Bibel und Kirche haben miteinander nichts zu tun

  • realnanuk du sprichst mir aus der Seele deine Beiträge sind sehr
    wertvoll.
    Ich glaube Spyder und Fasel verstehen das nicht, weil
    die Bibel nicht ihrer Grundlage ist.
    Was Sünde ist, das ist doch
    ganz einfach, alles was gegen die 10 Gebote verstößt.


    Schau
    mal Spider und Fasel ich bezeichne mich als Fundamentalist, und warum
    weil die Bibel mein Fundament ist, und das Fundament der Bibel ist
    Liebe, und diese Liebe ist zu Gott weil Gottes Liebe unbeschreiblich
    ist . Das hat nichts mit irgendwelchen Sprengstoff Attentätern zu
    tun
    L.G:
    Wolfjunge

  • Abschließend lässt sich also feststellen, dass ich mich nach dieser sehr interessanten Unterhaltung jetzt erstmal sehr unfein und in aller Öffentlichkeit auf sämtliche Arten daneben benehmen kann, ist ja laut den zehn Geboten nicht verboten.


    Vielleicht hast du, Joses, Recht und wir bräuchten hierfür wirklich einen neuen Thread. Vielleicht hat aber derartiger Fundamentalismus hier auch nichts zu suchen. Wenn @Wolfjunge und @realnanuk sich gerne weiterhin zum Thema Homosexualität auslassen wollen, bitte sehr, aber auch das ist hier wohl ein wenig unangebracht, in einem Amish Forum. Ich habe selbst mit meiner amischen Brieffreundin über das Thema gesprochen, sie ging sehr offen damit um und meinte bloß, sie selbst und auch niemand in ihrer Gemeinde würde so leben wollen, aber Gott wäre die Liebe und würde die Menschen nach dem beurteilen, was in ihrem Herzen ist.
    Ansonsten schneidet euch doch noch ein Stück amischer Weisheit oder zumindest Art ab und lasst die Leute doch einfach machen. So intime Dinge gehen euch eigentlich recht wenig an, oder?

  • Zu Deinen Bibelversen @realnanuk


    3. Mose 19,19: Meine Satzungen sollt ihr halten, daß du dein Vieh nicht lassest mit anderlei Tier zu schaffen haben und dein Feld nicht besäest mit mancherlei Samen und kein Kleid an dich komme, daß mit Wolle und Leinen gemengt ist.


    Praktizierst Du das mit den Kleidern auch @realnanuk? Und wie haltet ihr es mit der Beschneidung? Haltet ihr die Speiseregeln Israels ein? Wenn ihr schon die traditionellen Regeln Israels ungeprüft übernehmt, wenn es darum geht andere als Sünder zu brandmarken?!


    Römer 1,26-27 ist Bildersprache, da geht es um moralische Perversion einer Gesellschaft. Es sagt nichts über eine ehrliche homosexuelle Partnerschaft zwischen zwei Personen aus.


    Die Bibel sagt insgesamt nur wenig zu ehrlichen homosexuellen Beziehungen, macht keine klare Aussage. Sie verurteilt zwar negative Auswüchse, aber dies ebenso in Mann-Frau-Beziehungen.

  • Falscher Thread!


    Es gibt blinde, fanatische Nachläufer, ewige Kopierer, die nie ein Unikat sind. Jesus hatte keinen Grund jemanden zu kopieren ausser Gott.
    Wer Menschen mit angeborenen Gendefekt verurteilt ist ein Sünder, denn er müsste auch einen Blind geborenen verurteilen. Er müsste auch alle Heteros verurteilen denn sie haben einen mit Gendefekt gezeugt und geboren. Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.

  • Liebe leute wir verurteieln niemanden, sonder das Wort Gottes brandmarkt solche Leute als Sünder..
    Bildersprache ja so Faselt sich einer das zurecht.
    Für mich ist die Bibel aber deutlich, und da steht: "Darum hat sie auch Gott dahingegeben in schändliche Lüste: denn ihre Weiber haben verwandelt den natürlichen Brauch in den unnatürlichen;
    desgleichen auch die Männer haben verlassen den natürlichen Brauch
    des Weibes und sind aneinander erhitzt in ihren Lüsten und haben Mann
    mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihres Irrtums (wie es denn sein
    sollte) an sich selbst empfangen."


    Keiner braucht in seine Sünden zu bleiben Jesus der Sohn Gopttes ist gekommen um die Werke des Teufels zu zerstören.
    Jesus macht aus uns neue Menschen Gott wohlgefällig. Amen

  • Kleiner Buchtipp für diejenigen, die an solchen Diskussionen verzweifeln: Hubert Schleichert, Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren.


    Als studierte ev. Theologin - ja facht schon mal den Scheiterhaufen für mich an - hält man sich aus solchen Diskussionen ja besser raus, aber hier nur mal der Tipp: es gibt auch noch die Briefe im Neuen Testament - immerhin die ältesten christlichen Zeugnisse. Aus denen man entnehmen kann, warum wir als Christen die 613 Mitzwot (Ge- und Verbote in der Thora) nicht befolgen müssen, nachzulesen z.B. in Röm 14 oder Gal 4. Zum Sabbat- und den Speisegeboten hat sich Jesus selbst deutlich positioniert, siehe z.B. Mk 2, 23ff. oder Mt 15,11f.. Auf dem Apostelkonzil in Jerusalem (irgendwann zwischen 44 und 49 n. Chr., nachzulesen Apg 15,28ff.) wurde außerdem ausführlich darüber diskutiert, ob alle Christen die Mitzwot halten müssen, denn den Heidenchristen fiel das schwer. Die standen einfach auf Schweinebraten und Vorhäute und sahen sich ausschließlich als Kinder des zweiten und nicht des ersten Bundes.
    Lukas stellt das Ergebnis des Konzils als Kompromiss dar. Nicht alle Gesetze gelten, aber einige werden "anempfohlen" (also kein MUSS), konkret z.B. die 10 Gebote. Paulus dagegen betont die völlige Freiheit von den Mitzwot für die Heidenchristen als Ergebnis. Insgesamt rät letzterer "auf die Schwachen im Geiste" Rücksicht zu nehmen, sich dort, wo viele in der Gemeinde noch an den Gesetzen festhalten, ihnen zu liebe, auch als Heidenchrist die Mitzwot zu halten.
    Setzt man jetzt voraus, dass diese Regel, auf die Schwachen im Geiste (oder die Realisten) Rücksicht zu nehmen, auch heute gilt, wo schätzungsweise 98% der Christen nicht die Mitzwot befolgt, wäre es ein "Gebot" der Rücksichtnahme, nicht auf die Einhaltung der Mitzwot zu drängen und zu behaupten alle Christen, die am Samstag nicht den Sabbat halten, braten nach ihrem Ableben in der Hölle. Ist auch gar nicht nötig, denn Jesus selbst hat alle Gebote in zwei zusammengefasst (MK 12, 29ff.): "... du sollst den Herrn lieben... du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst... In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten." DIESE beiden Gebote gelten für die Kinder des zweiten Bundes.

    Den Sonntag begehen Christen deshalb als Feiertag, weil er der Tag der Auferstehung des Herrn ist. Jeden Sonntag begehen wir als Auferstehungsfest, als kleines Ostern, nicht als Sabbat. Das wurde auf dem Konzil von Laodizea im 4. Jh. festgelegt.
    Es gibt deshalb keine Verpflichtung an diesem Tag von allen Aktivitäten zu ruhen, man darf kochen und spazieren gehen, darf sich ins Gras setzen und den Lichtschalter bedienen, ein Buch lesen oder die Wäsche bügeln, wenn das für einen Ausdruck der Osterfreude ist. Die sollen wir an diesem Tag nämlich spüren. Wir sollen die gute Nachricht hören, lachen und uns des Lebens freuen, weil Jesus lebt.
    Sofern man nicht von Judenchristen abstammt, sich selbst als solchen sieht, hat man als Christ also keine Verpflichtung, den Sabbat einzuhalten. Ebensowenig muss man rituell geschächtetes Fleisch essen, Milch- und Fleischgerichte trennen, Zipfel am Hemd tragen, sich Teffilin umwinden, seinen Sohn beschneiden lassen und seine Frau meiden, wenn sie die Periode hat.
    Ja, stellt euch vor, man darf sich sogar am Gründonnerstag, gewandet in ein Wolle-Leinen-Mischgewebe, auf nen Stuhl setzen auf dem vorher eine lesbische Frau saß, die menstruierend ne Schweineblutwurst-Sauerteigmischbrot-Stulle mit dick Butter verspeist hat. Alles nicht koscher, aber alles erlaubt.8o

    Diese kleine ungeduldige Polemik sei auch Begründung meiner Passivität im Forum. Ich lese hier immer wieder mal gerne mit, aber mir fehlt die Geduld, mit selbsterklärten Fundis zu diskutieren, die gerne den einfachsten Weg wählen und die Bibel wörtlich nehmen wollen.
    Was schon daran scheitert, dass sie die Bibel selbst immer nur in Übersetzung und damit in einer bestimmten nicht authentischen, zeitgenössischen Interpretation lesen und hören, - als Kind ihrer eigenen Zeit. Verkennend, dass wir die Bildsprache des Alten Testaments oft nicht mehr verstehen, vieles nur im historischen Kontext verständlich wird und nur dort seinen Bezugspunkt hatte, und vieles einfach zu unkonkret ist, als dass man eine genaue Handlungsanweisung daraus ablesen könnte. Weshalb Juden z.B. die Mitzwot in 20 Bänden Talmud auslegen, für die es dann wieder tausende Auslegungen gibt und dann in der Synagoge trotzdem leidenschaftlich drüber streiten, wie das nun gemeint ist und für was alles es gilt. Bspl: Orthodoxe Juden dürfen am Sabbat nicht im Gras oder auf Moos sitzen, auch nicht darüber gehen, denn das gilt als ernten. Ernten ist am Sabbat verboten. Damit ist dann schon das Begehen von Kopfsteinpflaster mit Moos in den Ritzen schwierig, genauso wie das Setzen auf eine mit Flechten bewachsene Bank. Weshalb die Mehrheit meint, dass zumindest ein Halm in bestimmter Länge gegeben sein muss, um von Ernte sprechen zu können. Es gibt aber auch neu-ultra-Ultraorthodoxe, die eine Ernte sogar bei Mikroorganismen sehen wollen, z.B. bei Algen. Die können letztlich den Sabbat über nur auf Edelstahlstühlen sitzen.



    Ich freue mich dann doch lieber als ev. Christin, dass Gott mich so sehr liebte, dass er selbst Mensch wurde und an seiner Person zeigte, dass solche meschliche Engstirnigkeit viele persönliches Glück und manche sogar ihr Leben kosten kann. Selbst Gott kostete es das Leben.
    Dass ich als Christ*in alles richtig mache, wenn ich mich nach meinen Kräften ums Liebesgebot bemühe und er mich, wenn ich doch selbstgerecht handle, trotzdem liebt. Ich kann diese Liebe auch meinen schwulen Geschwistern gönnen. Ohne diese Liebe wäre ich nicht und nichts. Mir steht es trotzdem nicht zu, zu urteilen, auf wen Gottes Liebe sich erstreckt und auf wen nicht. Christlich ist, seine Liebe jedem zu wünschen und zu gönnen.

    5 Mal editiert, zuletzt von heidelbeere ()

  • heidelbeere vielen Dank für deinen Betrag. Ich finde ihn richtig gut. Um die Bibel verstehen zu können gehört halt etwas mehr als nur alphabetisiert zu sein. Historisches Hintergrundwissen ist dabei ebenso wichtig wie das Wissen darüber das in dem Buch auch viele Übersetzungsfehler schon allein dadurch entstandenen sind, das die Übersetzer nun Mal Kinder ihrer Zeit waren und diese sich in ihrer patriachaischen Welt viele Dinge gar nicht anders vorstellen konnten. Oder der Sprache nicht mächtig waren. Auch fehlte Wissen über damaligen Lebensbedingungen und Lebensweise, oder wie die Einstellungen damals waren. Politische Ereignisse wurden vieleicht fehlinterpretiert, all das hat sich eben eingeschlichen. Die Bibel ist keine Lesefibel oder nettes Geschichtenbuch, die Bibel ist eine Herausforderung für jeden der sie wirklich verstehen will. Wort für Wort, Satz für Satz reicht eben nicht. LG Susanne

    "Aber der Tod hilft den Menschen doch, dass ihre Seele nicht verlorengeht." (Lennart, 9 Jahre)