Portrait-Serie Amish

  • Guten Tag liebe Amish-People-Mitglieder,
    ich bin ein junger ( 28 ) Portrait-Fotograf aus Köln.


    Ich bin seit einiger Zeit mit voller Motivation selbstständig und nun ist es wieder mal Zeit für Urlaub :)
    Dennoch kann ich auch hier nie richtig "abschalten" und deswegen schwebt mir folgendes Projekt vor.


    -Lassen sich Amish gerne fotografieren oder lehnen sie es generell ab? (Dass man vorher im Erlaubnis bittet, ist keine Frage)
    -Ist der Kontakt zu ihnen leicht oder würden sie so einem persönlichem Projekt eher misstrauisch gegenüberstehen? Mir ginge es wirklich von jung bis alt. Würden sie meine Intension als non-profit-projekt verstehen? Es geht mir ja schlichtweg um schöne Fotos.
    -Wäre es möglich ein Dorf der Amish zu besichtigen um dort mehrere Bürger zu fragen?


    Es sind vielleicht blöde Fragen beziehungsweise eine naive Einstellung dazu, aber es ist wie gesagt: erstmal nur eine Idee und ich möchte niemanden zu nahe treten.


    Nachwievor: es geht mir nicht darum, die Amish zur Schau zu stellen oder ihre Lebensart zu belustigen, sondern um schöne Portraits, interessante Gesichter, ein stimmiges Projekt.



    Vielen Dank für euer Feedback. Jeglicher Input wäre hilfreich.


    (und falls dieses Thema fehlplatziert ist, bitte verschieben)
    Danke!


    lg

    Edited 2 times, last by ChristophK ().

  • Guten Abend, lieber Christoph!


    a. Natürlich kannst Du jedes der vielen hundert Dörfer mit amischen Bewohnern besuchen, genauso wie Köln oder Zürich.
    b. Dein Non-Profit-Projekt hört sich gut und stimmig an.
    c. Allerdings nehmen die Amischen das 2. Gebot (kein Bildnis machen) ziemlich wörtlich.


    Mein persönlicher Tipp sind die German Baptists in Hot Coffee, Mississippi. Die lassen sich fotografieren! Grüße von Gisela

  • Hallo Gisela,
    danke für die prompte Antwort!


    Ich nehme an, dass sie "kein Bildnis machen" auf sich selber bezogen ist oder? Also wenn es für Reportage-Zwecke gedacht ist, dann schon?


    Bei youtube gibt es einen 60minütigen Bericht über die Amish, aber das fällt dann wahrscheinlich nicht unter "Bildnis", denke ich mal.


    Ich hatte eher vor nach Pennsylvania/Ohio zu fliegen, einfach aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit, dort mit den Amish in Kontakt zu kommen. Mississippi ist schon eine ganze Ecke weiter :) Natürlich ist es für mich eine Investitionsfrage...


    hm... dürfte ich fragen, wie das 2. Gebot genau zu verstehen ist?


    Danke schonmals für die Antwort

  • Lieber Christoph, "thou shalt not make unto thee any graven image," lautet die Textstelle in der King James Bibel. Viele Amischen haben deshalb nicht einmal Passfotos. Aber vielleicht machen sie für Dich ja eine Ausnahme.


    In Ohio und Pennsylvania wirst Du außerdem auf jede Menge Beachy Amish, Amish Mennonites, German Baptists, Conservative Mennonites oder River Brethren treffen, die die allermeisten Menschen eh nicht von Amischen unterscheiden können, und die fast so fotoverrückt wie Japaner sind. Das könnten Deine Zielgruppen werden. Und hast Du schon von den Amana-Leuten gehört? Grüße von Gisela

    Edited 7 times, last by gisela ().

  • Ah, also mit "fotoverrückt" meinst du, dass sie sich gerne fotografieren lassen, in dem Fall? :)
    Das wäre ja dann meine erste Anlaufstelle.


    Nein, von Amana-Leuten habe ich noch nichts gehört. Warum?


    Danke für die Antwort!

  • Lieber Christoph, bis zu den Amana Colonies in Iowa ist es von Ohio aus nicht mehr weit. Kennst Du den schönen Bildband "No Photographing" von Timm Rautert? Er hat als junger Mann in den 1970-ern Amische/USA und Hutterer/Kanada fotographiert, und dabei entstanden die beiden für sein späteres Werk entscheidenden Serien.


    Deine Worte "Investition" und "Reportage" deuten in eine etwas andere Richtung als "Non-Profit-Projekt". Am besten könnte es sein, wenn Du einfach losfliegst und alles auf Dich zukommen lässt. Als echtes Abenteuer! Ein fotographisches Road-Movie!! Es wäre schön, wenn Du ein paar von Deinen Porträts dann hier posten oder verlinken würdest.

    Edited 10 times, last by gisela ().

  • Hallo Gisela,
    danke für die Antwort.


    Kennst du denn die Amana bzw. sind sie "fotofreundlich", oder warum hast du sie erwähnt?


    Nein, das Buch kenne ich nicht, aber danke für die Input! Ich schaue mal, wo ich es bekommen kann. Vielen Dank! Mir ist klar, dass die Idee nicht neu ist, aber ich finde es halt (wie du sagst) spannend und sehe es als Abenteuer.


    Mit "Investition" meinte ich eher, dass es für mich eine grössere Investition ist alles auf die Beine zu stellen. Flug, Motel, Herumreisen, etc... das Alles wird ja schon einige Tage (wenn nicht Wochen) an "Reisespesen" kosten :)


    "Reportage" hatte ich eher auf den Youtube-Bericht bezogen, wo über die Amish berichtet wurde.


    Nach wie vor, mache ich es ja für mich und ich glaube, ich mache es auch. Bin mir zu 80% sicher :)


    Meine Vorstellung von Portraits, geht mehr in diese Richtung:
    Dies ist ein deutscher Künstler mit seiner Band und zwar alle, die auf Tour mit dabei waren. Musiker, Manager, Geigerinnen, Techniker, Licht- & Bühnenbild etc etc etc. Die Fotos habe ich im Mai in Berlin aufgenommen.


    Und dann alle "ähnlich" abzulichten, schöne Portraits, eine konsistente Story. So würde ich versuchen, es bei dem Amish auch umzusetzen.


    http://tiny.cc/kndshw
    (nach rechts scrollen um alle Bilder anzuschauen)



    Bin seeehr gespannt, ob das alles funktioniert...

  • Hallo Gisela,
    eigentlich habe ich hier schon geantwortet, aber ich muss auf eine Zustimmung vom Admin warten?!


    Wie auch immer, so wie ich es lese, wird es recht schwer jemanden zu portraitieren oder? Müssen grössere Entscheidungen nicht durch den Ältestenrat "genehmigt" werden?


    Ich schwanke immernoch sehr stark, was das Projekt angeht. Vormittags ist man total motiviert und nachmittags wieder total unsicher :)


    Und mit "Investition" meinte ich, die Ausgaben, welche ich durch das Projekt habe.
    Und "Reportage" war in Bezug auf die youtube-Reportage über die Amish

    Edited once, last by ChristophK ().

  • Lieber Christoph, für ein Foto zu posieren erfordert keine größere Entscheidung von Gemeindeältesten, sondern hat eine ganz klare Konsequenz: Wer das macht, wird exkommuniziert. Aber genau das ist Deine Herausforderung.


    Hast Du schon nach einem Auftraggeber (Zeitschrift, Agentur, Buchverlag, Galerie) gesucht, die Dir wenigstens den Flug, die Unterbringung und die Verpflegung zahlen? Ansonsten hier ein paar Alternativideen für Porträt-Serien ohne große Reisespesen: Orthodoxe Juden in Zürich, Schweizer Bergbauern, Kölner Karnevalisten, Rheinschiffer, Japaner in Düsseldorf oder Eifeler Jäger. Grüße von Gisela

  • ah Mist, das war natürlich jetzt der Sargnagel für das Projekt :)


    Danke für die Inputs aber, mir ging es schon nicht um irgendein Projekt, sondern speziell um die Amish. Aber es ist glaube ich einfach zu schwierig dies alles aufzugleisen ohne ihren Respekt vor ihrem Glauben zu begrenzen...
    (also so, wie ich es jetzt hier im Forum oder bei Wikipedia etc) verstehe.


    Letzte Chance: gibt es vielleicht einen Briefkontakt zu einer Gemeinde in den USA mit denen ich mal Kontakt aufnehmen könnte?

  • Hallo Christoph, Du kannst jeder einzelnen Gemeinde schreiben: 2009 waren über 1.800, pro Jahr kommen 4-5% hinzu. Doch allein diese Portokosten entsprechen einer ganzen Reise. Da es speziell die Amischen sein sollen, wundert es mich etwas, dass Du als Profi-Fotograf nicht über ihre Haltung zu Fotos informiert sein willst.


    Du hast doch gerade Urlaub: Setz Dich einfach in den nächsten Flieger nach New York oder Chicago, entspanne Dich und genieße Wärme und Freiheit der Neuen Welt! Es gibt eine Menge Fotografen, die sich auf Amische und Mennoniten spezialisiert haben. Deren Fotobände wären schöne Souvenirs; Gisela

    Edited 15 times, last by gisela ().