der amish, soll 1644 in erlenbach bei simmental (schweiz) getauft worden sein.
    die denkwürdige auseinandersetzung, welche schliesslich zur trennung amman's von seinen täufer-geschwistern führte, soll sich in friedersmatt bei bowil (kiesental) zugetragen haben, worauf ammann richtung sainte-marie-aux-mines (elsass) zog.*



    * quelle: amische, bachmann-geiser (licorne)

  • Quote

    Originally posted by Sine
    die Hutterer sind kaum etwas anderes als die Amish. Nur das Wort AMish ist ja schon etwas sehr anziehenden, es birgt etwas anderes, Hutterer hört sich irgendwie Deutsch an, deshalb sind sie nicht ein so großer Reiz!


    das hat was, obschon die geschichte und der hintergrund doch schon ziemlich anders sind ;)

  • ich glaube, grundsätzlich wäre es sicher auch im heutigen europa noch möglich, zumal es in bayern sogar noch bis 1927 "echte" amische gab, die sich dann jedoch den jeweiligen mennonitischen gemeinden anschlossen, da sie ansonsten isolierte inseln gewesen wären, bei ingolstadt, regensburg und münchen.
    wirklich aus deutschland kamen die amischen jedoch nicht, besonders, weil man zur zeit ihrer entstehung noch gar nicht von "deutschland" sprechen kann, sondern von verschiedenen kleinen deutschsprachigen fürstentümern.

  • Hallo Naela,


    die Gründe, weshalb sich Amisch und Mennoniten in Bayern zusammenschlossen, war nicht die Isolation, sondern die Tatsache der Gegebenheiten. Es war die folge der Begrenzung der Religionsfreiheit (u.a. Wehrfreiheit), Verbote kein Grund zu besitzen, usw, welche die Leute zum Auswandern nach Amerika bewog oder zwang.
    So wurden die Gemeinden immer kleiner und schwächer, oft blieben nur noch Leute zurück die sich mit den Gegebenheiten arrangierten. Die Konsequenz zum Überleben war der Zusammenschluss der übrig Gebliebenen. Viele der neu entstandenen Gemeinden haben sich bis heute nicht erholt. Die Wehrlosigkeit (das friedenskirchliche Element) und das Selbstbewusstsein noch immer nicht wiedergefunden.


    Amisch und Mennoniten gehören beide zur Familie der Täufer, der größte unterschied ist die Absonderung und der Bann wie er von den Amisch geübt wurde. Es sind Elemente, die so überholt sind und meist mehr schaden angefügt haben als nutzen.
    Man darf hier den geschichtlichen Hintergrund der Einführung nicht außer acht lassen, aber wir sind heute nicht mehr im 16then Jahrhundert und sind anderen gefahren ausgesetzt.


    Wenn man nun davon spricht, ob ein Amischleben im heutigen Europa möglich ist, stellt sich zuerst eine theologische Frage. Am Schluss wird man auf ein täuferisch- mennonitisches Bibelverständnis kommen. Also, auf ein direktes Rückbesinnen auf, dass, was Gott von uns möchte.


    Dann wird man sehen, die amisch leben so einfach, weil sie Solidarität mit den Mitmenschen und den Armen haben. Mann wird auch sehen, es haben sich bei Ihnen Dinge eingeschlichen die von Ihnen neu hinterfragt werden müssen.
    Diese Hinterfragung müss immer wieder und von jeder Generation, von neuem …

    Liebe gibt es nicht ohne Gerechtigkeit, und die nicht ohne Hass auf Ungerechtigkeit, nicht ohne offenen Widerstand. Wahre Liebe kann es nur unter Gleichberechtigten geben, nicht von oben nach unten und nicht von unten nach oben .

  • Meine Antwort, in aller Kürze:


    In Deutschland: kostet zu viel Kraft, Zeit und vielleicht Geld
    und es fehlt die Hilfe der Amish, Gesetze müssen
    geändert werden, denen z.B. der USA angepasst
    werden. Änderung sehr unwahrscheinlich. Die Amish
    haben gute Gründe, dass sie nicht in`s Land ihrer Väter
    zurückkehren!
    Es käme wohl dem gleich:" Springe vom Turm und Gott wird zwei
    Engel senden, welche Dich auffangen."


    Ich biete (und baue am) Sprungbrett über die deutsche Grenze in
    die Nachbarschaft der Amish.


    Adam und Eva mußten das Paradies in der ersten Zeit verlassen. Müssen
    nicht die letzten Christen das unrechtmäßig nachgebaute
    menschliche/teuflische Paradies verlassen, zumindest die Gemeinden
    und Familien?
    "Das Weib, das vor dem Tier in die wüste Gegend flüchtet."
    Offenbarung Kp. 12. 6;14

  • Ich denke in Wirklichkeit stellen wir uns das Leben der Amish zu romantisch und einfach vor. Wir sind fasziniert von einem Leben das wir nicht wirklich kennen. Und die wenigsten von uns haben wahrscheinlich so einen starken Glauben und solch ein Vertrauen in Christus und ihre Religion, wie die Amish.


    Wir sind aufgewachsen mit Fortschritt und Technik, mit einem bequemen Leben meist ohne enge Religion und in "Freiheit" Wir sind den täglichen Konsum nur allzusehr gewohnt und das was uns die Medienwelt vorgaukelt.


    So schön es auch wäre mal für eine Weile in die Welt der Amish abzutauen und so zu leben. Was sicherlich für die eigene Persönlichkeit und Entwicklung ein unermessbarer Reichtum wäre. Die wenigsten von uns hätten wohl die Kraft ihr jetztiges Leben zu "vergessen" und wirklich nach den Regeln der Amish zu leben. Nicht für eine Weile, sondern wirklich bis in den Tod.

  • Sie schreiben warm und wahr empfinde ich, besonders in Ihrem Text
    über das Leben der Kinder.
    Nun möchte ich aber hinzufühgen, dass wer ein weites "Bewußtseinsbild", über sich und sein Leben hier, in sich trägt, dem wächst ein Leid zu, das den Wechsel in das einfache Leben der
    Amish oder Old Order Mennonites, als den von der Mittagssonnenhitze in den kühlen Schatten z. B. eines mächtigen Kastanienbaumes erfährt.
    Ging es nicht Mose genau so, als er den ausbeuterischen Reichtum,
    hysterisch aufgeladen, alles falschmachend, verließ und sich die selbe
    Zeit im schlichten Hirtenleben regenerierte?
    Also die Nacht nicht zum Tag machen zu müssen/können, muss doch
    auch eine Erleichterung sein.
    Es ist wohl alles eine Frage des Leidensdruckes, der Entscheidungsenergie, welche vermag zu beflügeln, sogar einen Jona.
    Und wie arm war das Leben eines Lot und dessen Früchte/Nachkommen im Vergleich zu dem/denen des Abrahams.
    Herzlichen Gruß M.K.

  • Hallo Amish Girl,


    warum möchtest Du denn ausgerechnet in Deutschland Amish werden?
    Das Wetter ist die meiste Zeit echt mies, die Menschen sind meistens unfreundlich. Außerdem müsste die Gruppe Land kaufen um sich wie die Amish in den USA niederzulassen. Dies würde sehr wahrscheinlich die behördliche regulierungswut und evtl. die Presse auf sich ziehen.
    Fazit: Amish werden find ich gut, aber nicht in Deutschland!!


    Übrigens.... Du hast vor gut einem Jahr gepostet. Wäre nett wenn Du mal schreiben könntest, was in dieser Zeit aus dem Gedanken geworden ist!